Motivation und Emotion

Leitfragen zur Vorlesung Motivation und Emotion

Leitfragen zur Vorlesung Motivation und Emotion


L. E.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die psychologischen Grundlagen von Motivation und Emotion. Sie beleuchten Modelle, die Rolle von Hormonen wie Testosteron und Dopamin, sowie die Funktionen verschiedener Gehirnstrukturen. Die Karteikarten eignen sich für Studierende der Psychologie, die sich mit den biologischen und psychologischen Aspekten von Verhalten, Gefühlen und motivationalen Prozessen auseinandersetzen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Psychologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
03.05.2022 / 08.02.2026

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Erläutern Sie den Unterschied zwischen motivationspsychologischen Druck- und Zugvariablen.

Druck treibt von innen heraus an (Instinkte, Triebe, Emotionen) und man erfährt durch den Druckabbau Befriedigung (Bsp. Sexualtrieb) -> Drucktheorien sind eher veraltet

Bei Zugtheorien zieht es einen zu einem außen gelegenen Anreiz (Reize, Ziele, Sollwerte) -> Zugtheorien sind vorherrschend in der modernen Psychologie

Wie kann Motivation bzw. ihre Stärke gemessen werden?

Durch Verhaltensbeobachtungen (Aufmerksamkeit, Anstrengung, Latenz, Persistenz, Wahlverhalten, Auftretenswahrscheinlichkeit, Ausdrucksverhalten, Spezielle Verhaltensreaktionen)

Durch physiologische Maße (Hirnaktivitäten, Neurochemische Vorgänge, Hormonelle Aktivitäten, Kardiovaskuläre Aktivitäten, Elektrodermale Aktivitäten, Augenbewegungen, Skelettmuskulatur)

Verbal: direkte Meßverfahren (Selbstberichte, z.B. Interviews, Fragebögen), bewusste, verbalisierbare Vorlieben und Handlungspräferenzen, explizite Motivanteile

Was sind direkte und indirekte Messverfahren der Motivationspsychologie und was messen sie? Warum ist die Unterscheidung zwischen expliziten und impliziten Motivanteilen für eine Verhaltensvorhersage wichtig?

Direkte Meßverfahren (Selbstberichte, z.B. Interviews, Fragebögen): messen bewusste, verbalisierbare Vorlieben und Handlungspräferenzen, Messung expliziter Motivanteile

Indirekte (projektive) Meßverfahren (z.B. mehrdeutige, interpretationsoffene Reizvorlagen, offenes Antwortformat, Situationen, die Freiraum für spontane, selbstinitiierte Handlungen und Interpretationen lassen -> Beispiel: Rorschach-Test, Thematischer Apperzeptionstest (TAT)): messen unbewusste affektive Vorlieben und Reaktionsformen

Unterscheidung zwischen expliziten und impliziten Motivanteilen ist wichtig für eine Verhaltensvorhersage, da nicht alles der reflektierten Selbstbeobachtung unmittelbar zugänglich ist. Die expliziten Motivanteile (unseres Ideal-Selbsts) stimmen nicht immer komplett mit den teils impliziten Anteilen (unseres Real-Selbsts) überein.

Beschreiben Sie den Thematischen Auffassungstest und nennen Sie methodische Mängel des TAT. Mit welchem Verfahren/Modifikationen können diese Mängel beseitigt werden?

TAT: Probanden bekamen Bildtafeln und durften dazu frei eine Geschichte erfinden und erzählen. Diese Geschichte wurde dann einer qualitativen Antwortanalyse unterzogen.

Methodische Mängel: geringe Objektivität & Reliabilität (Verlässlichkeit)

Beseitigung der Mängel durch eine Generalisierung -> Erschaffung der Picture Story Exercise 

Welche grundlegenden Motivationsdefizite können unterschieden werden. Nennen Sie für jedes einzelne Motivationsproblem eine mögliche Intervention zur Behebung des Problems.

4 Motivationsprobleme: 1. Vollständiges Motivationsdefizit -> Interventation: Interessenförderung

2. Anreizdefizit -> Interventation: Zielvereinbarungen

3. Wirksamkeitsdefizit -> Interventation: Imaginationstraining

4. Volitionsdefizit -> Interventation: Training der Selbstregulation

Erläutern Sie zwei Haupt-Ansatzpunkte für motivationale Interventionen.

1. Anpassung der Anreiz- an die Motivstruktur (Aufgabe wird an die Person angepasst) -> Bsp. Ich suche mir den Sport, den ich mache, danach aus, ob ich lieber allein oder in einer Gruppe Sport mache

2. Anpassung der Motivstruktur an die Anreizstruktur (Person wird an die Aufgabe angepasst) -> Bsp. Anforderungsanalysen, um die passende Person für einen Job zu finden

Worauf bezieht sich „Affekt“ in der wissenschaftlichen Emotionspsychologie?

(Roh-) Affekte meinen in der Emotionspsychologie rudimentäre Gefühle der Lust oder Unlust, Anspannung oder Entspannung, Vorliebe oder Aversion. Affekte sind eigentlich dauerhaft da.

Worin unterscheiden sich Emotionen von Stimmungen?

Im Vergleich zu Stimmungen sind Emotionen deutlich intensiver, sie halten dafür aber auch nur kurz an (oft nur wenige Minuten) und besitzen einen Anfang und ein Ende, das sich bestimmen lässt. Stimmungen hingegen haben weder einen klaren Anfang noch ein klares Ende, sie halten länger an, sind diffus und ihre Ursache ist nicht bekannt. Im Gegensatz dazu haben Emotionen immer einen Objekt- oder Ereignisbezug, man kann ihre Ursache benennen.

Was ist damit gemeint, dass Emotionen einen Objektbezug haben? Erläutern Sie diesen Bezug mit Beispielen.

Emotionen beziehen sich auf ein bestimmtes Objekt oder Ereignis, man kann also ihre Ursache bestimmen. Beispiele: Angst aufgrund einer Klausur, Freude über leckeres Essen, Neid auf das Auto des Nachbarn, Empörung über die unhöfliche Kassiererin etc.

Was sind zentrale Merkmale bzw. Kennzeichen von Emotionen? Wie hängen Emotion und Motivation zusammen? Worin unterscheiden sie sich?

3 zentrale Merkmale von Emotionen: (1) Affektivität (Gefühlscharakter) (2) Objektgerichtetheit (Intentionalität) (3) Zeitliche Befristung (Episode)

Zusammenhang von Emotion und Motivation: Emotionen können als motivationale Antreiber/Motivatoren dienen (z.B. Angst vor einer Klausur -> Lernen) und dadurch schwer von Motivation abzugrenzen sein

Unterscheidung: Bei Motivation liegt das Bezugsobjekt immer in der Zukunft (Ziel), bei Emotionen dagegen kann das Bezugsobjekt auch in der Vergangenheit liegen.

Diskutieren Sie folgende Aussage: „Emotion ist ein multidimensionales Konzept.“

Der Ansatz, dass Emotion ein multidimensionales Konzept ist, hat sich durchgesetzt, da Emotionen viele Aspekte auf unterschiedlichen Ebenen umfassen, (wodurch es schwer ist, eine einheitliche Definition zu finden). Wir können Emotionen sowohl auf einer physiologischen Ebene wahrnehmen (z.B. durch eine veränderte Herzrate), als auch auf kognitiver Ebene beschreiben, was in uns vorgeht. Wir erleben Emotionen als subjektive Gefühle, die uns zu bestimmten Handlungen motivieren können und die sich durch bestimmte Ausdrücke in der Mimik, Gestik, Körperhaltung und Stimme bemerkbar machen. (Komponentenmodell: Erleben, Kognition, Motivation, Ausdruck, Physiologie)

Welche allgemeinen Schwierigkeiten schränken die Aussagekraft von Selbstberichten von emotionalen Gefühlen ein?

  • Gefühle können nur subjektiv erfasst werden -> Problem bei der Intersubjektiven Erfassung: Meinen wir mit gleichen Worten dasselbe?
  • Nur verbalisierbare, bewusst zugängliche Inhalte können erfasst werden -> Was ist mit unbewussten Gefühlen oder Menschen, die ihre Gefühle nicht kommunizieren können?
  • Selektives Erinnern: Wir erinnern uns besser an intensive Emotionen -> verfälscht den Bericht
  • Soziale Erwünschtheit kann Einfluss darauf haben, welche Gefühle wir berichten oder in welcher Intensität wir diese berichten
  • Beeinflussung durch sprachliche Gepflogenheiten -> verfälscht den Bericht

Beschreiben Sie drei Messmethoden zur Erfassung von Gefühlen mit Ihren Vor- und Nachteilen.

Alle Messmethoden siehe Abbildung im Ordner. 3 Beispiele:

1. Tagebuchmethode -> Pro: alltagsnahe Erfassung der Gefühle; Contra: Auswertung und Interpretation sind schwer zu standardisieren

2. Ratingskala -> Pro: ökonomisch, zeitnahe Messung möglich, Gefühle werden direkt quantifiziert; Contra: Auswahl der Gefühlsbegriffe, evtl. geringe Reliabilität

3. Inhaltsanalyse -> Pro: vorhandenes Material wie zB Tagebücher können genutzt werden; Contra: hoher Aufwand, Angaben zu Gefühlen können unvollständig sein, 

Worin unterscheiden sich diskrete und dimensionale Klassifikationssysteme von emotionalen Zuständen?

Diskret: verschiedene Grundemotionen (Ärger, Freude, etc.) -> Methoden: Untersuchung von Homologien (ähnliches Erscheinungsbild) und Analogien (ähnliche Ursachen) im emotionalen Verhalten 

Dimensional: Verortung des emotionalen Erlebens auf noch grundlegenderen Dimensionen (z.B. Valenz, Erregung) + es wird nur quantitativ, nicht qualitativ unterschieden -> Methoden: Identifizierung von latenten Dimensionen mit datenreduzierenden statistischen Verfahren (Cluster- und Faktorenanalysen) 

Welche emotionalen Gesichtsausdrücke sind laut Ekman & Friesen universell vorhanden beim Menschen?

Angst, Ärger, Freude, Trauer, Ekel

Was sind Basisemotionen? Anhand welchen Kriterien können sie als solche identifiziert werden? Nennen Sie Basisemotionen, die in verschiedenen Studien konsistent genannt werden.

Basisemotionen sind universell auftretende Emotionen, die aufgrund folgender Kriterien identifiziert werden können: universelle Gesichtsausdrücke, distinkte Signale und physiologische Maße der Emotionen, Auftreten auch bei anderen Primaten, distinkte subjektive Gedanken und Erfahrungen

Folgende Basisemotionen wurden übereinstimmend genannt: Angst/Furcht, Ärger/Wut, Traurigkeit und Freude

Was wurde an der Idee einer „Basisemotion“ kritisiert?

Man ist sich uneinig darüber, welche Kriterien notwendig sind, damit eine Emotion als Basisemotion gilt. Dadurch schwankt die Anzahl der Basisemotionen je nach postulierendem Forscher/Forschungsteam, zwischen 2 und mehr als 12 Basisemotionen, ein Konsens konnte noch nicht gefunden werden. Zudem gibt es meistens keine Falsifikationsmöglichkeit und die Frage stellt sich, ob die Abgrenzung „primärer“ (grundlegender) Emotionen von „sekundären“ (abgeleiteten) Emotionen überhaupt sinnvoll ist.

Wie kann man versuchen, die Vielzahl von Emotionsbegriffen, die in der Sprache vorkommen, auf grundlegende Emotionskategorien bzw. -dimensionen zu reduzieren? Welche methodischen Schwierigkeiten treten hier auf?

Man kann die zahlreichen Emotionsbegriffe auf Dimensionalen Modellen einordnen, wie etwa dem Circumplex-Modell, wo Valenz und Erregung zwei voneinander unabhängige Faktoren darstellen. Methodische Schwierigkeiten können hierbei z.B. die Abhängigkeit vom verwendeten Item-Pool sein.

Erläutern Sie die beiden zentralen Dimensionen im Circumplex-Modell der Emotionen von Russell (1980) und verorten Sie die folgenden Gefühls- oder Befindlichkeitszustände in diesem Modell: Angst, Freude, Trauer, Ärger, Überraschung, Entspannung, Müdigkeit/Schläfrigkeit.

Die beiden zentralen Dimensionen des Circumplex-Modells sind Valenz und Erregung. Man ordnet die Gefühlszustände danach ein, ob sie angenehm oder unangenehm (Valenz) und aktivierend oder hemmend (Erregung) sind. 

Einordnung: siehe Bild

Skizzieren Sie das 2-Faktoren-Modell der Emotion von Watson & Tellegen (1985). Worin liegen die zentralen Unterschiede zum Circumplex-Modell von Russell? Wie hängen die beiden Modelle zusammen?

Unterschiede: Die zwei Dimensionen sind nicht Valenz und Erregung, sondern positiver und negativer Affekt.

Gemeinsamkeiten: Beides sind Dimensionale Modelle.

Erläutern Sie das Modell einer hierarchischen Strukur von Affekten.

s. Bild im Ordner

Erläutern Sie motivational-emotionale Funktionen der im Schaubild dargestellten Hirnstrukturen. (Schaubild siehe Ordner)

Der Präfrontale Zerebrale Cortex -> zuständig für Zielplanung, Selbststeuerung und Intentionsbildung

Das mediale Vorderhirnbündel -> zuständig für Belohnung und Verstärkung

Der Hippocampus -> zuständig für Lernen und Gedächtnis

Der Hypothalamus -> zuständig für Hunger, Durst und Sexualtrieb

Die Amygdala -> zuständig für Furcht, Bedrohung und Salienz

Die Retikulare Formation -> zuständig für Erregung

Erläutern Sie Lage und Hauptfunktionen der Formatio reticularis im menschlichen Gehirn.

Die FR sitzt als säulenartige Struktur im Hirnstamm. Ihre Hauptfunktionen umfassen aktivierende und desaktivierende Funktionen, die Regulation der allgemeinen Aktivität der Hinrinde (→ Wachheit, Aufmerksamkeit), die Steuerung der wichtigsten Körperfunktionen (Atmung, Schlucken, Kreislauf), sowie absteigender Impulse (zum Vegetativum, Muskelapparat).

Erläutern Sie Lage und Hauptfunktionen des Hypothalamus im menschlichen Gehirn.

Der Hypothalamus befindet sich im vorderen Bereich des Diencephalon (Zwischenhirns) und befindet sich unterhalb des Thalamus. Seine Hauptfunktionen umfassen die Regulation des ANS und der Hormonabgabe (über die Hypophyse), sowie die Regulation motivationaler Zustände (z.B. Essen, Schlaf, Sexualität). Der Hypothalamus ist außerdem die zentrale Umschaltstelle zwischen Gehirn und Körperperipherie.

Erläutern Sie Lage und Hauptfunktionen des orbitofrontalen Kortex im menschlichen Gehirn.

Der OBFC ist Teil des Präfrontalen Kortex und liegt im Frontallappen. Er ist zuständig für die Repräsentation des subjektiven Werts von Belohnungen. Diese passiert durch die Integration und den Vergleich verschiedenartiger Belohnungen, das Updating von Belohnungswerten und daraus resultierend den Erwartungsabgleich und die Einleitung von Verhaltenskorrekturen.

Ordnen Sie folgenden (neuro)hormonellen Systemen motivationale Funktionen zu: Serotonin, Noradrenalin, Cortisol, Oxytocin. [Hinweis: Frage kann auch andere (Neuro-)Hormone abfragen]

Neurohormonelle Systeme (Neurotransmitter):

- Dopamin: aufsuchende (appetitive) Motivation

- Serotonin: vermeidende (aversive) Motivation

- Noradrenalin: Aktivation und Wachheit

- Endorphin: Glücksgefühle, Schmerzunempfindlichkeit

- Oxytocin: „Bindungshormon“, Stress-Coping

Endokrine Systeme (Hormone):

- Adrenalin/Noradrenalin/Cortisol (Stress)

- Androgene und Östrogene (Sexualhormone)

- Grehlin, Leptin (Hunger)

Welche dopaminergen Systeme gibt es im menschlichen Gehirn? Welches ist das (neurohormonelle) „Belohnungssystem“?

1. das Tubero-infundibuläre System -> Steuerung von endokrinen Funktionen (zB Prolactin für die Milchproduktion)

2. das Nigro-Striatale System -> Bewegungssteuerung

3. das Mesolimbisch-mesokorticale System -> Belohnungssystem, aufsuchende Motivation

Beschreiben Sie die klassische Studie mit Selbststimulationen des mesolimbischen Systems von Milner und Olds (1954). Warum sind die Ergebnisse dieser Studie für Triebtheorien ein Problem?

Experiment mit Ratten: Hebeldruck → elektrische Stimulation des mesolimbischen Systems, Reaktionsrate mehr als 6000 Hebeldrücke pro Stunde, Vernachlässigung von anderen Anreizen (Futter & Wasser)

Problem für Triebtheorien: In der Triebtheorie baut sich durch einen Trieb Energie auf, die durch ein bestimmtes Trieb-Verhalten abgebaut wird. Bei der Ratte im Experiment baut sich kein Trieb ab, sie drückt unentwegt den Hebel, ohne die Stimulation satt zu sein.

Diskutieren Sie kritisch die Deep-Brain Stimulation Studie von Schlaepfer und Kollegen (2008).

Bei der Deep-Brain Stimulations Studie von Schlaepfer und Kollegen (2008) wurde Gehirnstimulation dazu genutzt Erkrankungen wie Depressionen, Sucht, Zwangsstörungen und Dyskinesien zu behandeln. Dies war in manchen Fällen auch wirksam, die Resultate waren jedoch insgesamt gemischt. Die Wirksamkeit der Deep-Brain Stimulation ist also nicht ausreichend bewiesen.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Dopamin und Sucht? Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Dopamin, Wanting und Liking.

Dopamin markiert den “Anreiz” von Objekten (Belohnungslernen), hohe Dopaminkonzentration -> High-Gefühl -> Sucht

Dissoziation zwischen Wanting und Liking: das Wanting bekommt in einer Sucht die Überhand, man will das durch das Dopamin ausgelöste High-Gefühl mehr als alles andere und nimmt dafür auch die Nebenwirkungen der Sucht in Kauf, die man nicht mag

Was versteht man unter einer „pulsativen Hormonfreisetzung“?

Die Hormonfreisetzung geschieht nicht kontinuierlich, sondern stoßartig und in unterschiedlichen Abständen.

Welchen Einfluss haben Sexualhormone auf das Sexualverhalten?

Testosteron steigert die Libido (und das Dominanzstreben). Neonatale Testosteronexposition verstärkt Wachstum des sexuell dimorphen Nucleus (medial präoptisches Areal im ♂). Entfernung der Hoden bzw. Eierstöcke reduziert das sex. Verlangen/die Libido (hat aber keinen Einfluss auf die sex. Orientierung). Die Aufnahme sex. Aktivitäten setzt ausreichende Mengen an Sexualhormonen voraus. Hormonreaktionen können erlernt und konditioniert werden.

Erläutern Sie eine „konditionierte Hormonreaktion“ am Beispiel von Testosteron.

Beispiel der Konditionierung: Allein die Erwartung eine schöne Frau zu sehen, wie beim Vorbereiten auf ein Date, löst erhöhte Testosteronausschüttung bei einem Mann aus.

Was ist der Unterschied zwischen sexueller Identität, sexueller Orientierung und sexuellem Verhalten?

Sexuelle Identität: Wie wir uns selbst sehen und mit welchem Geschlecht wir uns identifizieren

Sexuelle Orientierung: nicht ans Geschlecht gebunden, Welches Geschlecht findet man sexuell anziehend?

Sexuelles Verhalten: das Ausleben verschiedener sexueller Praktiken

Was behauptet die Challenge-Hypothese? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Testosteron und Aggression? Erläutern Sie dazu die Studie mit dem „Ultimatum Game“ von Eisenegger und Kollegen (2010).

 

Die Challenge-Hypothese besagt, dass der Testosteronspiegel von Männern in sozialen Wettbewerbssituationen ansteigt. Testosteron steigert Aggression (r=.14). Aggression wird in diesem Kontext jedoch nicht zwangsläufig als körperliche oder verbale Gewalt verstanden, sondern als ein kontextabhängiges Dominanzverhalten. Im „Ultimatum Game“ von Eisenegger und Kollegen konnten die männlichen Probanden ihre Macht und Dominanz durch prosoziales Verhalten zur Schau stellen. Und tatsächlich konnten Eisenegger et al. im "Ultimatum Game" beobachten, dass die Probanden nach Testosterongabe mehr prosoziales Verhalten zeigten.

Étudier