VWL - Einkaufsfachmann

Vorbereitung Prüfung

Vorbereitung Prüfung


D. S.
Diese Lernkarten vermitteln grundlegende volkswirtschaftliche Konzepte wie Preisbildung, Nachfrage, Angebot, Marktmechanismen und die Rolle des Staates. Sie erklären zentrale Begriffe wie BIP, Produktionsfaktoren und Preiselastizität sowie Marktversagen durch externe Effekte oder asymmetrische Informationen. Ideal für Auszubildende im Einkauf, die wirtschaftliches Grundwissen für Preisverhandlungen und Marktanalysen benötigen.
Flashcards
61
Students
15
Language
German
Category
Macro-Economics
Level
Other
Created / Updated
10.03.2022 / 29.08.2026

Flashcards

Nachfragekurven und Elastizitäten

Preiselastizität der Nachfrage bestimmt also die Neigung der Nachfragekurve

Je flacher die Nachfragekurve, desto elastischer die Preiselastizität der Nachfrage

 

Die Höhe der Preiselastizität der Nachfrage ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Möglichkeit der Substitution: Je mehr Substitute, desto grösser Elastizität
  • Wichtigkeit des Produktes: Je wichtiger, desto kleiner die Elastizität
  • Anteil an totalen Ausgaben: Je kleiner, desto kleiner die Elastizität
  • Zeitaspekt: Je länger der betrachtete Zeithorizont, desto grösser die Elastizität

Angebotskurven und Elastizitäten

Preiselastizitäten des Angebots bestimmt also die Neigung der Angebotskurve

Je flacher die Angebotskurve, desto elastischer die Preiselastizitäten des Angebots

 

Die Höhe der Preiselastizität des Angebots ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Mobilität des Inputs: Je höher die Faktormobilität, desto grösser die Elastizität
  • Lagermöglichkeit: Je höher die Lagermöglichkeiten / die Haltbarkeit des Produktes, desto grösser die Elastizität
  • Zeitaspekt: Je länger der betrachtete Zeithorizont, desto grössr die Elastizität

Vorgehen zur Analyse der Marktveränderungen

  • Identifikation des betroffenen Objekts
  • Nachfragekurve
  • Angebotskurve
  • beide Kurven

 

  • Identifikation der Verschiebungsrichtung des Obejktes
  • Rechtsverschiebung
  • Linksverschiebung

 

  • Auswirkungen auf Marktgleichgewciht analysieren
  • Gleichgewichtspreis
  • Gleichgewichtsmenge

Drei zentrale Fragen der wirtschaftlichen Ordnung

Was wird produziert? 

  • Welche Güter?
  • Welche Mengen?
  • Wer entscheidet?

Wie wird produziert?

  • Wo?
  • Mit welchen Verfahren?
  • Wer entscheidet?

Für wen wird produziert?

  • Wer erhält etwas?
  • Was erhält derjenige?
  • Wie viel erhält er?
  • Wer entscheidet?

 

 

Die Marktwirtschaft - Übersicht

Was wird produziert?

  • Geldstimme der Konsumenten
  • Anreiz: Gewinne

Mechanismen:

  • Vermittlung und Verarbeitung von Informationen
  • Allokation der Mittel
  • Koordination der Aktivitäten
  • "Unsichtbare Hand" führt zum Optimum

Wie wird produziert?

  • Kostensenkung der Produzenten durch möglichst effiziente Verfahren
  • Billigere Verfahren verdrängen die teuren

Voraussetzungen

  • Privateigentum
  • Vertragsfreiheit und Rechtssicherheit
  • Freier Marktzugang
  • Grosse Anzahl vom Marktteilnehmern

Für wen wird produziert?

  • Auf den Märkten für Produktionsfaktoren wird der Preis für die Faktoren festgelegt (z.B. Lohn)
  • Somit steht den Anbietern von Produktionsfaktoren Geld zur Verfügung

 

Aufgaben des Staates

  • Funktionsfähigkeit der Marktwirtschaft sichern
  • Verteilungsgerechtigkeit
  • Korrektur von Marktversagen ohne Staatsversagen
  • Wirtschaftliche Stabilität

Vollständige Konkurrenz - eine Modellannahme

Vollkommene Konkurrenz, perfekte Konkurrenz

 

Atomistische Marktstruktur

  • Im Verhältnis zur Marktgrösse
  • viele (kleine) Anbieter
  • viele Nachfrager

 

Homogene Güter

  • gleiche Qualitäten
  • gleicher Service

 

Vollständige Information

  • betreffend Qualität
  • betreffend Preise
  • betreffend Marktteilnehmern

Keine Markteintrittsbarrieren

  • Zutritt zum Makrt für alle möglich

Marktversagen

 

Ein Marktversagen liegt immer dann vor, wenn es dem Markt nicht gelingt, die Preisbildung nach der Gesetzmässigkeit des Zusammenspiels von Angebot und Nachfrage entstehen zu lassen

Es gibt verschiedenste Gründe für das Versagen eines Marktes:

  • Versagen wegen Wettbewerbsbeschränkungen
  • Versagen bei öffentlichen Gütern
  • Versagen bei externen Effekten
  • Versagen bei asymmetrischer Information

Marktversagen wegen Wettbewerbsbeschränkungen

Massnahmen (vn Anbietern), um den freien Markt einzuschränken und den Konkurrenzkampf zu umgehen

  • Bildung von Monopolen
  • Preis- und Mengenabsprache (Kartell)
  • Zutrittsschranken

Durch künstliche Knappheiten entstehen überdurchscnittliche Gewinne

  • Rent seeking: Suche nach "unverdienten" Einkommen

Gebote und Verbote durch den Staat

  • Preiskontrollen (Preisüberwacher)
  • Gesetzgebung (Kartellgesetz, WEKO)
  • Zulassung internationaler Normen (Cassis de Dijon Prinzip)

Marktversagen bei öffentlichen Gütern (Kollktivgütern)

Ausschluss von Konsum ist unmöglich oder nicht praktikabel.

Güter können gleichzeitig von mehreren Konsumenten genutzt werden

  • Ausschlussprinzip funktioniert nicht
  • Es herrscht Nicht-Rivalität im Konsum

Konsumenten sind nicht bereit, für die Nutzung einen Preis zu zahlen.

Güter werden nicht oder zu wenig produziert.

  • Free Rider - Trittbrettfahrer profitieren, ohne zu bezahlen

Staat produziert öffentlich Güter selber oder subventioniert die Produktion.

  • Evt. Ausschliessbarkeit schaffen

Marktversagen bei externen Effekten

Das Handeln eines Marktteilnehmers wirkt sich auf den Nutzen von unbeteiligten Personen aus.

  • Negative externe Effekte = externe Kosten - nicht alle Kosten, die bei der Produktion oder dem Konsum anfallen, werden vom Verursacher getragen

 

  • Positive externe Einflüsse = externe Nutzen - Güter befridiegen mehr Bedürfnisse, als mit dem Preis bezahlt werden

 

Preis gibt falsche Signale, was zu einer falschen Allokation und somit zu Verschwendung führt.

  • Bei negativen externen Effekten: Preis zu tief, darum zu hoher Konsum und Produktion
  • Bei positiven externen Effekten: Zu geringe Produktion und Konsum.

 

Staat versucht externe Kosten zu reduzieren

  • Marktkonforme Massnahmen - Internalisierung von externen Kosten
  • Nicht marktkonforme Massnahmen - Gebote und Verbote

Marktversagen bei asymmetrischer Information

Information bei den Marktteilnehmern sind sehr unterschiedlich verteilt

  • Anbieter haben mehr Informationen als Nachfrager
  • Nachfrager haben mehr Informationen aös Anbieter

Wenn nicht alle Marktteilnehmer über denselben Informationsstand verfügen, kommt es zu keiner effizienten Verteilung der Güter.

  • Prinzipal-Agent-Problem - Auftraggeber hängt von Auftragnehmer ab
  • Adverse Selection - Verborgene Eigenschaft vor Vertragsabschluss
  • Moral Hazard - Verborgenes Verhalten nach Vertragsabschluss

 

Staat versucht asymmetrische Information zu reduzieren

  • Deklarationspflicht
  • Vertragsvorschriften
  • etc.

Staatsaktivitäten zur Korrektur von Marktversagen

Voraussetzungen schaffen

Wettbewerbspolitik

Produktion / Finanzierung öffentlicher Güter

Umweltpolitik

Sozialpolitik

Information und Prohibition

Konjunkturpolitik

Zentrale Fragen einer Wirtschaftsordnung

Was soll produziert werden?

Wie soll produziert werden?

Für wen soll produziert werden?

Die drei wesentlichen Markt- und Preisfunktionen sind:

Signalfunktion:

Preise sind wichtige Informationsträger, die signalisieren, ob und wie viel es sich lohnt von einem bestimmten Gut anzubieten oder nachzufragen; sie zeigen, in welcher Verwendungsrichtung die Mittel den hächsten Nutzen bzw. Etrag bringen.

Steuerungs- und Allokationsfunktion:

Der Markt- Preismechanismus löst die Zuweisung der Mittel der Herstellung bestimmter Güter (=Allokationsfunktion) in der Weise, dass die knappen Mittel dorthin gelenkt werden, wo die Verwendung am dringendsten ist. Wo das ist, zeigen die Nachfrager durch ihre Kaufentscheide für bestimmte Güter an.

Ändern sich die Bedingungen, passen sich die relativen Preise an, wodurch wiederum eine Reallokation der Mittel ausgelöst wird. So werden die vorhandenen Mittel ihrer produktivsten Verwendung eingesetzt, so dass das Gesamtprodukt maximiert wird.

 

Koordinationsfunktion:

Der Preis- und Marktmechanismus koordiniert die Pläne von Millionen Individuen, ohne dass eine Institution mir grosser Bürokratie benötigt wird.

Voraussetzungen der Marktwirtschaft

Privateigentum

Vertragsfreiheit und Rechtssicherheit

Freier Marktzutritt

Sicherstellung des Wettbewerbs

Unsichtbare Hand

Um einen optimalen Gewinn zu erzielen, bietet jeder Produzent das an, was der Konsument kaufen will. Durch den Kauf bzw. Verkauf steigert der Konsument als auch der Produzent seinen Nutzen. Die Maximierung des EIgennutzens maximiert so auch das gesellschaftliche Wohl, welches eine unbeabsichtigte Folge der individuellen Handlungen ist, durch den Markt- Preismechanismus - die unsichtbare Hand - aufeinander abgestimmt werden.

Bedeutung und Beispiele von Marktversagen

Die Koordination und Allokation des Marktmechanismus ist unvollkommen und führt deshalb zu unerwünschten gesellschaftlichen Auswirkungen

Bei Wettbewerbsbeschränkungen, bei öffentlichen Gütern, bei externen Effekten und bei asymmetrischer Informationsverteilung (adverse selection, moral hazard)

Gründe für Staatsversagen

Politisch motivierte Entscheidungen

Regulierungskosten und eine Verzerrung der Allokationseffizienz

Abweichungen von der Marktwirtschaft

Erhaltung und Förderung gefährdeter Wirtschaftszweige

Schutz wirtschaftlich bedrohter Landesteile

Preisüberwachung

Mieterschutz

usw.

Versagt die Marktwirtschaft im Umwelt- und Klimabereich?

Nein, im Gegenteil: der Klimaschutz ist vielmehr mit liberalen Mitteln durchzusetzen. Eine konsequente Durchsetzung der Kostenwahrheit statt Verboten wäre ökologisch nachhaltiger. Damit bekämen klimabelastende Tätigkeiten ein Preisticket.

Die drei Seiten des BIP

Produktionsseite

Verteilungsseite

Verwendungsseite

Zusammenhang der drei Seiten des BIP

Bei Herstellung von Gütern und Dienstleistungen (Produktionsseite) entstehen Einkommen für die Produktionsfaktoren (Verteilungsseite), welche für den Kauf von Gütern und Dienstleistungen verwendet werden (Verwendungsseite)

Institutionelle Sektoren

Unternehmungen (unterteilt in: Nichtfinanzielle Unternehmungen, Finaninstitute und Versicherung)

Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbscharakter (POoE)

Öffentliche Haushalte

Sozialversicherungen

übrige Welt

Quoten der Verwendungsseite

 

Investitionsquote

Konsumquote

Exportquote

Importquote

Sparen und Investieren

Ersparnisse werden an diehenigen ausgeliehen, die zu wenig eigene Mittel erarbeitet haben, um ihre Investitionen zu finanzieren.

Gesamtwirtschaftlich sind Sparen und Investieren - rückblickend - immer ausgeglichen.

(Falls die inländischen Ersparnisse grösser sind als die inländischen Investitionen, werden diese "überflüssigen" Ersparnisse im Ausland investiert.)

Kritikpunkte an der Volkswirtschaftlichen Gesamtechnung

Unzureichende Datenerfassung (z.B.: Schwarzarbeit und Drogenhandel, Hausarbeit, Digitalisierung usw.)

Vernachlässigung der externen Kosten;

"Richtige" Bewertung der Leistungen (z.B. werden die staatlichen Leistungen mit ihren Kosten bewertet)

Indikaoren für die Wohlfahrt

z.B. Ausbildung

Umweltqualität

Anteil erneuerbarer Energien

Armutsquote

Untersschätzung des BIP "gratis Dienstleistung"

Scheinbar kostenlose Dienstleistungen stellen die Wirtschaftsstatistiken nicht auf den Kopf.

Zwar kostet eine Google-Suchanfrage scheinbar nichts, doch das Unternehmen generiert Umsätze, z.B. in dem es anzeigen schaltet. Diese Wertschöpfung kann gemessen werden

Konjunkturzyklus - Beschreibung

Hochkonjunktur - Boom

steigender Konsum, Exporte und Investitionen, so dass die Kapazitätsauslastung über dem Normalniveau zu liegen kommt. Als deren Folge kommt es zu Preiserhöhungen, steigende Zinsen und einem Mangel an Arbeitskräften

Abschwung:

Rückläufige Zuwachsraten beom Konsum, den Exporten und den Investitionen. Abnehmende, aber über dem Durchschnitt liegende Kapazitätsauslastung.

Rezession:

Kapazitätsauslastung kommt unter die Normalauslastung zu liegen.

Gängige Definition: Abnehmendes BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen. Bei besonders intensivem Rückgang des BIP spricht man von einer Depression

Aufschwung:

Aufhellende Zukunftserwartungen, Anstieg der Konsumentenstimmung, Wende bei der Arbeitslosigkeit. Kapazitätsauslastung liegt unter dem Durchschnitt.

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