BAP


S. L.
Diese Lernkarten behandeln die allgemeinen Bestimmungen für Elektroinstallationen und richten sich an Berufslehrlinge. Sie decken Themen wie die Kennzeichnung von Schalt- und Steuergeräten, die Zugänglichkeit von Überstrom-Schutzeinrichtungen, die Bemessung von Steckdosen und Schaltern sowie die Anforderungen an Betriebsmittel und deren Montage ab. Elektriker und Installateure profitieren von diesen Karteikarten, da sie wichtige Normen und Sicherheitsvorschriften vermitteln, die für die korrekte und sichere Installation von elektrischen Anlagen entscheidend sind.
Karten
27
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Elektrotechnik
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
12.02.2022 / 14.02.2022

Lernkarten

Was definieren die IP-Schutzarten prinzipiell?

- die Güte des Basisschutzes

- die Abdichtung gegen das Eindringen von Fremdkörpern (wie Gegenstände, Steine oder Sand)

- die Abdichtung gegen das Eindringen von Wasser

- der Zugang zu gefährlichen Teilen

Was zeigt die folgende Abbildung?

Den genormten Prüffinger. Er dient zum Überprüfen des Berührungsschutzes an spannungsführenden Teilen.

Welche Unterlagen gehören zu jedem technischen Produkt oder Erzeugnis?

Diese wichtigen Anweisungen gehören zu den technischen Unterlagen:

- Montage und Anschluss

- Anwendung, Benützung und Unterhalt

Woran erkennt man ein Betriebsmittel, dfas die Nachweispflicht erfüllt hat?

Als äusseres Merkmal sind die Betriebsmittel mit dem schweizerischen Sicherheitszeichen oder einem anderen gleichwertigen Zeichen gekennzeichnet.

Was bedeutet die Abkürzung IP und welche Bedeutung haben die zwei Ziffern und die Kennbuchstaben bei der IP-Bezeichnung?

IP = International Protection

1. Ziffer: Berührungs- und Fremdkörperschutz

2. Ziffer: Wasserschutz

3. A-D: Zusatz für den Berührungsschutz und ausreichenden Abstand zu spannungsführenden Teilen.

Wie sind spannungs^führende Teile von Betriebsmitteln der zufälligen Berührung zu entziehen?

Es sind Abdeckungen und Gehäuse gegen das zufällige Berühren zu montieren, wobei diese nur mit einem Werkzeug oder Schlüssel geöffnet werden dürfen.

Wie sind Abdeckungen und gehäuse, die für Laien zugänglich sein müssen, auszuführen?

Der Zugang für Laien zu den zu bedienenden Betriebsmitteln (wie Leitungsschutzschalter) muss so sein, dass Abdeckungen ohne Werkzeug geöffnet werden können. Spannungsführende Teile im Innern müssen auch bei geöffneter Abedckung gegen eine zufällige Berührung geschützt sein.

Wie sind Steckdosen bezüglich des Stromes zu bemessen?

Ortsfeste Steckdosen dürfen nur mit dem Bemessungsstrom der Steckdose abgesichert werden. Steckdosen mit einem Bemessungsstrom von 10 A dürfen dabei mit einem 13 A LS geschützt werden.

Was gilt im Zusammenhang mit Steckern und Steckdosen bezüglich Dauerbelastung?

Erfahrungsgemäss sind Stecker und Steckdosen nicht dafür konstruiert, dass sie dauerhaft mit ihrem Bemessungstrom belastet werden können. Deshalbt sollen Steckdosen nur mit 80 % ihrer Bemessungsstromstärke belastet werden. Ortsfest montierte Betriebsmittel wie Heizkörper, Wassererwärmer und dergleichen sind bevorzugt ortsfest anzuschliessen, damit der Dauerbetrieb gewährleistet ist. Das Problem ergibt sich neu bei Ladestationen für Elektroautos!

Wie ist der Bemessungsstrom eines Schalters zu bestimmen?

Der Bemessungsstrom eines Schalters muss mindestens dem Bemessungsstrom der vorgeschalteten Überstromschutzeinrichtung entsprechen.

Welche Ausnahme gilt für den Bemessungsstrom bei Schaltern, die für 10 A Bemessungsstrom ausgelegt sind?

Für Schalter mit einem Bemessungsstrom von 10 A darf die vorgeschaltete Überstrom-Schutzeinrichtung einen Bemessungsstrom von 16 A aufweisen, wenn die nachgeschaltete Last bekannt ist und der Betriebsstrom dieser Last ≤ 10 A ist.

An welchen Orten dürfen nur Steckdosen mit Schutzkragen verwendet werden?

- in feuchten, nassen und korrosionsfähigen Räumen

- in Arbeitsbereichen von Haushaltsküchen

- in Werkstätten und anderenb Arbeitsstätten (z.B. Büros)

- in Räumen mit badewanne oder Dusche

Wie lange dürfen T12 Steckdosen noch in Verkehr gebracht werden?

Noch bis am 31.12.16. Der umsichtige Elektrofachmann wird deshalb bereits vor diesem Datum nur noch Steckdosen mit Schutzkragen montieren.

Muss ab 2017 eine T12 Steckdose ersetzt werden, wenn die Frontplatte defekt ist?

Nein, Frontplatten und Abdeckrahmen dürfen weiterhin ersetzt werden.

Was ist bezüglich der Zugänglichkeit von Überstrom-SChutzeinrichtungen zu beachten?

Überstrom-Schutzeinrichtungen müssen jederzeit ohne Hilfsmittel zugänglich und bedienbar sein.

Wann gilt eine Überstrom-Schutzeinrichtung grundsätzlich als zugänglich?

Werden Überstrom-Schutzeinrichtung ca. 40 cm ab Boden bis 2m ab Boden oder mit einem Bedienungspodest installiert, so ist die Zugänglichkeit gewährleistet. Die untere Grenze von 40 cm gilt als Empfehlung und wird in den Normen nicht vorgegeben.

Wie sind Schalt- und Steuergeräte zu kennzeichnen?

Schilder oder andere geeignete Kennzeichnungen müssen den Zweck eines Schalt- oder Steuergerätes angeben.

Was gilt für die Kennzeichnung des Betriebszustandes eines Energieverbrauchers?

Der Betriebszustand muss deutlich ersichtlich sein, z. B. durch einen Drehschalter oder eine Betriebslampe.

Ausgenommen sind Beleuchtungsanlagen.

Wie sind Schutzeinrichtungen anzuordnen?

Schutzeinrichtungen sind so anzuordnen, dass deren Zuordnung zu den Stromkreisen eindeutig erkennbar ist.

Welche Unterlagen sind bei elektrischen Anlagen anzubringen?

- die Art und der Aufbau der Stromkreise mit der Anzahl und Querschnitte der Leiter und deren Art

- die zur Identifizierung der Schutz-, Trenn- und Schalteinrichtungen erforderlichen Kennbuchstaben.

Wie können die Unterlagen bei einfachen Anlagen gestaltet werden?

Bei einfachen Anlagen dürfen diese Angaben in Form einer Tabelle oder Liste gemacht werden.

Wie sind Betriebsmittel ohne Grundplatte, Rückwand oder dergleichen auf metallene Gebäudeteile oder brennbare Gebäudeteile zu montieren?

Bei Montage auf metallenen Gebäudeteile:

Die metallenen Gebäudeoberflächen müssen mit den Schutzleiter oder dem Schutz-Potenzialausgleich verbunden werden.

 

Bei Montage auf brennbare Gebäudeteile:

Es muss eine feuersichere Trennung zwischen solchen Betriebsmitteln und den brennbaren Gebäudeoberflächen angebracht werden. Dies wird durch eine schwerbrennbare Zwischenlage erreicht.

Welche Betriebsmittel, die keine Grundplatte, Rückwans oder dergleichen haben, dürfen direkt auf brennbare Gebäudeteile montiert werden?

Für alle Schalter und Steckdosen sowie Betriebsmittel bis zu einem Bemessungsstrom ≤ 16 A sind keine zusätzlichen Anforderungen nötig.

Welche Massnahme bezüglich Schutzleiterströme sollen eingehalten werden?

Schutzleiterströme (Ableiterströme), die von Betriebsmitteln im Normalbetrieb erzeugt werden, dürfen die Sicherheit und die Funktionstauglichkeit nicht beeinträchtigen.

Vorzugsweise sind Betriebsmittel einzusetzen, bei denen der Hersteller Angaben zu den Schutzleiterströmen macht und diese Schutzleiterströme möglichst klein sind, damit die fehlerfreie Funktion gewährleistet ist.

Muss immer die ganze Installation nach Art des Raume (IP-Schutz) ausgeführt werden?

Nein, es können Zonen für einen bestimmten IP-Schutz ausgesondert werden.

Wer entscheidet, ob ein Bereich feuergefährdet oder eine Zone explosionsgefährdet ist?

Die zuständige Brandschutzbehörde zusammen mit der SUVA.

Wie werden in einem Plan durch entsprechende Instanzen, Räume und Zonen oder Bereiche angegeben?

Durch entsprechende Kurzzeichen wie z. B. AB2 usw.

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