Biologie vom Haar 1

Biologie vom Haar 1

Biologie vom Haar 1

Diese Lernkarten bieten einen detaillierten Einblick in die Biologie des Haares, insbesondere in dessen Aufbau und Eigenschaften. Sie behandeln Themen wie die Struktur der Haarschichten, die Rolle von Melanocyten und Melanin bei der Haarfarbe sowie die Ursachen von Haarproblemen wie Spliss und Porosität. Die Karteikarten sind ideal für Friseure und Kosmetiker, die ihr Verständnis der Haarstruktur vertiefen und effektive Behandlungsmethoden erlernen möchten.
Karten
23
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Berufskunde
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
08.02.2022 / 21.01.2026

Lernkarten

Welche Aufgaben und Bedeutung haben die Kopfhaare?

  • Natürlicher Schmuck
  • Bestimmen das Äussere des Menschen
  • Schutzfunktion

Welche drei Haararten werden beim Menschen unterschieden?

  • Langhaare
  • Borstenhaare
  • Flaumhaare

Nennen Sie die Abschnitte des Haares.

  • Haarwurzel
  • Haarschaft (Ansatz, Länge und Spitzen)

Wie heissen die Schichten des Haarschaftes?

  • Schuppenschicht – Cuticulla
  • Faserschicht – Cortex
  • Mark - Medulla

Beschreiben Sie den Aufbau der Faserschicht.

  • Verhornte Faserzellen bilden mit einem faserartigem Aufbau diese Schicht.
  • Die Faserschicht ist mit 85 bis 90 Prozent des Haardurchmessers die dickste Schicht des Haares.
  • Sie ist die wichtigste Schicht des Haares. Sie besteht aus Keratinfasern, die in einen Kittsubstanz eingebettet sind.
  • Bei nahezu allen Behandlungen, die zur Veränderung von Farbe und Form durchgeführt werden, kommt es in dieser Schicht zu Veränderungen. Ausserdem befinden sich die Pigmente, die die Haarfarbe bestimmen, in dieser Schicht.

Beschreiben Sie den Aufbau der Schuppenschicht.

  • Flache Zellen in 6 bis 10 engen Lagen umspannen die Faserschicht, vergleichbar mit Dachziegeln.
  • Die Schuppenschicht macht rund 10% des Haardurchmessers aus.
  • Bei gesundem, unbehandeltem Haar liegen diese Schüppchen flach an und das Haar zeigt natürlichen Glanz. Durch alkalische Behandlungen wird die Schuppenschicht in Mitleidenschaft gezogen.

Wie wirkt sich die Form des Haarquerschnittes auf die Haarumformung aus?

  • Rundes Haar und leicht ovales Haar lässt sich gut umformen.
  • Stark ovales, bandförmiges Haar lässt sich schlecht umformen und ist auch entsprechend schlechter haltbar.

Welche Bedeutung haben die chemischen „Brücken“ der Peptidspiralen, in Bezug auf die verschiedenen Haarumformungsmöglichkeiten?

  • Die Wasserstoffbrücken lassen sich mit Wasser und Dampf lösen und werden beim Trocknen wieder gefestigt.
  • Die Salzbrücken lassen sich mit viel Wasser und WAS lockern oder lösen und werden beim Trocknen wieder gefestigt. Auch Temperaturen über 60° (z.B. Lockenstab) lösen die Brücken.
  • Die Schwefelbrücken lassen sich durch Redox-Vorgänge öffnen und schliessen.

Wie wird die natürliche Haarfarbe in der Haarwurzel gebildet?

Die farbstoffbildenden Zellen (Melanocyten) in der Haarzwiebel produzieren natürliche Pigmente (Melanin).

Dabei ist der Bereich in der Haarzwiebel oberhalb der Papille von Bedeutung. Ausser den Keratinocyten, die für die Neubildung des Haares verantwortlich sind, spielen die Melanocyten eine grosse Rolle. Sie bewirken die Farbgebung des Haares. Während die Keratinocyten in der Form kugelig, oval bis mehreckig sind, erkennt man bei der zweiten Zellenart einen mehr oder weniger kugeligen Zellkörper, von dem zahlreiche Verästelungen ausgehen, mit den Armen eines Tintenfisches vergleichbar. Diese Zellenart nennt man die Melanocyten. Sie sind die kleinen Fabriken für den Farbstoff des Haares, das Melanin. Die Melanocyten leben in Gemeinschaft mit den Keratinocyten. Jeder Melanocyt, also jede farbbildende Zelle, ist von mehreren Keratinocyten, also keratinbildnenden Zellen umgeben.

In den Melanocyten bilden kleine ovale Melanosomen, in denen der Haarfarbstoff (Eumelanin / Phäomelanin), enthalten ist. Sie werden dann über Verzweigungen der Melanocyten an die keratinbildenden Zellen abgegeben. Sie werden sozusagen mit dem Melanin „geimpft“ und nehmen so den Farbstoff mit auf ihrem Weg nach oben. Der Farbstoff ist somit in den Zellen eingelagert, die im ausgehärteten Haar die faserigen Cortexzellen bilden.

Welche zwei Melaninarten bestimmen die natürliche Haarfarbe?

  • Braun-(schwarzes) Eumelanin
  • Rotes Phäomelanin

Wie kommt es zum „Ergrauen“ der Haare?

  • Wenn die Melanocyten zerfallen, produzieren sie keine Pigmente mehr. Das Weisswerden der Haare, wird auch durch das körpereigene produzierte H2O2 unterstützt. Das fehlende Melanin wird durch Luftbläschen ersetzt. Die Haare sind dann nicht mehr pigmentiert und wachsen weiss nach. Dieser Vorgang vollzieht sich in einer einzelnen Haarwurzel relativ rasch, meist in der Ruhephase des Haares, während in einer unmittelbar benachbarten Wurzel die Herstellung von Melanin noch viele Jahre völlig normal weitergehen kann.
  • Die Mischung der weissen Haare mit den naturpigmentierten Haaren ergibt das sogenannte „Graue Haar“.
  • Wenn ein oder beide Elternteile bereits in sehr jungen Jahren melierte Haare haben, können die Kinder ebenfalls damit rechnen, dass sie recht früh weisse Haare bekommen.

Nennen Sie den Aufbau des unteren Teils der Haarwurzel.

  • Haarzwiebel
  • Haarpapille
  • Matrixzellen
  • Malanocyten

Die Haarwurzel ist der Abschnitt des Haares, der in der Haut versteckt ist. Zur Haarwurzel gehören die lebendigen Teile des Haares, Haarzwiebel und Haarpapille. In ihr finden die Lebensvorgänge des Haares wie Haarwachstum und Pigmentbildung statt. Zum Beispiel Haarausfall und das Weiss werden der Haare haben ihre Entstehung in der Haarwurzel. Diesen Abschnitt des Haares kannst du als Coiffeuse/Coiffeur nicht bearbeiten und kaum beeinflussen.

Nennen Sie physikalische Eigenschaften des Haares.

  • Kapillarität
  • Porosität
  • Hygroskopizität
  • Dehnbarkeit
  • Elastizität
  • Reissfestigkeit
  • Elektrostatische Aufladung

Beschreiben Sie die Bedeutung der Kapillarität „des Haares“ in der Praxis.

Zwischen den Haaren einer Haarsträhne befinden sich Zwischenräume in denen Flüssigkeiten weitergeleitet werden. Diese Eigenschaft des Haares ist bei der dauerhaften Haarumformung wichtig.

Welche Bedeutung hat die Porosität des Haares in der Praxis?

Poröses Haar ist glanzlos und rau, hat aber die Eigenschaft Stoffe und Flüssigkeiten auch in tiefere Schichten aufzunehmen. Dauerwellflüssigkeiten, Haarfarben, aber auch Pflegestoffe dringen durch poröses Haar besser ein. Glasiges, stark glänzendes Haar ist nicht porös und nimmt Stoffe erst auf, wenn die Oberfläche durch Alkalien geöffnet bzw. porös gemacht worden ist.

Wie können Sie die Hygroskopizität des Haares verringern?

Mit speziellen Haarpflegeprodukten (Finishprodukten) können wir die Aufnahmefähigkeit verringern.

Wie verringern Sie die elektrostatische Aufladung des Haares?

Pflegeprodukte mit kationischen Substanzen verhindern die elektrostatische Aufladung.

Welche Auswirkungen haben UV-Strahlen auf unser Haar?

Sie schädigen das Haar und machen es wegen des Feuchtigkeitsverlustes porös und spröde.

Welche Ursachen führen zu porösem/glanzlosem Haar?

  • Mechanische Einflüsse

  • Thermische Einflüsse

  • Chemische Einflüsse

  • Klimatische Einflüsse

Nennen Sie Behandlungsmöglichkeiten bei porösem/glanzlosem Haar.

  • Balsam

  • Packungen

  • Sprühbalsam

  • Flüssighaar-Produkte

Welche Ursachen führen zu Spliss (Längsspaltung der Haarspitzen)?

Mechanische, thermische und chemische sowie klimatische Einflüsse bei langem Haar.

Was können Sie gegen Haarspliss tun?

  • Flüssighaarpräparate

  • Schneiden

  • Regelmässig mit Haarkurmitteln pflegen

Welche Ursachen führen zu einem Haarknick oder Haarbruch?

  • Fehlerhafte chemische Behandlungen  

  • Mechanische Einwirkungen

Lernen