Bakteriologie
Fragen aus dem Skript BMA 21-24
Fragen aus dem Skript BMA 21-24
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Lernkarten
Kolonien können nur auf bestimmten Nährmedien beschrieben werden..
Nur auf Bluthaltigen Medien
Staphylokokken erkennt man im Grampräparat als …………………
Gram positive kokken in Haufen
Weshalb braucht man bei der Resistenzprüfung Material von mehreren Kolonien?
mehrere Kolonien = grössere genetische Vielfalt des Erregers. So wird das Risiko, einzelne resistente Keime derselben Art (resistente Subpopulation) zu verpassen, kleiner.
Weshalb darf man bei der Resistenzprüfung die Antibiotikaplättchen, wenn sie mal liegen, nicht mehr verschie‐ ben?
Weil das Antibiotikum sehr schnell in den Agar diffundiert und durch das verschieben ein zweiter Hemmhof entsteht. Dadurch können wir dann kein Resultat generieren.
„Ich habe gestern Abend Keime, die auf einer MacConkey‐Platte gewachsen sind, auf eine Blutplatte überimpft“. - Wachsen diese Keime sicher? Oder kann es sein, dass ein Keim, der auf der Mac‐Platte gewachsen ist, auf der Blutplatte nicht wächst?
Jeder Keim, der auf der MacConkey‐ Platte ("Wasser und Brot") wächst, wächst auch auf der Blutplatte ("5‐Gang‐Menue"). Keiner sagt zu mehr Nährstoffen nein!
Handelt es sich bei der Mac‐Platte um ein Differenzialmedium? Wenn ja – wieso? Begründe
Ja, ich kann anhand des Lactose‐Abbaus Keime optisch darauf differenzieren ( = Laktose‐positive‐ und Laktose‐negative Keime)!
In welcher Wachstumsphase befanden sich Keime 5 Minuten nach dem Überimpfen? In welcher befinden sie sich nach 6 Stunden Inkubation? In welcher in 3 Tagen?
5 Minuten nach dem Überimpfen sind die Bakterien noch daran herauszufinden, was denn nun als Nährstoffe im Medium für sie vorhanden ist. Sie befinden sich in der lag‐Phase. Nach 6 Stunden Bebrütung sind die (meis‐ ten) Bakterien in der log‐Phase. Bebrütet man Platten länger als 24 Stun‐ den, sind die Keime in der stationären und gelangen später in die Absterbephase.
Staphylococcus epidermidis Sage mir:
Wo sein Keimreservoir liegt. Und: gehört er dort zur Normalflora? Oder ist er eher ein symptomloser Besiedler dieser Gegend?
Welche Art(en) von Infektionen für den entsprechenden Keim typisch sind.
Staphylococcus epidermidis dominieren die normale Hautflora (Normalflora) und machen nur sehr selten krank. Wenn überhaupt, dann verursachen koagulase‐ negative Staphylokokken am ehesten Katheterinfekte (Nähe zur (eventuell nicht optimal desinfizierten) Haut). Von dort aus können sie (noch seltener) auch streuen.
Staphylococcus saprophyticus Sage mir:
Wo sein Keimreservoir liegt. Und: gehört er dort zur Normalflora? Oder ist er eher ein symptomloser Besiedler dieser Gegend?
Welche Art(en) von Infektionen für den entsprechenden Keim typisch sind.
Staphylococcus saprophyticus kann die vordere Urethra besiedeln (nicht Normalflora, sondern symptomlose Besiedelung) und von dort in die Blase aufsteigen
Erreger akuter, unkomplizierter Harnwegsinfektionen, vor allem bei jungen, sexuell aktiven Frauen („Honeymoon Zystitis“).
Staphylococcus aureus Sage mir:
Wo sein Keimreservoir liegt. Und: gehört er dort zur Normalflora? Oder ist er eher ein symptomloser Besiedler dieser Gegend?
Welche Art(en) von Infektionen für den entsprechenden Keim typisch sind.
Staphylococcus aureus besiedeln 10 – 50% der gesunden Bevölkerung symptom‐ los (also nicht Normalflora, sondern symptomlose Besiedelung der Haut!), ins‐ besondere an etwas feuchteren Orten wie der Nase, den Achselhöhlen, der Leistengegend und um den Anus. Gelangen die Keime von dort via Schmier‐ infektion in eine Wunde, können sie (unter anderem) für Wundinfektionen und Abszesse (typisches Krankheitsbild) verantwortlich sein
Wieso sind 95% aller Infektionen mit Staphylokokken Infektionen mit Staphylococcus aureus? Erkläre diese Tatsache
Staphylococcus aureus kann sich wesentlich besser gegen die körpereigene Abwehr zur Wehr setzen als die koagulase‐negativen Staphylokokken. Er hat unter anderem (und im Gegensatz zu den koagulase‐negativen Staphylokokken) die folgenden Enzyme/Strukturen dazu:
o Clumping factor (zellwand‐gebundenes Enzym) und Koagulase (aktiv ausgeschiedenes Enzym). Beide Enzyme können Plasma koagulieren und helfen dem Keim so, sich so im Gewebe „einzuigeln“ (mechanische Barriere).
o Hämoylsine (α – δ‐Hämolysine) zerstören Erythrozyten (Hämolysearten auf der Blutplatte!), aber auch andere Zellen Gewebeschädigung
Was versteht man unter einem Fäcalindikator?
Einen Keim, der faecale Verschmutzung der Lebensmittel anzeigt.
Weshalb nimmt man wohl E.Coli als Fäkalindikator und nicht eine Klebsiella pneumoniae dafür (obwohl beide Keime gleich einfach anzuzüchten sind
Nur Escherichia coli kommt (unter den leicht anzuzüchtenden Keimen) ausschliesslich im Darm vor. Einen Keim als Fäcalindikator verwenden, der neben dem Darm auch in der Natur vorkommt, wäre falsch, da es sich beim Nachweis eines solchen Keimes in den Nahrungsmitteln ja auch um „Umweltverschmutzung“ handeln könnte.
Folgende Schlagzeile wurde vor einigen Jahren in den Nachrichten veröffentlicht: „Das Trinkwasser in Meikirch und Umgebung ist fäcal verschmutzt.“ Welche Gefahren ent‐ stehen aus einer fäkalen Verschmutzung des Trinkwassers
Die Aufnahme von Escherichia coli alleine wäre kein Problem (das haben wir ja sowieso im Darm). Aber wenn Lebensmittel oder Trinkwasser fäkal verschmutzt sind, kann es neben Escherichia coli ja auch pathogene Keime in dieser "Verschmutzung" haben (Salmonellen, Campylobacter, Noroviren, …). Das heisst, eine fäkale Verschmutzung der Nahrungsmittel/des Trinkwassers ist immer ein Risiko für (meist Durchfall‐) Erkrankungen.
Was versteht man unter Nonfermentern?
Anspruchslose gram‐negative Stäbchen, welche Glukose nicht fermentieren können. Es handelt sich in der Regel um Umwelt‐ und Wasserkeime, sie gehören nicht zur menschlichen Normalflora!
Auf welchen Platten der bei einem tiefen Wundabstrich angesetzten Medien würdest Du Wachstum finden, wenn Du in der Wunde ein Gemisch aus Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus gefunden hättest? Wie würden die Keime jeweils aussehen? Beschreibe.
Blutplatte: mittelgrosse, weisse, runde, glatte, glänzende Kolonien mit Voll‐, Teil, oder Dop‐pelhämolyse (Staphylococcus aureus), möglicherweise etwas untergehend in den grossen, flachen, gräulichen Kolonien, die im Rasen eine Hämolyse sowie (wenn nicht zu viele Staphylokokken mit ihrer weissen Farbe im Rasen dominieren) einen eventuell sichtbaren metallischen Glanz zeigen (Pseudomonas aeruginosa).
MacConkeyplatte: Lactose‐negative Keime, eventuell ist in der Platte ein leicht grünlicher Schimmer zu erkennen (Pigment des Pseudomonas).
CNA‐Platte: mittelgrosse, weisse, runde, glatte, glänzende Kolonien mit Voll‐, Teil, oder Doppelhämolyse (Staphylococcus aureus).
Anaerobe Blutplatte: Pseudomonas ist strikt aerob, wächst hier also nicht! Deshalb: hier wachsen nur die kleinen, weissen, runden, glatten, glänzenden Kolonien, die eventuell ihre Voll‐, Teil, oder Doppelhämolyse zeigen (merke: die Hämolyse ist anaerob deutlich schlechter erkennbar als aerob!) ( Staphylococcus aureus, diese Keime sind fakul‐ tativ anaerob, deshalb mit anaerober Bebrütung deutlich kleiner wachsend als aerob bebrütet!)
Schädlerplatte: Medium für die strikt anaeroben Keime. Keiner der beiden ist strikt anaerob, deshalb hier kein Wachstum!
Thio: die Staphylokokken wachsen (wenn das Thio korrekt beimpft wurde) überall, Pseudomonas nur oben. Ob dieses „Wachstum nur oben“ inmitten des „Wachstums überall“ wirklich als zweiter Keim im Thio erkennbar ist, ist mehr als fraglich. Deshalb: Wachstum überall.