Farbe: Frisurengestaltung; Farbveränderung 1

Frisurengestaltung; Farbveränderung

Frisurengestaltung; Farbveränderung

Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Frisurengestaltung und Farbveränderung, insbesondere die Blondierung und Färbung von Haar. Sie decken Themen wie die Vorbereitung, Durchführung und Nachbehandlung von Farbveränderungen, die Rolle von Sauerstoff und Wasserstoffperoxid, sowie die Diagnose der Haarstruktur und Kopfhaut ab. Diese Karteikarten sind ideal für angehende Friseure und Fachleute, die ihr Wissen über Haarfarben und -behandlungen vertiefen möchten.
Karten
62
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Berufskunde
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
04.02.2022 / 23.01.2026

Lernkarten

Wie erfolgt das Auftragen des Blondierbreis bei einer Erst-Vollblondierung?

1. Schritt:

  • Beim Haarmittelstück (Kreuzscheitel) im Hinterkopf-Nackenbereich bzw. bei den Stellen beginnen, 2 cm von der Kopfhaut entfernt auftragen (Spitzen nach ca. 10 Min. EWZ)

2. Schritt:

  • Haarspitze (ca. 10 Min. EWZ)

3. Schritt:

  • Wenn die bereits behandelten Haare etwa zwei Drittel der gewünschten Aufhellung erreicht haben, den Ansatz behandeln (gesamte EWZ 35-50 Min.)

Nennen Sie das bekannteste Beispiel für einen Oxidationsfarbstoff.

Paraphenylendiamin

Warum muss manchen Färbemitteln mit Oxidationsfarbstoffen kein H2O2 zugegeben werden?

Weil diese Mittel alleine durch den Luftsauerstoff zu Farbe oxidiert werden.

Welche Oxidationsvorgänge werden durch Wasserstoffperoxid beim Färben verursacht?

Atomarer (aktiver) Sauerstoff hellt Naturpigmente auf und bildet künstliche Farbpigmente.

Was bewirken Sie mit einer Blondierwäsche?

Durch eine schwache Oxidation im alkalischen Bereich werden künstliche und natürliche Farbpigmente aufgehellt.

Wie ist die Deckkraft der Intensivtönungen bei weissen Haaren?

  • Bei einem Weissanteil von 30-50% ist das Farbresultat natürlich transparent (durchscheinend). 
  • Ist der Weissanteil viel höher, fällt das Resultat meist unbefriedigend aus.

Weshalb müssen Sie bei Hellerfärbungen den Anteil des H2O2 erhöhen?

Da überdurchschnittlich viel Melanin oxidiert werden muss.

  • Eine Kundin hat eine empfindliche Kopfhaut. Welche Vorkehrungen treffen Sie vor einer oxidativen Haarfärbung?

  • Wenn ein Allergierisiko besteht, muss eine Behandlung abgelehnt werden.
  • Allergietest
  • Keine vorgängige Haarwäsche durchführen.Vor dem Färben kann ein Öl auf die Kopfhaut aufgetragen oder direkt dem Farbbrei beigemischt werden. 

Welches ist der maximal zulässige Oxidationswert von Wasserstoffperoxid? 

12%

Welche Wasserstoffperoxid-Konzentration dürfen Sie im Coiffeur Beruf verwenden?

1.9%, 2.4%, 3%, 4%, 6%, 9%, 12%

Weshalb ist Wasserstoffperoxid das ideale Oxidationsmittel?

  • H2O2 ist eine schwache Bindung. Wasserstoffperoxid ist daher sehr reaktionsfreudig und zeigt eine grosse Bereitschaft sich zu zersetzen. Dabei gibt es den aktiven, atomaren Sauerstoff ab. 
  • Reaktionsgleichung: 2 H2O2 -> H2O + O

Zählen Sie Hilfsstoffe einer physikalischen Tönung auf.

  • Netzmittel (WAS) 
  • Konservierungsmittel
  • Konsistenzregler

Nennen Sie die Wirkstoffe einer physikalischen Tönung.

pH-Wert-Regulatoren: Zitronensäure (sauer), Monoethanolamin (alkalisch)

Zählen Sie die Träger- / Transport- und Lösungsmittel einer physikalischen Tönung auf.

  • Fertigfarbstoffe (direktziehende Farbstoffe) 
  • Nitrofarbstoffe

Nennen Sie die Hilfsstoffe der Blondiermittel.

  • Konsistenzregler 
  • Farbstoffe (Blau bis Violett)
  • Netzmittel (WAS)
  • Schutz-, Pflegestoffe
    • neues Fachbuch: optische Aufheller und Öle (in Blondierpulver)

Zählen Sie die Träger- / Transport- und Lösungsmittel der Blondiermittel auf.

  • Puderstoffe 
  • OW-Emulsion
  • Gel
  • Öl

Nennen Sie die Wirkungsstoffe der Blondiermittel.

Alkalisierungsmittel: 

  • Magnesiumcarbonat
  • Magnesiumsilikat
  • Ammoniakwasser

Blondierungsverstärker: 

  • Persulfate

Welche Nachteile haben Pflanzenfarben?

  • Kleine Farbpalette 
  • Schwache Deckkraft bei weissen Haaren
  • Farbwirkung kann nur vage eingeschätzt werden
  • Die Farbwirkung wird stark von der Haarstruktur beeinflusst.
  • Ergebnisse von Pflanzenfarben sind stark von der Ausgangsfarbe abhängig. Färbeergebnisse lassen sich daher nicht exakt vorhersagen.
  • Die erste Färbung mit Pflanzenfarbe ist nicht so kräftig. Erst nach der zweiten oder dritten Färbung wird der Farbton intensiver.
  • Für Kunden, die eine schnelle Behandlung wünschen, sind diese Farben aufgrund ihrer längeren Einwirkzeit nicht geeignet.
  • Die breiige Konsistenz und der starke Eigengeruch werden von vielen Kunden als unangenehm empfunden.
  • Pflanzenfarben haften im Haar sehr intensiv. Die Farbstoffe sind auch durch Blondierung nicht abzubauen.
  • Die Anwendung ist umständlich und erfordert Erfahrung.
  • Hoher Wasserverbrauch für das Ausspülen

Welche Vorteile haben Pflanzenfarben?

  • Haarschonend, Haarstruktur wird durch die Färbung nicht belastet.
  • Durch die Gerbsäure erhält das Haar einen schönen Glanz.
  • Gute Haltbarkeit – waschen sich nur langsam aus.

Zählen Sie verschiedene permanente Haarfarbveränderungen auf.

  • Oxidative Färbung 
  • Hellerfärbung
  • Blondierung

Nennen Sie verschiedene demi-permanente Haarfarbveränderungen.

  • Intensiv-Tönung 
  • Softcoloration

Nennen Sie verschiedene temporäre Haarfarbveränderungen.

  • Haarmascara 
  • Tönungsspülung
  • Tönungsshampoo
  • Tönungsfestiger
  • Pflanzenfarbe

Wie gehen Sie vor, wenn die Haltbarkeit der Farbe auf porösen Längen und Spitzen ungenügend ist?

Individuelle Lösung / Produkte und Firma abhängig.

  • Vorpigmentieren 
  • Wählen eines Tönungs- oder Färbemittels im Warmtonbereich. Gold für eine helle, Kupfer für eine mittlere, Rot für eine dunkle Zielfarbe.
  • Haar mit der Spritzflasche anfeuchten
  • Das Tönungsmittel wird unverdünnt oder mit Wasser verdünnt (Mischungsverhältnis 1:1) auf die betroffenen Haarpartien aufgetragen.
  • Ohne EWZ wird die Ansatzfarbe aufgetragen.

Beschreiben Sie verschiedenen Strähnentechniken.

  • Folientechnik: Strähnen werden mit einem Stielkamm herausgewoben (wird am häufigsten verwendet). 
  • Freihandtechnik (gemalte Strähnen mit dem Pinsel): eignet sich nur bei kurzen nicht zu dunklen Haaren.
  • Hauben Technik: feine Strähnen werden herausgehäkelt, eignet sich vor allem bei kurzen Haaren.

Erklären Sie die Aufgaben des abgespaltenen (atomaren) Sauerstoffs bei einer oxidativen Färbung.

  • Der abgespaltene Sauerstoff oxidiert das Melanin im Haar = Naturhaarfarbe wird aufgehellt. 
  • Der aktive Sauerstoff verbindet die Oxidationsfarbstoffe (Entwickler, Kuppler) zu grossen, wasserunlöslichen Farbmolekülen. Wie die natürlichen Pigmente lagern sich die künstlichen Farbpigmente in den Faserstamm ein. Durch ihr Volumen werden sie durch eine Art „Käfig“ im Haar festgehalten.

Beschreiben Sie die Aufgabe der Pufferstoffe bei einer oxidativen Färbung.

Die Pufferstoffe dosieren die Abspaltung des Sauerstoffs udn halten den pH-Wert stabil.

Erklären Sie die Aufgaben der Alkalisierungsmittel bei einer oxidativen Färbung.

  • Das Alkalisierungsmittel öffnet die Schuppenschicht, quillt die Faserschicht.
  • Alkalisierungsmittel neutralisieren die Stabilisierungssäure des H2O2. Atomarer Sauerstoff wird freigesetzt.

Beschreiben Sie die Aufgabe der Netzmittel bei einer oxidativen Färbung.

Die Netzmittel fördern die Anhangskraft (Adhäsion).

Nennen Sie Anwendungsregeln zum Mischen von Grundton und Nuancierton bei unterschiedlichem Weissanteil.

  • 75-100% weisse Haare - 3/4 Grundton - 1/4 Nuancierung
  • 50-75% weisse Haare - 1/2 Grundton - 1/2 Nuancierung
  • 25-50% weisse Haare - 1/4 Grundton - 3/4 Nuancierung
  • 00-25% weisse Haare - 0 Grundton - 1 Nuancierung

Neues Fachbuch

  • 70-100% weisse Haare - 2/3 Grundton - 1/3 Nuancierung
  • 50-70% weisse Haare - 1/2 Grundton - 1/2 Nuancierung
  • 30-50% weisse Haare - 1/3 Grundton - 2/3Nuancierung
  • 00-30% weisse Haare - 0 Grundton - 1 Nuancierung

 

Nennen Sie die Inhaltsstoffe einer Farbbasis.

Bitte erarbeiten Sie individuell eine Lösung

TL

  • Emulsion, Gel
    • Geben der Farbe die nötige Konsistenz

WS

  • Alkalisierungsmittel 
    • Quellen das Haar und machen es aufnahmefähig
    • Öffnet Schuppenschicht und quilt
    • Neutralisieren die Stabilisierungssäure im H2O2
      • Ammoniak (bis maximal 6%)
        • verflüchtigt sich
        • stechender Geruch
        • effektiver bei drastischen Farbabweichungen
      • Ethanolamin (ammoniakfreien Färbemitteln)
        • verflüchtigt nicht
        • milderer Ammoniak-Geruch
        • geringere Haarschwellung
  • Oxidationsfarbstoff (indirektziehend)
    • Farbvorstufen (neues Fachbuch: Farbbildner)
      • Sie bestimmen die Gesamtfarbintensität. Ihr Anteil in der Farbtube beträgt im Durchschnitt 1%; in helleren Farben ist der Anteil tiefer, in den dunkleren Farben höher.
        • Entwickler (Farbbildner (neues Fachbuch: Farbvorstufen)
          • Paraphenylendiamin Kleine, farblose Moleküle bestimmen die Farbtiefe und Farbrichtung. Je kleiner ihr Anteil, desto heller die Farbe und je grösser ihr Anteil desto dunkler die Farbe. Bestimmen Farbrichtung und Farbtiefe
        • Kuppler (Kupplungskomponenten)
          • Resorcin Kleine, farblose Moleküle. Sie bestimmen die Farbrichtung
  • Pufferstoffe
    • Regulieren die chemischen Prozesse
      • Natriumsulfit
        • Verhindert eine frühzeitige Oxidation (Antioxidantien (Stabilisatoren))
      • Ammoniumchlorid
        • Hält den pH-Wert stabil

HS

  • Netzmittel, WAS (nichtionische)
    • Brechen die Oberflächenspannung. Sie ermöglichen ein gleichmässiges Benetzen des Haares, erleichtern den Farbauftrag und fördern das Endringen der Wirksubstanzen
  • Konservierungsmittel
    • Machen das Produkt haltbar
  • Konsistenzregler / Verdickungsmittel
    • Geben dem Produkt die Konsistenz
  • Schutz- und Pflegestoffe
    • Sollen Schäden am Haar mildern und pflegen das Haar

VF

  • Duftstoffe
    • Überdecken den stechenden Geruch des Ammoniakes

Unterscheiden Sie zwischen hohen, tiefen oder mittleren H2O2-Konzentrationen bei einer Ton-in-Ton, einer Dunkler- oder Hellerfärbung.

Dunkler Färbung:

  • tiefe H2O2-Konzentration (3-4%)  / (neues Fachbuch 1.9 - 3%)

Ton-in-Ton:

  • mittlere H2O2-Konzentration (6%) / (neues Fachbuch 3 - 6%)

Heller Färbung:

  • hohe bis sehr hohe H2O2-Konzentration (9-12%)

Machen Sie Vorschläge, wie Sie eine Kundin für eine Haarfarbveränderung gewinnen können.

  • Weisse Haare abdecken 
  • Eine hellere / dunklere Haarfarbe erhalten
  • Nuancen beleben oder abschwächen
  • Mehr Glanz oder mehr Griffigkeit erhalten
  • Modische Akzentuierung der Naturhaarfarbe
  • Gelbstich im Haar neutralisieren

Beschreiben Sie die Begriffe Farbtiefe und Farbrichtung.

Farbtiefe: 

  • Sagt aus, wie hell oder wie dunkel eine Haarfarbe ist; von Schwarz über Braun bis zu hellem Blond. In der Farbkarte erscheint die Farbtiefe in der Senkrechten. 

Farbrichtung: 

  • Beschreibt den Farbreflex (Nuance, Modeton). In der Farbkarte erscheint die Farbrichtung in der Waagerechten.

Weshalb wurde das Resultat mit dem neuen Mischverhältnis bei Frau Herger besser? Erklären Sie die Wirkungsweise.

Der grössere Farbabteil erhöht die Alkalität und die Konzentration der Farbpigmente im fertigen Farbbrei. Die Schuppenschicht wird geöffnet, die Wirkstoffe können eindringen.

Frau Herger hat sehr dicke, glasige Haare. Die Deckkraft der weissen Haare ist ungenügend. Wie gehen Sie vor, um ein befriedigendes Resultat zu erhalten?

Borstenmischung:

  • Die Farbcreme wird im Verhältnis 2:1 mit H2O2 gemischt. Damit das Farbergebnis nicht zu dunkel ausfällt, muss eine Farbtiefe heller gewählt werden als die Zielfarbe.
  • Die Konzentration des H2O2 wird um eine Stufe erhöht.

Vorbeizen / Grundierung:

  • Arbeitsschritt (Grundieren): Die Farbbasis (ohne H2O2), eine Farbtiefe heller als die Zielfarbe wählen (je nach Firma die Farbcreme 1:1 mit Wasser verdünnen). Diese auftragen, 10min Einwirken lassen. Nicht ausspülen.
  • 2. Arbeitsschritt (Einfärben): Die übliche Farbbasis (einen Ton heller als das Farbziel mit H2O2) (neues Fachbuch: normale Farbmischung, ohne einen Ton heller) auftragen.

Wann eignet sich eine Hellerfärbung nicht?

  • Bei schwarzen, naturbraunen oder rötlichen Haaren.
  • Bei bereits gefärbten Haaren ist eine Hellerfärbung nicht möglich.

Welche Kundenwünsche kann die oxidative Haarfärbung erfüllen?

  • Weisse Haare dauerhaft und zu 100% deckend färben.
  • Eine transparente Wirkung der Haarfarbe erzielen.
  • Eine hellere Haarfarbe dunkler machen.
  • Das blonde Haar heller machen und nuancieren.
  • Die Haarfarbe auffrischen und die Haarstruktur griffiger machen.

Um das gewünschte Farbergebnis zu erzielen, führen Sie vor einer oxidativen Färbung eine Haardiagnose durch.
Nennen Sie die Diagnosepunkte.

  • Ausgangsfarbe (Farbrichtung und Farbtiefe) 
  • Zielfarbe
  • Haarstruktur (wenig bis stark porös, chemisch vorbehandelt)
  • Durchmesser (fein, mittel, dick)
  • Weissanteil
  • Erst- oder Ansatzfärbung
  • Kopfhautzustand (unauffällig, empfindlich, verletzt, allergisch)

Welche Gefahren bestehen beim Blondieren mit zusätzlicher Wärme?

  • Vermehrte Haut- und Haarschädigung.
  • Bei Wärmezufuhr kann die Wirkung zu schnell und unkontrolliert eintreten.

Weshalb sollte mit schwächeren Blondiermitteln und niedriger Wasserstoffperoxid-Konzentration gearbeitet werden?

  • Kopfhaut und Haarstruktur werden geschont .
  • Durch den länger dauernden Aufhellungsprozess werden die Phäomelanine besser abgebaut.

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