Allgemeine Psychologie Würzburg WS21/22 Kontrollfragen Motivation & Emotion
Alle Kontrollfragen der Vorlesungen Motivation & Emotion Stand WS 21/22 Die meisten Fragen übernommen aus der Kartei von Fridolin Protz. Die Kartei sollte vollständig sein.
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Lernkarten
Broaden: Positive Emotionen (Freude, Interesse, Zufriedenheit etc.) erweitern temporär den Horizont (Aufmerksamkeit, Ideen, Handlungsrepertoire)
Build: Erweitertes Repertoire begünstigt Auf- und Ausbau von Fertigkeiten, Kenntnissen und Ressourcen
Enhancement: Verbesserte Fähigkeiten und Kenntnisse wirken sich günstig auf Leben und Wohlbefinden aus (Buffer-Funktion)
=> Wachstumsanregend, Ressourcenstiftend
Welche generellen informativen Funktionen haben Emotionen? Welche Stufen der Informationsverarbeitung sind daran beteiligt?
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Relevanzdetektoren: Aufmerksamkeitslenkung auf Chancen und Risiken in der Umwelt
Überwachungssysteme: Überwachung von Fortschritten und Rückschlägen in der Zielverfolgung und Bedürfnisbefriedigung
Feedback-Systeme: Rückmeldung der Konsequenzen von Entscheidungen und Verhaltensweisen für die eigene Person
???=> Alle Stufen der Informationsverarbeitung???
Erklären Sie den Einfluss von Emotionen auf Aufmerksamkeitsprozesse am Beispiel einer visuellen Suchaufgabe. Welche Aufmerksamkeitsprozesse werden von Emotionen beeinflusst?
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Furchtmodul => Vigilanz für biol. relevante Furchtreize (funktioniert auch mit neuen Reizen zB. Waffe)
Bildmatrix: Spinne unter vielen Pilzen oder Pilz unter vielen Spinnen => Erkennungszeit abweichendes Bild
Wie wirken sich Emotionen auf Prozesse der Wahrnehmung und auf perzeptuelle Erwartungen aus? Erläutern Sie einen emotionsspezifischen Wahrnehmungsbias am Beispiel der Untersuchung von Baumann & Steno (2010).
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Emotion: Sensitivierung gegenüber bestimmten Reizen mit entsprechenden perzeptuellen Erwartungen
UV: Emotionsinduktion; Episode sollte niedergeschrieben werden (Ärger, Ekel,Traurigkeit, neutral)
AV: Detektion von Waffe in Bild (ja/nein)
=>Mehr Fehler wenn Ärgerzustand; nicht bei Trauer/Ekel
Werden emotionale Ereignisse besser erinnert? Falls ja, warum?
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Verbessertes Gedächtnis an emotionale Ereignisse
- Größere Salienz und Distinktheit
- Erhöhte Aufmerksamkeit/Erregung
- Verbesserte Konsolidierung im LZG => Amygdala Schlüsselfunktion
- Häufiger Abruf aus dem Gedächtnis
=> Verbesserte Erinnerung an Kerninformation (gist theme) zu Lasten von peripheren Informationen (→ Zeugenberichte)
=> Ausnahme: Detail steht in sinnvollem Zusammenhang mit Kerninformation → sog. Blitzlicht-Erinnerung (flashbulb memories)
Was ist eine sog. „Blitzlichterinnerung“? Wie lassen sich Blitzlichterinnerungen mit Beobachtungen eines „Tunnelgedächtnisses“ für emotionale Inhalte in Einklang bringen.
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Bei emotionalen Ereignissen: Verbesserte Erinnerung an Kerninformation (gist theme) zu Lasten von peripheren Informationen
AUßER: Detail steht in sinnvollem Zusammenhang mit Kerninformation → sog. Blitzlicht-Erinnerung (flashbulb memories)
Erläutern Sie den Unterschied zwischen einem stimmungskongruenten und einem stimmungsabhängigen Gedächtnisabruf.
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Besserer Abruf von stimmungskongruenter Information aus dem autobiographischen Gedächtnis (mood-congruent memory)
=> Bsp: traurige Musik → verstärkter Abruf von traurigen Ereignissen
Zustandsabhängiger Gedächtnisabruf (mood-state-dependent memory)
=> Emotion zum Zeitpunkt der Enkodierung <> Emotion zum Zeitpunkt des Abrufs
=> aber: Gemischte Evidenz (Eich, 1995)
Unterschied: ersteres: traurige Stimmung -> traurige Ereignisse;
zweiteres: Art der Erinnerung egal, Emotion zum Zeitpunkt Abruf und Einspeicherung entscheidend
Welche neurobiologische Erklärung gibt es für das Auftreten von „Flashbacks“ und intrusiven Erinnerungen bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung?
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Präfrontaler Kortex durch Stressreaktion gehemmt: Kann nicht mehr bremsend auf Amygdala einwirken und ist Verantwortlich für Löschung der Angst (klappt nimmer)?
Nennen Sie Beispiele, in denen Emotionen eine Überwachungsfunktion erfüllen. Welche Signalfunktion haben positive und negative Emotionen?
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Überwachung von Fortschritten und Rückschlägen in der Zielverfolgung und Bedürfnisbefriedung
=> Positive Emotionen (Freude, Stolz, Zuversicht, etc.) signalisieren Erfolge → grünes Licht für ein „Weiter so!“
=> Negative Emotionen (Enttäuschung, Zorn, Schuld etc.) signalisieren Misserfolge → Alarmsignal für ein „So nicht weiter!“
-> Zielbezogene Emotionen wie Frustration (blockiertes Ziel), Enttäuschung (verpasstes Ziel) oder Stolz (erfülltes Leistungsziel) melden Stand der Handlungsregulation.
->Moralische Emotionen wie Schuld, Scham und Empörung signalisieren Normüberschreitungen und Verletzung von sozialen Standards
Wann entsteht nach dem Regelkreismodell von Carver & Scheier positiver bzw. negativer Affekt während der Zielverfolgung?
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Regelkreismodell: Überwachung der Geschwindigkeit einer Annäherung bzw. Vermeidung
=> Emotionsgenese bei Erwartungsverletzung
Was behauptet die Somatic-Marker Hypothese von Damasio? Erläutern Sie dazu die Studie von Bechara und Kollegen (1994) mit hirngeschädigten Personen.
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Antizipatorische Emotionen: gedankliche Vorwegnahme von emot. Konsequenzen (z.B. Vorfreude,Angst, Scham, Schuld, etc.)
Somatic-Marker Hypothese: Automatisch entstehende Assoziation zwischen Entscheidung und emotional-somatischen Konsequenzen
=>Ventromedialer präfrontaler Kortex (VM-PFC)
Kognitive Simulation einer Entscheidung “reaktiviert” assoziierte Konsequenz
=> Body Loop: Reaktivierung peripher-physiologischer Reaktionen
=> As-if Body Loop:Aktivierung der Repräsentation peripherer Reaktionen im somatosensorischen Kortex
“somatische Marker” leiten Entscheidungsverhalten => Entscheidung fühlt sich „gut“ oder „schlecht“ an (Intuition)
=> Phineas Gage: Kontrollzentrum kaputt
Welche systematischen Verzerrungen gibt es bei Vorhersagen über zukünftige emotionale Reaktionen? Geben Sie dazu ein Alltagsbeispiel.
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Impact bias: Intensität und Dauer von emotionalen Reaktionen auf zukünftige Ereignisse wird tendentiell überschätzt
focalism (Überfokussierung): Überschätzung wie viel Ereigniss bedeutet
Unterschätzung der eig. Resilienz
=> BSP VIelleicht Abiturprüfung
Was ist der „impact bias“ und von welchen Prozessen wird er verursacht?
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Impact bias: Intensität und Dauer von emotionalen Reaktionen auf zukünftige Ereignisse wird tendentiell überschätzt
focalism (Überfokussierung): Überschätzung wie viel Ereigniss bedeutet
Unterschätzung der eig. Resilienz
Welche zwei Hauptfunktionen haben Emotionen und ihr Ausdruck für soziale Beziehungen? Beschreiben Sie jede Funktion mit einem Beispiel.
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Emotionen regulieren soziale Interaktionen:
a. Sie helfen, Kontakt mit anderen Personen aufzunehmen und bestehende Beziehungen zu vertiefen.
=>Liebe, Freundschaft, Vertrautheit, Scham, Bedauern, Schuld, usw.
b. Sie können dazu betragen, eine soziale Position relativ zu anderen einzunehmen und abzusichern
=>Ärger, Stolz, Verachtung, Unterwerfung, Hass, Neid, Mitleid usw.
Kommunikative Funktionen des Emotionsausdrucks:
- So fühle ich mich! (Befindlichkeit)
- Das werde ich tun! (Verhaltensabsicht)
- Das will ich, dass du tust! (Verhaltensaufforderung)
Welche kommunikativen Funktionen besitzt ein Emotionsausdruck.
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Kommunikative Funktionen des Emotionsausdrucks:
=> So fühle ich mich! (Befindlichkeit)
=> Das werde ich tun! (Verhaltensabsicht)
=> Das will ich, dass du tust! (Verhaltensaufforderung)
Erläutern Sie die Bedeutung des sozialen Kontexts für den Ausdruck von Emotionen am Beispiel der Studie von Kraut & Johnston (1979). Warum sprechen die Ergebnisse dieser Studie gegen die Annahme, dass Lächeln eine Emotion „ausdrückt“?
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Feldbeobachtungen (Bowling, Hockey-Match, Spaziergang)
interagierend vs. Blick zu Kegelbahn/Spielfeld/nichts
Egal ob günstig oder ungünstig wesentlich mehr Lächeln bei Interaktion (dagegen Effekt von günstig/ungünstig eher klein)
Was ist der „still-face effect“ und wie kann man ihn erklären?
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Mutter reagiert nicht mehr auf Kind
=> Kleinkinder reagieren verstört auf fehlende Responsivität der Bezugsperson (still-face effect)
Erklärungen:
=> Verlust von sozialer Nähe/Bindung
=> Verlust von sozialer Kontrolle/Selbstwirksamkeit
Erläutern Sie Untersuchung einer emotionalen Ansteckung von Waters und Kollegen (2014).
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Synchronisation von affektiven Zuständen zwischen zwei oder mehreren Individuen (→ stärkt sozialen Zusammenhalt)
=> Unbewusste Synchronisation über nonverbales Verhalten
Baseline (Kardiovaskuläre Aktivität) Kind+Mutter => Vortrag ohne Kind => Kind übernimmt Stimmung der Mutter (nonverbal)
=>Wichtiger Übertragungskanal Berührung
Was unterscheidet erotische Begierden von romantischer Liebe und welche Voraussetzung muss erfüllt sein, damit aus einem Flirt eine längerfristige Beziehung entsteht? Erläutern Sie dazu auch die Ergebnisse der Speed-Dating Studie von Eastwick und Kollegen (2007).
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1) Erotische Begierde
- Attraktivität (= subj.)
- Erotische Gefühle & sexuelles
- Verlangen (Flirten, Kuscheln, Küssen, etc.)
- Einzigartigkeit/Exklusivität (→ dann längerfristige Beziehung)
(2) Romantische Liebe
- Gefühle der Verbundheit, Hingabe, Vertrautheit und Intimität
- Integration/Verschmelzung (von Zielen, Routinen, Identitäten
Speed-Dating Studie: (AV: selbstberichtete romantische Gefühle)
a) Dyadische Reziprozität (X begehrt selektiv nur Y)
b) Generalisierte Reziprozität (X begehrt unselektiv viele Personen)
In romantischem Kontext a) präferiert, in platonischem Kontext b) präferiert
Erläutern Sie die Theorie der Rekalibrierung zur Erklärung von Ärgerreaktionen. Welche unterstützende Evidenz gibt es für diese Theorie?
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Theorie der Rekalibrierung: Ärgerreaktion kreiert Anreize für andere Personen, dass sie auf meine eigenen Bedürfnisse stärker achten.
Evolutionstheoretischer Ansatz: Komputation einer „Welfare Tradeoff Ratio“ (WTR; Gewichtung Selbst <>Andere)
=> Interpersonale Taktik: Signalisierung von potentiellen Kosten und Nutzen einer (Nicht-)Berücksichtigung der eigenen Interessen
- Höheres WTR für physisch starke Männer (Signal f. Kosten)
- Höheres WTR für attraktive Menschen, insb. Frauen (Signal f. Nutzen)
Evidenz:
- Mittlere Korrelation Starke Männer mit Ärgermaßen \Frauen nicht
- bei Frauen Atraktivität korreliert mit Hang zu Ärger
Welche prototyischen Situationen lösen nach Levenson (1999) Emotionen aus?
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Loss, Gain, Satiation
Cheating/Harm inflicted
Decay
Danger/threat
Was behaupten sogenannte „Mischtheorien“ von Emotionen?
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Entstehung von sekundären Emotionen durch Vermischung von primären Emotionen
Aktivierung mehrerer Emotionsmodule => Mischemotionen
Primäre Dyaden (often)
Sekundäre Dyaden (sometimes)
Tertiäre Dyaden (seldom)
Opposites/Conflict
Welche Dimensionen sind laut Appraisal-Theorien zentral für die Einschätzung von Ereignissen?
92/89
Emotionen sind abhängig von der subjektiven Einschätzung (appraisal) einer Situation
Einschätzung im Hinblick auf: Werte, Ziele, und Normen der Person
Theorien unterscheiden sich etwas, essentiell folgende:
Primäre (valence, novelty) und sekundäre (agency, norms) [goals/needs] Appraisals
Was ist der Unterschied zwischen „primären“ und „sekundären“ Appraisals?
93/90
Primäre (valence, novelty) und sekundäre (agency, norms) Appraisals
Primäre: stark automatisiert
Sekundäre: kontrolliert, willentlich, vlcht. Ressourcenabhängig
Erläutern Sie den themenbasierten Appraisal-Ansatz von Richard Lazarus (1991).
94/91
Bestimmte Themen lösen bestimmte Emotionen aus
Acht relationale Themen lösen spezifische Emotionen aus, zB.:
Beleidigung oder Angriff gegen mich -> Ärger
Gutes Vorankommen bei Ziel -> Freude
=>Problem manchmal doch nicht zutreffend
Welche attributionalen Dimensionen sind für das Entstehen von moralischen Emotionen bedeutsam?
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Bezugsobjekt (Self/Other), Kontrollierbarkeit, Valenz (Positives/negatives Gefühl)
Beantworten Sie aus der Sicht von modernen konstruktivistischen Emotionstheorien folgende Fragen: Was ist eine Emotion? Was verursacht eine Emotion? Wie entstehen unterschiedliche Emotionen?
98/93
Emotionen werden auf Basis emotional unspezifischer affektiver Zustände kognitiv konstruiert. (Erklärung des physiologischen Erregungszustandes mit emotionaler Ursache => Emotion)
Positive u. Negative Basisaffekte (Valenz/Erregung; objektungerichtet) werden in Emotionale Kategorien eingeteilt, über Ähnlichkeitsbestimmugen
=>Objektgerichteter emotionaler Zustand
Was ist der Unterschied zwischen hedonistischem und eudämonistischen Wohlbefinden und wie hängen beide Arten des Wohlbefindens zusammen?
105/94
Hedonistisches Wohlbefinden (subjective well-being, SWB)
- Subjektive Evaluation der momentanen und/oder generellen Lebenszufriedenheit
Eudämonistisches Wohlbefinden (psychological well-being, PWB)
- Streben nach Selbstverwirklichung, Entwicklung von Potentialen und Sinnfindung (nicht nur reine Lustbefriedigung)
==> zugehörig aber dennoch distinkt
Worin unterscheidet sich momentanes Glückserleben von erinnerten Glückmomenten? Beschreibung Sie dazu Forschungen zur sog. Peak-End Rule.
106/95
Retrospektive Beurteilung richtet sich nach den Gefühlen am Höhepunkt und am Ende einer Episode
=>Vernachlässigung der Dauer einer Erfahrung (duration neglect)
Hand in Eiswanne
- UV: kurz vs. lang mit Erwärmung am Ende
- AV: VP wählen Wiederholung lang oder kurz in Trial 3 (Ende bringt Erleichterung-wird erinnert)?
Wie kann man positive Effekte von Glück auf die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und soziale Vernetzung erklären?
107/96
Wirkmechanismen:
(1) Broaden-and-build Theorie (erweitert Horizont, bessere Ressourcen, bessere Gesundheit, und wieder von Vorne)
(2) Positive soz. Resonanz
(3) Gesundheitsförderliche biologische Effekte (z.B. Entspannung)
Was ist eine hedonistische Tretmühle? Erläutern Sie dazu die Studie von Brickman und Kollegen (1978) mit Befragungen von Lottogewinnern und querschnittsgelähmten Unfallopfern.
108/97
Adaptation der Lebenszufriedenheit an veränderte Umstände nach stark positiven und negativen Lebensereignissen
Befragung von Lottogewinnern und querschnittsgelähmten Unfallopfern (Brickman et al., 1978
-> Alle ähnliche Glückserwartung für Zukunft
=> Habituations- und Kontrasteffekte (Setpoint-Theorie)
Wie wirken sich soziale Vergleichsprozesse auf das subjektive Wohlbefinden aus? Erläutern Sie dazu die Untersuchung von Flügen mit erster und zweiter Klasse von DeCelles & Norton (2016).
109/98
Verbessertes SWB nach Vergleichen mit weniger glücklichen Personen oder mit Personen, denen es genauso schlecht geht (Abwärtsvergleiche) bzw. schlechteres SWB nach Vergleichen mit glücklicheren Personen (Aufwärtsvergleiche)
Vergleichsprozesse in Flugzeugen als sozialer Mikrokosmos
- Wahrscheinl. von „Air Rage“ steigt in Flugzeugen mit 1. Klasse um das 3-Fache
- Front Boarding (Gang durch 1st Class) erhöht Wahrscheinl. einer „Air Rage“ in Economy Class um das 2-Fache und in der 1st Class um das 11-Fache
=> Angenommener Moderator: wahrgen. soz. Statusunterschiede
Welche Ansatzpunkte gibt es für glückssteigernde Maßnahmen?*
110/99
Ansatzpunkte:
- Durchbrechen der hedonistischen Adaptation
- Readjustierung des Referenzpunkts
Strategien (Auswahl):
- Investment in Erfahrungen (experiential purchases)
- Auskosten von Momenten (savoring)
- Dankbarkeit (gratitude)
- Achtsamkeit (mindfulness)
=>„Herbeizwingen“ von Glück funktioniert nicht bzw. hat tendenziell sogar den gegenteiligen Effekt (Ford & Mauss, 2014)
Warum werden Personen, die ihr Glück „herbeizwingen“ wollen, dadurch häufig sogar noch weniger glücklich?
111/100
„Herbeizwingen“ von Glück funktioniert nicht bzw. hat tendenziell sogar den gegenteiligen Effekt
- Unrealistische Standards an sich selbst
- abschieben der Verantwortung für persönl. Glück an Andere
- Verzerrungen (Geld macht gar nicht glücklich)
- Leben nicht mehr im Moment (für zukünftiges Glück)
Kann man sich Glück kaufen? Erläutern Sie relevante Forschung zu dieser Frage.
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Experiential Purchases (je mehr Geld immer wirksamer)
=> i.d.R. Unterschätzt
Wirkfaktoren:
- erschwerte Hedonist. Adaption [einzigartiger Moment]
- Identitätsstiftende Funktion
- erschwerte soziale Vergleiche und pos. soziale Resonanz
Warum machen Investitionen in glückssteigernde Momente glücklicher als vergleichbare Investionen in materielle Dinge? Sind „experiential purchases“ immer besser als materielle Käufe? *
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Experiential Purchases (je mehr Geld immer wirksamer)
=> i.d.R. Unterschätzt
Wirkfaktoren:
- erschwerte Hedonist. Adaption [einzigartiger Moment]
- Identitätsstiftende Funktion
- erschwerte soziale Vergleiche und pos. soziale Resonanz
Erläutern Sie beispielhaft fünf verschiedene Strategien, mit denen ein „Auskosten“ (Savoring) von positiven Momenten gesteigert werden kann.
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Selbst -Gratulieren (zur Kenntnisnahme persönl. Erfolg)
Memory building (bewusst positive Erinnerungen aufbauen)
Comparimg (Vergleich zu ungünstigen Situationen)
Behavioral expression (Lachen, Umarmen...)
Spielverderber Denken vermeiden (wie könnte es besser sein)
Erklären Sie die Wirksamkeit einer Dankbarkeitsübung am Beispiel der Studie von Emmons & McCullough (2003). Wie kann man den positiven Effekt von Dankbarkeit auf das subjektive Wohlbefinden erklären?
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Counting your blessings: 1x pro Woche/10 Wochen lang
-> Aufschreiben von (Gratitude/Hassle/Event)
Dankbarkeit steigert körperliches und emotionales subjektives Wohlbefinden
-> kein Effekt bei 3x in der Woche; hier lästige Pflicht
Wirkmechanismen
- Durchbrechen der hedon. Adaption
- Positiver Fokus unterstützt Savoring
- Positive soziale Resonanz