Demenz-Pflege

Careum Block 06

Careum Block 06


S. H.
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über Pflegemaßnahmen bei Demenzpatienten. Sie decken Aspekte wie Kommunikation, Orientierung, Sturzprävention und Körperpflege ab, sowie spezifische Herausforderungen wie Inkontinenz, Nahrungsaufnahme und Trinkverhalten. Die Karteikarten richten sich an Pflegekräfte und Angehörige, die Demenzkranke unterstützen und ihre Lebensqualität verbessern möchten.
Cartes-fiches
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Utilisateurs
8
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
21.11.2021 / 15.06.2025

Cartes-fiches

Wie können Angehörige eines Patienten mit Demenz entlastet werden?

  • Informieren und Schulen über den Umgang mit dem Krankheitsbild
  • Pflegeberatung
  • Beratungs-Stellen und Selbsthilfegruppen
  • Finanzierungshilfen
  • Tagesaufenthalte im Heim
  • Nacht-Betreuung
  • Ferien im Heim
  • Spitex
  • Schuldgefühle mit den Angehörigen besprechen

Was ist in der Beziehung zwischen Angehörigen eines dementen Patienten und der Pflege wichtig zu wissen?

  • Nicht selten Missverständnisse
  • Angehörige vertrauen wichtige Informationen über Biografie,  Persönlichkeit und Lebensgewohnheiten an
  • Fühlen sich ausgeliefert
  • Benötigen Zeit und positive Erfahrungen, um Vertrauen aufzubauen
  • Im Pflegeteam Gefühl des "Kontrolliert-Werdens

Wie kann sich das Pflegeteam entlasten bei problematischen Pflegesituationen von demenzkranken Patienten?

  • Eine andere Pflegekraft schicken
  • Reflexion im Team (wiederkehrende Situationen besprechen)
  • Bei Überforderung die Situation verlassen
  • Betreuung auf mehrere Personen verteilen

Was sind Pflegemassnahmen wenn ein dementer Patient von Ruhe- und Rastlosigkeit geplagt wird?

  • Bewegung ermöglichen
  • Lange Flure, die ineinander übergehen (Demenz-Wanderwege)
  • Ebenerdiger Zugang zum Garten
  • Einbindung in einfache hauswirtschaftliche Tätigkeiten (Blumengiessen, Aufräumen)
  • Pat. mitnehmen, wenn ausserhalb der Station etwas erledigt werden muss
  • Spaziergänge
  • Beschäftigung (Memory sortieren, Kartoffeln sortieren

Warum kann es bei Patienten mit Demenz zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen kommen?

  • Isolation durch Verständigungsschwierigkeiten
  • Überzeugungen können nur noch schwierig abgestimmt werden
  • Äussere Reize
  • Sinnestäuschungen

Was sind Pflegemassnahmen bei einem dementen Patienten mit Wahnvorstellungen oder Halluzinationen?


- Für gute Beleuchtung sorgen (Schlechte Beleuchtung und Schatten können zu Sinnestäuschungen führen (Schatten
  am Boden = Löcher, Schattenspiele in der Nacht)
- Portrait-Bilder und Stofftiere entfernen
- Spiegel abdecken (wenn Pat. sein eigenes Gesicht nicht mehr erkennt)
- Dauernde Berieselung mit Musik stoppen
- Hörhilfen und Sehhilfen einbeziehen (Pat. hört nur Wortfetzen und vermutet, dass über ihn gesprochen wird)
- Wahnvorstellung nicht diskutieren
- Pat. beruhigen und ablenken
- Pat. nicht isolieren
- PAt. aus selbstgewählter Isolation befreien

Was für Pflegemassnahmen gibt es wenn ein dementer Patient sehr misstrauisch ist?

  • Gemeinsames Suchen nach «versteckten» Gegenständen
  • Patient ernst nehmen
  • Duplikate von wichtigen Dokumenten machen
  • Brille mit Kette an Hals befestigen
  • Papierkörbe vor dem Leeren untersuchen (Reinigungsdienst informieren)
  • Nicht in persönlichen Utensilien der Patienten stöbern
  • Regelmässige Überprüfung der Sinnenfunktionen (Sehen und Hören)
  • Pflegerische Verrichtungen erklären
  • Gute Lichtverhältnisse in den Räumlichkeiten
  • Möglichst konstante Bezugspflege
  • Beleidigungen und Beschuldigungen nicht persönlich nehmen

Was sind Gründe wenn ein dementer Patient sich anklammert oder immer hinterher läuft?

  • Verlust von Orientierung und Sicherheit
  • Benötigen dadurch ständigen körperlichen Kontakt zu den Pflegenden
  • Angst vor dem Verlassenwerden

Was sind Pflegemassnahmen wenn ein dementer Patient sich anklammert oder immer hinterher läuft?

  • Verständnis bei Mitpatienten und Angehörigen wecken
  • Betreuung auf möglichst viele Pflegenden verteilen (Belastung)
  • Patient in möglichst viele Tätigkeiten auf der Station einbinden

Was sind Pflegemassnehmen wenn ein dementer Patient schreit oder vortwährend ruft?

  • Patient nicht mit Fragen überhäufen
  • Schmerzursache abklären
  • Versuchen herauszufinden was den Patienten bedrückt (Angst, Durst, Harndrang)
  • Vermehrte körperliche Stimulation (Massieren, passive Dehnübungen)
  • Betreuung auf mehrere Personen verteilen (Belastung)
  • Nicht über den Patienten lustig machen oder nachahmen
  • Gesellschaft anbieten

Wie reagieren wir bei sexuellen Übergriffen von dementen Patienten?

  • Patient erklären, dass seine Annäherungsversuche nicht erwünscht sind
  • Annährungsversuche nicht persönlich nehmen
  • Andere Pflegekraft schicken

Wie soll grundlegend mit dementen Patienten seitens der Pflege umgegangen werden?

  • Verständnis haben, dass der Patient in seiner eigenen Welt lebt, seine Gefühle ernst nehmen
  • Ruhig und geduldig bleiben, möglichst gelassen auf Gefühlsausbrüche reagieren
  • Richtiges Verhalten durch Worte, Berührung oder ein Lächeln loben
  • Unangepasstes Verhalten nicht kritisieren
  • Verbliebene Fähigkeiten sinnvoll nutzen, ohne zu überfordern
  • Überforderung löst häufig Angst aus.
  • Bei störendem und gefährlichem Verhalten sanft umlenken/ablenken
  • Übermässige Kontrollen und Verbote vermeiden
  • Alltägliche Dinge vereinfachen
  • Schuhe mit Klettverschluss, Hosen mit Gummibund

Warum kann sich bei dementen Patienten die Körperpflege schwierig gestalten?

  • Verändertes Selbsterleben bei der Körperpflege
  • Körperhygiene wird oft nicht mehr wahrgenommen
  • Abläufe werden nicht mehr auf sich bezogen
  • Handlungenerschrecken da Wasser, Tücher, Kleider nicht mehr als eigene erkannt werden

Was sind Pflegemassnahmen bei dementen Patienten bei schwierigkeiten bei der Körperpflege?

  • Frühere Abläufe durch minimale Aufforderungen triggern
  • Hände zuerst mit Wasser in Berührung bringen
  • Anleiten beim Ankleiden in kleinen Schritten
  • Nur den Schritt, nie das Ganze  erklären
  • Unterbrechen, Pausen machen
  • Nicht korrigieren
  • Kleine Auswahl - visuell auswählen lassen

Was für Pflegemassnahmen kennen Sie bei dementen Patienten bezüglich Sturzprävention?

  • Bewegung fördern (Gruppenspaziergang, Frühgymnastik, Hockergymnastik)
  • Musik und Tanz führen zu Besserung von motorischer Unruhe, räumlicher Desorientiertheit und Sprachfähigkeit
  • Seh- und Hörhilfen von Angehörigen bringen lassen
  • Stolperfallen entfernen (Teppichkanten, grosse statt kleine Topfpflanzen)
  • Hilfsmittel (Rollator)
  • Richtige Einstellung des Gehstocks
  • Rutschfestes Schuhwerk und zweckmässiger Kleidung
  • Gehtraining
  • Nachtlicht im Zimmer (Akkomodationsstörung)
  • Sturzhosen
  • Orientierungshilfen anbringen
  • Immer wieder Sitzgelegenheiten einbauen

Was für Pflegemassnahmen kennen Sie bei dementen Patienten bezüglich Orientierung geben?

  • Konstante Bezugspersonen, Einbeziehen von Angehörigen
  • Gut sichtbare Uhren, Tür- und Namensschilder, Symbole an Türen
  • Aufhängen eines Tages- oder Wochenplans
  • Pinnwand für Erinnerungsnotizen
  • Keine grossen Veränderungen vornehmen
  • Gut ausgeleuchteten Räume ohne Schattenbildung
  • Einfache Checklisten (z. Bsp. im Bad) zur Unterstützung von Eigenständigkeit und Erinnerung
  • Biographiearbeit: Familienfotos, Lieblingsmusik, Lieblingsbücher)

Was ist bei der Kommunikation mit dementen Patienten zu beachten?

  • Im Blickfeld des Patienten kommunizieren (Sichtfeld ist eingeschränkt)
  • Patient mit seinem Namen ansprechen
  • Kurze, einfache Sätze
  • Eindeutige Fragen stellen, keine Entscheidungsfragen
  • Das Gesagte durch Gesten, Berührung oder Blicke unterstützen
  • Zeit zum Sprechen lassen, wenn dem Pat. das Wort nicht einfällt

Was sind Pflegemassnahmen bei Urin-oder Stuhlinkontinenz bei dementen Patienten?

  • Toilettentraining
  • Inkontinenzhilfen

Was könnte der Grund sein dass demente Patienten zu wenig Trinken?

  • Gespür für Durst geht verloren
  • Durstgefühl kann nicht in Worte gefasst werden
  • Angst vor dem Einnässen
  • Schluckbeschwerden
  • Sparsamkeit
  • Vorhandene Getränke können nicht geöffnet oder erreicht werden
  • Das Trinken geht vergessen

Was sind Pflegemassnahmen wenn demente Patienten zu wenig trinken?

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Ziel 2l pro Tag)
  • Lieblingsgetränk oder etwas Besonderes (z. Bsp. Mango Schorle)
  • Bei Koordinationsschwierigkeiten Patient unterstützen (Getränk an den Mund führen)
  • Regelmässiges Anbieten von Getränken zwischendurch
  • Trinkrituale, Trinksprüche, Zuprosten
  • Getränk Eindicken bei Schluckbeschwerden
  • Gemeinsam mit Patient eine Tasse Tee trinken
  • Keine abgestandene Getränke stehen lassen

Was sind Pflegemassnahmen um den Patienten bei der Nahrungsaufnahme zu unterstützen/Motivieren?

  • Essbiografie (Vorlieben, Abneigungen)
  • Essen gut würzen (aber nicht zu scharf oder zu salzig)
  • Ausgewogene Ernährung (Ballaststoffreich, vitaminreich)
  • Gleichbleibende Essenszeiten
  • Rituale: Gebet, Essensgong
  • Den Patienten bei der Essenszubereitung mithelfen lassen
  • Essensduft verbreiten (Kaffeeduft, Suppe abdecken)
  • Pat. frühzeitig in den Speisesaal bringen
  • Atmosphäre (Schön gedeckter Tisch)
  • Ruhige Atmosphäre schaffen (keine Ablenkungen)
  • Brot nicht in Stücke schneiden, besser eine Scheibe in die Hand geben
  • Pat. vergessen leicht das Essen
  • Löffel nicht in die Suppe tauchen
  • Pat. sieht nur noch den Stiel – kann ihn nicht mehr identifizieren
  • Lockere Gebisse mit Haftcrème versehen
  • Bei Vergiftungsideen Joghurt z. Bsp. vor den Augen des Pat. öffnen
  • Besteck nach Fähigkeit wählen, ggf. Fingerfood
  • Bei Bewegungsdrang: Imbiss-Stationen

Mit welchen Pflegemassnahmen können wir bei dementen Patienten den Tag-Nacht-Rhythmus födern?

  • Schlafphasen am Tag vermeiden
  • Viel Bewegung am Tag
  • Keine aufputschende Getränke oder Diuretika am Abend
  • Keine angstauslösende Filme oder aufwühlende Ereignisse am Abend
  • Nicht zu früh ins Bett gehen lassen
  • Einschlafrituale (individuell anpassen)
  • Ggf. leichte Nachtmedikation (Verordnung)
  • Beruhigende Waschung am Abend
  • Einreibung mit Ölen, Dufttherapie (Lavendel, Kamille)
  • Störende Faktoren beseitigen (Raumtemperatur, Lichteinfall)
  • Beim nächtlichen Wachwerden an Toilettengang denken, Getränk anbieten
  • Nur zum Schlafen ins Bett gehen (nicht zum Lesen)
  • Ab 24 Uhr keine Sedativa mehr à Überhang am nächsten Tag
  • An Entzugssymptome denken (Einnahme von Schlafmittel zu Hause)
  • An schlafstörende Medikamente denken
  • Tagsüber Rollläden offen Halten
  • Biografische Schlafgewohnheiten beachten (Nachtarbeit früher)

Welche Pflegemassnahmen wenden wir bei bettlägerigen, dementen Patienten an?

  • Pneumonieprophylaxe
  • Dekubitusprophylaxe
  • Kontrakturenprophylaxe

Étudier