Demenz-Pflege
Careum Block 06
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Cartes-fiches
Wie können Angehörige eines Patienten mit Demenz entlastet werden?
- Informieren und Schulen über den Umgang mit dem Krankheitsbild
- Pflegeberatung
- Beratungs-Stellen und Selbsthilfegruppen
- Finanzierungshilfen
- Tagesaufenthalte im Heim
- Nacht-Betreuung
- Ferien im Heim
- Spitex
- Schuldgefühle mit den Angehörigen besprechen
Was ist in der Beziehung zwischen Angehörigen eines dementen Patienten und der Pflege wichtig zu wissen?
- Nicht selten Missverständnisse
- Angehörige vertrauen wichtige Informationen über Biografie, Persönlichkeit und Lebensgewohnheiten an
- Fühlen sich ausgeliefert
- Benötigen Zeit und positive Erfahrungen, um Vertrauen aufzubauen
- Im Pflegeteam Gefühl des "Kontrolliert-Werdens
Wie kann sich das Pflegeteam entlasten bei problematischen Pflegesituationen von demenzkranken Patienten?
- Eine andere Pflegekraft schicken
- Reflexion im Team (wiederkehrende Situationen besprechen)
- Bei Überforderung die Situation verlassen
- Betreuung auf mehrere Personen verteilen
Was sind Pflegemassnahmen wenn ein dementer Patient von Ruhe- und Rastlosigkeit geplagt wird?
- Bewegung ermöglichen
- Lange Flure, die ineinander übergehen (Demenz-Wanderwege)
- Ebenerdiger Zugang zum Garten
- Einbindung in einfache hauswirtschaftliche Tätigkeiten (Blumengiessen, Aufräumen)
- Pat. mitnehmen, wenn ausserhalb der Station etwas erledigt werden muss
- Spaziergänge
- Beschäftigung (Memory sortieren, Kartoffeln sortieren
Warum kann es bei Patienten mit Demenz zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen kommen?
- Isolation durch Verständigungsschwierigkeiten
- Überzeugungen können nur noch schwierig abgestimmt werden
- Äussere Reize
- Sinnestäuschungen
Was sind Pflegemassnahmen bei einem dementen Patienten mit Wahnvorstellungen oder Halluzinationen?
- Für gute Beleuchtung sorgen (Schlechte Beleuchtung und Schatten können zu Sinnestäuschungen führen (Schatten
am Boden = Löcher, Schattenspiele in der Nacht)
- Portrait-Bilder und Stofftiere entfernen
- Spiegel abdecken (wenn Pat. sein eigenes Gesicht nicht mehr erkennt)
- Dauernde Berieselung mit Musik stoppen
- Hörhilfen und Sehhilfen einbeziehen (Pat. hört nur Wortfetzen und vermutet, dass über ihn gesprochen wird)
- Wahnvorstellung nicht diskutieren
- Pat. beruhigen und ablenken
- Pat. nicht isolieren
- PAt. aus selbstgewählter Isolation befreien
Was für Pflegemassnahmen gibt es wenn ein dementer Patient sehr misstrauisch ist?
- Gemeinsames Suchen nach «versteckten» Gegenständen
- Patient ernst nehmen
- Duplikate von wichtigen Dokumenten machen
- Brille mit Kette an Hals befestigen
- Papierkörbe vor dem Leeren untersuchen (Reinigungsdienst informieren)
- Nicht in persönlichen Utensilien der Patienten stöbern
- Regelmässige Überprüfung der Sinnenfunktionen (Sehen und Hören)
- Pflegerische Verrichtungen erklären
- Gute Lichtverhältnisse in den Räumlichkeiten
- Möglichst konstante Bezugspflege
- Beleidigungen und Beschuldigungen nicht persönlich nehmen
Was sind Gründe wenn ein dementer Patient sich anklammert oder immer hinterher läuft?
- Verlust von Orientierung und Sicherheit
- Benötigen dadurch ständigen körperlichen Kontakt zu den Pflegenden
- Angst vor dem Verlassenwerden
Was sind Pflegemassnahmen wenn ein dementer Patient sich anklammert oder immer hinterher läuft?
- Verständnis bei Mitpatienten und Angehörigen wecken
- Betreuung auf möglichst viele Pflegenden verteilen (Belastung)
- Patient in möglichst viele Tätigkeiten auf der Station einbinden
Was sind Pflegemassnehmen wenn ein dementer Patient schreit oder vortwährend ruft?
- Patient nicht mit Fragen überhäufen
- Schmerzursache abklären
- Versuchen herauszufinden was den Patienten bedrückt (Angst, Durst, Harndrang)
- Vermehrte körperliche Stimulation (Massieren, passive Dehnübungen)
- Betreuung auf mehrere Personen verteilen (Belastung)
- Nicht über den Patienten lustig machen oder nachahmen
- Gesellschaft anbieten
Wie reagieren wir bei sexuellen Übergriffen von dementen Patienten?
- Patient erklären, dass seine Annäherungsversuche nicht erwünscht sind
- Annährungsversuche nicht persönlich nehmen
- Andere Pflegekraft schicken
Wie soll grundlegend mit dementen Patienten seitens der Pflege umgegangen werden?
- Verständnis haben, dass der Patient in seiner eigenen Welt lebt, seine Gefühle ernst nehmen
- Ruhig und geduldig bleiben, möglichst gelassen auf Gefühlsausbrüche reagieren
- Richtiges Verhalten durch Worte, Berührung oder ein Lächeln loben
- Unangepasstes Verhalten nicht kritisieren
- Verbliebene Fähigkeiten sinnvoll nutzen, ohne zu überfordern
- Überforderung löst häufig Angst aus.
- Bei störendem und gefährlichem Verhalten sanft umlenken/ablenken
- Übermässige Kontrollen und Verbote vermeiden
- Alltägliche Dinge vereinfachen
- Schuhe mit Klettverschluss, Hosen mit Gummibund
Warum kann sich bei dementen Patienten die Körperpflege schwierig gestalten?
- Verändertes Selbsterleben bei der Körperpflege
- Körperhygiene wird oft nicht mehr wahrgenommen
- Abläufe werden nicht mehr auf sich bezogen
- Handlungenerschrecken da Wasser, Tücher, Kleider nicht mehr als eigene erkannt werden
Was sind Pflegemassnahmen bei dementen Patienten bei schwierigkeiten bei der Körperpflege?
- Frühere Abläufe durch minimale Aufforderungen triggern
- Hände zuerst mit Wasser in Berührung bringen
- Anleiten beim Ankleiden in kleinen Schritten
- Nur den Schritt, nie das Ganze erklären
- Unterbrechen, Pausen machen
- Nicht korrigieren
- Kleine Auswahl - visuell auswählen lassen
Was für Pflegemassnahmen kennen Sie bei dementen Patienten bezüglich Sturzprävention?
- Bewegung fördern (Gruppenspaziergang, Frühgymnastik, Hockergymnastik)
- Musik und Tanz führen zu Besserung von motorischer Unruhe, räumlicher Desorientiertheit und Sprachfähigkeit
- Seh- und Hörhilfen von Angehörigen bringen lassen
- Stolperfallen entfernen (Teppichkanten, grosse statt kleine Topfpflanzen)
- Hilfsmittel (Rollator)
- Richtige Einstellung des Gehstocks
- Rutschfestes Schuhwerk und zweckmässiger Kleidung
- Gehtraining
- Nachtlicht im Zimmer (Akkomodationsstörung)
- Sturzhosen
- Orientierungshilfen anbringen
- Immer wieder Sitzgelegenheiten einbauen
Was für Pflegemassnahmen kennen Sie bei dementen Patienten bezüglich Orientierung geben?
- Konstante Bezugspersonen, Einbeziehen von Angehörigen
- Gut sichtbare Uhren, Tür- und Namensschilder, Symbole an Türen
- Aufhängen eines Tages- oder Wochenplans
- Pinnwand für Erinnerungsnotizen
- Keine grossen Veränderungen vornehmen
- Gut ausgeleuchteten Räume ohne Schattenbildung
- Einfache Checklisten (z. Bsp. im Bad) zur Unterstützung von Eigenständigkeit und Erinnerung
- Biographiearbeit: Familienfotos, Lieblingsmusik, Lieblingsbücher)
Was ist bei der Kommunikation mit dementen Patienten zu beachten?
- Im Blickfeld des Patienten kommunizieren (Sichtfeld ist eingeschränkt)
- Patient mit seinem Namen ansprechen
- Kurze, einfache Sätze
- Eindeutige Fragen stellen, keine Entscheidungsfragen
- Das Gesagte durch Gesten, Berührung oder Blicke unterstützen
- Zeit zum Sprechen lassen, wenn dem Pat. das Wort nicht einfällt
Was sind Pflegemassnahmen bei Urin-oder Stuhlinkontinenz bei dementen Patienten?
- Toilettentraining
- Inkontinenzhilfen
Was könnte der Grund sein dass demente Patienten zu wenig Trinken?
- Gespür für Durst geht verloren
- Durstgefühl kann nicht in Worte gefasst werden
- Angst vor dem Einnässen
- Schluckbeschwerden
- Sparsamkeit
- Vorhandene Getränke können nicht geöffnet oder erreicht werden
- Das Trinken geht vergessen
Was sind Pflegemassnahmen wenn demente Patienten zu wenig trinken?
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Ziel 2l pro Tag)
- Lieblingsgetränk oder etwas Besonderes (z. Bsp. Mango Schorle)
- Bei Koordinationsschwierigkeiten Patient unterstützen (Getränk an den Mund führen)
- Regelmässiges Anbieten von Getränken zwischendurch
- Trinkrituale, Trinksprüche, Zuprosten
- Getränk Eindicken bei Schluckbeschwerden
- Gemeinsam mit Patient eine Tasse Tee trinken
- Keine abgestandene Getränke stehen lassen
Was sind Pflegemassnahmen um den Patienten bei der Nahrungsaufnahme zu unterstützen/Motivieren?
- Essbiografie (Vorlieben, Abneigungen)
- Essen gut würzen (aber nicht zu scharf oder zu salzig)
- Ausgewogene Ernährung (Ballaststoffreich, vitaminreich)
- Gleichbleibende Essenszeiten
- Rituale: Gebet, Essensgong
- Den Patienten bei der Essenszubereitung mithelfen lassen
- Essensduft verbreiten (Kaffeeduft, Suppe abdecken)
- Pat. frühzeitig in den Speisesaal bringen
- Atmosphäre (Schön gedeckter Tisch)
- Ruhige Atmosphäre schaffen (keine Ablenkungen)
- Brot nicht in Stücke schneiden, besser eine Scheibe in die Hand geben
- Pat. vergessen leicht das Essen
- Löffel nicht in die Suppe tauchen
- Pat. sieht nur noch den Stiel – kann ihn nicht mehr identifizieren
- Lockere Gebisse mit Haftcrème versehen
- Bei Vergiftungsideen Joghurt z. Bsp. vor den Augen des Pat. öffnen
- Besteck nach Fähigkeit wählen, ggf. Fingerfood
- Bei Bewegungsdrang: Imbiss-Stationen
Mit welchen Pflegemassnahmen können wir bei dementen Patienten den Tag-Nacht-Rhythmus födern?
- Schlafphasen am Tag vermeiden
- Viel Bewegung am Tag
- Keine aufputschende Getränke oder Diuretika am Abend
- Keine angstauslösende Filme oder aufwühlende Ereignisse am Abend
- Nicht zu früh ins Bett gehen lassen
- Einschlafrituale (individuell anpassen)
- Ggf. leichte Nachtmedikation (Verordnung)
- Beruhigende Waschung am Abend
- Einreibung mit Ölen, Dufttherapie (Lavendel, Kamille)
- Störende Faktoren beseitigen (Raumtemperatur, Lichteinfall)
- Beim nächtlichen Wachwerden an Toilettengang denken, Getränk anbieten
- Nur zum Schlafen ins Bett gehen (nicht zum Lesen)
- Ab 24 Uhr keine Sedativa mehr à Überhang am nächsten Tag
- An Entzugssymptome denken (Einnahme von Schlafmittel zu Hause)
- An schlafstörende Medikamente denken
- Tagsüber Rollläden offen Halten
- Biografische Schlafgewohnheiten beachten (Nachtarbeit früher)
Welche Pflegemassnahmen wenden wir bei bettlägerigen, dementen Patienten an?
- Pneumonieprophylaxe
- Dekubitusprophylaxe
- Kontrakturenprophylaxe