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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 17.10.2021 / 08.12.2021
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Was ist Diabetes Mellitus?

Definition: Es ist eine Stoffwechselerkrankung, die auf Insulinresistenz oder Insulinmangel beruht und durch einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist.

Woher kommt der Name: Diabetes Mellitus heisst "honigsüsser Durchfluss" --> süsser Urin wegen Glucosurie

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Was ist Insulin, wie wirkt es und wo wird es gebildet?

Definition: Insulin ist ein Peptidhormon der Bauchspeicheldrüse, welches den Blutzuckerspiegel reguliert. Es wirkt blutzuckersenkend und ist der Gegenspieler vom Glucagon.

Bildung: Es wird von den Beta-Zellen in den Langerhans-Inseln des Pankreas gebildet.

Wirkung: Ein steigender Blutzuckerspiegel ist der wichtigste Sekretionsreiz von Insulin. Insulin bindet an die Insulinrezeptoren der Zelloberflächen von Leber-, Nieren-, Muskel- und Fettgewebe und ermöglicht so, dass Glucose aus dem Blut in die Zellen zur Energiegewinnung gelangt. --> Hirn kann direkt Glucose aus Blut beziehen!

Weiter bewirkt es, dass Glucose als Glykogen (Speicherform von Glucose) in der Leber und in den Muskeln gespeichert wird.
Es löst im Gehirn das Appetitgefühl aus und hemmt den Fettabbau (Lipolyse) / den Eiweissabbau (Proteolyse) und den Zuckerabbau (Glykogenolyse).

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Was ist Glucagon, wie wirkt es und wo wird es gebildet?

Definition: Es ist ein Peptidhormon und wirkt als Antagonist des Insulins.

Wirkung: Bei einem zu niedrigen Blutzucker (Hypoglykämie) wird es vom Pankreas ausgeschüttet. Es steigert den Blutzuckerspiegel in dem es das in der Leber gespeicherte Glykogen (Speicherfrom Glucose) freisetzt.

Bildung: Glucagon wird von den Alpha-Zellen in den Langerhans-Inseln des Pankreas gebildet.

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Erkläre den Glucosestoffwechsel.

Glucose ist der wichtigste Energielieferant des Körpers. Der grösste Bedarf besteht beim Hirn. Glucose wird über Nahrung aufgenommen und entweder gleich als Energie verarbeitet (Glycolyse) oder mithilfe von Insulin als Glykogen in der Leber gespeichert (Glykogensynthese). Durch das Hormon Glucagon wird das Glykogen wieder in Glucose umgewandelt.

Bei einer Hungersituation wo keine Nahrung aufgenommen wird, kann der Körper selbständig Glucose produzieren (Glucogenese). Dieser Vorgang findet hauptsächlich in der Leber und Niere statt.

Der Körper verwendet dafür vor allem:

- Laktat aus Muskelzellen (Glykogen dass in Muskeln gespeichert wurde, wird in Laktat verstoffwechselt)

- Aminosäuren (entstehend beim Abbau von Skelettmuskeln)

- Glycerin (durch Verbrennung weisses Fettgewebe und Skelettmuskulatur)

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Erkläre die Hyperglykämie (Definition, Ursache, Folgen, Symptome)

Bei einer Hyperglykämie handelt es sich um einen erhöhten Blutzucker (nüchtern BZ über 7mmol/l).
Gefahr Ketoazidose bei anhaltendem BZ Wert ab 14mmol/l.

Ein erhöhter Blutzucker nach dem Essen ist physiologisch. Ist er dauerhaft erhöht, ist es pathologisch und das Leitsymptom für Diabetes Mellitus.

Ursache: Insulinmangel, Insulinresistenz, falsche Ernährung, Bewegungsmangel etc.

Folgen:

  • Organ- und Systemschäden
  • Akute Blutzuckerentgleisung bis hin zum ketoazidotischen oder hyperosmolaren Koma

Symptome:

  • Abnorme Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Desinteresse
  • Abnormer Durst (Polydipsie) und häufiges Wasserlassen (Polyurie)
  • Gehäufte Infektionen, schlechte Wundheilung
  • Juckreiz: trockene Haut, vermehrt Pilzinfekte
  • Unscharfes Sehen (meist reversibel)
  • Ungewollte Gewichtsabnahme (langfristiges Symptom)
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Erkläre die Hypoglykämie.

Fachbegriff für eine Unterzuckerung. Häufigster akuter Notfall bei Diabetes.
Ab Blutzucker unter 3,5 mmol/l.

Ursache: Medikamentenüberdosierung oder falsche Dosierung, zu späte oder/und geringe Aufnahme von Kohlenhydrate, schwere körperliche Anstrengung, Alkoholkonsum etc.

Symptome:

  • Schwitzen
  • Herzrasen
  • Zittern
  • Hunger
  • Übelkeit
  • Schwächegefühl
  • Blässe
  • Schwindel
  • Aggressivität
  • Kopfschmerzen

Einteilung Schweregrad:

  • Grad 1: Blutzucker < 3.5mmol/L --> Selbsthilfe mit Traubenzucker gut möglich
  • Grad 2: Blutzucker < 3.0mmol/L --> Verwirrtheit, Apathie, Aggression --> Fremdhilfe notwendig! Traubenzucker, Süssgetränk, Banane, Brot etc.
  • Grad 3: Blutzucker < 2.5 mmol/L --> Schwere Hypoglykämie mit drohender Bewusstlosigkeit und Verletzungsgefahr --> Notarzt rufen, keine Traubenzucker eingeben!
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Was ist Diabetes Typ 1 (inkl. Symptome und Therapie)?

  • Tritt oft im Kindsalter bis zum 40. Lebensjahr auf
  • Entwicklung innerhalb weniger Wochen bis Monate
  • Autoimmun bedingt
  • Beta-Zellen im Pankreas werden zerstört = keine bis minime Insulinsekretion (absoulter Insulinmangel)
  • Dauerhaft erhöhter BZ Spiegel
  • Oft schlanke Statur

Symptome:

  • Hyperglykämie
  • Glucosurie
  • Polyurie (durch osmotischen Wasserentzug der Zellen zur Zuckerverdünnung)
  • Polydipsie (grosser Durst wegen Wasserverlust), ca. 6 - 8 Liter am Tag
  • Exsikkose (weil alles was reinkommt, wieder rausgeht)
  • Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen (wegen Stoffwechsel-/Elektrolytenentgleisung)
  • Risiko zur Hypoglykämie und Ketoazidose

Therapie:

  • Insulin zwingend!
  • Ernährungswissen (Berechnung Kohlenhydrate)

 

 

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Was ist Diabetes Typ 2 (inkl. Symptome und Therapie)?

  • Tritt häufig im mittleren / höheren Erwachsenenalter auf
  • Hauptfaktor Entstehung: Übergewicht, Bewegungsmangel, Vererbung!
  • Insulinbedarf wegen falscher Ernährung stark gesteigert -> führt auf Dauer zu Insulinresistenz der Zellen
  • Beta-Zellen produzieren noch Insulin (relativer Insulinmangel)
  • Insulinsekretion ist verlangsamt
  • Insulinsensibilität der Zellen ist reduziert

Symptome:

  • treten erst spät auf, schleichend
  • Risiko zur hyperosmolaren Entgleisung
  • Schwäche, Angeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • häufige HWI
  • Pilzinfektionen (wegen Zucker sehr guter Nährboden)
  • Juckreiz

Therapie:

  • Umstellung Lifestyle (Ernährung, Bewegung)
  • OAD
  • Insulin / Inkretine

 

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Was versteht man unter Gestationsdiabetes? (inkl. Symptome und Therapie)

  • Wird auch als Schwangerschaftsdiabetes / Typ 4 bezeichnet
  • Zuckerkrankheit bereits vor der Schwangerschaft = KEIN Schwangerschaftsdiabetes!
  • Tritt erstmals während SS auf (Glucosetoleranzstörung)
  • Verschwindet nach Geburt i.d.R. wieder, Schwangere hat aber höheres Riskio, dass sie später am Typ 2 Diabetes erkranken könnte.
  • Insulinresistenz durch Plazentahormone und Gewichtszunahme ausgelöst
  • Diagnose: Nüchtern-Bz > 5.1mmol/l, oraler Glucosetoleranztest in der 24.-28. SSWoche (75g Glucose trinken, danach 1h und 2h-Stunden-Bz-Wert)
  • Risikofaktoren: Vererbung, Alter, Gewicht, Ethnie etc.
  • Folgen: übermässiges Wachstum des Kindes, Entwicklungsstörungen, falls unbehandelt: Hypoglykämierisko beim Kind nach der Geburt erhöht

Symptome:

  • Oft symptomlos
  • häufige HWI
  • gesteigerte Fruchtwassermenge
  • Hypertonie

Therapie:

  • Ernährungsanpassung
  • Bewegung (spazieren, schwimmen etc.)
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Erkläre die Funktionelle Therapie und nenne die Vor- und Nachteile.

Beabsichtigt, das fehlende Insulin bei Diabetikern möglichst dem individuellen Bedarf entsprechend zu ersetzen.

Für wen:

  • Für Typ 1 Diabetiker
  • Frühestens ab 10. Jahre schulbar

Anwendung:

  • Es wird 1x/Tag  Basisinsulin gespritzt (meist morgens, nüchtern)
  • Bolusinsulin vor Mahlzeiten, jedoch Einheiten immer dem Essen angepasst
  • Korrekturinsulin wird gespritzt, wenn BZ während den Mahlzeiten entgleist

Vorteil:

  • Erlaubt grosse Flexibilität
  • Menge und Zeitpunkt der Mahlzeit frei wählbar

Nachteil:

  • Benötigt Disziplin und Genauigkeit
  • Sehr gutes Verständnis vom Krankheitsbild und Berechnung Dosis zwingend
  • BZ muss regelmässig gemessen werden und auch BZ Kontrollen sollten regelmässig erfolgen
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Erkläre die Konventionelle Therapie und ihre Vor- und Nachteile.

Für wen:

  • Für Personen mit einem geregelten Tagesablauf (ältere Personen)
  • Kinder (weil einfache Handhabung)
  • Vorwiegend Typ 2 Diabetiker

Anwendung:

  • 2x / Tag wird ein Mischinsulin injiziert (vor dem Frühstück & vor dem Abendessen)

Vorteil:

  • nur 2 Injektionen am Tag notwendig
  • einfaches Behandlungsschema, auch wenn Angehörige das Management übernehmen müssen

Nachteil:

  • starrer Tages- und Essablauf
  • BZ muss trotzdem regelmässig gemessen werden
  • keine Flexibilität
  • BZ-Einstellung oft nicht zufriedenstellend
  • Immer wieder kleinere Mahlzeiten einnehmen / Ernährung der gespritzten Menge Insulin anpassen --> Hypo-/Hyperglykämiegefahr
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Erkläre die Intensivierte konventionelle Therapie und ihre Vor- und Nachteile.

Für wen:

  • Bei Typ 1 oder bei fortgeschrittenem Typ 2
  • Personen, die mehr Flexibilität schätzen --> wie funktionelle Therapie

Anwendung:

  • Langwirksames Insulin wird 1-2x pro Tag gespritzt
  • Vor jeder Mahlzeit wird ein Bolusinsulin gespritzt (Basis-Bolus-Therapie)

Vorteil:

  • Ermöglicht eine bessere Blutzuckereinstellung und ist zugleich mit einem flexiblen, aktiven Lebensstil besser vereinbar
  • Passt sich dem natürlichen Stoffwechsel an und ist bedarfsorientiert
  • Die Insulinmenge wird jeweils kurzfristig an den aktuellen Blutzuckerspiegel, die Nahrungsmenge und körperliche Aktivitäten angepasst

Nachteil:

  • BZ Messung vor jeder Mahlzeit notwendig
  • Berechnung der benötigten Insulindosis muss sehr gut erlernt sein (Hypo-/Hyperglykämiegefahr)
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Erkäre die supplementäre Therapie (SIT) und basalunterstützte orale Therapie (BOT).

Supplementäre Therapie:

Zusätzlich zu den oralen Antidiabetika wird vor jeder Mahlzeit ein kurzwirksames Insulin (Bolus) gespritzt.

 

Basalunterstütze orale Therapie:

Zusätzlich zu den oralen Antidiabetika wird abends ein niedrigdosiertes Langzeitinsulin gespritzt. Wird häufig bei älteren, nicht gut schulbaren Diabetikern angewendet.

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Was sind Lipohyperthropien und wie vermeidet man sie?

Es ist eine geschwulstartige Veränderung des Unterhautfettgewebes und entsteht, wenn man Insulin immer am gleichen Ort spritzt. Insulin hat eine fettbildende Wirkung und fördert die Fettablagerung im Gewebe.

Die betroffenen Stellen sind schlechter durchblutet, was die Aufnahme des Insulins beeinträchtigen kann.

Wichtig:

  • Injektionsstellen immer wechseln und 2-3cm Abstand (Rotation)
  • Injektionsnadel nach jeder Anwendung ersetzen
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Welche Arten von Insulin gibt es und wie wirken sie?

Insulin muss parenteral (unter Umgehung Verdauungstrakt) verabreicht werden, da es sonst von den Verdauungsenzymen abgebaut würde. Es wird i.d.R. subkutan ins Fettgewebe gespritzt, da es über den Muskel zu schnell resorbiert wird und so zu einer Hypo führen könnte oder eine zu kurz wirkt.

Faustregel:

  • Tagesbedarf: 0,5 - 0,7 IE pro KG
  • 1 IE Insulin senkt den BZ um 1,7 - 2,2 mmol/l (2,8 mmol/l in der Nacht!)
  • 1 KE (Kohlenhydrateinheit) hebt den BZ um 1,7 - 2,2 mmol/l)

Kurz wirksame und normale Insuline

  • Wirkungseintritt: nach 15 - 30min / ultrakurzwirksames Insulin: sofort
  • Wirkdauer: 2-3h (kurzwirksam) / bis zu 6h (Normalinsulin)
  • Injektionsort: Bauch
  • Anwendung: akute Stoffwechselentgleisung, supplementäre oder intensiviert konventionelle Insulintherapie, Insulinpumpe
  • Beispiele: NovoRapid, Fiasp (kurzwirksam) / Actrapid (Normalinsulin)

Mittellang wirksames Insulin (Depot Insulin)

  • Wirkungseintritt: nach ca. 60min
  • Wirkdauer: 12 - 18h
  • Injektionsort: Oberschenkel oder Bauch
  • Anwendung: Zur Deckung des basalen Insulinbedarfs oder als Bestandteil von Mischinsulin
  • Beispiele: Huminsulin, Insuman Basal NPH

Lang wirksames Insulin

  • Wirkungseintritt: nach ca. 60-120min
  • Wirkdauer: 12 - 24h
  • Injektionsort: Oberschenkel oder Bauch
  • Anwendung: Zur Deckung des basalen Insulinbedarfs oder als BOT Therapie oder intensivierte Insulintherapie
  • Beispiele: Tresiba, Levemir

Mischinsulin

  • Wirkungseintritt: nach ca. 30min
  • Wirkdauer: bis zu 10h
  • Injektionsort: Oberschenkel oder Bauch
  • Anwendung: konventionelle Insulintherapie
  • Beispiele: Ryzodeg
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Welche Therapien gibt es noch neben der Insulintherapie?

Für den Typ 1 ist die Insulintherapie zwingend. Bewegung und Ernährung unterstützen die Insulintherapie zusätzlich.

Beim Typ 2 kann die Änderung des Lifestyles (Ernährung / Bewegung) und/oder die Einnahme von oralen Antidiabetika helfen. Wenn dadurch der BZ nicht mehr gut eingestellt werden kann, muss aber auch hier Insulin verwendet werden.

Bariatrische Chirurgie (Magenband, Magenverkleinerung) ist eine weitere Möglichkeit für den Typ 2 Diabetiker mit Adipositas.

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Erkläre das Ketoazidotische- und Hyperosmolare Koma.

Durch z.B. Infekte, Ernährungsfehler, vernachlässigter Medikamenteneinnahme oder Dosierungsfehler (Insulinunterdosierung) entsteht ein Blutzuckeranstieg (Hyperglykämie). Wird die Hyperglykämie nicht behandelt, kommt es zu einem diabetischen Koma.

Typ1 ab > 15 mmol/l – diabetische Ketoazidose (häufig bei Erstmanifestation)

  • Entwicklung: Innerhalb von weniger Stunden bei absolutem Insulinmangel
  • Absoluter Insulinmangel -> Lipolyse -> Ketonkörper im Blut = niedriger pH-Wert (<7,35 = sauer) -> Azidose
  • Symptome: Bewusstseinstrübung-/verlust, Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Tachykardie, schweres Atmen mit Obst/Azeton Geruch, Kussmaulsche Atmung, bretthartes Abdomen

Typ2 ab > 33 mmol/l – hyperosmolare Entgleisung

  • Entwicklung: langsam über Wochen / Jahre, je nach vorhandenen Insulinreserven im Körper
  • Symptome: Polydipsie, Polyurie, enorme Müdigkeit, Bewusstseinstrübung-/verlust, Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Tachykardie, trockene und heisse Haut
  • Hyperglykämie -> Hyperosmolarität -> starke Diurese -> Dehydration / Exsikkose -> Herzrhythmusstörungen
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Welches sind die Normwerte des Blutzuckerspiegels?

Gesunder Mensch

  • Nüchtern: 3,3 - 5,5mmol/l
  • Nach dem Essen: 5 - 7,8 mmol/l
  • HbA1c: unter 5,6%

 

Diabetiker

  • Nüchtern: 6,5 - 7mmol/l
  • Nach dem Essen: ≥ 11,1mmol
  • HbA1c: 6,5% - 7.0% (gut eingestellt), >7.0% (schlecht eingestellt)
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Was sagt der Wert HbA1c aus?

Dieser Wert entspricht dem durchschnittlichen Blutzuckerspiegel über die letzten drei Monate. Es zeigt den Zucker, der an die roten Blutkörper (Erythrozyten -> Hämoglobin!) gebunden wird.

-> Anteil von Hämoglobin mit gebundener Glucose in Prozent am Gesamthämoglobin (daher Wert in %)

Erythrozyten werden alle drei Monate erneuert, daher gibt dieser Wert gut Auskunft über Verlauf und Risiko für die Entwicklung von diabetischen Folgeerkrankungen.

Der Test kann unabhängig von Mahlzeiten und Bewegung gemacht werden.

Er zeigt keine Blutzuckerschwankungen!

Normalwerte HbA1c:

  • Gesunder Mensch: zwischen 4,5 und 6,5 Prozent
  • Gut eingestellter Diabetes: zwischen 6,5 und 7,0 Prozent
  • Schlecht eingestellter Diabetes: über 7 Prozent.
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Was ist das Ziel der Blutzuckermessung?

  • Es ist die Voraussetzung für eine BZ Einstellung beim Arzt
  • Benötigt zur Medikamentendosierung (z.B. Einstellung Einheiten Insulin)
  • Infos zum aktuellen BZ-Wert für eine allfällige Therapieanpassung
  • Es dient zur Sicherheit / Kontrolle (z.B. ob eine Hyper-/Hypoglykämie vorhanden ist)
  • Motiviert zum Selbstmanagement und Übernahme Verantwortung
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Nenne häufige Fehler bei der Blutzuckermessung, die den Wert beeinflussen können.

  • Rückstände am Finger (z.B. Schmutz, Schweiss) --> falscher Wert
  • Zuckerrückstände am Finger: erhöhter Wert
  • Feuchte Finger: Verdünnung der Blutprobe --> erniederigter Wert
  • Finger zu stark zusammendrücken für Blutgewinnung: mischt Blut mit Gewebeflüssigkeit --> erniedrigt Wert
  • zu wenig Blut auf Teststreifen: erniedrigter Wert
  • Feuchter Teststreifen: Enzyme auf Teststreifen beeinflusst --> falscher Wert
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Welche Faktoren beeinflussen den Blutzuckerspiegel?

  • Ernährung
  • Stress
  • Koffeein
  • Sportliche Aktivität
  • Medikamente (z.B. Cortison)
  • Alkohol (wenn Leber mit Entgiftung beschäftigt ist, schüttet sie keine neue Glucose aus -> Hypogefahr!)
  • Insulin
  • Infektionen / Fieber
  • Krankheit
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Was ist das metabolische Syndrom?

Ist eine Stoffwechselstörung, bei der vor allem der Fettstoff- und Zuckerstoffwechsel betroffen sind. Auch bekannt als die vier tödlichen Quadranten.

Werte die dabei erhöht sind:

  1. Blutzuckerwert (Hyperglykämie)
  2. Cholesterinspiegel (Dyslipidämie)
  3. Blutdruck (Hypertonie)
  4. Bauchumfang (viel Bauchfett = viszerales Fett fördert die Insulinresistenz und Insulin fördert den Fettaufbau = Teufelskreis)
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Nenne die typischen diabetischen Folgeerkrankungen.

Von diabetischen Folgeerkrankungen können alle Organe betroffen sein.

Makroangiopathie: Erkrankung grosser arterieller Blutgefässe, Arteriosklerose -> KHK, CVI, PAVK

Mikroangiopathie: kleine Arterien, Arteriolen, Kapillaren -> häufig bei Nieren, Nerven und Augen weil sehr gut durchblutet mit kleinen Gefässen

Diabetische Retinopathie: Katarakt = grauer Star, Glaukom = hoher Augendruck, sehr schlechtes Sehvermögen bis hin zur Erblindung aufgrund Durchblutungsstörungen, Sklerosen, Ödemen der Kapillaren

Diabetische Nephropathie: durch Mikroangiopathie Verdickung glomeruläre Basalmembran und Makroangiopathie Nierenarteriensklerose -> stark eingeschränkte Filtration -> Albuminurie / Proteinurie -> Niereninsuffizienz

Polyneuropathie: Schädigung Gefässe, welche Nerven versorgen = beeinträchtige Funktion. Beginnt oft in Füssen und Beinen -> Sensibilitätsstörungen, Kribbeln, Brennen, Schmerzen, Pelzigkeitsgefühl etc.

Diabetisches Fusssyndrom: als Folge der Angio-/Neuropathie. Auslöser sind Druckstellen, die nicht bemerkt werden und zu offenen Wunden führen können, welche dann oft sehr schlecht heilen wegen der Minderdurchblutung. Schlimmstenfalls Nekrose und Amputation.

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Erkläre die Nierenschwelle in Bezug auf den Blutzucker.

Die maximale Kapazität der Niere für die Rückresorption von Glucose. Die Niere filterte die Glucose zuerst aus dem Blut, resorbiert diese aber im Tubulussystem wieder zurück in den Körper.

Ab einer Menge von ca. 10mmol/l kann die Glucose nicht mehr rückresorbiert werden und wird mit dem Urin ausgeschieden (Glucosurie) und in Form von Glykogen in den Tubuluszellen eingelagert.

Diese schwellen dadurch an, was die allgemeine Rückresorbtionsfunktion einschränkt und führt dazu, dass sich wegen dem dauernd erhöhten Druck die Poren weiter öffnen, sodass osmotisch wirksame Substanzen (z.B. Glucose, Salz, Proteine) in den Primärharn gelangen. Diese machen, dass Wasser aus dem umliegenden Gewebe entzogen wird, was zu einer Polyurie führt und schlimmstenfalls zu einem hyperosmolaren Koma.

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Was sagt der Wert des C-Peptid aus?

Es sagt aus, ob noch Insulinproduktion stattfindet oder nicht. Die C-Peptid-Konzentation im Blut widerspiegelt die aktuelle Insulinsekretion des Pankreas besser als das Insulin selbst. Antikörper gegen Insulin stören die Bestimmung nicht.

Das C-Peptid ist ein Nebenprodukt der Insulinbildung. Die Bauchspeicheldrüse produziert Proinsulin, ein Vorläuferhormon, das in das aktive, blutzuckersenkende Hormon Insulin und das C-Peptid gespalten wird.

Typ 1 = kein C-Peptid

Typ 2 = C-Peptid vorhanden

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Was ist der Unterschied zwischen dem hyperglykämischen Koma und einer schweren Hypoglykämie?

Hyperglykämisches Koma

  • Beginn: Langsam über Tage
  • Symptome: Polydipsie, hypotone Muskulatur, Hypotonie, Exsikkose, trockene Haut, kussmaulsche Atmung, Tachykardie

Hypoglykämischer Schock

  • Beginn: inner Minuten
  • Symptome: Heisshunger, Hypertone Muskulatur (Tremor), feuchte und kaltschweissige Haut, normale Atmung, neurologische Ausfälle
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Wie kann man eine Diabetes diagnostizieren?

  • Blutzuckermessung (normaler nüchtern BZ / Glucosetoleranztest (OGTT)
  • Blut: HbA1c / C-Peptid
  • Blutgasanalyse (pH-Wert Blut -> Feststellung Azidose)
  • Bestimmung Elektrolyte (Hyponaträmie, Hyperkaliämie -> Herzrhythmusstörungen)
  • Urinuntersuchung (Glucosurie -> Hyperglykämie / Proteinurie -> Anzeichen für Niereninsuffizienz)
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Ursachen für Insulinresistenz.

  • Infektionen (durch Stresshormone vom Körper)
  • Adipositas (Bauchfetthormone reduzieren die Insulinempfindlichkeit der Zellen)
  • Fehlernährung und körperliche Inaktivität
  • Cortison
  • Adrenalin
  • Stress
  • Leberzirrhose
  • Schwangerschaft
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Was ist Diabetes Typ 3?

Bei diesem Typ werden alle Ursachen für einen Diabetes zusammengefasst, die nicht Typ 1 (Insulinmangel) oder Typ 2 (Insulinresistenz) zugeordnet werden können.

Beispiel:

  • Erkrankung des Pankreas
  • Vererbter genetischer Defekt der Beta-Zellen
  • Durch Therapien verursacht (z.B. Cortison, Pankreas-OP etc.)
  • Erkrankung des Hormonsystems (z.B. Nebennieren- und Schilddrüsenerkrankungen: übermäßige Bildung des Hormons Cortisol)