Psychologie BM 21
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Wissenschaftliche Psychologie
zur Forschung benötigt die Psychologie einen Gegenstand, ein Ziel und Methoden.
Wissenschaftliche Psychologie
Ziel der Psychologie
- Beobachtung und Beschreibung
- Erklärung und Bewertung
- Vorhersage und Kontrolle
Wissenschaftliche Psychologie:
Gegenstand
Forschungsgegenstand ist das Erleben und Verhalten eines Individuums.
Wissenschaftliche Psychologie
Methoden
zuerst wird eine Forschungsfrage formuliert, danach Hypothesen aufgestellt und am Schluss untersucht und bestätigt oder widerlegt.
Beobachtung: Fremdbeobachtung oder Selbstbeobachtung
Experiment: Kriterien sind Objektivität, Validität und Reliabilität
Test: misst Merkmale einzelner Personen
Befragung: einzelner Personen
Sichtweisen / Schulen der wissenschaftlichen Psychologie
Jede Sichtweise definiert Verhalten unterschiedlich, bieten andere Blickwinkel auf diverse Fragestellungen und entwickelten andere methodische Zugänge.
Tiefenpsychologie
Untersucht werden unbewusste Prozesse, Verhalten wird von unbewussten Konflikten gesteuert (Hypnosen, Trauma Deutung)
Behaviorismus /Verhalten
Untersucht wird Verhalten und Reaktionen der Menschen, Verhalten wird von Umweltbedingungen gesteuert, (Messung von Reiz und Reaktion, Laborexperiment)
Humanistische Psychologie
Untersucht wird Selbstverwirklichung, wird durch Zielgebung und Selbstentwicklungswunsch gesteuert, (Gespräch)
Kognitivismus:
Untersucht wird der Lern- und Denkprozess, wird durch Mentaleprozesse und das logische Denken gesteuert, (Selbstbeobachtung und Befragung)
Biopsychologie:
Untersucht wird die Wechselwirkung von Körper und Psyche, wird durch Biologie gesteuert z.B., wenn jemand weniger isst, (experimentelle und klinische Methoden)
Psychologische Prozesse
Prozess Wahrnehmung
- Dank unserer Wahrnehmungsfähigkeit, können wir uns an den sich ständig veränderten Umweltbedingungen anpassen und angemessen agieren. Wir nehmen durch unsere Sensoren (Sinnesorgan), die Reize unserer Umwelt auf. Die werden dann im Gehirn zu subjektiven Eindrücken verarbeitet, und in Verbindung gebracht mit Erinnerungen und Erfahrungen.
Nicht sensorische Einflüsse auf die Wahrnehmung:
Soziale und selektive Aufmerksamkeit bestimmen die Art wie wir die Informationen aufnehmen. Wir konstruieren unsere Wirklichkeit aufgrund unserer Erwartungen, Erfahrungen und Einstellungen. Dies erklärt warum wir unterschiedlich Grösse und Farbe, Lautstärke und Düfte wahrnehmen.
Soziale Wahrnehmung:
- Die soziale Wahrnehmung kommt durch unseren augenblicklichen emotionalen Zustand, unsere Erfahrung und unsere Einstellungen zustande.
- Erfahrung entsteht aus vorangegangenen Lernprozesse, dazu hehört auch Vorurteile machen
- Beeinflusst kulturell bedingte Einstellung und Werthaltung
Selektive Aufmerksamkeit
Unser Gehirn selektiert, in dem es die wichtigen Informationen aufnimmt und verarbeitet während es die unwichtigen Informationen ausblendet.
Motivation
Motivation sind Gründe für ein bestimmtes Verhalten. Die Motivationspsychologie fragen sich inwiefern Situationsfaktoren (wie z.B. Umweltreiz, äussere Umstände, Kultur) und inwiefern Personenspezifische Faktoren (innere Zustände, Fähigkeiten, Bedürfnisse) unsere Motivationen beeinflussen. Die bekannteste Motivationstheorie ist die Hierarchie von Maslow.
Die Hierarchie der Bedürfnisse
Motive stehen immer für ein individuelles Bedürfnis, das wir befriedigen wollen. Man unterscheidet:
- Primäre Motive: angeborenen, körperliche Befindlichkeiten und physiologischen Druck (Hunger und Durst)
- Sekundäre Motive: umweltbedingt, kulturabhängig, (streben nach Macht.)
Niedrige Motive (Grundbedürfnisse) müssen vor den höheren Motiven (Wachstumsbedürfnisse) befriedigt werden.
Grundbedürfnisse
- Physiologische und soziale Bedürfnisse, das Sicherheitsbedürfnis, Bedürfnis nach Anerkennung
- Bei nicht Befriedigung führt es zu einem Mangelzustand.
Wachstumsbedürfnisse
- Umfassen das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
- Sind notwendig für unsere psychische Gesundheit
- Merkmale die einen erfüllter Mensch auszeichnen: Wahrnehmung der Realität, Selbstakzeptanz, Kreativität, Spontanität und Tiefgehende Zwischenmenschliche Beziehungen.
Reihenfolge der Bedürfnispyramide
- Physiologische Bedürfnisse (Atmen, Hunger, Durst, Schlafen, Sexualität)
- Sicherheitsbedürfnis (Schutz, Schmerzvermeidung, Ruhe, Beruf, Wohnen, Zukunft)
- Sozialbedürfnisse (Geborgenheit, Partnerschaft, Zuneigung, Liebe)
- Individualbedürfnisse (Ansehen, Status, Macht, Kariere, Leistung)
- Selbstverwirklichung (Entfaltung aller persönlicher Fähigkeiten z.B. malen, schreiben, dichten, lernen.)
- Transzendenz (Sinnerfahrung, das Streben nach einer höheren Bewusstseinsebene, die Suche nach Gott)
Extrinsische Motivation
- Verhalten durch äussere Faktoren motiviert.
- Ist verbunden mit Belohnung oder Ziel, das ausserhalb der Person liegt. (Note, Geld, Macht)
Intrinsische Motivation
- Verhalten durch innere Faktoren (Neugier, Wissensdrang, Interesse) motiviert.
- Bezieht sich auf das Tun selbst.
- Ist von längerer Dauer (z.B. Erfolgserlebnis)
Emotionen und Ausdruck
Die Mimik verrät viel über die Persönlichkeit eines Menschen und liefert in der Nonverbalen Kommunikation wichtige Hinweise auf unsere Gefühle.
Der angeborene emotionale Ausdruck
Forschungen zeigen, dass Säuglinge schon ab der Geburt Gesichtsausdrücke anderer Menschen interpretieren und emotionale Ausdrücke imitieren können. Die Mimik blinder Kinder unterscheidet sich nicht von sehenden Kindern. Menschen bringen, unabhängig von kulturellen Unterschieden, grundlegende Emotionen in nahezu gleicher Weise zum Ausdruck.
Sieben Basisemotionen nach Ekman
Freude, Trauer, Überraschung, Ärger, Ekel, Angst, Verachtung
Basisemotionen werden weltweit und Kulturen unabhängig in gleicher Weise erkannt und mimisch ähnlich ausgedrückt.
Kombination aus den Basisemotionen ergeben weitere Emotionenà Sekundäremotionen (sind individuell und kulturell verschieden)
Die Facial-Feedback-Hypothese geht darum, dass unsere Mimik Einfluss auf die Emotionserzeugung im Gehirn hat. Z.B. Selbstbewusstsein verstärken, in dem man aufrichtig steht und einen ernsten Gesichtsausdruck hat.
Lernen und Gedächtnis
Gedächtnis ist die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten, zu speichern und später bei Bedarf wieder abzurufen. Es gibt verschieden Lerntheorien:
Klassische Konditionierung:
Instrumentelle und Operante Konditionierung:
Klassische Konditionierung
Zwei Reize miteinander verknüpfen, die nichts miteinander zu tun haben.
Instrumentelle und Operante Konditionierung
Verknüpfung zwischen Verhalten und Konsequenz. Wenn ich bei einem Verhalten positive Konsequenz erhalte, mache ich es öfters. Wenn ich negative Konsequenz erhalte, mache ich es nicht mehr.
Instrumentelle Konditionierung
Durch einen inneren Reiz (wie z.B. Hunger) wird ein Verhalten ausgelöst, um diesen Triebspannung zu lösen.
Operante Konditionierung
(Operant=wirksam)
Das Erlernen eines Verhaltens durch eine ursprüngliche zufällige Handlung. Mit verstärkenden oder bestrafenden Konzequenzen
Positive und negative Verstärkung
Verstärkung= immer etwas gutes
Verhalten können verstärkt werden, indem man mit positiven Konsequenzen (Taschengeld) reizt oder mit negativen Konsequenzen (sich anschnallen damit Ton weg) droht
Positive und negative Bestrafung
Bestrafung=immer negativ
Bei einer positiven Bestrafung wird ein unangenehmer Reiz hinzugeführt. (z.B. Strafzettel). Bei einer negativen Bestrafung wird ein angenehmer Reiz entfernt (Taschengeld gestrichen, Fehrsehverbot)
Kommunikation
Jede Art von Beziehung zwischen Menschen wird als Kommunikation verstanden. Kommunikation kann verbal oder nonverbal sein.
Folgende Verhaltensweisen können ein konstruktives Gespräch hemmen: Egozentrismus, Bewertung, Vorwürfe, Herunterspielen.
Sender- Empfänger- Model
Besteht immer aus Sender, Nachricht und Empfänger.
- Jeder Sender ist auch Empfänger.
- Beteiligte Übertragungskanäle können sich gegenseitig beeinflussen: Sprache, Gestik, Mimik, Symbole, Töne, Schrift.
- Der Empfänger entziffert und gibt eine entsprechende Reaktion.
Grundgesetze der Kommunikation:
5 Grundgesetze:
- Man kann nicht nicht Kommunizieren
- Jede Kommunikation hat einen Inhalt- und Beziehungsaspekt.
- Jeder Gesprächspartner setzt einen subjektiven Anfangspunkt.
- Es gibt digitale (verbale) und analoge (Körpersprache) Aspekte.
- Gespräche sind entweder symmetrisch (gleichrangige Person) oder komplementär (hierarchische ungleiche Person)
Die Vier Seiten einer Nachricht
- Sachinhalt: Worüber ich informiere
- Selbstoffenbarung: Was ich von mir selbst kundgebe
- Beziehung: Was ich von dir halte und wie wir zueinanderstehen
- Appell: Wozu ich das veranlassen möchte
Metakommunikation:
Sender und Empfänger machen die Art, wie sie miteinander umgehen, zum Gegenstand des Gespräches. Sich über ein nicht gelungenes Gespräch noch einmal Unterhalten und analysieren.
Themenzentrierte Interaktion
Wichtige drei Faktoren die Gruppeninterkation bestimmen: das Ich (Persönlichkeit), das Wir (die Gruppe), dass Es (das Thema). Diese Faktoren müssen im Gleichgewicht sein damit Kommunikation kann gelingen.
- Nur einer kann sprechen. Sonst auch Reihenfolge bestimmen
- Sprich in Ich Form
- Teile persönliche Gedanken und Ehrfahrungen
- Übernimm Verantwortung zu dir selbst
- Sei authentisch und selektiv
- Unterbrich Gespräch wenn unkonzentriert, verärgert bist
Psychologie, seit wann?
Seit rund 150 Jahren, also noch nicht so lange
Merkmale wissenschaftliche Psychologie (5)
-Allgemeingültigkeit: keine einzelfälle sondern soll auf fast alle Menschen zutreffen
-Überprüfbarkeit: ist nachvollziehbar und überprüfbar
-Objektivität:versch. Forschenden sollen vergleichbare Bedinungen zu gleichem Ergebniss kommen
-Systematik: Aussagem werden nach Regeln durch Wissensch. Methoden gewonnen
-Wiederlegbarkeit: Aussage ist so lange richtig bis Falschheit bewiesen
Theoretische Psychologie (5)
- Biologische Psych.
- Allgemeine
- Differentielle und pers.
- Entwicklungspsych.
- Sozialpsych.