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LV 2

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A. D.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau das Thema Störungen und Verhaltensweisen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Sie beleuchten den Zusammenhang zwischen Mediengewalt und Aggression, sowie die Auswirkungen von Vernachlässigung und Missbrauch auf das Sozialverhalten. Therapeutische Interventionen und Präventionsmaßnahmen bei Suizidalität werden ebenfalls thematisiert. Die Karteikarten richten sich an Studierende und Fachkräfte im psychologischen Bereich, die sich mit den Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten von Verhaltensstörungen auseinandersetzen.
Karten
90
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Literatur
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
18.06.2021 / 04.07.2021

Flashcards

Welche Komorbiditäten bestehen häufig bei SV?

  • PS, v.a. Borderline, aber auch vermeidend-selbstunsicher und paranoid
  • Major Depression
  • Störung des Sozialverhaltens
  • Störung mit oppositionellem Trotzverhalten

Definieren Sie suizidales Verhalten. Welche Motiven stecken bei Kindern häufig dahinter?

= Denk- und Verhaltensweisen von menschen, die gedanklich, durch aktive Planung und Handhabung den eigenen Tod anstreben oder als Folge von absichtlicher Selbstschädigung in Kauf nehmen
=>Zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen; bei Jugendlichen häufig impulsiv
Motive: Ruhe haben wollen -> ausweglos scheinende Situation beenden; Verzweiflung signalisieren; Hilfe erhalten; Liebe testen / beweisen
=>Unterscheidung zwischen Attempters und Ideators

Was versteht man unter den Begrifffen Todessehnsucht, Suizidale Gedanken, Parasuizid, Suizidversuch und Suizid?

  • Todessehnsucht
    Beschäftigung mit dem eigenen Tod ohne aktive Planung
  • Suizidale Gedanken
    Verbale und nonverbale Anzeichen für dir / indir Beschäftigung mit Selbsttötungsideen
  • Parasuizid -> Begriff nicht mehr gebräuchlich!
    = SV / NSSV; Selbstschädigende Handlung mit nicht tödlichem Ausgang
  • Suizidversuch
    Lebensbedrohliche, selbstinitiierte finale Handlung ohne Todesfolge
  • Suizid
    Lebensbedrohliche, selbstinitiierte finale Handlung mit Todesfolge

Welche Faktoren erhöhen das Risiko akuter Suizidalität?

  • Akute Alkohol- und Drogenintoxikation
  • Hohe Impulsivität und emotional-instabile Persönlichkeitszüge
  • Frühere Suizidversuche
  • Suizide und -versuche im Umfeld
  • Kritische Lebensereignisse

Anhand welcher Faktoren beurteilt man den Schweregrad von Suizidalität?

  1. Intrapsy. Kriterien = Intention ->Todeserwartung, Ambivalenz und nicht gezielte Intention
  2. Äußere Kriterien = Methode -> hart vs. Weich
     

Wie gestaltet sich der Geschlechtsunterschied bei suizidalem Verhalten? Wann wird ein Suizid wahrscheinlicher, bezogen auf Alter

  • Mehr Männer sterben an Suizid (2-3:1), insgesamt begehen aber Frauen mehr Versuche
    ->Männer verwenden mehr harte Methoden
  • Relation Suizid:Suizidversuch (bis 20J)
    • M: 1:12
    • F: 1:39
  • Unter 10 Jahren ist Suizid selten
  • Suizidraten steigen mit zunehmender kogn. Reife (bis ins Jugendalter)
  • Hohes Wiederholungsrisiko!!!
     

Welche Erklärungskonzepte werden für suizidales Verhalten diskutiert?

  • Biologische und genetische Faktoren
    ->kein konkretes kausales Modell; Serotonintransportergen?
  • Psy. Faktoren
    Impulsivität, Hoffnungslosigkeit, geringe soz. Problemlösekompetenz, Aufnahme sex. Aktivität, Homo- und Bisexualität
  • Psychosoz. Faktoren
    ->psy. Störung oder Suizidversuch in Familie, geringe Fürsorge, abweichende Elternsituation, geringer SES, Körperlicher / sexueller Missbrauch
  • Psy. Störungen
    ->Schwere und Anzahl der komorbiden Störungen erhöhen Risiko
  • Nicht-psychische Störungen
    ->chronische Erkrankungen (nicht zu unterschätzen!!), Behinderungen, Risikoverhalten 

Was fällt unter Suizidprävention? Was sollte bei akuter Intervention thematisiert werden und kann medikamentös unterstützt werden?

Prävention:
->Verhinderung und Reduktion von Risikofaktoren!!!

  • Behandlung psy. Störungen
  • Strategien zur Bewältigung erneuter Krisen
  • Medien: Richtlinien zur Berichterstattung!!

Intervention:

  • Verhinderung suizidaler Handlungen und Distanzierung von aktueller Suizidalität
  • Thematisierung zugrundeliegender Konflikte & Behandlung psy. Störungen

Medikamente: keine kausale medikamentöse Behandlung möglich
->evtl. Benzos bei akuter Suizidalität
->v.a. medikamentöse Behandlung komorbider Grunderkrankungen!!
(Fluoxetin, Sertralin und Citalopram für Kinder und Jugendliche empfohlen)

Welche Effekte zeigen Therapeutische Interventionen für SV und Suizid?

  • Höhere Wirksamkeit von Interventionen mit Fokus auf NSSI als auf Suizidversuche!
  • Wichtige Komponenten einer therapeutischen Intervention:
    • Familienkomponente
    • Gruppenkomponente
    • Längerer Interventionszeitraum
  • Vielversprechend: KVT, DBT, MBT (mentalisierungsbasiert)
  • Fokus auf störungsspezifische Behandlung der Suizidalität nach Komorbidität

Aus welchen Gründen werden gewalttätige Computerspiele gespielt?

  • Führen häufig zu höherer Erregung (stillt need for arousal)
  • Kontrollbedürfnis
  • Soziale Normen (Peers spielen, Gruppendruck)
  • Gegenbewegung zu Eltern und Lehrern
  • Spaß

Welche Methodischen Zugänge gibt es zur Erforschung des Zusammenhangs von gewalthaltigen Medien und Aggression? Was sind Nachteile?

1. Experimentelle Forschung
->Spiel spielen, anschließend Maß für Verhalten, aktuellen Affekt oder aggr. Kognitionen

Probleme:

  • Aussagen nur über kurzen Zeitraum
  • Eth. Probleme der Erfassung von Aggressivität (->Lösung: cogn. Reaction task; Hot sauce paradigm)
  • Operationalisierung des Gewaltmedienkonsums (Spiele in Exp.- und Kontrollgruppe identisch bis auf Aggression?)
    ->Forscher müssen Spiele entwickeln
  1. Längsschnittuntersuchung
    ->Beobachtung der VPs über längeren Zeitraum: Wie verändert sich Aggr. Und Konsum über die Zeit?
    Probleme:
    • Auf Beobachtung beschränkt ->Drittvariablen nicht komplett auszuschließen!
    • Selbstberichte als Informationsquelle (Lsg. Evtl. Eltern-, Peer oder Lehrer-Reports?)
       
  2. Interventionsstudien
    ->ethisch unakzeptabel, Mediengewalt zu erhöhen; daher Reduktion dieser und Beobachtung, ob sich eine Reduktion aggr. Vhs anschließt
    Probleme:
    • Aufwändig
    • Wirksamkeit der Intervention nicht immer gegeben!

Führt Konsum medialer Gewalt zu aggressivem Verhalten?

Ja!

  • Effektstärke: d = .15- .20 = kleiner bis mittlerer Effekt
    ->gesichertes Ergebnis durch Metaanalysen
  • Aggr. Verhalten nicht nur von einer Ursache bestimmt, sondern von vielen einzelnen Ursachen beeinflusst
  • Kein Zusammenhang zwischen genereller Mediennutzung und Aggressivität
  • Befunde meistens für phys. Aggressivität

=>Wenn Medienkonsum reduziert wird, nimmt auch aggr. Vh wieder ab!
(Bezogen auf mehrere Jahre)

Welche neg. (und auch pos.) Auswirkungen hat Gewaltmedienkonsum noch?

  • Allgemein Medien: Verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, verringerte kogn. Leistungsfähigkeit
     
  • Positiv: Räumliches Denken und Wahrnehmung dreidimensionaler Objekte gefördert
     

Warum kommt es bei Gewaltmedienkonsum zu einer Zunahme von physischer Aggression, nicht aber von relationaler Aggression?

  • Phys. Gewalt relativ homogen innerhalb eines Mediums dargestellt
  • Relationale Gewalt innerhalb einer Sendung / Genres in sehr unterschiedlichen Formen und Mengen dargestellt

Welche Mechanismen erklären den Zusammenhang von Gewaltmedienkonsum und erhöhter Aggression?

  1. Erhöhte Verfügbarkeit aggr. Kognitionen
  2. Aggr. Wahrnehmungsschemata
  3. Veränderung normativer Überzeugungen
  4. Desensibilisierung
  5. Katharsistheorie ->widerlegt!

Welche Hypothesen gibt es bezügl. des Zusammenhangs von Gewaltmedienkonsum und Aggression. Wofür sprechen die Daten, was ist das Spiralmodell?

  • Selektionshypothese
    = Personen, die aggressiver sind, bevorzugen gewalthaltige Medien / fühlen sich hingezogen ->unklare Datenlage
  • Sozialisationshypothese
    = Personen, die viel Gewaltmedien konsumieren, zeigen eher aggr. Verhlaten àGewalttätige Medien machen aggressiv
    ->hauptsächlich Belege für diese Hypothese

Slater: Spiralmodell ->beides trifft zu
-> durch Abfolge der Selektion – Sozialisation – Selektion – Sozialisation kommt es zu einem Aufschaukeln des Gewaltmedienkonsums

Was sind Moderatoren des Zusammenhangs von Gewaltmedienkonsum und Aggression?

  • Spielkonsum sagt, relativ unabhängig von Personenmerkmalen, das aggr. Verhalten voraus
  • Sonst keine Moderatoren gefunden
  • Bestimmte Personengruppen interessierter: 13.-17. LJ
  • Große Geschlechterunterschiede:
    • Jungen konsumieren häufiger als Mädchen
    • Entwicklung einer Subgruppe unter den Mädchen, die viel konsumiert

-> erhöhe Mediengewaltnutzung, unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft und Schulform führt i.d.R. zu einer erhöhten Aggressionsbereitschaft!

Welche Ergebnisse lieferte eine Längsschnittuntersuchung zum Thema Verbindung von Gewaltmedien und Aggressionen?

  • Direkte Verbindung zwischen Nutzung gewalthaltiger Medien und aggr. Normen
    • Indirekte Verbindung zum hostile attribution bias
  • Gewalthaltige Spiele, normative beliefs und hostile attribution bias prädizierten physische und indirekte / relationale Aggression
    ->signifikanter Zusammenhang zwischen Spielen und aggr. Normen und aggr. Normen und phys. Gewalt
  • Exponierung mit Gewalt prädizierte phys. Gewalt, wohingegen Aggressionen nicht mit späterem Gebrauch von Videospielen zusammenhingen
    = Beleg für SOZIALISATIONSHYPOTHESE
  • Exponierung mit gewalthaltigen Spielen zum Zeitpunkt T1 beeinflusste physische, aber nicht indirekte / relationale Aggression zum Zeitpunkt T2 durch eine Steigerung aggressiver Normen und dem hostile attribution bias

=>Normative Überzeugungen mediieren Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und phys. Aggression

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