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Lernkarten
Welche 4 Schritte beinhaltet eine Behandlung von Substanzabhängigkeit. Wie steht es mit der Evaluation bestimmter Verfahren?
- Körperlicher Entzug des Suchmittels
- Psychotherapeutische Entzugsbehandlung
- Mitbehandlung der Bezugspersonen
- Mitarbeit in Selbsthilfegruppen
- Jugendliche in Versorgungssystem dramatisch unterrepräsentiert
- Wenig evaluierte Verfahren
- Nur 20-40% werden abstinenz; 12 Monats Katamnese unter 20%
50% reduzieren signifikant den Konsum
Welche Komponenten enthält eine Suchttherapie?
- Psychoedukation
- Soz. Unterstützung
- Soz. Kompetenztraining
- Verhaltenstherapeut. Verfahren
- Kognitive VT
- Motivierende Gespräche
Definieren Sie selbstverletzendes Verhalten. Unter welche Diagnose fällt es?
= gezielte und bewusste Verletzung / Beschädigung des eigenen Körpers, ohne sich dabei aber töten zu wollen, wobei dieses Vh nicht akzeptiert ist und zum Abbau psy. Spannungen durchgeführt wird
Diagnose: „nicht näher bezeichnete abnorme Gewohnheit & Störung der Impulskontrolle
->keine eigenständige Diagnose
Was spricht dafür, SV als Impulskontrollstörung zu bezeichnen. Was dafür, es als Abhängigkeitsstörung zu bezeichnen?
Impulskontrollstörung:
- Handlungen wiederholt ohne oder gegen vernünftigen Grund durchgeführt
- Merkmal der Impulsivität bei vielen Betroffenen
- Person besitzt keine Kontrolle über Verhalten
- Vh wird von Person selbst als impulsiv beschrieben und erlebt
- Plötzlicher Frang und Unfähigkeit sich davon abzuhalten bzw. kann nicht vollständig unterdrückt werden
- Steigende Spannung und Erregung vor der Handlung
->danach Erleichterung und Befriedigung
Abhängigkeitsstörung
- Mehrheit der Patienten beschreibt Verhalten als Sucht
- Bei einigen Patienten sind DSM-IV Kriterien für Sucht erfüllt: Schweregrad und Frequenz, Tolerantentwicklung, Entzugserscheinungen, Investition von viel Zeit
- Effekte des Verhaltens als pos. Und neg. Verstärker
- Bei SV werden körpereigene Opiate freigesetzt, was zur Abhängigkeit führen kann
Wie unterscheidet sich SV von suizidalem Verhalten, was sind Gemeinsamkeiten?
Gemeinsamkeiten:
- 50% der Personen mit SV auch suizidal ->pos. Korrelationen
- SV sagt spätere Suizidversuche vorher
- Ähnliche neurophysiolog. Veränderungen: Serotonin-Unterfunktion ->Impulsivität
Unterschiede
- SV nicht mit Absicht zu sterben, sondern um Stressbelastungen zu ertragen und psy. Wohlbefinden zu erhöhen
- Vorausgehende Gefühle und Motive qual. Unterschiedlich erlebt
- SV als Selbstbestrafung, danach Gefühl von Entlastung und emot. Erleichterung
->nicht so bei Suizid!
Nennen Sie epidemiologische Daten zu SV, in welchen Bevölkerungsgruppen tritt es besonders häufig auf? In welchem Alter? M vs. J?
- 0,1-4% der allg. Bevölkerung; 4,3% der Psychiatriepatienten
- Bei Jugendlichen uneinheitliche Angaben 6,9 aber auch 15,9%
- SV bei Jugendlichen höhere Prävalenzen als bei Erwachsenen
- Jugendliche in stationärer Behandlung: 19-38,5%
- Inhaftierte 50%
- Überwiegend ab 14 Jahren
- Mehr Mädchen als Jungen 2-9:1
Ätiologie von SV?
- Geringer BMI und schlechte Schulleistungen als Risikofaktoren
- Wenn bereits Suizidversuch, dann WSK für gelegentliche SV 3x so hoch; repetitive SV 6x so hoch
- Mädchen: neigen eher zu Aggression nach innen; häufiger sexueller Missbrauch
- Biologische Faktoren: Hormonelle Gründe?
- Traumatische Erlebnisse
- Psy. Störungen
- Emotionale Faktoren
- Soziale Faktoren
Wie sieht der zeitliche Verlauf von SV aus?
- Repetitives Verhalten ->neigt zu Toleranzentwicklung, daher immer schwerere Verletzungen
- Mädchen: zu Beginn häufig um psy. Belastung zu kommunizieren, später dann andere Gründe
- Einstiegsalter ca. 14 Jahre
->Häufigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab!!!
Welche Komorbiditäten bestehen häufig bei SV?
- PS, v.a. Borderline, aber auch vermeidend-selbstunsicher und paranoid
- Major Depression
- Störung des Sozialverhaltens
- Störung mit oppositionellem Trotzverhalten
Definieren Sie suizidales Verhalten. Welche Motiven stecken bei Kindern häufig dahinter?
= Denk- und Verhaltensweisen von menschen, die gedanklich, durch aktive Planung und Handhabung den eigenen Tod anstreben oder als Folge von absichtlicher Selbstschädigung in Kauf nehmen
=>Zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen; bei Jugendlichen häufig impulsiv
Motive: Ruhe haben wollen -> ausweglos scheinende Situation beenden; Verzweiflung signalisieren; Hilfe erhalten; Liebe testen / beweisen
=>Unterscheidung zwischen Attempters und Ideators
Was versteht man unter den Begrifffen Todessehnsucht, Suizidale Gedanken, Parasuizid, Suizidversuch und Suizid?
- Todessehnsucht
Beschäftigung mit dem eigenen Tod ohne aktive Planung - Suizidale Gedanken
Verbale und nonverbale Anzeichen für dir / indir Beschäftigung mit Selbsttötungsideen - Parasuizid -> Begriff nicht mehr gebräuchlich!
= SV / NSSV; Selbstschädigende Handlung mit nicht tödlichem Ausgang - Suizidversuch
Lebensbedrohliche, selbstinitiierte finale Handlung ohne Todesfolge - Suizid
Lebensbedrohliche, selbstinitiierte finale Handlung mit Todesfolge
Welche Faktoren erhöhen das Risiko akuter Suizidalität?
- Akute Alkohol- und Drogenintoxikation
- Hohe Impulsivität und emotional-instabile Persönlichkeitszüge
- Frühere Suizidversuche
- Suizide und -versuche im Umfeld
- Kritische Lebensereignisse
Anhand welcher Faktoren beurteilt man den Schweregrad von Suizidalität?
- Intrapsy. Kriterien = Intention ->Todeserwartung, Ambivalenz und nicht gezielte Intention
- Äußere Kriterien = Methode -> hart vs. Weich
Wie gestaltet sich der Geschlechtsunterschied bei suizidalem Verhalten? Wann wird ein Suizid wahrscheinlicher, bezogen auf Alter
- Mehr Männer sterben an Suizid (2-3:1), insgesamt begehen aber Frauen mehr Versuche
->Männer verwenden mehr harte Methoden - Relation Suizid:Suizidversuch (bis 20J)
- M: 1:12
- F: 1:39
- Unter 10 Jahren ist Suizid selten
- Suizidraten steigen mit zunehmender kogn. Reife (bis ins Jugendalter)
- Hohes Wiederholungsrisiko!!!
Welche Erklärungskonzepte werden für suizidales Verhalten diskutiert?
- Biologische und genetische Faktoren
->kein konkretes kausales Modell; Serotonintransportergen? - Psy. Faktoren
Impulsivität, Hoffnungslosigkeit, geringe soz. Problemlösekompetenz, Aufnahme sex. Aktivität, Homo- und Bisexualität - Psychosoz. Faktoren
->psy. Störung oder Suizidversuch in Familie, geringe Fürsorge, abweichende Elternsituation, geringer SES, Körperlicher / sexueller Missbrauch - Psy. Störungen
->Schwere und Anzahl der komorbiden Störungen erhöhen Risiko - Nicht-psychische Störungen
->chronische Erkrankungen (nicht zu unterschätzen!!), Behinderungen, Risikoverhalten
Was fällt unter Suizidprävention? Was sollte bei akuter Intervention thematisiert werden und kann medikamentös unterstützt werden?
Prävention:
->Verhinderung und Reduktion von Risikofaktoren!!!
- Behandlung psy. Störungen
- Strategien zur Bewältigung erneuter Krisen
- Medien: Richtlinien zur Berichterstattung!!
Intervention:
- Verhinderung suizidaler Handlungen und Distanzierung von aktueller Suizidalität
- Thematisierung zugrundeliegender Konflikte & Behandlung psy. Störungen
Medikamente: keine kausale medikamentöse Behandlung möglich
->evtl. Benzos bei akuter Suizidalität
->v.a. medikamentöse Behandlung komorbider Grunderkrankungen!!
(Fluoxetin, Sertralin und Citalopram für Kinder und Jugendliche empfohlen)
Welche Effekte zeigen Therapeutische Interventionen für SV und Suizid?
- Höhere Wirksamkeit von Interventionen mit Fokus auf NSSI als auf Suizidversuche!
- Wichtige Komponenten einer therapeutischen Intervention:
- Familienkomponente
- Gruppenkomponente
- Längerer Interventionszeitraum
- Vielversprechend: KVT, DBT, MBT (mentalisierungsbasiert)
- Fokus auf störungsspezifische Behandlung der Suizidalität nach Komorbidität
Aus welchen Gründen werden gewalttätige Computerspiele gespielt?
- Führen häufig zu höherer Erregung (stillt need for arousal)
- Kontrollbedürfnis
- Soziale Normen (Peers spielen, Gruppendruck)
- Gegenbewegung zu Eltern und Lehrern
- Spaß
Welche Methodischen Zugänge gibt es zur Erforschung des Zusammenhangs von gewalthaltigen Medien und Aggression? Was sind Nachteile?
1. Experimentelle Forschung
->Spiel spielen, anschließend Maß für Verhalten, aktuellen Affekt oder aggr. Kognitionen
Probleme:
- Aussagen nur über kurzen Zeitraum
- Eth. Probleme der Erfassung von Aggressivität (->Lösung: cogn. Reaction task; Hot sauce paradigm)
- Operationalisierung des Gewaltmedienkonsums (Spiele in Exp.- und Kontrollgruppe identisch bis auf Aggression?)
->Forscher müssen Spiele entwickeln
- Längsschnittuntersuchung
->Beobachtung der VPs über längeren Zeitraum: Wie verändert sich Aggr. Und Konsum über die Zeit?
Probleme:- Auf Beobachtung beschränkt ->Drittvariablen nicht komplett auszuschließen!
- Selbstberichte als Informationsquelle (Lsg. Evtl. Eltern-, Peer oder Lehrer-Reports?)
- Interventionsstudien
->ethisch unakzeptabel, Mediengewalt zu erhöhen; daher Reduktion dieser und Beobachtung, ob sich eine Reduktion aggr. Vhs anschließt
Probleme:- Aufwändig
- Wirksamkeit der Intervention nicht immer gegeben!
Führt Konsum medialer Gewalt zu aggressivem Verhalten?
Ja!
- Effektstärke: d = .15- .20 = kleiner bis mittlerer Effekt
->gesichertes Ergebnis durch Metaanalysen - Aggr. Verhalten nicht nur von einer Ursache bestimmt, sondern von vielen einzelnen Ursachen beeinflusst
- Kein Zusammenhang zwischen genereller Mediennutzung und Aggressivität
- Befunde meistens für phys. Aggressivität
=>Wenn Medienkonsum reduziert wird, nimmt auch aggr. Vh wieder ab!
(Bezogen auf mehrere Jahre)
Welche neg. (und auch pos.) Auswirkungen hat Gewaltmedienkonsum noch?
- Allgemein Medien: Verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, verringerte kogn. Leistungsfähigkeit
- Positiv: Räumliches Denken und Wahrnehmung dreidimensionaler Objekte gefördert
Warum kommt es bei Gewaltmedienkonsum zu einer Zunahme von physischer Aggression, nicht aber von relationaler Aggression?
- Phys. Gewalt relativ homogen innerhalb eines Mediums dargestellt
- Relationale Gewalt innerhalb einer Sendung / Genres in sehr unterschiedlichen Formen und Mengen dargestellt
Welche Mechanismen erklären den Zusammenhang von Gewaltmedienkonsum und erhöhter Aggression?
- Erhöhte Verfügbarkeit aggr. Kognitionen
- Aggr. Wahrnehmungsschemata
- Veränderung normativer Überzeugungen
- Desensibilisierung
- Katharsistheorie ->widerlegt!
Welche Hypothesen gibt es bezügl. des Zusammenhangs von Gewaltmedienkonsum und Aggression. Wofür sprechen die Daten, was ist das Spiralmodell?
- Selektionshypothese
= Personen, die aggressiver sind, bevorzugen gewalthaltige Medien / fühlen sich hingezogen ->unklare Datenlage - Sozialisationshypothese
= Personen, die viel Gewaltmedien konsumieren, zeigen eher aggr. Verhlaten àGewalttätige Medien machen aggressiv
->hauptsächlich Belege für diese Hypothese
Slater: Spiralmodell ->beides trifft zu
-> durch Abfolge der Selektion – Sozialisation – Selektion – Sozialisation kommt es zu einem Aufschaukeln des Gewaltmedienkonsums
Was sind Moderatoren des Zusammenhangs von Gewaltmedienkonsum und Aggression?
- Spielkonsum sagt, relativ unabhängig von Personenmerkmalen, das aggr. Verhalten voraus
- Sonst keine Moderatoren gefunden
- Bestimmte Personengruppen interessierter: 13.-17. LJ
- Große Geschlechterunterschiede:
- Jungen konsumieren häufiger als Mädchen
- Entwicklung einer Subgruppe unter den Mädchen, die viel konsumiert
-> erhöhe Mediengewaltnutzung, unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft und Schulform führt i.d.R. zu einer erhöhten Aggressionsbereitschaft!
Welche Ergebnisse lieferte eine Längsschnittuntersuchung zum Thema Verbindung von Gewaltmedien und Aggressionen?
- Direkte Verbindung zwischen Nutzung gewalthaltiger Medien und aggr. Normen
- Indirekte Verbindung zum hostile attribution bias
- Gewalthaltige Spiele, normative beliefs und hostile attribution bias prädizierten physische und indirekte / relationale Aggression
->signifikanter Zusammenhang zwischen Spielen und aggr. Normen und aggr. Normen und phys. Gewalt - Exponierung mit Gewalt prädizierte phys. Gewalt, wohingegen Aggressionen nicht mit späterem Gebrauch von Videospielen zusammenhingen
= Beleg für SOZIALISATIONSHYPOTHESE - Exponierung mit gewalthaltigen Spielen zum Zeitpunkt T1 beeinflusste physische, aber nicht indirekte / relationale Aggression zum Zeitpunkt T2 durch eine Steigerung aggressiver Normen und dem hostile attribution bias
=>Normative Überzeugungen mediieren Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und phys. Aggression