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A. D.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau das Thema Störungen und Verhaltensweisen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Sie beleuchten den Zusammenhang zwischen Mediengewalt und Aggression, sowie die Auswirkungen von Vernachlässigung und Missbrauch auf das Sozialverhalten. Therapeutische Interventionen und Präventionsmaßnahmen bei Suizidalität werden ebenfalls thematisiert. Die Karteikarten richten sich an Studierende und Fachkräfte im psychologischen Bereich, die sich mit den Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten von Verhaltensstörungen auseinandersetzen.
Karten
90
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Literatur
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
18.06.2021 / 04.07.2021

Lernkarten

Was versteht man unter sexuellem Missbrauch? Welche Schweregrade werden unterschieden und wo findet er in der Regel statt?

= Beteiligung noch nicht ausgereifter Kinder und Jugendlicher an sex. Aktivitäten, denen sie nicht verantwortlich zustimmen können, weil sie deren Tragweite noch nicht erfassen

  • 3 Schweregrade:
    • Verkehr
    • Mit Körperkontakt
    • Ohne Körperkontakt (zB Exhibitionisten)

=>Einschätzung des Belastungsgrades durch Betroffene variiert innerhalb der Kategorien

Wo? 1/3 in der Kernfamilie, 1/3 in weiterer Familie und 1/3 außerhalb der Familie
=>Missbrauch v.a. in Familie lang andauernd und führt zu Vertrauensverlust
=>Oft Schuld- und Schamgefühle 

Warum werden in Statistiken hauptsächlich Männer als Täter bei sex. Missbrauch genannt?

  • Körperkontakt mit Kindern ist für Frauen „normaler“ -> Missbrauchserlebnisse werden nicht als solche wahrgenommen
  • Erlebnisse mit weiblichen Tätern werden von Opfern seltener als schlimm beschrieben

Auswirkungen von sex. Missbrauch: Gibt es ein eindeutiges „Syndrom“?

->Nein! Dauer und Schwere des Missbrauchs entscheidend; oft wird Missbrauch aus Scham und Furcht verschwiegen

  • Häufig Sleeper Effekt: Auswirkungen erst später zu erkennen
  • 0-6 Jahre: Alpträume, Angst, Regressionen, internalisierendes und sexuelles Verhalten
  • 7-12 Jahre: Angst, Alpträume, schul. Probleme, altersinadäquates Verhalten, Hyperaktives und aggressives Verhalten
  • 8-13 Jahre: Depression, suizidale Tendenzen, soz. Rückzug, Weglaugen, Substanzmissbrauch 

Was wird als Prävention für sex. Missbrauch eingesetzt?

=>v.a. Wissensvermittlung!
Es fehlt an Wirksamkeitsnachweisen, aber pos. Effekte hinsichtlich Wissen und Einstellung

Welche Schutzfaktoren sind im Zusammenhang zu Missbrauch zu nennen?

  • Unterstützende Familie
  • Intelligenz
  • Vorteilhafte Anlagen

Was kennzeichnet das Störungsbild von depressiven Kindern und Jugendlichen?

Nach ICD-10 müssen mind. 2 der 3 Kernsymptome erfüllt sein:

  • Depressive Verstimmung
  • Anhedonie
  • Verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit

Bei Kindern / Jugendlichen häufig zusätzlich:

  • Reizbarkeit
  • Gelangweilt sein
  • Trennungsängste
  • Rückzug, Isolation
  • Ausbleibende typische Gewichtszunahme
  • Bauch- und Kopfschmerzen
  • SV 

Welche affektiven Störungen bei Kindern werden im ICD-10 unterschieden?

  1. Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung
    ->trotziges, aggr. Oder dissoziales Verhalten
  2. Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotion
    wie 1 + emotionale Auffälligkeiten + unspezifische Symptome wie Schulverweigerung
  3. Anpassungsstörungen = emotionale Reaktionen nach belastenden Ereignissen
  4. Bipolare Störungsbilder
  5. Anhaltende affektive Störungen zB Dysthymia

Epidemiologie und Verlauf von affektiven Störungen?

  • Schon bei 3-6 Jährigen Depression
  • Bis Pubertät 1-2% dabei Gleichverteilung M=J
  • Ab Pubertät 2-8% und mehr M als Jungen (2:1)
  • Early onset Störung: eher Männer
  • Late onset Störung: eher Frauen

Jugendliche genesen häufig schneller als Erwachsene, aber höhere Rückfallwahrscheinlichkeit
->erhebliches Langzeitrisiko für ungünstigen Verlauf !

Welche Komorbiditäten sind bei affektiven Störungen für Kinder und Jugendliche getrennt zu nennen?

  • Kinder:
    • Ängste: Trennungsängste, soziale Unsicherheit
    • Störung des Sozialverhaltens
    • Hyperkinetische Störungen
  • Jugendliche:
    • Zusätzlich Störungen des Substanzkonsums
    • Essstörungen

Welche Erklärungsmodelle zur Entstehung gibt es und welche Risikofaktoren begünstigen eine Depression?

  • Erklärungsmodelle:
    • Gen-Umwelt-Interaktion
    • Jugendalter als kritische Phase
    • U.a. Bindung, Verhalten, Kognition, Selbstkontrolle, Psycho-dynamisch, interpersonell, sozial und umweltbezogen, neurobiologisch
  • Risikofaktoren
    • Biologische Faktoren: Alter, Frauen, Gene, Hormone…
      ->Depressionen setzen sich in Familien fort!!!
    • Kognitiv-emotionale Faktoren: kogn. Triade, ungünstige Emotionsregulation…
    • Familiäre Faktoren und Eltern-Kind-Interaktion: Geringe Bindungsqualität und Verlusterlebnisse
    • Soziale Kontakte und Beziehung zu Gleichaltrigen: geringe soz. Kompetenzen, belastende Erfahrungen
    • Kritische Lebensereignisse und Stress

Warum sind mehr Mädchen von affektiven Störungen betroffen?

  • Lernen in Erziehung einen stärker emotionalen Umgang mit Problemen
  • Pubertät 1-2 Jahre vor Jungen; Verschiedene Rollenanforderungen
  • Häufiger Opfer von Missbrauch und Misshandlung

Welche Interventionsmaßnahmen gibt es für affektive Störungen?

  • Prävention
  • Psychopharmakotherapie
  • KVT
  • In einzelnen Fällen: Elektroschocktherapie
  • Spieltherapie
  • Interpersonale Therapie und Familientherapeutischer Ansatz

Welche Arten der Prävention werden bei affektiven Störungen unterschieden?

  • Universelle Prävention: Allgemeinbevölkerung durch öffentliche Kampagnen
  • Indizierte Prävention: bei ersten Depressionssymptomen ->Aufklärung und Ressourcen stärken
  • Selektive Prävention: Bei Entwicklungsrisiken ->gezielte Aufklärung und Beratung

Welche Art von Antidepressiva werden bei Kindern und Jugendlichen meist angewendet? Was sind Vor- und Nachteile?

->SSRIs
Pos.: gute Wirksamkeit bei geringen körperlichen Nebenwirkungen
Neg.: kann vorübergehend Suizidgedanken verstärken

Was sind typische Therapiebausteine und Interventionsmethoden bei KVT bei affektiven Störungen?

  • Therapiebausteine:
    • Aufbau und Förderung von Freizeitinteressen
    • Training soz. Kompetenzen
    • Kogn. Umstrukturierung & Selbstkontrolle
    • Stressbewältigung und Problemlösefähigkeit
    • Elternarbeit
  • Interventionsmethoden
    • Therapeutische Beziehung
    • Zur Selbstreflexion anleitende Gesprächsführung
    • Tages- und Wochenpläne; Hausaufgaben
    • Kogn. Techniken & Rollenspiele

Welche Interventionsmöglichkeiten haben die Lehrer bzw. die Schule in Bezug auf affektive Störungen?

 

Gesunder Lebensstil wirkt protektiv

=>2 Hauptstressoren in der Schule: Motivations- und Lernprobleme & Interpersonale Probleme
=> Reduktion des Aufgabenpensums und sozialpsy. Überlegungen
=> Kogn. Umstrukturierung und Beziehungsorientierung

Wie hoch ist die Rückfallwahrscheinlichkeit? Gibt es Geschlechterunterschiede?

ca. 50% ->konnte nicht durch Treatment vorhergesagt werden

->Frauen haben höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten erneuter Symptome!!

Welche dysfunktionalen Gedanken sind häufig bei Jugendlichen zu erkennen?

  • Verallgemeinern (von einzelnem Erlebnis auf alle schließen)
  • Filtern (nur Negatives sehen)
  • Schwarz-Weiß-Denken
  • Personalisieren
  • Katastrophisieren
  • Emotionale Beweisführung (Eigene Gefühle werden mit Tatsachen verwechselt)
  • Etikettierung (Charakter und Eigenschaften werden als unabänderlich gesehen)

Wie kann Leistungsangst definiert werden? Auf welchen drei Ebenen äußert sich diese Angst? Was bestimmt das Angsterleben?

= reaktions- bzw. situationsbezogene Stressreaktion -> Wahrgenommenes Ungleichgewicht zwischen selbst- und fremdgesetzten Leistungsansprüchen
3 Ebenen:

  1. Physiologische und behaviorale Indikatoren
  2. Emotional-subjektive Indikatoren
  3. Kognitive Indikatoren

Angsterleben durch subj. Interpretation und Bewertung von Situationen bestimmt!

Welche Bedingungsfaktoren sind bezüglich Leistungsangst zu nennen?

  1. Lehrerverhalten
  2. Didaktik
  3. Schulleistungsprobleme (Überbeanspruchung und Überforderung, Lernschwierigkeiten)
  4. Leistungsbewertung
  5. Prüfungsgestaltung
  6. Soziale Beziehungen
  7. Verhalten und Einstellungen der Eltern 

Gehen Sie in Bezug auf Leistungsängstlichkeit auf die Unterscheidung State-Trait und Emotionality und Worry ein, was ist entscheidend?

State Angst = Angst in einer bestimmten Situation
->umschließt emotionality (Aufregung) und worry Komponente ->ausgeprägte Worry-Komponente als zwingender Bestandteil der Leistungsangst
Trait Angst = Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal; situationen-überdauernd

Wie wird die Entstehung von Leistungsangst durch den behavioralen und kognitiven Ansatz erklärt? Gehen Sie dabei auf die Habit-Interferenz Theorie ein!

  • Behavioral:
    • Durch respondentes Lernen, Modelllernen oder operantes Lernen erworbene Reaktionstendenz auf bedrohliche Reize
    • =>Habit-Interferenz-Theorie: in selbstwertbedrohenden Situationen werden versch. Antagonistische Antriebe aktiviert: Aufgabenantrieb und Angsttrieb
      ->Prüfungsängstliche aktualisieren in hohem Maße aufgabenirrelevante Reaktionstendenzen, was in der Folge zu einem schlechten Leistungsergebnis führt
  • Kognitiv:
    • Subj. Erwartungen im Zusammenhang mit indiv. Selbsteinschätzung bedeutend
      -> Wahrnehmung und Interpretation einer Situation entscheidend!
    • Selbstaufmerksamkeit führt bei Ängstlichen zusammen mit Selbstzweifeln und Misserfolgserwartungen zu neg. Ergebnissen
       

Welches diagnostische Verfahren wird bei Leistungsängstlichkeit empfohlen? Was umfasst es?

Multifacettaler Ansatz: Differentielles Leistungsangst Inventar (DAI) von Rost und Schermer
->Erfasst:

  • Angstauslösung
  • Angsterscheinungsweisen / Manifestationen
  • Angstverarbeitung / Bewältigungsstrategien
  • Angststabilisierung 

Was korreliert mit Leistungsangst?

  • Intelligenz und Schulleistung:
    • Kurvilinearer Zusammenhang zwischen Angst und Leistung ->mittleres Erregungsausmaß wirkt leistungsoptimierend (nur bei einfach strukturierten Aufgaben)
    • Hochängstliche leisten weniger
    • Leistungsmaße hängen stark mit Worry-Komponente zusammen
    • Niedrige Zusammenhänge mit Intelligenz
    • Ängstlichkeit beeinträchtigt Speicherkapazität
  • Geschlecht: Mädchen häufiger betroffen
  • Sozialer Status
    • Schule als mittelstandsorientierte Institution
    • Kinder aus unteren Schichten dadurch in Situation, die für sie oft undurchsichtig und ungewohnt -> erhöht Unsicherheit und Angst
  • Selbstkonzept und Selbstwertgefühl: neg. Korrelationen
  • Motivation und Attribution:
    • Misserfolgsmotiviert
    • Erfolge werden Zufall zugeschrieben; Misserfolge den Fähigkeiten 

Leistungsangst: An welchen 3 Bereichen kann man bezügl. Prävention und Modifikation angreifen?

  1. Lehrer und Schule (Verbalbeurteilungen bringen nichts!)
  2. Schülerpersönlichkeit
    Fähigkeitsfokussierte Ansätze: Fachliche Kompetenzen erweitern -> Erfolgserlebnisse wahrscheinlicher
    Kognitive Ansätze: Einbezug von Denk- und Problemlöseprozessen, Motivation aber auch Aufmerksamkeits-, Selbstbehauptungs- und Attribuierungstraining
  3. Elternhaus:
    ->vorhersehbare und angemessene Reaktionen; keine persönliche Abwertung des Kindes
    1. ->Kinder ängstlich-fordernder Eltern weisen mehr Prüfungsängstlichkeit und schlechtes Selbstkonzept auf

Wie ist die soziale Phobie definiert? Wie ist dazu die Störung mit sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter abzugrenzen? Was ist hinsichtlich der Prävalenz zu sagen?

  • Soziale Phobie
    = Angst vor wertender Betrachtung durch andere Menschen; kann auf einzelne Situationen begrenzt oder generalisiert sein
    ->klinisch relevant, wenn normale Entwicklung dadurch gefährdet
    Merkmale: emotionale Belastung, vegetative Symptome und psychische Symptome
    Ausgeprägtes Vermeidungsverhalten
    Erzwungene Konfrontation löst Angst aus und führt zu Weinen, Schreien, Forlaufen
  • Störung mit sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter
    => ähnliche Symptome, aber:
    • Vor dem 6. LJ beginnende Furcht vor fremden Erwachsenen oder Gleichaltrigen
    • Meist intakte Beziehung zu vertrauten Personen

=>Prävalenzen steigen mit dem Alter stark an; v.a. Pubertät und Jugendalter sind symptomkritisch!!

Was wird zur Diagnostik einer sozialen Phobie erfasst?

  1. Anamnese des Sozialverhaltens und der bisherigen Entwicklung
  2. Testpsychologische Untersuchungen
    SPAIK, SASC-R-D, YSR 11-18, Intelligenz-, Entwicklungs- und Leistungsstatustests
  3. Abklärung des Sozialverhaltens ->v.a. durch Verhaltensbeobachtung bei Exposition mit angstauslösender Situation

Welche Erklärungskonzepte werden bezügl. der sozialen Phobie diskutiert?

  1. Erweitertes Zwei-Faktoren-Modell
  2. Vermeidungslernen
  3. Somatisch-biologische Faktoren
    genet. Risk-marker; Serotonintransporter, erhöhte ERP, hohe basale Kortisolniveaus, rechtsfrontale EEG-Asymmetrie
  4. Psychologische Faktoren
    Teufelskreis der Angst und Festhalten an Furcht und Vermeidung; irrationale kogn. Verarbeitung von Schemata
  5. Weitere: erhöhte Selbstüberwachung und Emotionsdysregulation

Wie ist die Therapieplanung einer sozialen Phobie in der KVT gestaltet?

  • V.a. Modelllernen, Beobachten, Nachahmen -> v.a. attraktive gleichaltrige Modelle von Vorteil
  • Gruppentraining ist der Einzeltherapie überlegen und daher vorzuziehen
  • Rollenspiele
  • Therapeutische Hausaufgaben für den Transfer
  • Kogn. Techniken zur Modifikation ungünstiger Kognitionen
  • Elternberatung

Was ist bezüglich der Wirksamkeit von KVT für soziale Phobien zu sagen?

  1. hohe Wirksamkeit in versch. Studien nachgewiesen
    => Bei soz. Phobie aber geringe Veränderungs- und Remissionsraten nach KVT als bei anderen Angsterkrankungen
    => eher für ältere Kinder geeignet
    Gruppentraining ist dem Einzeltraining überlegen!

Stellen Sie den Unterschied zwischen Missbrauch und Abhängigkeit nach DSM-IV dar. Wie wird im ICD-10 und im DSM-5 kategorisiert?

Missbrauch:
=wiederholter, unangepasster Substanzkonsum über mind. 12 Monate

  • Versagen bei wichtigen Verpflichtungen
  • Körperliche Gefährdung
  • Gesetzesprobleme
  • Fortgesetzter Konsum trotz sozialer und interpersoneller Probleme

Abhängigkeit
= psy. Störung mit gravierenden psy. Und körperlichen Symptomen und Folgeerscheinungen

  • Toleranz & Entzugssymptome
  • Kontrollverlust
  • Erfolglose Versuche zu verringern
  • Hoher Zeitaufwand
  • Versagen bei Rollenaufgaben
  • Fortgesetzter Konsum trotz psy. Probleme

ICD: spricht bei Missbrauch von „schädlichem Konsum“
DSM-5: Dimensionaler Ansatz; definiert nur Substanzgebrauchsstörung und untersch. Schweregrade

Nennen Sie Ihnen bekannte epidemiologische Daten zu legalen Drogen

  1. Medikamentenmissbrauch
  • In D relativ verbreitet, v.a. Erwachsene (F 5. Lebensdekade)
  1. Schnüffelstoffe
  • Wirkung setzt schnell ein
  • In D im internationalen Vergleich selten
  • Lebenszeitprävalenz 1,1 %
  • Hohe Risiken für Langzeitschäden
  1. Tabakrauchen
  • Teilw. Schon in Grundschule; geringstes Erstkonsumalter (13,7), regelmäßiger Konsum mit 16
  • In ersten 2 Jahren nach initialem Konsum entscheidet sich, ob regelmäßig
  • Abhängigkeitsrisiko und Gesundheitsgefährdung korrelieren mit frühem Beginn
  • Abhängigkeitssymptome entwickeln sich bei Kindern sehr schnell 

Abhängigkeit von welchen Substanzen ist therapiebedürftig?

Im Grunde alle; Alkoholkonsum abhängig von Q-F-Index (Konsumfrequenz und Trinkmenge)

  • Medikamente: Leber- und Nierenschäden; schnelle Abhängigkeit
  • Schnüffelstoffe: akuttoxische Wirkung, bereits bei niedrigen Dosen gefährlich
  • Alkohol: abh. Von QF-Index; binge drinking gefährlich und akuttoxisch
  • Tabak: wenig akuttoxisch, aber Risikofaktor für schwere Erkrankungen

Welche Erklärungskonzepte für Abhängigkeiten können für legale und illegale Drogen benannt werden?

  • Neurobiologische Abhängigkeitsmechanismen
    • Belohnungszentrum -> erhöhte Dopaminausschüttung
    • Toleranzbildung, Entzugssymptome
  • Lernpsychologische Vorgänge: Klassische und Operante Konditionierung
    • V.a. für Langzeitlauf entscheidend

Vgl. Rauchen: Reiz = Inhalation; Kick = Reakition; interne und externe Reize gewinnen schnell Auslösequalität; pos. Operante Konditionierung durch soz. Verstärker; neg. Verstärkung sorgt für langfristige Aufrechterhaltung

Welche Risikofaktoren können für Abhängigkeitserkrankungen genannt werden? Was trägt spezifisch bei Jugendlichen dazu bei?

= Multifaktorielles Geschehen

  • Genetische Faktoren
  • Erworbene Vulnerabilitäten
  • Äußere Belastungsfaktoren

Bei Jugendlichen: v.a. vorher vorhandene psy. Störung / psychiatr. Komorbidität oder elterliche psy. Erkrankung

Welche Interventionen sind bei legalen Drogen vorrangig und welche Programme kennen Sie?

=>Primärprävention vorrangig; Experimentierkonsum kaum zu verhindern; daher Fokus auf kontrolliertem Konsum

  • „Kinder stark machen“
  • Wettbewerb „be smart – don’t start“
  • Bist du stärker als Alkohol? = Peer education

=>Sekundärprävention: zB HaLT
->evaluierte Therapieprogramme für jugendliche Alkoholabhängige, nicht für Tabak!
=>Abstinenz wird angestrebt!!!

Nennen Sie epidemiologische Maße für Cannabiskonsum

  • Häufigste konsumierte illegale Droge in D
  • 6,1 der Jugendlichen sind Mehrfachkonsumenten
  • Einstiegsalter im Durchschnitt schon früher als Alkohol!
  • Relativ geringe Persistenzraten
    ->ca. 50% stellt Konsum sofort wieder ein
  • Abhängigkeitssyndrom bei 5% der Gelegenheitsuser und 29% bei heavy usern
  • Erhöhte Rate psychiatrischer Komorbiditäten: Depressionen, Angststörungen, somatoforme Störungen, psychotische Syndrome

Wovon hängt das Suchtpotenzial einer Droge ab?

Weniger von pharmakolog. Eigenschaften, sondern von Art der Substanzaufnahme: injizieren, sniefen, rauchen schlucken

Welche Personenbezogenen Merkmale und Umgebungsbedingungen tragen zu einer Substanzabhängigkeit bei?

Personenbezogene Merkmale:

  • komorbide psychische Störungen
  • schlechte Schulleistungen
  • fehlende soziale und Lebenskompetenz
  • Schulverweise und Fernbleiben vom Unterricht
  • Neigungen zu aggressiv-dissozialen Aktivitäten und Straftaten
  • selbstzerstörerisches Verhalten
  • Aggressionen und Angst

Umgebungsbedingungen:

  • negative familiäre Vorbilder
  • instabile Familienkonstellationen
  • konflikthafte familiäre Atmosphäre

=>v.a. Kinder gefährdet, bei denen mind. 1 Elternteil abhängig!

Welche Theorien gibt es dazu, dass Drogenkonsum und psy. Störung häufig gemeinsam auftreten?

  • Selbstbehauptungshypothese: Drogen, um Leidensdruck durch Störung zu lindern
  • Konsum und dessen psychosoz. Folgen sind Vorbedingungen für psy. Störung
  • Substanzkonsum kann psy. Störungen kurzfristig triggern
  • Episodisch auftretende psy. Störungen können Drogenkonsum verschlimmern
  • Voneinander unabhängig

=>bei Männern meist erst Substanzstörung, dann psy. Störung
=>bei Frauen 50:50
=>teilw. Ist Drogenkonsum auch Teil der Symptomatik der psy. Störung

Study