Anatomie Verdauung
VL Rotz
VL Rotz
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Lernkarten
Zusammensetzung Speichel
Speicheldrüsen Mikroskopie
Gliederung Parenchym & Interstitium
- Parenchym
- Endstücke und kleine Ausführungsgänge
- Gliederung in Lobuli
- Durchmesser 1 – 3 mm
- funktionelle Einheiten („Mosaik“)
- Interstitium
- lockeres Bindegewebe (Verschiebeschicht)
- interlobuläre Ausführungsgänge
- Gefässe
- Nerven & gelegentlich parasympathische Ganglienzellen
- Fettzellen, Plasmazellen
Mikroskopie Speicheldrüsen: seröse Endstücke
und wo kommen sie vor?
- enges Lumen
- einschichtiges hochprismatisches Epithel, konische Zellen
- runder Kern in basaler Zellhälfte
- Zytoplasma basal basophil, apikal granuliert (sekretorische Granula)
- viel rER, grosser Golgiapparat
- Myoepithelzellen (Ausscheidung)
- Sekretkanälchen: 1 – 5
- m tiefe Einstülpungen der apikalen Seite (im EM)
- Vorkommen: Gl. parotis (Hund und Lamm einzelne muköse Endstücke), Spüldrüsen
Mikroskopie Speicheldrüsen: muköse Endstücke
und wo kommen sie vor?
- weiteres Lumen als bei serösen Endstücken
- basaler, abgeflachter Zellkern
- helles, schaumiges Zytoplasma (HE; mit PAS‐Reaktion purpurrot)
- Myoepithelzellen
- Vorkommen: Gll. zygomatica, buccales, labiales, palatinae, linguales
Mikroskopie Speicheldrüsen: gemischte Endstücke
und wo kommen sie vor?
- muköse und seröse Anteile
- Nebeneinander von serösen Azini und mukösen Endstücken
- seröse (von Ebner‐) Halbmonde: seröse Zellen sitzen kalottenförmig den mukösen peripher auf (reichen aber bis zum Lumen)
- Vorkommen: Gl. mandibularis, Gl. sublingualis (in dieser häufig muköse und seröse Endstücke nebeneinander)
Intralobuläre Ausführungsgänge
Schaltstücke: englumig, kurz, verzweigt
- einschichtiges kubisches Epithel
- wenig Zytoplasma sichtbar
- Myoepithelien¨
- Im Histoschnitt schwierig zu finden (von grossen Gängen nach kleinen gehen)
- Streifenstückeintralobulär
- einschichtiges hochprismatisches Epithel
- Zonulae occludentes
- apikal: ovoide Sekretgranula
- basal: radiäre Streifung (basale Einfaltungen & Mitochondrien sind dadurch gleichmässig angerichtet)
- Transportepithelien: Resorption von Na+ und Cl‐, Sekretion von K+, Bicarbonat = Modifikation des Speichels
interlobuläre Ausführungsgänge
- weitlumig
- im interlobulären Bindegewebe
- Übergang zu zweireihigem, dann zweischichtigem Epithel
Speichelgänge z.B. Ductus parotideus
Epithel nimmt nahe der Mündung die Eigenschaften des dortigen Oberflächenepithels an (d.h. Maulhöhle = mehrschichtiges Plattenepithel)
Gebiss: Articulatio temporomandibularis (Gelenkart?)
- Synoviales Walzengelenk (Art. condylaris)
- Caput mandibulae des Processus condylaris
- Fossa mandibularis des Os temporale (sagittal verlaufende Rinnen bei Meerschweinchen)
- caudal abgestützt mit Proc. retroarticularis
Articulatio intermandibularis
- bei Hund und Wdk geringgradig beweglich (Synchondrose+Syndesmose)
- bei den übrigen Hssgt. verwachsen die beiden Unterkieferhälften (Synostose)
Was ist der Discus articularis und bei welchen Spezies kommt er vor?
(Kontext: Gebiss)
- Discus articularis: bindegewebige Platte
- dick bei Pflanzenfressern (Pfd, Rd, Sw)
- dünn beim Hund (Gelenkflächen nahezu kongruent)
- fehlend oder bloss dünne Membran bei der Katze
- Discus erleichtert Schiebebewegungen
Kaumuskulatur aufzählen
- M. masseter
- M. temporalis
- M. pterygoideus med. & lat.
- M. digastricus
- M. sternomandibularis bei Pfd
Welche 2 Kaumuskeln sind Maulöffner?
M. digastricus
M. ssternomandibularis bei Pfd
M. masseter
Ursprung, Ansatz, Innervation, Verlauf
U: Maxilla, Arcus zygomaticus
A: Fossa masseterica
I: N. mandibularis (V3)
V: fächerförmig, stark sehnig durchsetzt, breitflächig lateral an Mandibula, wichtig für Mahlbewegungen;
Kontur = Ganasche
SpSp: kräftig bei Pflfr. (mahlen), rel. schwach bei Flfr.
M. temporalis
Ursprung, Ansatz, Innervation, Verlauf
U: Fossa temporalis (Schläfenbein)
A: Processus coronoideus
I: N. mandibularis (V3)
V: konvergierend
SpSp: kräftig bei Flfr. («Beissmuskel»)
Mm. pterygoideus medialis et lateralis
Ursprung, Ansatz, Innervation, Verlauf
U: Schädelbasis (Os palatinum, Os pterygoideum, Os sphenoidale)
A: medial an Ramus mandibulae
I: N. mandibularis (V3)
V: M. pterygoideus lat. wirkt als UK‐Vorzieher, Synergisten zum M. masseter
M. digastricus
Ursprung, Ansatz, Innervation
U: Proc. paracondylaris des Os occipitale
A: Innenseite Corpus mandibulae
I: caudaler Bauch: N. facialis; rostraler Bauch: N. mandibularis
SpSp: Pferd: 2 Bäuche mit dazwischengeschalteter Sehne und Pars occipitomandibularis = Abspaltung caudal an Ramus mandibulae
Oberkiefer Innervation
- Nerven: Rr. alveolares (caud., medii, rostr.) des N. infraorbitalis Ast des N. maxillaris (V2)
- Verlauf: im Knochen bis zu C und I1
- durch Canalis infraorbitalis (bis Foramen infraorbitale) für M und P
- Ästchen für C und I bleiben im Knochen
- Versorgung der Zähne (Rami dentales) und der Gingiva (Rr. gingivales)
Unterkiefer Innervation
- Nerven: Rr. alveolares des N. alveolaris inferior Ast des N. mandibularis (V3)
- Verlauf: im Innern der Mandibula bis zu I1
- durch Foramen mandibulae in den
- Canalis mandibulae (medial)
- Rami dentales und Rr. gingivales
- Versorgt Kinn als N. mentales.
Gefässe Oberkiefer & Unterkiefer
OK: A. (& V.) infraorbitalis
UK: A. (& V.) alveolaris inferior
Zähne Embryo:
Herkunft der Zahnanteile (Schmelz, Dentin, etc.)
Schmelz aus Ektoderm der Mundbucht (Stomodaeum)
Rest: aus Mesenchym (→ Neurektoderm/Mesektoderm)
Zähne Embryo:
verschiedene Stadien der Zahnbildung (kurz & knapp)
Stadien: Zahnleiste → Zahnknospe → Schmelzbecher → Schmelzglocke
Embryo Zähne: Zahnleiste
- ektodermale Zellen wachsen medial/caudal der Lippenfurche als Leiste in die Tiefe
- nach caudal soweit Praemolaren ausgebildet werden
- der Kieferform angepasst
Embryo Zähne: Zahnknospen
- seitlich an der Zahnleiste knospen rundliche‐ovale ektodermale Zellverbände
- wachsen in das Mesenchym vor
- Anzahl Knospen = Anzahl Milchzähne
Embryo Zähne: Schmelzbecher
- Zahnknospen werden von labial und an der Spitze von Mesenchym eingestülpt = Bildung der Zahnpapillen
- die niedrigen Schmelzbecher wachsen zu den (hohen) Schmelzglocken aus
Embryo Zähne: Schmelzglocken
- formbestimmend für den späteren Zahn
- Zahnleiste zwischen den einzelnen Schmelzglocken bildet sich zurück, Verbindung zum Oberflächenepithel geht ganz verloren
- ektodermale Zellen der Schmelzglocke
- Zellen der äusseren Schicht bleiben prismatisch: äusseres Schmelzepithel
- Zellen der inneren Schicht werden hochprismatisch: inneres Schmelzepithel (später Adamantoblasten). Liegen auf der Basalmembran (Membrana praeformativa)
- zwischen beiden Schichten: netzförmig angeordnete Zellen = Schmelzpulpa (Reticulum stellatum), Zellen sind lockerer
- mesenchymale Zellen
- Zahnpapille: dichte Lage von Zellkernen
- Zahnsäckchen: Zellen, welche die Schmelzglocke incl. Papille umgeben, bilden später das Zement und den Zahnhalteapparat (Periodontium)
Dentin besteht zu 70% aus...:
Hydroxylapatit
Embryo Zähne: Dentinbildung
- setzt früher ein als Schmelzbildung
- mesodermale Zellen der Zahnpapille, welche an das innere Schmelzepithel grenzen, differenzieren sich zu Odontoblasten:
- epithelialer Verband hochprismatischer Zellen
- Start der Dentinbildung an der Spitze der Zahnpulpa (coronal)
- scheiden Prädentin nur in Richtung Schmelzepithel (Membrana praeformative, also Richtung BM) ab (nur in 1 Richtung!)
- Prädentin verkalkt zu Dentin
- Zellkörper der Odontoblasten werden apikal geschoben
- Zytoplasmafortsätze bleiben im Dentin als Tomes‘sche Fasern; Dentinkanälchen
- Prozess schreitet nach apikal (Richtung zukünftiger Wurzel) fort
- übrige Mesodermzellen der Zahnpapille bleiben mesenchymal und bilden Zahnpulpa; Einsprossen von Gefässen, Nerven
- Dentinbildung bleibt zeitlebens erhalten
- Ersatzdentin (Sekundärdentin):
- Dentin, das nach dem Zahndurchbruch gebildet wird, bräunlich gefärbt, etwas weniger Hydroxylapatit
- mit zunehmendem Alter Einengung der Pulpahöhle mit Rückzug der Leitungsstrukturen
- Ersatzdentin (Sekundärdentin):
Schmelz besteht zu 97% aus...:
Hydroxalapatit
Embryo Zähne: Schmelzbildung
- beginnt coronal, etwas später als Dentinbildung
- Zellen des inneren Schmelzepithels entwickeln sich zu hochprismatischen Adamantoblasten:
- liegen auf Basalmembran (Membrana praeformativa)
- scheiden Schmelzprismen in Richtung Basalmembran ab (zuerst weich, Verkalkung und gegenseitige feste Verbindung), säulenartig (bis 2,5 mm lang!) (Schlüsselloch‐Form)
- Schmelz lagert sich dem Dentin an
- Adamantoblasten nähern sich dem äusseren Schmelzepithel (‐> Schmelzpulpa eingeengt; mit dem Verschwinden der Schmelzpulpa hört die Schmelzbildung auf)
- als letztes bilden Adamantoblasten das Schmelzoberhäutchen (Kittsubstanz für Schmelzprismen)
- Schmelzepithel verschwindet (Adamantoblasten verschwinden, keine Schmelzbildung mehr möglich)
- Schmelz grenzt direkt an Zahnsäckchen
Synonyme für Schmelz (2-3)
Adamantin, Enamelum, Email
Embryo Zähne: Wurzelbildung
- beginnt erst nach Beendigung der Schmelzbildung, meist kurz vor Zahndurchbruch
- epitheliale (Hertwig’sche) Wurzelscheide (1) (= inneres und äusseres Schmelzepithel), keine Schmelzpulpa
- Hohlzylinder (mehrere bei mehrwurzeligen Zähnen)
- wächst apikal ins Mesenchym vor
- formbestimmend für die Wurzel (Gussform)
- induziert an Innenseite Dentinbildung (2) à Einengung zum Canalis radicis dentis
- rot: mesenchymal
blau: ektodermal
Embryo Zähne: Zement
- epitheliale Wurzelscheide degeneriert (siehe Kreis)
- innere (zahnnahe) Zellen des Zahnsäckchens differenzieren sich zu Zementoblasten
- scheiden Zement ringsum aus
- Zellen mauern sich (wie Osteozyten im Knochen) ein
- Zement = geflechtartiges Knochengewebe
- zum grossen Teil post natum
- bei Pfd (alle permanenten Zähne) und Wdk (P & M): auch auf Schmelzmantel wird Zement gebildet (Menge individuell sehr unterschiedlich)
- auf dem Zement der Wurzel bildet Zahnsäckchen das Periodontium
Ersatzzähne, Zahnwechsel
- Ersatzzähne (bleibende Zähne; Dentes permanentes)
- bilden sich aus der Ersatzleiste auf der lingualen Seite der Zahnleiste, muss dann noch weiter nach caudal wachsen (pro Quadrant max. 3 Molare)
- von Schmelzorgan des Milchzahnes wächst epithelialer Spross nach lingual
- bildet Schmelzorgan für den bleibenden Zahn
- Weiterentwicklung erst nach Durchbruch des Milchzahnes
- Osteoklasten lösen Alveolarwand zum Milchzahn auf und resorbieren seine Wurzel
- bleibender Zahn drückt Milchzahn nach oben bis er ausfällt (Druckatrophie der Milchzahnversorgungsstrukturen)
- persistierende Milchzähne (sind zu extrahieren) häufig betroffen sind die Canini bei kleinen Hunderassen
- bilden sich aus der Ersatzleiste auf der lingualen Seite der Zahnleiste, muss dann noch weiter nach caudal wachsen (pro Quadrant max. 3 Molare)
- Molaren
- Zahnleiste nach caudal verlängert
- Epithelstrang wächst vor
- verdickt sich kolbenartig zum Schmelzorgan für M1
- maximal je 3 Molaren (pro Quadrant)
- Zahnleiste nach caudal verlängert
P1 ist bei den Haussäugetieren ein Exot: fehlt häufig; wird nicht gewechselt
Zahndurchbruch
- Zahn liegt in bereits verknöcherter Zahnalveole
- apikal wächst der Zahn in die Länge
- Krone nach oben geschoben
- Druckatrophie der Maulschleimhaut
- an Zahn angrenzende Schleimhaut => Gingiva
- Für die meisten Zähne gilt:
- Wachstum kurz nach Durchbruch abgeschlossen
- werden durch Abreibung der Kau‐Fläche im Alter niedriger (brachydontes Gebiss)
- keine Schmelzbildung mehr
- Wurzelbildung (wie vorne beschrieben)
- Für wenige bleibende Zähne gilt: permanent wachsende Zähne (wurzellose Zähne)
Gebiss Pferd
- Incisivi mit je 1 Schmelzbecher (Kunde, Infundibulum)
Incisivi heissen von mesial nach distal: Zange, Mittelzahn, Eck(schneide)zahn
Zangengebiss bei jungen Pferden, Winkelgebiss bei alten Tieren (siehe Zahnalter) - Canini: meist nur bei Hengst und Wallach (Stuten 2‐3%), klein; heissen Haken‐ oder Hengstzähne
- Backenzähne: schmelzfaltig, sehr lange (7‐9 Jahre) wachsend (hypselodontes Gebiss), bis 10 cm lang
Backenzahnbogen im Oberkiefer breiter als im Unterkiefer (Anisognathie)
P1: embryonal angelegt; im UK fast nie, im OK selten als Wolfszahn (dent de loup) durchgebrochen. Kann auch nach rostral wandern
Altersschätzung Pferd anhand Zähne/Zahnwechsel
!!!
- Form der occlusalen Fläche der Incisivi (rund ab 12‐17, dreieckig 18‐24, längsoval ab 24 Jahren)
- Verschwinden der Kundenspur (ab 11 Jahren)
- Eckschneidezähne (I3) im OK
- Einbiss (erscheint mit ca. 9, verschwindet mit ca. 12 Jahren; + erneut mit ca. 15 & 20 Jahren)
- Galvayne‘sche Rinne (I3, erscheint mit 10, verschwindet mit ca. 30 Jahren); nur in ca. 50%
Kappenzähne & Knäste
Definition, Bedeutung Pferd
Kappenzähne (Kappe auf bleibenden Zähnen, durch Milchzähne gebildet) beim 2 – 4 jährigen Pferd häufig begleitet von Knästen, Bumps (= Knochenauftreibungen am Corpus mandibulae oder an der Maxilla; Zähne drücken quasi unten durch)