VL Rotz


L. S.
Diese Lernkarten bieten einen detaillierten Einblick in die Anatomie des Verdauungssystems auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion verschiedener Darmabschnitte wie Colon, Rectum und Duodenum, sowie auf spezifische anatomische Merkmale wie die Darmschleimhaut und die Pansen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachleute, die sich mit der menschlichen und tierischen Anatomie befassen, da sie wichtige Begriffe und Konzepte wie die Innervation und Blutversorgung des Enddarms sowie die Rolle des Gastro-entero-pankreatischen Systems (GEP) abdecken.
Karten
332
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
16.06.2021 / 22.01.2026

Lernkarten

Kiemenbogen-Nerven

(Kb I, KB II, KB III, KB IV, KB VI)

KB I: N. mandibularis

KB II: N. facialis

KB III: N. glossopharyngeus

KB IV & VI: N. vagus

Beschriftung

-

in welche Richtung entwickelt sich der Mundhöhlenboden?

von rostral nach caudal

Bleibende Hinweise für die mediane Verwachsung der lateralen Zungenwülste:

  • Sulcus medianus linguae (Flfr., Pfd)
  • Septum linguae
    • Lyssa (Flfr): medial, ventral: Schlauch gefüllt mit Fett & BG
    • Zungenrückenknorpel (Pfd)

 

Was ist das Tuberculum impar und von welchem KB wird es innerviert?

  • unpaares Höckerchen caudal der Unterkieferwülste
  • liegt rostral der Schilddrüsenanlage, die in die Tiefe wächst (Ductus thyreoglossus) [Rest Foramen caecum beim Menschen]
  • verschmilzt mit den lateralen Zungenwülsten
  • Innervation: KB I

Was ist die Copula und von welchem KB-Nerv wird sie innerviert?

  • kleines Höckerchen caudal des Tuberculum impar
  • verschwindet, wird überwachsen
  • Innervation: KB II

Was ist die Eminentia hypopharyngealis und von welchem KB-Nerv wird sie innerviert?

  • unpaarer Höcker caudal der Copula
  • wächst über die Copula nach rostral hinweg
  • verwächst mit Tuberculum impar/Zungenwülsten
  • caudaler Teil der Eminentia: Epiglottiswulst (wird zum Kehldeckel)
  • Innervation: KB III und KB IV

Welche Papillen erscheinen früher:

Wo befinden sich die Papillae fungiformes vor allem?

vordere 2/3 der Zunge

(hinten: Papillae vallatae, foliatae)

Aufteilung der Zungenmuskulatur grob (3 Stück) + deren Innervation

  • Zungenbinnenmuskulatur → N. hypoglossus
  • Zungenaussenmuskeln → N. hypoglossus
  • Zungenbeinmuskulatur → N. mylohyoideus V3, Rr. ventrales

Zungenbinnenmuskulatur

M. lingualis proprius

(von caudal eingewandert)

Zur Erinnerung: N. hypoglossus

Zungenaussenmuskeln (3)

  • M. genioglossus: Vor‐ und Herabzieher
  • M. hyoglossus: Rück‐ und Herabzieher
  • M. styloglossus: Rückzieher, Anheben des Apex, Seitwärtszieher

Zur Erinnerung: N. hypoglossus

Zungenbeinmuskulatur

  • „obere“
    • M. mylohyoideus: «Hängematte» der Zunge, Heber der Zunge verkehrt transveral zwischen den Corpora mandibulae (N. mylohyoideus V3)
    • weitere: gehen vom Zungenbein irgendwo hin [Mm.geniohyoideus, stylohyoideus, occipitohyoideus, ceratohyoideus, hyoideus transversus] (Rr. ventrales nC1 und nC2)
  • „untere“
    • Mm. sternohyoideus, (sternothyroideus), omohyoideus (Rr. ventrales nC)

Gefässversorgung der Zunge

  1. A. carotis externa
  2. Tr. linguifacialis
  3. A. lingualis
  4. A. facialis
  5. A. sublingualis
  6. A. palatina ascendens
  7. A. maxillaris
  8. A. palatina descendens

Welche der folgenden Papillen sind Papillae mechanicae?

Welche der folgenden Papillen sind Papillae mechanicae?

Papillae marginales (Ferkel und Welpen; Zurückbildung nach der Säugezeit)

Nenne die 3 Papillae gustatoriae

  • Papillae fungiformes (Bovistförmig)
  • Papillae vallatae (von zirkulärer spaltförmiger Einsenkung umgeben)
  • Papillae foliatae (blattförmig); fehlen beim Rind

Was ist die Tonsilla lingualis & wo befindet sie sich?

  • Ansammlung von Lymphonoduli solitarii
  • am Zungengrund beim Pferd, Rind, Schwein; Flfr:  diffus, sehr klein

Was hilft in der Mikroskopie beim Erkennen eines Zungenschnitts?

  • quergestreifte Muskulatur in allen 3 Raum‐Achsen 
    • Fibrae longitudinales dorsales und ventrales (längs)
    • Fibrae perpendiculares (senkrecht)
    • Fibrae transversae (quer)      
      • getrennt durch das Septum linguae in der Medianen

Was für Drüsen gibt es an der Zunge?

  • Gll. linguales: kleine muköse Speicheldrüsen; v.a. an Zungenwurzel und ‐rändern
  • von Ebner‘sche Spüldrüsen (Gll. gustatoriae): für Geschmacksknospen (lösen und wegspülen der Geschmacksstoffe): zusammengesetzte, azinöse, seröse Drüsen

Was sind das für Papillen?

Papillae conicae

Aus welchen Zellen setzt sich eine Geschmacksknospe zusammen?

  1. Sinneszellen: hell, apikal Mikrovilli (Rezeptorproteine), synaptische Vesikel, Lebensdauer ca. 10 Tage
  2. Stützzellen: dunkel, Sekretgranula (Spülen?)
  3. Basalzellen: Mitosen
  4. periphere Zellen
  5. Geschmacks‐Porus

Gaumenentwicklung (langer Text)

  • Ausgangslage: primäre Maulhöhle, primäre Nasenhöhle, primärer Gaumen &primäre Choanae sind ausgebildet, Rachenmembran eingerissen
    • Primäre Maulhöhle: hat noch weite Öffnung in die Nasenhöhle hinein
  • an der Innenseite der Oberkieferfortsätze (1) entwickeln sich die plattenförmigen lateralen Gaumenfortsätze (Procc. palatini) (2)
    • entwickeln sich als simsartige Längsleisten zwischen primitiven Choanae und Larynxanlage
    • Procc. palatini (2) wachsen seitlich der Zungenanlage (3) vorerst nach ventral
    • nach Längenwachstum des Unterkiefers mit Absinken der Zungenanlage richten sie sich horizontal aus und
    • verschmelzen in der Medianen zur Raphe palati (Verschmelzungsstelle). Verschmelzung reicht nach caudal bis zum Arcus veli palatini
    • dorsale Seite verschmilzt mit dem Septum nasi (4)
  • Definitiv: sekundärer Gaumen
  • Trennung von Luft ‐ & Nahrungsweg mit caudaler Verbindungsöffnung (Ostium intrapharyngeum)
  • von rostral nach caudal folgen sich:
    1. Palatum durum (Verknöcherung)
    2. Palatum molle
    3. Ostium intrapharyngeum beidseits vom Arcus palatopharyngeus flankiert
  • Die Ductus incisivi (münden auf Papilla incisiva) liegen an der Verschmelzungsstelle zwischen primärem & sekundärem Gaumen
  • Missbildung: Palatoschisis

Palatoschisis: Ursache, Symptome und Diagnose

  • Ursachen: hereditär, andere mögliche Ursachen: Fehlernährung, Toxine, Viren
  • Symptome: Saugunvermögen, Dysphagie, Aspirationspneumonie
  • Diagnose: Inspektion, Achtung Schisis kann auf den weichen Gaumen beschränkt sein

Mikroskopischer Aufbau harter Gaumen

  • Lamina epithelialis: mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel
    • Str. basale
    • Str. intermedium
    • Str. superficiale (unvollständige Verhornung; Zellen sind noch kernhaltig)
  • Lamina propria
    • Stratum cavernosum (Venennetz) [Frosch beim Fohlen]
    • Fettzellgruppen
    • muköse Drüsen im pharyngealen Drittel bei Wdk und Flfr

Mikroskopischer Aufbau weicher Gaumen

  • Lamina epithelialis Druckpolster
    • ventrale (orale) Seite: kutane Schleimhaut
    • dorsale (nasale) Seite: Wechsel zu respiratorischer Schleimhaut (mehrreihiges Flimmerepithel)
  • Lamina propria
    • muköse Drüsen, Fetteinlagerungen
    • Lymphonoduli solitarii und Tonsillen (T. veli palatini; orale Seite)
  • Lamina muscularis: quergestreifte Muskelfasern

Muskulatur Gaumensegel: M. levator veli palatini

Funktion & Innervation

Fkt: Heber

Innervation: N. glossopharyngeus (IX)

Muskulatur Gaumensegel: M. tensor veli palatini

Funktion & Innervation

Fkt: Spanner

Innervation: Ast des N. mandibularis (V3)

Muskulatur des Gaumensegels: M. palatinus

Funktion & Innervation

Fkt: Verkürzung des Gaumensegels

Innervation: N. glossopharyngeus (IX)

Warum kann das Pferd nicht durchs Maul atmen?

Das Pferd besitzt ein sehr langes Gaumensegel und kann dieses nicht genügend anheben, um ausreichend Platz zu schaffen für die Maulatmung

Was ist das?

Rugae palatinae

Epitheldiagnose: respiratorische Schleimhaut

mehrreihiges Flimmerepithel

Grosse Speicheldrüsen (aufzählen)

  • Glandula parotis
  • Glandula mandibularis
  • Glandula sublingualis monostomatica (fehlt beim Pfd)
  • Glandulae sublinguales polystomaticae
  • Gandula zygomatica (Flfr.)

kleine Speicheldrüsen (aufzählen)

  • Gll. buccales
  • Gll. labiales
  • Gll. linguales
  • Gll. gustatoriae

Gl. parotis

Ausführungsgang (Ductus parotideus)

  • bei Pferd, Rind Schwein und Ziege medial dann durch Incisura vasorum facialium der Mandibula
  • bei Flfr. und Sf. quer über den M. masseter (Verletzungsgefahr!!)
  • Mündung ins Vestibulum oris auf Höhe der oberen Backenzähne (Hd caudal an P4) auf der Papilla parotidea
  • Drüsentyp: rein serös, ausser Hund

Klinik: Verletzungen des D. parotideus

 

Gl. mandibularis

  • von der Gl. parotis bedeckt, ventral der Atlasgrube bis Kehlgang
  • kompakt, meist ovoid, beweglich
  • Ausführungsgang: Ductus mandibularis mündet auf Caruncula sublingualis
  • Drüsentyp: gemischt (serös und mukös)

Gl. sublingualis

  • Gl. sublingualis monostomatica: zwischen Zunge & Mandibula. Ductus sublingualis major mündet mit oder nahe (caudal) des D. mandibularis. Fehlt dem Pferd
  • Gl. sublingualis polystomatica: kleine Drüsen; münden mit vielen Ausführungsgängen in den Recessus sublingualis lateralis (wirf dort eine Falte auf)
  • Drüsentyp: gemischt

Gl. zygomatica

  • bei Flfr. unter dem Jochbogen, ventral des Augapfels. Mündet auf Höhe des 1. oberen Molars
  • Drüsentyp: vorwiegend mukös

Speicheldrüsen Innervation

  1. Sympathicus:
    • Wirkung:
      • Gefässkontraktion
      • drosselt Speichelbildung: visköser, wasserarmer Speichel
    • Verlauf:
      • Umschaltung im Ggl. cervicale craniale (Schädelbasis)
      • postganglionäre Fasern verlaufen als perivasculäre Fasern oder schliessen sich Ästen von Hirnnerven an
  2. Parasympathicus
    • Wirkung
      • erhöht Speichelbildung: wässriger, (eiweissreicher) Speichel
    • Verlauf
      • Gl. parotis: N. glossopharyngeus
      • Gll. sublingualis und mandibularis: N. facialis (Chorda tympani) 

Zusammensetzung Speichel

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