VL Rotz


L. S.
Diese Lernkarten bieten einen detaillierten Einblick in die Anatomie des Verdauungssystems auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion verschiedener Darmabschnitte wie Colon, Rectum und Duodenum, sowie auf spezifische anatomische Merkmale wie die Darmschleimhaut und die Pansen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachleute, die sich mit der menschlichen und tierischen Anatomie befassen, da sie wichtige Begriffe und Konzepte wie die Innervation und Blutversorgung des Enddarms sowie die Rolle des Gastro-entero-pankreatischen Systems (GEP) abdecken.
Cartes-fiches
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
16.06.2021 / 22.01.2026

Cartes-fiches

Wie läuft der Schlundrinnenreflex ab?

Kontraktion der muskulösen Lippen des Sulcus reticuli, dadurch wird der Sulcus zu Rohr geschlossen und die Milch direkt in den Labmagen geleitet 

Was sind die 3 Abschnitte der Magenrinne (Sulcus ventriculi)?

Synonyme für Magenrinne (2 Stk)

  1. Sulcus reticuli: beginnt bei der Cardia (Einmündung des Oesophagus)
    • zieht schräg nach unten und rechts
    • Rinne seitlich von 2 muskulösen Lippen flankiert
    • Grundlage der Lippen: spiralig verlaufende glatte Muskulatur
  2. Sulcus omasi: Fortsetzung des Sulcus reticuli am Boden des Blättermagens
  3. Sulcus abomasi letzter Abschnitt der Magenrinne am Labmageneingang

Schlundrinne (klinisch), Pansenschlundrinne

Futterschichtung des Pansens

  1. Dorsal: Gasblase (Gas muss regelmässig durch den Ructus nach aussen abgegeben werden).
    • Gasproduktion: 40% Methan, 60% CO2; täglich ca. 500 l
    • Gas
  2. Mitte
    • rel. trockene, grobe, harte Futterpartikel (Dichte < 1 g/ml), dünnflüssiger, mit Gasblasen durchsetzter Inhalt
    • Futtermatte
  3. ventral, flüssiges, stark verkleinertes Futter („Pansensee“)
    • Dichte 1,2 – 1,4 g/ml
    • Suppe

3 Phasen der Vormagenperistaltik

  1. primärer Zyklus (A‐Welle)
    1. biphasische Kontraktion des Reticulum; sein Inhalt in Atrium geschleudert, Öffnung der Ostium reticuloomasicum mit Ingestapassage (nach 2. Kontraktion)
    2. Kontraktion des Atrium
    3. Kontraktion des dorsalen Pansensacks von cranial nach caudal, Kontraktion der Pilae ‐> nach dorsal angehoben (Mischung; Gasblase nach cranial)
    4. Kontraktion der ventralen Pansensacks von cranial nach caudal
      Pilae nach ventral verlagert, feine Ingesta gelangt in Atrium
  2. Ruhephase, dann folgt wieder eine A‐Welle oder:
  3. sekundärer Zyklus (B‐Welle)
    1. Kontraktionswelle von caudal nach cranial ohne Beteiligung von Atrium & Netzmagen
    2. endet mit Ructus

über welchen Nerv wird die Vormagenperistaltik gesteuert?

N. vagus

Was hört man bei der Vormagenperistaltik-Auskultation?

durchschnittlich 3 langgezogene Geräusche pro 2 Minuten 

Ablauf des Ructus

  • durch Kontraktion des Pansens wird Flüssigkeitsspiegel (Pansensee) unterhalb die Cardia gedrückt
  • Gas gelangt via Oesophagus in Pharynx
  • via Trachea in Lunge und dort z. T. (v.a. CO2) resorbiert

Wann ist kein Ructus möglich? In welchen Situationen?

  • Schlundverstopfung
  • Rückenlage
  • schaumige Gärung
  • ev. bei Seitenlage

Was ist Rejektion? (in Zushang mit Vormagen)

Rückbeförderung des Futters in die Maulhöhle zum Wiederkauen

Wie oft sollte ein Bissen wiedergekaut werden? Wie läuft das Wiederkauen ab?

  • 50‐60 Schläge/Bissen, wichtig regelmässige Anzahl
  • je nach Futterangebot bis zu 12 Stunden ruminieren/Tag
  • kauen entweder rechts oder links, mit regelmässigem Wechsel der Seite bei neuem Bolus

Wie läuft die Rejektion ab?

  • Reticulum‐Kontraktion erhöht Druck im Cardiabereich
  • Kontraktion des Diaphragma bei geschlossener Glottis (Kehlkopf) erzeugt einen neg. Druck im Thorax ‐> Erweiterung des Oesophagus
  • Mageninhalt in den Oesophagus angesaugt (Ansaugphase)
  • antiperistaltische Bewegung des Oesophagus
  • Bolus wird ins Maul befördert und ausgepresst (Auspressungsphase)

In welcher Phase der Vormagenperistaltik wird das Futter in den Labmagen weiterbefördert?

am Anfang der A-Welle (nach 2. Kontraktion des Reticulums)

Symbiose Wdk - Mikroorganismen. Was stellen die Wdk zur Verfügung?

  • Raum
  • Wärme
  • Wasser
  • Futterbasis

Zusammensetzung der Pansenflora

  • Bakterien besitzen Cellulase, anaerob
  • Protozoen (Ciliaten und wenig Flagellaten)
  • Pilze

Zusammensetzung der Pansenflora: Fkt der Bakterien

  • amylolytisch, saccarolytisch..
  • Glukoseabbau zu Fettsäuren (Acetat, Butyrat, Propionat)
  • de novo Aminosäuren‐Bildung aus Stickstoff
  • Proteinbildung
  • Vitaminbildung (B‐Komplex, C, K)
  • Archaeen: Methanbildend (senken den H2‐Partialdruck)

Zusammensetzung Pansenflora: Fkt der Protozoen

  • de novo AS‐Bildung
  • Proteinbildung: höherwertig als Bakterienproteine
  • Phagozytose von Bakterien (Reduktion, Regulation)
  • Speicherung von KH (pH‐Wert fällt weniger stark ab nach hoher Aufnahme)
  • Bildung von Acetat, Butyrat, Lactat (aber kein Propionat)

Zusammensetzung der Pansenflora: Fkt der Pilze

  • Auflockerung der Zellwände
  • KH‐ und Polysaccarid‐ Stoffwechsel, proteolytisch

Was geschieht mit den 3 flüchtigen (kurzkettigen) FS, die im Pansen entstehen?

(weitere Verwendung im Körper)

  • Acetat: via Coenzym‐A in Fettstoffwechsel
  • Propionat: Gluconeogenese
  • Butyrat: Ketonkörper!!

Eiweiss-Stoffwechsel der Wiederkäuer

  • 30‐100% des Futterproteins zu Ammoniak abgebaut
  • Aufgenommene NPN & AS zu mikrobiellem Eiweiss oder zu FS & Ammoniak (NH3) umgebaut (NPN= Nicht‐Protein‐Stickstoff)
  • NH3, NH4 diffundiert durch Pansenwand
  • In der Leber zu Harnstoff umgebaut
  • Harnstoff über Speichel (oder in noch grösserem Umfang via Kapillaren der Pansenwand) wieder in den Pansen rezykliert (hepatoruminaler Kreislauf) oder über Nieren ausgeschieden (<10% bei proteinarmer Ernährung)
  • Im Pansen durch Urease der Mikroben in NH3, NH4 gespalten
  • Bakterienproteine schlechter verdaulich als Protozoenproteine
  • beim Rind könnten bis zu 200 g Harnstoff/Tag zugefüttert werden (erhöhte Proteinproduktion)

KH-Stoffwechsel der Wiederkäuer

  • Abbau via Pyruvat zu kurzkettigen FS: Acetat (60%), Propionat (25%), Butyrat, sehr wenig Lactat
  • Stärke führt bei zu hohem Anfall zu pH‐Abfall im Pansen (Pansenazidose)
  • kurzkettige FS decken bis zu 60% des Energiebedarfes
  • Absorption im Pansen

Welche Verdauungsprodukte werden im Pansen & Reticulum resorbiert?

  • kurzkettige FS (Acetat, Propionat, Butyrat) [5‐7 kg/Tag], ständiges Resorbieren dieser Säuren hält Pansen‐pH konstant
  • bei eiweissreicher Ernährung: Ammonium‐Ionen (NH4) & wenig Ammoniak (NH3) [toxisch: bei zu starkem Ansteigen im Pansen, Blutwerte zu hoch= Amoniakvergiftung]. Bei eiweissarmer Ernährung tritt Ammoniak aus dem Blut in den Pansen
  • Ionen (Na, Mg, Cl, Ca, K)
  • Wasser: je nach Osmolarität des Panseninhaltes resorbiert oder ausgeschieden

Welche Verdauungsprodukte werden im Omasum resorbiert?

  • geringe Mengen im Vergleich zum Pansen
  • kurzkettige FS
  • Na, K
  • Bicarbonat (Puffer, im Labmagen nicht erwünscht)
  • Wasser

Wie viele Vormägen besitzen Kameliden?

2 (Kompartiment 1 und 2) + den eigentlichen Magen (Kompartiment 3)

Gehören Kameliden zu den Wiederkäuern?

sie kauen zwar wieder, aber gehören zoologisch nicht zu den Wiederkäuern

Darm: Aufhängung (die versch. Mesos)

  • Meso‐Duodenum
    • kurz ausser beim Flfr. (konstante Lage)
    • ₊ antimesenterial: Plica duodenocolica zw. Duodenum und Colon transversum/descendens)
  • Meso‐Jejunum: sehr lang (Pfd bis 60 cm), fächerförmig
  • Meso‐Ileum
    • ⁺ antimesenterial: Plica lileocaecalis
  • (Meso‐ Caecum) (als Plica caecocolica ausgebildet)
  • Mesocolon ascendens
  • Mesocolon transversum
  • Mesocolon descendens
  • Meso‐Rectum

Welche (immunologischen) Abwehreinrichtungen existieren im Darm? (3 Stk.)

  • Darmlymphknoten
  • Peyer‘sche Platten
  • Lymphonoduli solitarii bis hin zu den freien Zellen in der Lamina propria

Innenrelief DüDa vs. DiDa

  • Dünndarm: Zotten und Krypten, Mikrovilli
  • Dickdarm: Falten, Krypten, aber keine Zotten, viele Becherzellen

Was ist die Gekrösewurzel?

das dorsale Meso des Darms (hat gar kein ventrales)

es ist ein verstärktes Meso, in welchem die A. mesenterica cranialis zum Darm zieht.

Histologische Gliederung der Tunica serosa (in 2 Laminae)

kann histologisch in die Lamina epithelialis und die Lamina propria serosae gegliedert werden

Embryologie Darm: 1. Schritt

Schluss des Darmrohres ausgehend vom Archenteron durch craniocaudale Krümmung und seitliche Abfaltung des Embryos

Embryologie Darm: 2. Schritt

Bildung der primitiven Darmschleife durch Verlängerung des dorsalen Mesos im Bereich des Mesenteron (Mitteldarm)

Embryologie Darm: Welche Darmabschnitte entwickeln sich aus der primitiven Darmschleife? Resp. aus welchem Teil der Darmschleife entwickelt sich was?

1 cranialer horizontaler Schenkel: Duodenum

2 cranialer absteigender Schenkel: Jejunum (wird sehr lang)

3 Scheitel der Schleife*: Ileum (evtl. Meckel’sches Divertikel**)

4 caudaler aufsteigender Schenkel: Caecum und Colon ascendens (Speziesunterschiede)

5 Übergang zu horiz. Schenkel: Colon transversum

6 caudaler horizontaler Schenkel: Colon descendens und Rectum

* mit Ductus vitellinus **

Embryologie Darm: 3. Schritt

Drehung der Darmschleife um die Gekrösewurzel

  • das rasche Längenwachstum des cranialen horizontalen Abschnittes initiiert die Drehung der Darmschleife
  • die Drehung erfolgt um die A. mesenterica cranialis
    • eine erste Drehung erfolgt um ca. 180°
    • die cranialen und mittleren Teile wachsen sehr stark
    • eine zusätzliche Drehung um ca. 180° folgt nach
  • Drehung erfolgt im Uhrzeigersinn (bei Betrachtung von dorsal)
    • Pars descendens des Duodenums rechts der Gekrösewurzel
    • das Colon descendens links der Gekrösewurzel
  • zur Zeit der Darmdrehung ist die Darmpforte noch weit offen: während des raschen Längenwachstums des Darmes bleibt für ihn wegen der enormen Grösse der Leber sehr wenig Platz in der Bauchhöhle. Er ragt in dieser Phase bis in das extraembryonale Coelom (Nabelstrangcoelom) hinein. Bei einem Nabelbruch hat sich diese Öffnung nicht komplett geschlossen.
  • definitive Situation:
    1. das Duodenum macht eine nach cranial offene Schleife caudal um die Gekrösewurzel
    2. das Colon hingegen eine nach caudal offene Schleife cranial um die Gekrösewurzel
  • eine Drehung in die Gegenrichtung führt zu einem Situs inversus

Welche Darmabschnitte "versorgt" das Lymphocentrum mesentericum craniale?

  • Duodenum
    • Pars cranialis, Pars descendens, Pars transversa, Pars ascendens
  • Jejunum
  • Ileum
  • Caecum
  • Colon ascendens
  • Colon transversum

Welche Darmabschnitte "versorgt" das Lymphocentrum mesentericum caudale?

  • Colon descendens
  • Rectum

Welche Darmabschnitte "versorgt" das Lymphocentrum coeliacum?

  • Magen
  • Leber
  • Milz
  • Pankreas

Wie erfolgt der Lymphabfluss im Darmbereich?

  • Lymphgefässe vereinigen sich zum Tr. visceralis, welcher in die
  • Cisterna chyli (Lendenzisterne) mündet
  • Ductus thoracicus (Milchbrustgang)
    • Lymphe wegen Fettgehalt milchig getrübt
    • mündet beim Venenwinkel (neben V. jugularis) in die V. cava cranialis

Was sind die GVA (generelle viszerale Afferenzen) des Darms?

v.a. Dehnungsrezeptoren

Welche Teile des GIT versorgt der Truncus vagalis dorsalis?

Zu welchem Teil des Nervensystems gehört er?

  • Magen
  • Leber
  • Pankres
  • Darm bis Colon transversum

gehört zum Vegetativen NS und zwar zum Parasympatikus

Welche Teile des GIT versorgt der Truncus vagalis ventralis?

Zu welchem Teil des NS gehört er?

  • Magen
  • Leber
  • Pankreas
  • Duodenum

gehört zum vegetativen NS, und zwar zum Parasympatikus

Étudier