VL Rotz


L. S.
Diese Lernkarten bieten einen detaillierten Einblick in die Anatomie des Verdauungssystems auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion verschiedener Darmabschnitte wie Colon, Rectum und Duodenum, sowie auf spezifische anatomische Merkmale wie die Darmschleimhaut und die Pansen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachleute, die sich mit der menschlichen und tierischen Anatomie befassen, da sie wichtige Begriffe und Konzepte wie die Innervation und Blutversorgung des Enddarms sowie die Rolle des Gastro-entero-pankreatischen Systems (GEP) abdecken.
Flashcards
332
Students
6
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
16.06.2021 / 22.01.2026

Flashcards

Zusammensetzung Speichel

Speicheldrüsen Mikroskopie

 

Gliederung Parenchym & Interstitium

  • Parenchym
    • Endstücke und kleine Ausführungsgänge
    • Gliederung in Lobuli
      • Durchmesser 1 – 3 mm
      • funktionelle Einheiten („Mosaik“)
  • Interstitium
    • lockeres Bindegewebe (Verschiebeschicht)
    • interlobuläre Ausführungsgänge
    • Gefässe
    • Nerven & gelegentlich parasympathische Ganglienzellen
    • Fettzellen, Plasmazellen

Mikroskopie Speicheldrüsen: seröse Endstücke 

und wo kommen sie vor?

  • enges Lumen
  • einschichtiges hochprismatisches Epithel, konische Zellen
  • runder Kern in basaler Zellhälfte
  • Zytoplasma basal basophil, apikal granuliert (sekretorische Granula)
  • viel rER, grosser Golgiapparat
  • Myoepithelzellen (Ausscheidung)
  • Sekretkanälchen: 1 – 5
  • m tiefe Einstülpungen der apikalen Seite (im EM)
  • Vorkommen: Gl. parotis (Hund und Lamm einzelne muköse Endstücke), Spüldrüsen

Mikroskopie Speicheldrüsen: muköse Endstücke

und wo kommen sie vor?

  • weiteres Lumen als bei serösen Endstücken
  • basaler, abgeflachter Zellkern
  • helles, schaumiges Zytoplasma (HE; mit PAS‐Reaktion purpurrot)
  • Myoepithelzellen
  • Vorkommen:  Gll. zygomatica, buccales, labiales, palatinae, linguales

Mikroskopie Speicheldrüsen: gemischte Endstücke

und wo kommen sie vor?

  • muköse und seröse Anteile
    • Nebeneinander von serösen Azini und mukösen Endstücken
    • seröse (von Ebner‐) Halbmonde: seröse Zellen sitzen kalottenförmig den mukösen peripher auf (reichen aber bis zum Lumen)
  • Vorkommen:  Gl. mandibularis, Gl. sublingualis (in dieser häufig muköse und seröse Endstücke nebeneinander)

Intralobuläre Ausführungsgänge

Schaltstücke: englumig, kurz, verzweigt

  • einschichtiges kubisches Epithel
  • wenig Zytoplasma sichtbar
  • Myoepithelien¨
  • Im Histoschnitt schwierig zu finden (von grossen Gängen nach kleinen gehen)
  • Streifenstückeintralobulär
  • einschichtiges hochprismatisches Epithel
  • Zonulae occludentes
  • apikal: ovoide Sekretgranula
  • basal: radiäre Streifung (basale Einfaltungen & Mitochondrien sind dadurch gleichmässig angerichtet)
  • Transportepithelien: Resorption von Na+ und Cl‐, Sekretion von K+, Bicarbonat = Modifikation des Speichels

interlobuläre Ausführungsgänge

  • weitlumig
  • im interlobulären Bindegewebe
  • Übergang zu zweireihigem, dann zweischichtigem Epithel

Speichelgänge z.B. Ductus parotideus

Epithel nimmt nahe der Mündung die Eigenschaften des dortigen Oberflächenepithels an (d.h. Maulhöhle = mehrschichtiges Plattenepithel)

Gebiss: Articulatio temporomandibularis (Gelenkart?)

  • Synoviales Walzengelenk (Art. condylaris)
    • Caput mandibulae des Processus condylaris
    • Fossa mandibularis des Os temporale (sagittal verlaufende Rinnen bei Meerschweinchen)
    • caudal  abgestützt mit Proc. retroarticularis

Articulatio intermandibularis

  • bei Hund und Wdk geringgradig beweglich (Synchondrose+Syndesmose)
  • bei den übrigen Hssgt. verwachsen die beiden Unterkieferhälften (Synostose)

Was ist der Discus articularis und bei welchen Spezies kommt er vor?

(Kontext: Gebiss)

  • Discus articularis: bindegewebige Platte
    • dick bei Pflanzenfressern (Pfd, Rd, Sw)
    • dünn beim Hund (Gelenkflächen nahezu kongruent)
    • fehlend oder bloss dünne Membran bei der Katze
    • Discus erleichtert Schiebebewegungen

Kaumuskulatur aufzählen

  • M. masseter
  • M. temporalis
  • M. pterygoideus med. & lat.
  • M. digastricus
  • M. sternomandibularis bei Pfd

Welche 2 Kaumuskeln sind Maulöffner?

M. digastricus

M. ssternomandibularis bei Pfd

M. masseter

Ursprung, Ansatz, Innervation, Verlauf

U: Maxilla, Arcus zygomaticus
A: Fossa masseterica
I: N. mandibularis (V3)
V:  fächerförmig, stark sehnig durchsetzt, breitflächig lateral an Mandibula, wichtig für Mahlbewegungen;
Kontur = Ganasche
SpSp: kräftig bei Pflfr. (mahlen), rel. schwach bei Flfr. 

M. temporalis

Ursprung, Ansatz, Innervation, Verlauf

U: Fossa temporalis (Schläfenbein)
A: Processus coronoideus
I: N. mandibularis (V3)
V: konvergierend
SpSp: kräftig bei Flfr. («Beissmuskel»)

Mm. pterygoideus medialis et lateralis

Ursprung, Ansatz, Innervation, Verlauf

U: Schädelbasis (Os palatinum, Os pterygoideum, Os sphenoidale)
A: medial an Ramus mandibulae
I: N. mandibularis (V3)
V: M. pterygoideus lat. wirkt als UK‐Vorzieher, Synergisten zum M. masseter

M. digastricus

Ursprung, Ansatz, Innervation

U:  Proc. paracondylaris des Os occipitale
A: Innenseite Corpus mandibulae
I: caudaler Bauch: N. facialis; rostraler Bauch: N. mandibularis
SpSp: Pferd: 2 Bäuche mit dazwischengeschalteter Sehne und Pars occipitomandibularis = Abspaltung   caudal an Ramus mandibulae

Oberkiefer Innervation

  • Nerven: Rr. alveolares (caud., medii, rostr.) des N. infraorbitalis Ast des N. maxillaris (V2)
  • Verlauf: im Knochen bis zu C und I1
    • durch Canalis infraorbitalis (bis Foramen infraorbitale) für M und P
    • Ästchen für C und I bleiben im Knochen
    • Versorgung der Zähne (Rami dentales) und der Gingiva (Rr. gingivales)

Unterkiefer Innervation

  • Nerven: Rr. alveolares des N. alveolaris inferior Ast des N. mandibularis (V3)
  • Verlauf: im Innern der Mandibula bis zu I1
    • durch Foramen mandibulae in den
    • Canalis mandibulae (medial)
    • Rami dentales und Rr. gingivales
  • Versorgt Kinn als N. mentales.

Gefässe Oberkiefer & Unterkiefer

OK: A. (& V.) infraorbitalis

UK: A. (& V.) alveolaris inferior

Zähne Embryo:

Herkunft der Zahnanteile (Schmelz, Dentin, etc.)

Schmelz aus Ektoderm der Mundbucht (Stomodaeum)

Rest: aus Mesenchym (→ Neurektoderm/Mesektoderm)

Zähne Embryo:

verschiedene Stadien der Zahnbildung (kurz & knapp)

Stadien: Zahnleiste → Zahnknospe → Schmelzbecher → Schmelzglocke

Embryo Zähne: Zahnleiste

  • ektodermale Zellen wachsen medial/caudal der Lippenfurche als Leiste in die Tiefe
  • nach caudal soweit Praemolaren ausgebildet werden
  • der Kieferform angepasst

Embryo Zähne: Zahnknospen

  • seitlich an der Zahnleiste knospen rundliche‐ovale ektodermale Zellverbände
  • wachsen in das Mesenchym vor
  • Anzahl Knospen = Anzahl Milchzähne

Embryo Zähne: Schmelzbecher

  • Zahnknospen werden von labial und an der Spitze von Mesenchym eingestülpt = Bildung der Zahnpapillen
  • die niedrigen Schmelzbecher wachsen zu den (hohen) Schmelzglocken aus

Embryo Zähne: Schmelzglocken

  • formbestimmend für den späteren Zahn
  • Zahnleiste zwischen den einzelnen Schmelzglocken bildet sich zurück, Verbindung zum Oberflächenepithel geht ganz verloren
  • ektodermale Zellen der Schmelzglocke
    1. Zellen der äusseren Schicht bleiben prismatisch: äusseres Schmelzepithel
    2. Zellen der inneren Schicht werden hochprismatisch: inneres Schmelzepithel (später Adamantoblasten). Liegen auf der Basalmembran (Membrana praeformativa)
    3. zwischen beiden Schichten: netzförmig angeordnete Zellen = Schmelzpulpa (Reticulum stellatum), Zellen sind lockerer
  • mesenchymale Zellen
    • Zahnpapille: dichte Lage von Zellkernen
    • Zahnsäckchen: Zellen, welche die Schmelzglocke incl. Papille umgeben, bilden später das Zement und den Zahnhalteapparat (Periodontium)

beschrifte

a) äusseres Schmelzepithel
b) inneres Schmelzepithel (später Adamantoblasten)
c) Schmelzpulpa (Reticulum stellatum)
d) Zahnpapille
e) Zahnsäckchen

Dentin besteht zu 70% aus...:

Hydroxylapatit

Embryo Zähne: Dentinbildung

  • setzt früher ein als Schmelzbildung
  • mesodermale Zellen der Zahnpapille, welche an das innere Schmelzepithel grenzen, differenzieren sich zu Odontoblasten:
    • epithelialer Verband hochprismatischer Zellen
    • Start der Dentinbildung an der Spitze der Zahnpulpa (coronal)
      • scheiden Prädentin nur in Richtung Schmelzepithel (Membrana praeformative, also Richtung BM) ab (nur in 1 Richtung!)
      • Prädentin verkalkt zu Dentin
      • Zellkörper der Odontoblasten werden apikal geschoben
      • Zytoplasmafortsätze bleiben im Dentin als Tomes‘sche Fasern; Dentinkanälchen
    • Prozess schreitet nach apikal (Richtung zukünftiger Wurzel) fort
  • übrige Mesodermzellen der Zahnpapille bleiben mesenchymal und bilden Zahnpulpa; Einsprossen von Gefässen, Nerven
  • Dentinbildung bleibt zeitlebens erhalten
    • Ersatzdentin (Sekundärdentin):
      • Dentin, das nach dem Zahndurchbruch gebildet wird, bräunlich gefärbt, etwas weniger Hydroxylapatit
      • mit zunehmendem Alter Einengung der Pulpahöhle mit Rückzug der Leitungsstrukturen

Schmelz besteht zu 97% aus...:

Hydroxalapatit

Embryo Zähne: Schmelzbildung

  • beginnt coronal, etwas später als Dentinbildung
  • Zellen des inneren Schmelzepithels entwickeln sich zu hochprismatischen Adamantoblasten:
    • liegen auf Basalmembran (Membrana praeformativa)
    • scheiden Schmelzprismen in Richtung Basalmembran ab (zuerst weich, Verkalkung und gegenseitige feste Verbindung), säulenartig (bis 2,5 mm lang!) (Schlüsselloch‐Form)
    • Schmelz lagert sich dem Dentin an
    • Adamantoblasten nähern sich dem äusseren Schmelzepithel (‐> Schmelzpulpa eingeengt; mit dem Verschwinden der Schmelzpulpa hört die Schmelzbildung auf)
    • als letztes bilden Adamantoblasten das Schmelzoberhäutchen (Kittsubstanz für Schmelzprismen)
    • Schmelzepithel verschwindet (Adamantoblasten verschwinden, keine Schmelzbildung mehr möglich)
    • Schmelz grenzt direkt an Zahnsäckchen

Synonyme für Schmelz (2-3)

Adamantin, Enamelum, Email

Embryo Zähne: Wurzelbildung

  • beginnt erst nach Beendigung der Schmelzbildung, meist kurz vor Zahndurchbruch
  • epitheliale (Hertwig’sche) Wurzelscheide (1) (= inneres und äusseres Schmelzepithel), keine Schmelzpulpa
    • Hohlzylinder (mehrere bei mehrwurzeligen Zähnen)
    • wächst apikal ins Mesenchym vor
    • formbestimmend für die Wurzel (Gussform)
    • induziert an Innenseite Dentinbildung (2) à Einengung zum Canalis radicis dentis
    • rot: mesenchymal
      blau: ektodermal

Embryo Zähne: Zement

  • epitheliale Wurzelscheide degeneriert (siehe Kreis)
  • innere (zahnnahe) Zellen des Zahnsäckchens differenzieren sich zu Zementoblasten
    • scheiden Zement ringsum aus
    • Zellen mauern sich (wie Osteozyten im Knochen) ein
    • Zement = geflechtartiges Knochengewebe
  • zum grossen Teil post natum
  • bei Pfd (alle permanenten Zähne) und Wdk (P & M): auch auf Schmelzmantel wird Zement gebildet (Menge individuell sehr unterschiedlich)
  • auf dem Zement der Wurzel bildet Zahnsäckchen das Periodontium

Ersatzzähne, Zahnwechsel

  1. Ersatzzähne (bleibende Zähne; Dentes permanentes)
    • bilden sich aus der Ersatzleiste auf der lingualen Seite der Zahnleiste, muss dann noch weiter nach caudal wachsen (pro Quadrant max. 3 Molare)
      • von Schmelzorgan des Milchzahnes wächst epithelialer Spross nach lingual
      • bildet Schmelzorgan für den bleibenden Zahn
      • Weiterentwicklung erst nach Durchbruch des Milchzahnes
    • Osteoklasten lösen Alveolarwand zum Milchzahn auf und resorbieren seine Wurzel
    • bleibender Zahn drückt Milchzahn nach oben bis er ausfällt (Druckatrophie der Milchzahnversorgungsstrukturen)
    • persistierende Milchzähne (sind zu extrahieren) häufig betroffen sind die Canini bei kleinen Hunderassen
  2. Molaren
    • Zahnleiste nach caudal verlängert
      • Epithelstrang wächst vor
      • verdickt sich kolbenartig zum Schmelzorgan für M1
      • maximal  je 3 Molaren (pro Quadrant)

P1 ist bei den Haussäugetieren ein Exot: fehlt häufig; wird nicht gewechselt

Zahndurchbruch

  • Zahn liegt in bereits verknöcherter Zahnalveole
  • apikal wächst der Zahn in die Länge
  • Krone nach oben geschoben
  • Druckatrophie der Maulschleimhaut
  • an Zahn angrenzende Schleimhaut => Gingiva
  • Für die meisten Zähne gilt:
    • Wachstum kurz nach Durchbruch abgeschlossen
    • werden durch Abreibung der Kau‐Fläche im Alter niedriger (brachydontes Gebiss)
    • keine Schmelzbildung mehr
    • Wurzelbildung (wie vorne beschrieben)
  • Für wenige bleibende Zähne gilt: permanent wachsende Zähne (wurzellose Zähne)

Gebiss Pferd

  • Incisivi mit je 1 Schmelzbecher (Kunde, Infundibulum)
    Incisivi heissen von mesial nach distal: Zange, Mittelzahn, Eck(schneide)zahn
    Zangengebiss bei jungen Pferden, Winkelgebiss bei alten Tieren (siehe Zahnalter)
  • Canini: meist nur bei Hengst und Wallach (Stuten 2‐3%), klein; heissen Haken‐ oder Hengstzähne
  • Backenzähne: schmelzfaltig, sehr lange (7‐9 Jahre) wachsend (hypselodontes Gebiss), bis 10 cm lang
    Backenzahnbogen im Oberkiefer breiter als im Unterkiefer (Anisognathie)
    P1: embryonal angelegt; im UK fast nie, im OK selten als Wolfszahn (dent de loup) durchgebrochen. Kann auch nach rostral wandern

Pferd Triadansystem

d

Altersschätzung Pferd anhand Zähne/Zahnwechsel

!!!

  • Form der occlusalen Fläche der Incisivi (rund ab 12‐17, dreieckig 18‐24, längsoval ab 24 Jahren)
  • Verschwinden der Kundenspur (ab 11 Jahren)
  • Eckschneidezähne (I3) im OK
    • Einbiss (erscheint mit ca. 9, verschwindet mit ca. 12 Jahren; + erneut mit ca. 15 & 20 Jahren)
    • Galvayne‘sche Rinne (I3, erscheint mit 10, verschwindet mit ca. 30 Jahren); nur in ca. 50%

Kappenzähne & Knäste

Definition, Bedeutung Pferd

Kappenzähne (Kappe auf bleibenden Zähnen, durch Milchzähne gebildet) beim 2 – 4 jährigen Pferd häufig begleitet von Knästen, Bumps (= Knochenauftreibungen am Corpus mandibulae oder an der Maxilla; Zähne drücken quasi unten durch)

 

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