Anatomie Verdauung
VL Rotz
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Lernkarten
Welche Arterie ist das Hauptgefäss für den Pansen?
A. ruminalis dextra (Ast der A. coeliaca)
Synonym für Pansen
Rumen
Welche 2 Gefässe (Arterien) versorgen das Abomasum und Omasum?
- A. gastrica sinistra
- Äste der A. hepatica
Welche Wdk-Mägen versorgen die Aa. ruminalis dextra et sinistra?
Pansen & Reticulum
Wie ist der venöse Abfluss der Wdk-Mägen geregelt?
Begleitvenen; bilden Hauptwurzel für V. portae
Was ist das tributäre Gebiet des Lymphocentrum coeliacum?
Und wie verläuft der Abfluss?
- Mägen
- Milz
- Leber
- Duodenum
- Pankreas
Abfluss: via Cisterna chyli
Wo liegen die meisten Lymphknoten bei den Mägen? (Lokalisation)
die meisten liegen in den Sulci
[die Lymphknoten in der rechten Pansenlängsfurche sind rektal palpierbar]
Wie ist die Versorgung der Mägen durch den Parasympatikus gewährleistet? (welche Nerven)
Was wird von ihnen versorgt?
Was passiert, wenn ein Nerv ausfällt?
- Truncus vagalis dorsalis («Pansennerv»)
- Versorgungsgebiet: Pansen, Atrium, Reticulum, Magenrinne, Omasum, Abomasum
- Ausfall: Paralyse des Pansens, (Netzmagenfunktion intakt)
- Truncus vagalis ventralis:
- Versorgungsgebiet: Atrium Pansen, Reticulum, Magenrinne, Omasum, Abomasum (Curvatura minor und Pylorus)
- Ausfall: geringe Beeinträchtigung bis totale Paralyse der Vormägen
- R. communicans zw. beiden Trr. vagales meist links des Oesophagus
Welcher Nervenstrang wird auch Pansennerv genannt?
Truncus vagalis dorsalis
Innervation der Mägen via Sympatikus?
Ggl. coeliacum: Zuschüsse v.a. von Tr. vagalis dorsalis
Aus was besteht das intramurale (=intrinsische) Nervensystem der Mägen?
- Plexus myentericus (Auerbach)
- Plexus submucosus (Meissner)
Schädigung welchen Nervs führen zu chronischen Verdauungsstörungen? Und wie werden diese Verdauungsstörungen in der Klinik genannt?
- N. vagus
- Hoflund Syndrom
Embryologie der Vormägen - Ausgangslage
- spindelförmige Erweiterung des Darmrohres mit Mesogastrium dorsale und ventrale wie beim Monogastrier
- Verlagerung in der Längsachse um ca. 90° (grosse dorsale Kurvatur zeigt nach links)
- die Anlagen der 4 Mägen sind mit 5‐6 Wochen p.c. erkennbar
Embryologie der Vormägen - Pansen
- cranial an Curvatura major entstehen 2 Knospen rechts und links des Ansatzes des Mesogastrium dorsale (=> dorsaler und ventraler Pansensack)
- Pansenanlage wächst vorerst nach dorsal [bis zu den Urnieren]
- Pansenanlage «kippt» dann nach caudal um
Embryologie der Vormägen - Reticulum
- caudal der Pansenknospen an Curvatura major
- bleibt ventral
- durch Abkippen des Pansens nach caudal erhält das Reticulum seine kraniale Position
Embryologie der Vormägen - Omasum
- Ausbuchtung im Bereich der Curvatura minor (rechts)
Embryologie der Vormägen - Abomasum
- caudaler Abschnitt der Magenspindel mit Curvatura major und minor
- Labmagen ähnlich wie beim Monogastrier Drehung um Längsachse
- wird nach rechts verlagert
- Anlage der Mägen erhält damit eine Hufeisenform
Grössenverhältnisse (qualitativ) des Labmagens vs. Pansen bei
- Kalb (postnatal)
- adultem Tier
- Kalb: Labmagen wächst stärker bei Milchfütterung
- Adult
- Pansen 80%
- Labmagen 7%
Aus was setzt sich das Ligamentum hepatoduodenale zusammen? (3 Strukturen)
- A. hepatica
- V. portae
- Ductus choledochus
Welcher Vormagen ist mit dem Omentum minus verwachsen?
Omasum
- rechts Verwachsungslinie: von Curvatura major des Labmagens bis Pars descendens duodeni
- Paries der rechten Bauchwand anliegend nach ventral zur Medianen und von hier
- links aufsteigend bis zum Sulcus longitudinalis sinister des Pansens (lineare Verwachsung)
- zieht als lineare Verwachsung durch Sulcus caudalis nach rechts
- vom Sulcus longit. dext. (lineare Verwachsung) nach ventral dem Saccus caecus caudoventr. entlang
- dann direkt auf Paries spf. liegend
- rechts aufsteigend zur Pars descendens duodeni/Mesoduodenum (lineare Verwachsung)
- nach cranial bis zur Leber und Pars cranialis duodeni (Verwachsung)
Welche Anteile des Pansens enthält die Bursa omentalis?
- ventraler Pansensack (Pansenblindsack)
Welcher Teil (Facies) des Labmagens ist Teil der Wand der Bursa omentalis?
Facies visceralis
Wie kann man sich den Rec. supraomentalis beim Wdk vorstellen? (Eselsbrücken-Bild)
als Hängematte
Was enthält der Rec. supraomentalis beim Wdk?
Darm, ausser Duodenum desc., Apex caeci, Colon descc.
meistens noch trächtiger Uterus
seitliche Begrenzungen des Rec. supraomentalis
- links: Pansen
- rechts: Duodenum descendens und nach ventral ziehendes Netz
Laparotomie von rechts & Omentum majus: Beziehungen (anatomisch)
Was sieht man?
- man trifft direkt auf den Paries superficialis (1)
- dieser ist mit der Curvatura major des Labmangens (2) und dorsal mit dem Duodenum descendens verwachsen (2’)
- am caudalen (hochdorsal beginnenden) freien Rand des Netzes schlägt der Paries superficialis (1) in den Paries profundus um (3)
- um den caudalen Rand gelangt man in den Recessus supraomentalis mit den Darmschlingen (& dem trächtigen Uterus)
- nahe am Pylorus ist das Omentum majus meist durch Fetteinlagerungen verdickt = «Schweineohr» (pig ear) (4)
Laparotomie von links & Omentum majus (anatomische Lage)
- man trifft direkt auf den dorsalen Pansensack/Blindsack
- im Sulcus longitudinalis sinister Ansatzlinie des Paries superficialis
- ventraler Pansensack und Blindsack werden vom Paries spf. bedeckt (liegen in der Bursa omentalis)
- caudal (oder dorsal) um den dorsalen Pansenblindsack gelangt man in den Recessus supraomentalis (meistens trächtiger Uterus & Darmschlingen)
Mikroskopische Anatomie Vormägen: Tunica mucosa
Drüsendiagnose, Aufbau, Funktion
- DRÜSENLOS!
- Lamina epithelialis
- mehrschichtiges, verhorntes Plattenepithel
- dichte Zonulae occludentes
- Funktionen:
- Schutz
- Resorption (v.a. Pansen) von Wasser, Na‐Salzen u kurzkettigen Fettsäuren
- Schutz
Mikroskopische Anatomie Vormägen: T. muscularis
- prinzipiell 2‐schichtig, äussere +/‐ längs, innere quer dazu verlaufend
- Pansenpfeiler und Lippen der Magenrinne kräftige glatte Muskulatur
Mikroskopische Anatomie Pansen - Erkennungsmerkmale
- mehrschichtiges Plattenepithel mit Ballonzellen
- keine L. muscularis mucosae (ev. Zona compacta)
- Zotten ohne Muskulatur
Mikroskopische Anatomie des Pansens - Lam. epithelialis
mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel
- Str. basale und Str. spinosum
- Str. granulosum
- Typ A‐Zellen: auf Str. spinosum liegend, abgeflacht („normal“)
- Typ B‐Zellen: gegen Str. corneum liegend, aufgequollen
- Str. corneum
- Typ A‐Zellen: am Str. granulosum, abgeflacht, Keratin homogen („normal“)
- Typ B‐Zellen: intermediär, zentral aufgehellt, Keratin streifig‐spongiös
- Typ C‐Zellen: adluminal, stark aufgequollen (Ballonzellen), erscheinen oft aufgerissen
Mikroskopische Anatomie Pansen - Lam. propria
- L. muscularis mucosae fehlend; an ihrer Stelle kann verdichteter Bindegewebsstreifen (Zona compacta) auftreten
- dichtes subepitheliales Kapillarnetz (Resorption, FS, Mg,
Mikroskopische Anatomie Reticulum - Erkennungsmerkmale
- mehrschichtiges Plattenepithel ohne Ballonzellen (Typ C)
- L. muscularis mucosae auf (grosse) Cristae konzentriert
Mikroskopische Anatomie Reticulum - Lam. muscularis mucosae
- nur in den grossen Leisten (Cristae) ausgebildet
- nur nahe an den freien Rändern der Cristae
- strang‐plattenförmig, horizontal ausgerichtet (parallel zum freien Rand der Crista)
- gesamthaft kräftiges Netzwerk (Verengung der Cellulae; Sortierfunktion)
- subepitheliales Kapillarnetz
Mikroskopische Anatomie Reticulum - Lam. epithelialis
mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel
- Str. granulosum: in Histoschnitten oft nicht sichtbar
- Str. corneum: Ballonzellen (Typ C) fehlen
Mikroskopische Anatomie Omasum - Erkennungsmerkmale
- 2 Schichten der in die Blätter eingefalteten Lamina muscularis mucose und dazwischen die einstrahlende T. muscularis (insgesamt 3 Schichten glatter Muskulatur)
- meist keine Ballonzellen (Typ C)
Wohin gelangt das Gas, das bei der Gärung im Pansen entsteht?
Was für Gas entsteht?
- gelangt via Ösophagus in Trachea (Ructus)
- Methan, CO2
Wie wird der Schlundrinnenreflex ausgelöst?
durch Chemo-Rezeptoren im Pharynx beim Milchsaugen
funktioniert beim Jungtier