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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 06.06.2021 / 28.08.2021
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Welche der folgenden Aussagen zu standardisierten Untersuchungsinstrumenten treffen zu?

Der Nutzen von Selbstberichtsfragebogen ist im forensischen Kontext oft zweifelhaft.

Will man die Testwerte derselben Person in verschiedenen Tests miteinander vergleichen, spielt auch die Korrelation beider Tests eine Rolle.

Einer Untersuchung von Zimmerman (1994) zufolge war die Beurteilerübereinstimmung klinischer Interviews im Hinblick auf Persönlichkeitsstörungen höher als die Beurteilerübereinstimmung von (halb-) strukturierten Gesprächsleitfäden.

Das Komplement (Gegenstück) zur Spezifität ist die Falsch-Negativ-Rate.

Ein Vorteil von Fremdbeurteilungsverfahren ist, dass sie auch solche Auffälligkeiten erfassen können, die der Testperson selbst nicht bewusst sind.

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Welche der folgenden Aussagen zur aussagepsychologischen Begutachtung, insbesondere im Hinblick auf
die Aussagetüchtigkeit, treffen zu?

Gemäß §81c StPO werden Zeugen bei einer Aussagenverweigerung benachteiligt, auch wenn die Begutachtung grundsätzlich freiwillig ist.

Auch wenn eine Person nicht in der Lage ist, eine Situation wahrzunehmen/zu erinnern/verbal wiederzugeben, kann bei einer basalen Beherrschung relevanter kommunikativer Kompetenzen auf eine vorhandene Aussagetüchtigkeit geschlossen werden.

Da Kinder unter vier Jahren insbesondere nicht über eine ausreichende Fähigkeit zum selbständigen Abruf von Erinnerungen verfügen, neigen sie zur Beeinflussung durch Fremdsuggestion, was die Aussagetüchtigkeit beeinträchtigt.

Die Aussagetüchtigkeit ist vor allem von der Qualität der getätigten Aussage abhängig, da diese die Grundlage der Beurteilung von psychischen Auffälligkeiten einer Person ist.

Für dasselbe Ereignis kann eine Person gleichzeitig aussagetüchtig und untüchtig sein. (Gutschrift)

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Welche der folgenden Aussagen zur Aussagetüchtigkeit treffen zu?

Entwicklungspsychologisch kann bei Kindern ab sechs Jahren grundsätzlich eine Aussagetüchtigkeit angenommen werden, so dass sie nur bezüglich ihrer Fantasieneigung geprüft werden müssen.

Die psychischen Störungen, die für eine dauerhaft aufgehobene Aussagetüchtigkeit sprechen können, ähneln den Störungsbildern, die für eine krankhafte seelische Störung sprechen können.

Bei Substanzabhängigkeit ist die Aussagetüchtigkeit in der Regel dauerhaft aufgehoben.

Wenn die Kriterien, die für eine schwere andere seelische Abartigkeit sprechen, erfüllt sind, ist die Aussagetüchtigkeit einer Person in der Regel aufgehoben.

Im Hinblick auf die Aussagetüchtigkeit eines Kindes ist irrelevant, ob eine unbeteiligte Person bei dem Ereignis anwesend war.

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Welche der folgenden Aussagen zur Glaubhaftigkeit einer Aussage treffen zu?

Der subjektive Wahrheitsstatus einer erlebnisbasierten Aussage entspricht dem subjektiven Wahrheitsstatus einer Aussage, die auf Pseudoerinnerungen beruht.

Realkennzeichen sind im nomologischen Netz der Glaubhaftigkeitsmerkmale verankert.

Um eine Aussage aufgrund einer Pseudoerinnerung zu tätigen, braucht eine Zeugin / ein Zeuge höhere kognitive Fähigkeiten als bei einer Aussage aufgrund einer wahren Erinnerung.

Anhand von non- beziehungsweise paraverbalen Merkmalen kann valide zwischen einer Pseudoerinnerung und einer wahren Erinnerung unterschieden werden.

Eine Aussage, die auf einer Pseudoerinnerung basiert, unterscheidet sich von einer intentionalen Falschaussage dahingehend, dass die Plausibilität der Aussage deutlich niedriger ist. (Gutschrift)

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Welche der folgenden Aussagen zur Glaubhaftigkeit einer Aussage treffen zu?

Gemäß der Undeutsch-Hypothese ist eine Aussage erst dann als erlebnisbasiert einzustufen, wenn sie über mehrere Aussagesituationen hinweg widerspruchsfrei ist.

Unter das Realkennzeichen „Logische Konsistenz“ sind nach Steller und Köhnken (1989) Darstellungen von chronologischen Handlungsketten sowie ein Verständnis über unerwartete Komplikationen im Ablauf zu subsumieren.

Eine Person, die aufgrund einer Pseudoerinnerung aussagt, stellt sich strategisch als eine glaubwürdige Zeugin / ein glaubwürdiger Zeuge dar.

Eine absichtlich falsch aussagende Person wendet in der Regel nichts gegen die eigene Glaubwürdigkeit (der eigenen Person und Aussage) ein.

Da sich spontane Ergänzungen von Aussagen zwischen wahren und unwahren Aussagen nicht unterscheiden, sollte sich die Begutachtung im Rahmen einer Inhaltsanalyse auf den freien Bericht der Zeugin / des Zeugen konzentrieren.

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Welche der folgenden Aussageelemente sind den nicht motivationalen und motivationsbezogenen
Glaubhaftigkeitsmerkmalen nach Niehaus (2008a) korrekt zugeordnet?

Nicht motivationale Merkmale: Zugeben von Lücken und Unsicherheiten, Erinnerungsbemühungen, Wirklichkeitskontrollen.

Motivationsbezogene Merkmale: Einwände gegen die Glaubwürdigkeit der eigenen Person und Aussage, In-Schutz-Nehmen der beschuldigten Person.

Nicht motivationale Merkmale: Handlungskomplikationen, Ungewöhnliches, Nebensächliches, Unverstandenes, Verschachtelungen.

Motivationsbezogene Merkmale: Eigenpsychisches, Fremdpsychisches.

Nicht motivationale Merkmale: Detailreichtum, unstrukturierte Darstellung, spontane Ergänzbarkeit.

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Welche der folgenden Aussagen zur Glaubhaftigkeit einer Aussage treffen zu?

Dass eine absichtlich falsch aussagende Person eine Aussage nicht in dieser Qualität hätte ausdenken können (Widerlegung der Lügenhypothese), erlaubt nicht einen Schluss auf den objektiven Wahrheitsstatus eines Ereignisses.

Der Qualität-Kompetenz-Vergleich besagt, dass die aussageimmanente und -übergreifende Qualität der Aussage von der Kompetenz der Aussagenden abhängt.

Nach Arntzen (2007) treten Erinnerungsverluste eher bei absichtlichen Falschaussagen auf, da für sie eine erhöhte kognitive Leistung notwendig ist, um auch Ergänzungen auf Nachfragen zu erinnern.

Erlebnisbegründete Schilderungen enthalten bei wiederholten Befragungen mehr Übereinstimmungen als pseudoerinnerungsbezogene Aussagen.

Liegen gravierende fremd- oder autosuggestive Bedingungen vor, ist die Durchführung einer differenzierten merkmalsorientierten Inhaltsanalyse überflüssig.

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Welche der folgenden Merkmale sind den erwarteten Konstanzen und Inkonstanzen nach Arntzen (2007)
korrekt zugeordnet?

Erwartete Konstanzen: Seitenverhältnisse und Position einzelner Körperteile; Nicht unmittelbar beteiligte Begleitpersonen; Kleidung; Eigene frühere Aussagen; Wortlaut und Sinngehalt von Gesprächen; Motive früherer Handlungen und Unterlassungen; Schmerzempfinden; Wetterverhältnisse; Zahlen.

Erwartete Konstanzen: Handlungen, die für den Zeugen das Kerngeschehen darstellen; Unmittelbar beteiligte Handlungspartner; Örtlichkeiten des Geschehens; Fortbewegungsart (falls Geschehen sich auf mehrere Orte erstreckte).

Erwartete Inkonstanzen: Zuordnung von Nebenhandlungen zu einer Haupthandlung bei mehreren ähnlichen Vorfällen; Reihenfolge von Phasen eines Vorgangs und verschiedener in sich abgeschlossener Handlungen.

Erwartete Inkonstanzen: Datierung eines Vorgangs (falls dieses nicht besonders beachtet wurde oder mit anderen feststehenden Daten in Beziehung gesetzt werden kann); Angaben, die auf Schätzungen basieren; Häufigkeitsangaben bei ähnlichen Vorfällen.

Erwartete Inkonstanzen: Handlungsrelevante Gegenstände; Lichtverhältnisse; Körperpositionen bei der Haupthandlung, sofern es sich um körpernahe Handlungen handelte.

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Welche der folgenden Aussagen zur Gesamtprüfung der Falschbezichtigungshypothese treffen zu?

Wenn anhand des Qualitäts-Kompetenz-Vergleichs eine niedrige aussageimmanente- und übergreifende Qualität festgestellt wird, ist die Lügenhypothese aufrechtzuerhalten.

Auch wenn bei einer Person eine Motivation zur Falschbezichtigung vermutet wird (zum Beispiel Rachemotive), kann bei einer hohen Aussagequalität sowie fehlenden Inkonstanzen die Lügenhypothese zurückgewiesen werden.

Wenn anhand des Qualitäts-Kompetenz-Vergleichs gravierende Konstanzmängel festgestellt werden, ist die Lügenhypothese zurückzuweisen.

Bei jungen Kindern lässt sich aufgrund ihrer nicht ausreichenden Täuschungsfähigkeiten und/oder relevanten Wissensbestände die Falschbezichtigungshypothese nicht aufrechterhalten.

Die Aufgabe des aussagepsychologischen Sachverständigen besteht darin, die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer Täuschung abschließend zu beurteilen.

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Ein forensisch-psychologischer Sachverständige befragt im Rahmen einer Begutachtung ein fünfjähriges
Mädchen, bei dem vermutet wird, dass sie durch ihren Stiefvater sexuell missbraucht worden sei. Intuitiv
hat der Gutachter den Eindruck, dass diese Vermutung zutrifft, da der Stiefvater bereits in der
Vergangenheit aufgrund exhibitionistischer Handlungen verurteilt wurde. Nachfolgend wird ein kurzer
Auszug aus der Exploration wiedergegeben:
„Gutachter: Ich habe gehört, dass Du mit deinem Stiefvater im Badezimmer warst. Kannst Du mir sagen, was passiert
ist?
Mädchen: Eh… er hat mich… in die Badewanne… wir waren in der Badewanne.
Gutachter: Und das war der Moment, wo er Dich ausgezogen hat, oder?
Mädchen: Ja…
Gutachter: Und wie hat er Dich dann angefasst?
Mädchen: Mit beiden Händen.
Gutachter: Das ist ja toll, dass Du so gut davon berichten kannst. Was hat er sonst noch gemacht?
Mädchen: Eh… er hat mir das Spielzeug gegeben.
Gutachter: Ich meine, was er an Dir gemacht hat. Was hat er sonst noch gemacht?
Mädchen: Ich… ich weiß es nicht.
Gutachter: Wenn Du Dir vorstellst, wie ihr sonst badet, was war anders?“
Welche der folgenden Aussagen treffen auf die oben genannte Exploration zu?

Der Gutachter fragt seine A-priori-Annahmen geschlossen ab und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Betafehlers, wenn man in dem Fall keinen Missbrauch als Nullhypothese annimmt.

Die Aufforderung zur Imagination ist in dem vorliegenden Fall legitim, da das Kind bereits fünf Jahre alt ist und eine Fantasieneigung ausgeschlossen werden kann.

Es werden spezifische Informationen zum Handlungsablauf vorgegeben.

Die Äußerungen des Kindes sind zunächst sehr vage, können jedoch aufgrund der fehlenden expliziten Verneinung als Evidenz für Alternativhypothesen genutzt werden.

Suggestive Einflüsse werden dahingehend ausgeübt, dass eine vermeintlich unterstützende Atmosphäre kreiert wird, wobei jedoch nur die erwarteten Details verstärkt werden.

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Welche der folgenden Aussagen zur Praxis der aussagepsychologischen Begutachtung treffen zu?

Sowohl für die Beurteilung der Aussagetüchtigkeit als auch für die Glaubhaftigkeit ist es empfehlenswert, testpsychologische Untersuchungen in Erwägung zu ziehen.

Wenn ausreichende Informationen zum Ereignis aufgrund der Anknüpfungstatsachen vorliegen, ist im Rahmen der Begutachtung keine Exploration notwendig.

Insbesondere für die Rekonstruktion der Aussageentstehung sollten die Sachverständigen Vernehmungstechniken heranziehen, da diese die Wahrscheinlichkeit zur Übereinstimmung zwischen den Anknüpfungstatsachen und der Rekonstruktion erhöhen.

Mit dem Auftrag an den Sachverständigen wird ihnen die Berechtigung erteilt, alle am Ereignis beteiligten Personen zu befragen.

Die motivationalen Aspekte einer Aussage sind ausschließlich anhand der Exploration zu beurteilen.

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Probeklausur: Welche der folgenden Aussagen zu soziologischen und/oder sozialstrukturellen Kriminalitätstheorien treffen zu? 

Die Techniken der Neutralisierung schützen vor Selbstvorwürfen nach Begehung von kriminellen Taten.

Gemäß Mertons Strain‐Theorie ist die Ablehnung oder die Nicht-Verfügbarkeit von legalen Mitteln zur Zielerreichung eine notwendige Bedingung für die Entstehung der Kriminalität.

Sowohl der Anomietheorie als auch dem Labeling-Approach zufolge geht ein kriminelles Verhalten ausschließlich auf bestimmte Persönlichkeitseigenschaften zurück.

Dem Labeling-Approach zufolge ist Kriminalität das Ergebnis eines gesellschaftlichen Zuschreibungsprozesses.

Gemäß der General Theory of Crime (Gottfredson & Hirschi, 1990) ist eine geringe Selbstkontrolle eine ausschließlich angeborene (genetisch bedingte) Persönlichkeitseigenschaft.

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Probeklausur: Welche der folgenden Aussagen zu forensisch relevanten Störungsbildern treffen zu?

Der Subtyp der hebephrenen Schizophrenie ist durch zerfahrenes Denken und Sprechen gekennzeichnet.

Ich-Syntonie bedeutet, dass eigenes Erleben und Verhalten als störend, fremd und belastend empfunden wird.

Antidepressiva gehören nicht zu den abhängigkeitserzeugenden Substanzen.

Personen, die Kindesmissbrauchsdelikte begangen haben und dem regressiven Typ zuzuordnen sind, begehen eher extrafamiliäre Delikte.

Bei der schweren Intelligenzminderung stellen insbesondere pränatale Störungen die Hauptursache dar.

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Probeklausur: Welche der folgenden Merkmale deuten auf fremdsuggestive Prozesse bei Kindern hin?

Die befragende Person äußert den Verdacht auf einen Missbrauch vor dem Kind

Zunahme der Aussagekonstanz im Verlauf

Schlafstörungen, Einnässen, Angstzustände

Bedingungsloses Akzeptieren des Missbrauchsvorwurfs an den mutmaßlichen Täter

Ignorierung von hypothesenkonformen Angaben im Befragungsprozess

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Probeklausur: Welche der folgenden Aussagen zu rechtlichen Grundlagen der Einweisungsprognose treffen zu?

Die Unterbringung nach § 63 hat eine Höchstfrist von 2 Jahren.

Die Unterbringung nach § 66 kann bei einer Freiheitsstrafe von über einem Jahr angeordnet werden.

Die Unterbringung nach § 63 und § 64 richtet sich nach dem zugrundeliegenden Maß der Begutachtung nach §§ 20/21.

§ 66 kann nur angeordnet werden, wenn eine Person den Hang hat, abhängige Substanzen im Übermaß zu sich zu nehmen.

Die Unterbringung nach § 63 kann nur auf eine substanzgebundene Abhängigkeit angewendet werden.

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Welche der folgenden Aussagen zu unterschiedlichen Definitionen von Kriminalität und Kriminalstatistiken
treffen zu?

Die offiziellen Hellfeldstatistiken umfassen alle Handlungen, die sowohl formell als auch informell als Kriminalität zu definieren sind.

Gemäß der Polizeilichen Kriminalstatistik machen Gewaltdelikte den größten Teil der erfassten Straftaten aus.

Als Gewaltdelikte gelten ausschließlich strafrechtliche Verurteilungen gegen Personen.

Das Dunkelfeld umfasst kriminelle Handlungen, die keine Verstöße gegen das StGB und strafrechtliche Nebengesetze darstellen. (Gutgeschrieben)

Aggression umfasst sowohl die Ausübung von als auch die Bereitschaft zu aggressiven Handlungen

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Welche der folgenden Aussagen zu soziologischen und/oder sozialstrukturellen Kriminalitätstheorien
treffen zu?

Nach Durkheim ist Devianz eine normale Erscheinung in einer desorganisierten Gesellschaft im Rahmen einer frühindustriellen Entwicklung

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Durkheims und Mertons Theorien besteht in der aktiven Beteiligung einer Person, die sich selbst als deviant identifiziert.

Gemäß der Kontroll-These wird der Einfluss von Selbstkontrolle auf kriminelle Handlungen durch situative Bedingungen moderiert.

Gemäß der Rational-Choice-Theory sind Sanktionen der wichtigste Hemmungsfaktor im Hinblick auf die Begehung krimineller Handlungen.

Würde eine Handlung als deviant definiert werden, würde nach dem Labeling-Approach primäre Devianz entstehen.

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Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?

Gemäß der psychodynamischen Theorie kann Aggression durch die Katharsis von Thanatos entstehen.

Frustrations-Aggressions-Theorien können nur reaktive Aggressionen erklären. (Gutgeschrieben)

Behavioristisch betrachtet wird ein deviantes Verhalten nur gelöscht, wenn die negativen Konsequenzen für das Verhalten unmittelbar erfolgen.

Umweltbedingungen wie Nachbarschaft oder Freundeskreis beeinflussen den Erwerb aggressiver Verhaltensmuster dahingehend, dass positive Verstärkungen von aggressivem Verhalten stattfinden können.

Bei der Modellierung kriminellen Verhaltens spielt nach Bandura eine stellvertretende negative Verstärkung bei der Verhaltensumsetzung keine Rolle

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Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?

Nach Bandura wird lediglich die Aufrechterhaltung von Aggression durch Persönlichkeitseigenschaften beeinflusst, aber nicht die Auslösung

Nach dem sozialen Informationsverarbeitungsmodell regulieren affektive Zustände des Sozialpartners die Auswahl einer aggressiven Reaktion.

Die Wahrscheinlichkeit aggressiven Handelns sinkt nach der Theorie von Crick und Dodge, wenn die eigene Wirksamkeitserwartung groß ist

Gemäß dem General Aggression Model erfolgt die Handlungsauswahl anhand von Affekt, Kognition und Erregungsgrad.

Durch die Einführung des Konzepts von Wahrnehmungs- und Personenschemata leistet das General Aggression Model einen Beitrag, wie sich Aggressivität als Persönlichkeitseigenschaft manifestiert

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Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?

Nach der Unified Theory of Sexual Offending sind deviante sexuelle Interessen unabhängig von den verschachtelten neuropsychologischen Funktionen einer Person, werden aber direkt durch biologische Funktionsdefizite beeinflusst.

Nach dem bio-psycho-sozialen Modell kumulativer Risikofaktoren steigt die Intensität von Verhaltensproblemen, wenn Risiko- und Schutzfaktoren gleichzeitig zunehmen.

Farringtons integratives Modell erweitert die Rational-Choice-Theory dahingehend, dass individuelle Eigenschaften die Wechselwirkung zwischen Sanktion und Belohnung moderieren können.

Die General Personality and Cognitive Social Learning Perspective (GPCSL) unterscheidet sich vom Kumulationsmodell unter anderem dahingehend, dass das Kumulationsmodell neben kriminellen Verhalten auch anderweitiges Risikoverhalten erklärt, während die GPCSL dies nicht tut.

Die protektive Funktion eines deliktrelevanten Faktors ist abhängig von der Wechselwirkung mit anderen deliktrelevanten Faktoren.

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Gemäß Andrews, Bonta und Hoge (1990) wurden drei Prinzipien der effektiven Straftäterbehandlung
vorgeschlagen. Welche der folgenden Aussagen treffen zu?

Das „Risk“-Prinzip besagt, dass die Intensität der Behandlung am Risiko des Straftäters orientiert werden sollte.

Das „Need“-Prinzip besagt, dass die Art und Weise der Behandlung auf die (kognitiven) Lernstile/Lernkapazitäten/Lernfähigkeiten angepasst werden sollte.

Das „Responsivity“-Prinzip besagt, dass sich die Behandlung auf die kriminogenen Bedürfnisse/kriminogenen Faktoren/deliktrelevanten Faktoren konzentrieren sollte.

Eine systematische und valide Einschätzung der „Risk/Need/Responsivity“-Faktoren bei Straftätern ist die Grundvoraussetzung, um mögliche Veränderungen im Rahmen der Behandlung valide beurteilen zu können.

Stärken, Motivationen, Veränderungsbereitschaft sowie Persönlichkeitsmerkmale sind Merkmale der General Responsivity

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Welche der folgenden Aussagen zu den Risk-Need-Responsivity (RNR)-Prinzipien und des Good Lives-
Modells (GLM) treffen zu?

Laut den Vertretern der RNR-Prinzipien ist das Problem von „One-size-fits-all“- Behandlungsprogrammen nicht eine fehlerhafte theoretische Annahme in den RNR-Prinzipien, sondern eine fehlerhafte Umsetzung der RNR-Prinzipien.

Aus Sicht der Vertreter der RNR-Prinzipien ist die Grundannahme des GLM, dass ein „gutes Leben“ zur Reduktion von Kriminalität führe, zu vage, wenn keine konkreten nicht-kriminellen Verhaltensalternativen angeboten werden.

Aus Sicht der GLM-Vertreter ist die Grundannahme der RNR-Vertreter zu einseitig, da das Spektrum des menschlichen Verhaltens nur als Konsequenz von Kosten-Nutzen-Abwägungen bezüglich der Kriminalität eingeschränkt werde und keine darüberhinausgehende selbstbestimmte Lebensführung einschließe.

Gemäß dem GLM dienen die primären Güter als Mittel zur Erreichung der Identität und Lebenssinn einer Person.

Der indirekte Weg zur Kriminalität führt zu kriminellen Handlungen, wenn eine Person zwar keine Intention zur Straftatbegehung hat, aber die kriminogenen Bedürfnisse die sekundären Güter überwiegen.

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Welche der folgenden Aussagen zur Behandlung von Sexualstraftätern treffen zu?

Das Konzept der „seemingly unimportant decisions“ im Relapse-Prevention-Programm ist insbesondere für die Behandlung von Sexualstraftätern relevant. (Gutgeschrieben)

Zur kognitiven Umstrukturierung sind insbesondere gruppentherapeutische Maßnahmen sinnvoll, weil die beteiligten Straftäter oft über ähnliche kognitive Verzerrungen verfügen.

Kognitive Verzerrungen im Hinblick auf Sexualdelikte können sich über die allgemeinen kriminellen Einstellungen hinaus auch während der Behandlung entwickeln. (Gutgeschrieben)

In der Erweiterung der üblichen Relapse-Prevention-Programme nach Ward und Hudson (2000) wird neben den effektiven Copingstrategien für Hochrisikosituationen auch die Veränderungsmotivation eingeübt.

Empirische Befunde weisen auf die Effektivität von Behandlungsmaßnahmen hin, wenn diese die Risk- Need-Responsivity-Prinzipien einhalten.

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Welche der folgenden Aussagen zur Straftäterbehandlung treffen zu?

Empirische Befunde weisen auf einen mittleren bis großen Effekt der Straftäterbehandlung hin, welcher mit allgemeinen Befunden der Psychotherapieforschung vergleichbar ist.

Die vereinzelt schlechteren Effekte der Straftäterbehandlung können unter anderem auf die Heterogenität der Behandlungsmaßnahmen sowie auf den fehlenden Leidensdruck seitens der teilnehmenden Straftäter zurückgeführt werden.

Evaluationen von Straftäterbehandlungsprogrammen ermitteln unabhängig von den Programmmerkmalen den wahren Behandlungseffekt, wenn die methodischen Kriterien eingehalten werden.

Die wichtigsten Bestandteile im Rahmen einer Straftäterbehandlung sind schulische und berufliche Integration, vor allem aber die Förderung von Motivation, sozialer Kompetenz und Selbstkontrolle.

Die Behandlungseffekte sind vor allem bei Personen mit geringerem Risiko größer, weil diese Personen besonders gut auf die Behandlung ansprechen.

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Welche der folgenden Aussagen zur Straftäterbehandlung treffen zu?

Für die Prüfung des Effekts einer Sanktion auf die Rückfälligkeit von Straftätern wäre eine randomisierte Kontrollstudie am besten, bei der die Deliktschwere und kriminelle Vorbelastung kontrolliert werden.

Die Befunde bis zum Erscheinungsjahr der Pflichtliteratur zeigen circa 10%-30%ige Senkungen der relativen Rückfallraten nach der Teilnahme an einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung, auch wenn die Risk-Need-Responsivity-Prinzipien eingehalten werden.

Sozialtherapeutische Anstalten zeigen unter anderem deshalb keine einheitlichen Behandlungseffekte, weil in den Anstalten unterschiedliche Behandlungsprogramme angewandt werden.

Die Effektivität der Straftäterbehandlung unterscheidet sich signifikant zwischen männlichen und weiblichen Straftäter*innen.

Die natürlichen Schutzfaktoren, wie beispielsweise die Qualität der partnerschaftlichen und familiären Beziehungen vor der Inhaftierung, hängen mit der gelungenen Reintegration zusammen.

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Welche der folgenden Aussagen zu den juristischen Grundlagen der Schuldfähigkeitsbegutachtung treffen
zu?

Bewährung gemäß § 68 StGB kann nach einer Entlassung aus dem Psychiatrischen Krankenhaus (§ 64) angeordnet werden, wenn die Gefahr besteht, dass weitere Straftaten begangen werden.

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anzeige vor Gericht, da sie für die Strafverfolgung zuständig ist.

Die aus der Begutachtung gewonnenen Erkenntnisse zur Frage nach der Schuldfähigkeit werden im Urteil dargelegt

Laut Volbert (2010) besteht eine Aufgabe für psychologische Sachverständige darin, Beweise im Rahmen des Strafverfahrens zu bewerten.

Anknüpfungstatsachen sind Befundtatsachen, welche andere Personen als die zu begutachtende Person betreffen (zum Beispiel Zeuginnen und Zeugen).

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Welche der folgenden Aussagen zu den juristischen Grundlagen der Schuldfähigkeitsbegutachtung treffen
zu?

Das Oberlandesgericht verhandelt Strafsachen, die vom Amtsgericht in erster Instanz in Revision gegeben wurden.

Bei vorhandener Einsichtsfähigkeit überprüft das Gericht, ob die Voraussetzungen für Steuerungsunfähigkeit oder erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit vorliegen.

In der Schuldfähigkeitsbegutachtung im Rahmen des Ermittlungsverfahrens werden die Voraussetzungen für verminderte (§ 20) und aufgehobene (§ 21) Schuldfähigkeit überprüft.

Zu den normativen Merkmalen der Schuldfähigkeit gehören die krankhafte seelische Störung und die tiefgreifende Bewusstseinsstörung.

Aus den deutschlandweiten Anklage- und Einstellungsquoten des Statistischen Bundesamtes wurde für 2015 deutlich, dass die durchschnittliche Einstellungsquote der angeklagten Verfahren über 50% lag.

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Welche der folgenden Merkmale sind charakteristisch für Affektdelikte nach Saß (1983)?

Aggressive Vorgestalten in der Fantasie, aggressive Handlungen in der Tatanlaufzeit.

Lang hingezogenes Tatgeschehen, komplexer Handlungsablauf in Etappen.

Einengung des Wahrnehmungsfeldes und der seelischen Abläufe, elementarer Tatablauf ohne Sicherungstendenzen, Folgeverhalten mit schwerer Erschütterung.

Spezifische Vorgeschichte und Tatanlaufzeit, konstellative Faktoren.

Erhaltene Introspektionsfähigkeit bei der Tat, detailreiche Erinnerung.

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Welche der folgenden Aussagen zu den Eingangsmerkmalen der Schuldfähigkeitsbegutachtung treffen zu?

Schlaftrunkenheit und Somnambulismus sind unter das Eingangsmerkmal der tiefgreifenden Bewusstseinsstörung einzuordnen.

Bei voll remittierten schizophrenen Patienten ist es gerechtfertigt, keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit anzunehmen, wenn das Delikt aus dem Lebensstil des Betreffenden heraus nachvollziehbar ist.

Neben Drogen- bzw. Medikamentenintoxikationen werden auch chronische Missbrauchsformen, die (noch) nicht zur körperlichen Abhängigkeit geführt haben, unter das Eingangsmerkmal der krankhaften seelischen Störung gefasst.

Da Normverstöße und Delinquenz den Lebensstil von Personen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung bestimmen, wird bei Vorliegen dieser Persönlichkeitsstörung vergleichsweise häufig eine verminderte Steuerungsfähigkeit festgestellt.

Unter die tiefgreifende Bewusstseinsstörung werden unter anderem Störungen des manischdepressiven Formenkreises eingeordnet.

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Welche der folgenden Aussagen zur Einsichts- und Steuerungsfähigkeit beziehungsweise Schuldunfähigkeit
und verminderter Schuldfähigkeit treffen zu?

In der Regel kommt für den Bereich der schweren anderen seelischen Abartigkeit allenfalls eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit in Betracht.

Steuerungsfähigkeit kann unter anderem bei schwerwiegenden intellektuellen Einbußen und psychotischen Realitätsverkennungen diskutiert werden. (Gutgeschrieben)

Eine mögliche Voraussetzung für die Anwendung des § 21 StGB ist, dass die Person bei Begehung der Tat in seiner/ihrer Steuerungsfähigkeit erheblich gemindert war.

Stellt das Gericht Einsichtsunfähigkeit fest, muss im zweiten Schritt die Steuerungsfähigkeit überprüft werden.

Wenn jemand nach § 21 StGB verurteilt wird, wird sie/er in der Regel zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.