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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 06.06.2021 / 10.06.2021
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Welche der folgenden Aussagen zu unterschiedlichen Definitionen von Kriminalität und Kriminalstatistiken
treffen zu?

Die offiziellen Hellfeldstatistiken umfassen alle Handlungen, die sowohl formell als auch informell als Kriminalität zu definieren sind.

Gemäß der Polizeilichen Kriminalstatistik machen Gewaltdelikte den größten Teil der erfassten Straftaten aus.

Als Gewaltdelikte gelten ausschließlich strafrechtliche Verurteilungen gegen Personen.

Das Dunkelfeld umfasst kriminelle Handlungen, die keine Verstöße gegen das StGB und strafrechtliche Nebengesetze darstellen. (Gutgeschrieben)

Aggression umfasst sowohl die Ausübung von als auch die Bereitschaft zu aggressiven Handlungen

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Welche der folgenden Aussagen zu soziologischen und/oder sozialstrukturellen Kriminalitätstheorien
treffen zu?

Nach Durkheim ist Devianz eine normale Erscheinung in einer desorganisierten Gesellschaft im Rahmen einer frühindustriellen Entwicklung

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Durkheims und Mertons Theorien besteht in der aktiven Beteiligung einer Person, die sich selbst als deviant identifiziert.

Gemäß der Kontroll-These wird der Einfluss von Selbstkontrolle auf kriminelle Handlungen durch situative Bedingungen moderiert.

Gemäß der Rational-Choice-Theory sind Sanktionen der wichtigste Hemmungsfaktor im Hinblick auf die Begehung krimineller Handlungen.

Würde eine Handlung als deviant definiert werden, würde nach dem Labeling-Approach primäre Devianz entstehen.

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Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?

Gemäß der psychodynamischen Theorie kann Aggression durch die Katharsis von Thanatos entstehen.

Frustrations-Aggressions-Theorien können nur reaktive Aggressionen erklären. (Gutgeschrieben)

Behavioristisch betrachtet wird ein deviantes Verhalten nur gelöscht, wenn die negativen Konsequenzen für das Verhalten unmittelbar erfolgen.

Umweltbedingungen wie Nachbarschaft oder Freundeskreis beeinflussen den Erwerb aggressiver Verhaltensmuster dahingehend, dass positive Verstärkungen von aggressivem Verhalten stattfinden können.

Bei der Modellierung kriminellen Verhaltens spielt nach Bandura eine stellvertretende negative Verstärkung bei der Verhaltensumsetzung keine Rolle

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Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?

Nach Bandura wird lediglich die Aufrechterhaltung von Aggression durch Persönlichkeitseigenschaften beeinflusst, aber nicht die Auslösung

Nach dem sozialen Informationsverarbeitungsmodell regulieren affektive Zustände des Sozialpartners die Auswahl einer aggressiven Reaktion.

Die Wahrscheinlichkeit aggressiven Handelns sinkt nach der Theorie von Crick und Dodge, wenn die eigene Wirksamkeitserwartung groß ist

Gemäß dem General Aggression Model erfolgt die Handlungsauswahl anhand von Affekt, Kognition und Erregungsgrad.

Durch die Einführung des Konzepts von Wahrnehmungs- und Personenschemata leistet das General Aggression Model einen Beitrag, wie sich Aggressivität als Persönlichkeitseigenschaft manifestiert

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Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?

Nach der Unified Theory of Sexual Offending sind deviante sexuelle Interessen unabhängig von den verschachtelten neuropsychologischen Funktionen einer Person, werden aber direkt durch biologische Funktionsdefizite beeinflusst.

Nach dem bio-psycho-sozialen Modell kumulativer Risikofaktoren steigt die Intensität von Verhaltensproblemen, wenn Risiko- und Schutzfaktoren gleichzeitig zunehmen.

Farringtons integratives Modell erweitert die Rational-Choice-Theory dahingehend, dass individuelle Eigenschaften die Wechselwirkung zwischen Sanktion und Belohnung moderieren können.

Die General Personality and Cognitive Social Learning Perspective (GPCSL) unterscheidet sich vom Kumulationsmodell unter anderem dahingehend, dass das Kumulationsmodell neben kriminellen Verhalten auch anderweitiges Risikoverhalten erklärt, während die GPCSL dies nicht tut.

Die protektive Funktion eines deliktrelevanten Faktors ist abhängig von der Wechselwirkung mit anderen deliktrelevanten Faktoren.

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Gemäß Andrews, Bonta und Hoge (1990) wurden drei Prinzipien der effektiven Straftäterbehandlung
vorgeschlagen. Welche der folgenden Aussagen treffen zu?

Das „Risk“-Prinzip besagt, dass die Intensität der Behandlung am Risiko des Straftäters orientiert werden sollte.

Das „Need“-Prinzip besagt, dass die Art und Weise der Behandlung auf die (kognitiven) Lernstile/Lernkapazitäten/Lernfähigkeiten angepasst werden sollte.

Das „Responsivity“-Prinzip besagt, dass sich die Behandlung auf die kriminogenen Bedürfnisse/kriminogenen Faktoren/deliktrelevanten Faktoren konzentrieren sollte.

Eine systematische und valide Einschätzung der „Risk/Need/Responsivity“-Faktoren bei Straftätern ist die Grundvoraussetzung, um mögliche Veränderungen im Rahmen der Behandlung valide beurteilen zu können.

Stärken, Motivationen, Veränderungsbereitschaft sowie Persönlichkeitsmerkmale sind Merkmale der General Responsivity

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Welche der folgenden Aussagen zu den Risk-Need-Responsivity (RNR)-Prinzipien und des Good Lives-
Modells (GLM) treffen zu?

Laut den Vertretern der RNR-Prinzipien ist das Problem von „One-size-fits-all“- Behandlungsprogrammen nicht eine fehlerhafte theoretische Annahme in den RNR-Prinzipien, sondern eine fehlerhafte Umsetzung der RNR-Prinzipien.

Aus Sicht der Vertreter der RNR-Prinzipien ist die Grundannahme des GLM, dass ein „gutes Leben“ zur Reduktion von Kriminalität führe, zu vage, wenn keine konkreten nicht-kriminellen Verhaltensalternativen angeboten werden.

Aus Sicht der GLM-Vertreter ist die Grundannahme der RNR-Vertreter zu einseitig, da das Spektrum des menschlichen Verhaltens nur als Konsequenz von Kosten-Nutzen-Abwägungen bezüglich der Kriminalität eingeschränkt werde und keine darüberhinausgehende selbstbestimmte Lebensführung einschließe.

Gemäß dem GLM dienen die primären Güter als Mittel zur Erreichung der Identität und Lebenssinn einer Person.

Der indirekte Weg zur Kriminalität führt zu kriminellen Handlungen, wenn eine Person zwar keine Intention zur Straftatbegehung hat, aber die kriminogenen Bedürfnisse die sekundären Güter überwiegen.

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Welche der folgenden Aussagen zur Behandlung von Sexualstraftätern treffen zu?

Das Konzept der „seemingly unimportant decisions“ im Relapse-Prevention-Programm ist insbesondere für die Behandlung von Sexualstraftätern relevant. (Gutgeschrieben)

Zur kognitiven Umstrukturierung sind insbesondere gruppentherapeutische Maßnahmen sinnvoll, weil die beteiligten Straftäter oft über ähnliche kognitive Verzerrungen verfügen.

Kognitive Verzerrungen im Hinblick auf Sexualdelikte können sich über die allgemeinen kriminellen Einstellungen hinaus auch während der Behandlung entwickeln. (Gutgeschrieben)

In der Erweiterung der üblichen Relapse-Prevention-Programme nach Ward und Hudson (2000) wird neben den effektiven Copingstrategien für Hochrisikosituationen auch die Veränderungsmotivation eingeübt.

Empirische Befunde weisen auf die Effektivität von Behandlungsmaßnahmen hin, wenn diese die Risk- Need-Responsivity-Prinzipien einhalten.