V404A
Grundlagen der Mikrobiologie
Grundlagen der Mikrobiologie
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Flashcards
Hyphe
- Wachstumsform bei Pilzen
- langes Filament
Hefe
- Wachstumsform bei Pilzen
- Einzellige, vegetative Wachstumsform, keine Sporen
- Vermehrung durch Sprossung oder Spaltung
- Vorwiegend bei Asco- oder Basidomyceten
Natürliches Vorkommen von S. cerevisiae
- in Assoziation mit Pflanzen (Blätter, Blüten und Früchte = Zuckerquelle)
- im Boden
- in Salzwasser
- im Darm von Warmblütern
Anthropogenes Vorkommen von S. cerevisiae
- beim Brot backen
- in Bier
- in Bioethanol
Besonderheiten von S. cerevisiae
- vergärt Zucker zu CO2 und Ethanol unter anaeroben Bedingungen
- Saccharomyces = der Saccharose-Spalter
- Toleriert ein breites Spektrum verschiedener Umweltbedingungen
- Wachstum bei 12 – 40 °C und pH von 2.8 – 8.0
- Verträgt bis 20 % Ethanol und 3 M Zucker
- Überlebt Trocknung und Temperatur von 0 bis 55 °C
Shmoo
Hefezellen sind miteinander fusioniert und bestimmte molekulare Prozesse laufen ab
Pheromon induzierte Konjugation
- positive Rückkopplung
- a-Zelle produziert a-Pheromon
- a-Pheromon-Rezeptor der α-Zelle erkennt das -> Signaltransduktion entsteht
- Gene für die Paarung werden transkribiert
- Auch wird mehr α-Pheromon produziert -> wird von der a-Zelle erkannt
- Zellen wachsen aufeinander zu, wo das meiste Pheromon herkommt
Signalweg für die Pheromon induzierte Zellpaarung
- Signalerkennung: Rezeptor und Heterotrimeres G-Protein
- Signaltransduktion: Rho-Protein, Kinase-Kaskade
- Shmooing: Formin
- Zellzyklus-Stop: Kinase phosphoryliert den Zellzyklus-Inhbitor, Zellzyklus-Inhibitor reguliert die Cyclin-abhängige (G1-Cyclin) Proteinkinase
- Zell-Zell-Kontakt, Zellfusion, Kernfusion: Transkriptionsfaktor wird phosphoryliert: wandert in den Kern und aktiviert Genexpression
Phänotypenwechsel
- Mutter kann Paarungstyp wechseln: α wird zu a, oder anders herum
- Stille Kopien vom α- und vom a-Typ
- HO-Endonuklease führt einen Dopplstrang-Bruch an dem Transkriptionsfaktor durch
mRNA-Transport und Paarungstypwechsel in S. cerevisiae
- Transkriptionsfaktor Ash1p reprimiert HO-Expression in Tochterzellen: Repression der Tochter = Wechsel nur in der Mutter
- RNA-Transportmechanismus entlang des Aktin-Zytoskeletts zur Tochter
- Akkumuliert am Pol der Tochterzelle und wird translatiert
- Ash1p sieht den Tochterzellkern als ersten Zellkern
- Mutante: bei beiden Zellen wird der Paarungswechsel unterdrückt
Homothallische Laborstämme
- Wildtyp
- Funktionelle HO-Endonuklease
- Häufiger Paarungstypwechsel
- Fast nur diploide Zellen (MATa/MATα)
Heterothallische Laborstämme
- Keine HO-Endonuklease (Gen inaktiviert)
- Kein Paarungstypwechsel
- Stabile haploide Stämme, entweder MATa oder MATα-Paarungstyp
Steckbrief des Genoms von S. cerevisiae
- Heutiges Genom entstand durch eine Genomverdopplung
- Viele nahe verwandte Gene (ca. 450), oft unterschiedlich reguliert
- Bei ca. 1/3 der Gene ist eine Funktion bekannt
- Bei ca. 1/3 der Gene wird eine Funktion vermutet
- Bei ca. 1/3 der Gene ist keine Funktion bekannt
- Gene liegen eng beieinander: Abstände zwischen 200 und 1000 bp
Genetischer Screen = Erzeugung von Mutanten
- Mutagenese durch: chemische Agenzien (z.B. EMS -> GC wird zu AT), UV, Transposons
- Ziel
- Jede Mutante ist nur an einem Genort verändert worden
- Jeder Genort ist mindestens einmal verändert worden
Komplementationsanalyse
- Funktioniert nur, wenn die Mutation rezessiv ist
- Kreuzung von isolierten Mutanten: MATa trp x (haploid) mit MATα trp y (haploid)
- Wachstumstest von MATa/MATα, trp x/trp y (diploid) auf Medium ohne Trp
- Falls Wachstum möglich: TRPX ≠ TRPY (unterschiedliche Komplementationsgruppe)
- Keine Komplementation möglich
- Falls kein Wachstum: TRPX = TRPY (gleiche Komplementationsgruppe = Gen)
- Falls Wachstum möglich: TRPX ≠ TRPY (unterschiedliche Komplementationsgruppe)
Verlust der Heterozygotie durch mitotische Rekombination
- Weit weg vom Centromer = mehr Crossover möglich
- Je mehr Zellen z.B. rot werden (bei ade2), desto weiter ist der Marker vom Centromer entfernt
- Bei zwei Markern (z.B. ura3 und ade2): je häufiger Uracil auftritt, desto weiter ist es vom Centromer entfernt
S. cerevisiae als Modell
- Schnelles Wachstum: Verdopplung in 90 min möglich
- Mikroorganismus: Anzucht auf einfachen und (relativ billigen) Wachstumsmedien (Nährböden und Flüssigkultur)
- Mutanten sind einfach isolierbar (ungerichtete = EMS- oder UV Mutagenese und gerichtete = Deletion Mutagenese)
- Stabile haploide und diploide Stämme: klassische Kreuzungsexperimente
- Effiziente homologe Rekombination: Gendeletion und -insertion, Genaustausch (praktische jedes Basenpaar gezielt austauschbar)
- Vielzahl an Plasmiden verfügbar, konditionelle Genexpression, Überexpression, Genfusionen (Epitope, GFP), 2-Hybrid
- Umfangreiche Bioinformatik und Datenbanken
Regulation des Metabolismus
- Kontrolle der Enzymaktivität
- Translationskontrolle: KEINE Synthese des Enzyms
- Transkriptionskontrolle: KEINE Synthese der mRNA
Zentrales Enzym: DNA-abhängige RNA-Polymerase
- Kernenzym: 5 UE, Mg2+ Cofaktor
- Holoenzym: Kernenzym plus Initiationsfaktor (Sigma-Faktor), vermittelt Promotorspezifität (genaue Bindung am Promotor)
- UP-Element: potentielle Bindestelle für stärkere Interaktion (upstream element)
Intrinsische Termination (Rho-unabhängig)
- 2 palindromische Sequenzen in der DNA
- Transkript kann zu einer Haarnadelschleife gefaltet werden -> GC-reich, PolyU-Bereich (schwache Bindung)
- Destabilisierende DNA-Elemente in der 3’UTR der mRNA vermitteln Termination
Termination (Rho-abhängig)
- Hexameres Rho-Protein bindet Transkript -> Rut-Motive
- Helikase-Aktivität trennt DNA/RNA Hybrid an einer C-reichen Erkennungssequenz
- Sehr energieaufwendig
Das trp-Operon
- 5 Gene (trpEDCBA)
- kein trp vorhanden = Repressor inaktiv = Operon ausgeschaltet
- trp vorhanden = Repressor aktiv = Operon angeschaltet
Elemente des lac-Operons
- 3 Gene (lacZYA)
- keine Laktose = Repressor aktiv = Operon abgeschaltet
- Laktose vorhanden = Repressor inaktiv = Operon an
Katabolitrepression und lac-Operon
- Anpassung an die Kohlenstoffquelle
- Das Regulatorprotein Kataboliten-Aktivator-Protein (CAP) wirkt als transkriptioneller Aktivator
- Wenn die Glukose im Medium knapp wird, reichert sich zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP) in der Zelle an
- CAP bindet cAMP und nimmt seine aktive Konformation ein
- CAP-Bindestelle in der DNA -> interagiert mit der α-UE = stärkere Bindung
Katabolitrepression und lac-Operon: Laktose als C-Quelle
- Repressor inaktiv
- CAP aktiv, da keine Glukose vorhanden
- Starke Transkription des lac-Operons
Katabolitrepression und lac-Operon: Laktose und Glukose als C-Quelle
- Repressor inaktiv
- Inaktives CAP
- Wenig aktives lac-Operon (Basalexpression)
Lac-Operon = negative und positive Regulation
- Glukose und Laktose: basale Transkription
- Nur Glukose: keine Transkription
- Nur Laktose: aktivierte Transkription
Regulation des ara-Operons
- 3 Gene (araBAD)
- AraC: Aktivator der araBAD-Expression -> Apo-Aktivator
- Keine Arabinose = Dimerbildung und DNA-Schleife
- Arabinose vorhanden = Konformationsänderung -> kann die Bindung der Polymerase verstärken
- AraC hemmt die eigene Synthese, wenn keine Arabinose vorhanden ist
- positive Regulation durch CAP
Zwei-Komponenten System
- 2 Proteine
- Sensorkinase, die Signale aus der Umwelt aufnimmt
- 2 Domänen: Sensordomäne und Kinasedomäne
- Antwortregulator, der Repressor oder Aktivator ist
- Sensorkinase, die Signale aus der Umwelt aufnimmt
- Autophosphorylierung bei Signalweiterleitung
Phosphodelay
- zwischen Sensorkinase und Antwortregulator liegen noch ein Connector und ein Phosphodonor
Chemotaxis
- Auswirkung nicht auf transkriptioneller Ebene, sondern auf die Bewegung der Zelle
- Sensor = Transduktor (MCP = methyl-accepting chemotaxis protein)
- CheA: Sensorkinase
- CheY und CheB: Antwortregulatoren
- CheY: steuert die Bewegung des Geißel-Motors
- CheB: steuert die Desensibilisierung, damit Zelle nicht hyperaktiv wird -> spaltet die Methylgruppen ab
- CheZ: Phosphatase
- CheR: methyliert ständig den Transduktor
Quorum Sensing
- Geschieht über Autoinducer -> z.B Acylhomoserinlacton (AHL)
- Können frei in die Zelle hinein und heraus diffundieren
- Zellen von der gleichen Spezies in der Nähe = Autoinducer stark angereichert -> Bindung von Aktivatorproteinen = transkriptionelle Veränderung
Biolumineszenz und Quorum sensing in Vibrio fisheri
- Wichtige Enzyme: Luciferasen
- Cofaktoren: Aldehyd und FMNH2
- 2 Hilfsenzyme: Fettsäure-Reduktase (stellt Aldehyd bereit), Flavin-Oxireduktase (stellt FMNH2 bereit)
Grundkonzept LuxI-LuxR-Typ Quorum Sensing System
- LuxI und LuxR als Regulatoren
- LuxR ist unabhängig vom Operon
- LuxI = AI(Autoinducer)-Synthase = Messlatte für Populationsdichte
- Basal aktiv
- LuxR = Aktivator
- Trifft auf AI und wird aktiv -> setzt sich vor Operon und sorgt für eine starke Transkription
Mutante
genetische Veränderung im Genom, andere Genotyp und evtl. Phänotyp
Wildtypstamm
aus der Natur isolierter Stamm
2 Methoden, um mit Mutanten zu arbeiten
- Antibiotika-Resistenz = Selektion
- Zellen wachsen im Hemmhof
- Pigmente = Durchmustern, Screening
- Andere Farbe = Mutante
Mutation
Veränderung in der Basenabfolge
Punktmutationen
- Missense-Mutation = fehlerhaftes Protein
- Nonsense-Mutation = unfertiges Protein -> Stopp-Codon
- Silent-Mutation = normales Protein
Rastermutation
- frame shift
- Insertion = Einfügen einer Base
- Deletion = Wegnehmen einer Base