Traumatologie | Verbrennungen


S. H.
Diese Lernkarten decken fortgeschrittene Themen der Anästhesiepflege ab. Sie konzentrieren sich auf Aspekte wie Anästhesiemanagement, Patientenzentrierte Versorgung, Risikomanagement und ethische Entscheidungsfindung. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Pflegefachpersonen, die in der Anästhesie arbeiten und ihr Wissen vertiefen möchten, um die Versorgung von Patienten zu verbessern und ethische Herausforderungen zu meistern.
Flashcards
95
Students
7
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
15.02.2021 / 11.10.2024

Flashcards

Was ist das Locard'sche Prinzip?

"Jede Berührung hinterlässt eine Spur - es gibt keinen sauberen Kontakt."

Die Ist-Situation:

  1. Betroffene Person kommt zur medizinischen Versorgung
  2. wird untersucht
  3. wird behandelt / entlassen
  4. Forensische Dokumentation wird wesentlich später angefordert

ABER: Verletzungen / Befunde verheilen ... verändern sich ... verschwinden ganz

Die Soll-Situation:

  1. Betroffene Person kommt zur medizinischen Versorgung
  2. wird untersucht
  3. wird forensichsch zeitnah dokumentiert durch eine sachkundige Person (Forensic Nurse)
  4. wird behandelt / entlassen
  5. Forensiche Dokumentation ist archiviert und nach Anforderung vorhanden.

Welche Abfolge hat die strukturierte klinische Patientenuntersuchung der Lunge und des Herzens?

Klinische Untersuchung strikt nach demselben Muster:

Assessment Lunge

  • Inspektion
    • Thoraxform, Atemfrequenz, Atemart / Atemtyp (Kinder), Atem-Hilfsmuskulatur, Zyanose, Fingernägel
  • Palpation
    • Atemexkursion, Thoraxkompression 
  • Perkussion
    • Wirbelsäule, Lungenfelder seitenvergleichend, Lungengrenze
  • Auskultation
    • Atemgeräusch zentral und peripher

Assessment Herz

  • Inspektion
    • Hautzustand, Lippen (Halsvenen, Hautfarbe, Temperatur, Schweiss), Fingernägel (Uhrglasnägel, Farbe), Ödeme
  • Palpation
    • Pulse: Frequenz, Pulsdefizit
  • Auskultation
    • Herzgeräusche

Was bedeutet Clinical Reasoning in der Abgrenzng zu clinical Assessment?

Clinical Reasoning umfasst

  • Assessment: Sammeln von Daten
  • Judgenment: Beurteilen der Befunde
  • Decision Making: Differentialdiagnostisches Denken, Implementation von Handlungsvorschlägen

Was ist das MET bei der Einschätzung von Patienten?

MET = metabolische Äquivalente:

  • Anhaltspunkt für die kardiovaskuläre Reserve des Patienten
  • 1 MET entspricht der vasalten Stoffwechselrate und -verbrauch von 3.5 ml O2 pro Minute und kg KG
  • Bei Belastung und Stress steigt der O2-Verbrauch
  • Grenze für eingeschränkte Leistungsfähigkeit wurde auf 4 MET festgelegt
  • 4 MET entsprechen in etwa Treppensteigen von zwei Stockwerken ohne Unterbruch und Dyspnoe

Welche Parameter gehören zum Neurostatus?

  • Mentaler Status
    • Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Denken, Wahrnehmung, Ichstörung, Antrieb, Affekt
  • Neurostatus
    • Hirnnerven, Reflexe, Motorik, Sensibilität, Vegetatives NS

Was sind die Rollen der Anästhesiepflege gemäss CanMED?

  1. Beurteilung der Patienten vor Anästhesiebeginn
  2. Anästhesieführung
  3. Risikomanagement
  4. Überwachung
  5. Erweiterte lebensrettende Massnahmen
  6. Equipment
  7. Ausleitung
  8. Postoperative Versorgung und Schmerzmanagement
  9. Infektionsprävention
  10. Dokumentation

Was bedeutet der Begriff KPWE?

CanMEDS Rolle "Lernende und Lehrende"

Verpflichtung zur kontinuierlichen professionellen Weiterentwicklung 

Welche grundsätzliche Regelung gilbt bei der Organspende in der Schweiz? 

Welche Kriterien müssen erfüllt sein umd en Patienten als Hirntot zu klassifizieren?

Zur klinischen Hirntotdiagnose gehören:

  • Pupillen mittelweit oder dilatiert ohne Lichtreaktion
  • Keine Reaktion auf Schmerzreiz
  • Fehlender Kornealreflex
  • Fehlender Hustenreflex
  • Fehlender Würgereflex
  • Vestibulo-okulärer Reflex
    • ermöglicht als Hirnstammreflex eine stabile visuelle Wahrnehmung auch bei plötzlicher Kopfbewegung (Blick bleibt starr bei Kopfbewegung)
  • Apnoe Test

Was ist das Lazarus-Syndrom?

Scheinbare Lebenszeichen bei hirntoten Patienten.

Dabei handelt es sich um spontane oder durch Berührung auslösbare reflektorische Bewegungen. Sie treten meist an Armen oder Beinen, seltener auch am Rumpf auf und können in Einzelfällen wie eine gerichtete Bewegung wirken.

Welche Kontraindikationen für eine Organspende gibt es?

  • Koma unbekannter Ursache
  • Degenerative Erkrankung ZNS unbekannter Ursache
  • Präsenz, Verdacht oder Risiko einer Prionenerkrankung
  • Präsenz, Verdacht oder Risiko einer Tollwut
  • Präsenz, Verdacht einer systemisch unkontrollierten Infektion
  • Malignomerkrankung (< 5 Jahre)

Was sind die Ziele bei der Betreuung von Patienten zur Organspende?

Allgemeine Ziele:

  • Sicherstellen der kontinuierlichen intensivmedizinischen Behandlung
  • Organentnahme unter bestmöglichen Bedingungen
  • Optimale Organpräperation

Anästhesiologische Sicht:

  • Fortführen der Behandlung, Aufrechterhaltung der Homöostase aller relevanten physiologischen Systeme (ausser ZNS)
  • Vorbeugung bzw. Behandlung der Störungen aufgrund des Hirntodes
  • Sicherstellen der Muskelentspannung des Spenders

Welche Schwerpunkte gibt es für das Anästhesiemanagement bei DBD?

Welche Schwerpunkte gibt es für das Anästhesiemanagement bei DCD?

DBD = Donor after Brain Determinatin of Death

Zum Zeitpunkt der Entscheidung für eine Organspende ist der Patient hirntot. Die Herzkreislauffunnktion ist intakt und das Herz schlägt nocht; die Hirndurchblutung hat aufgehört.

Häufige Ursachen: grosse Hirnblutung, schweres SHT, massive cerebrale Ischämie mit Ödembildung

erhaltene Perfusion der übrigen Organe bei Todeseintritt

Abschalten der Geräte NACH Entnahme der Organe

DCD = Donor after Circulatory Determination of Death

Zum Zeitpunkt der Entscheidung für eine Organspende ist sicher, dass der Patient nicht überleben wird. Seine Vitalfunktionen werden massiv unterstützt. Er hat eine schwere neurologische Schädigung, aber er ist nicht hirntot.

Häufige Ursachen: Hirninfarkt, Blutung von zentralen Bereichen ohne Masseneinwirkung; Status nach Kraniotomie, Reanimation mit hypoxischer Hirnschädigung; Therapierückzug im OP

keine Perfusion der übrigen Organe bei Todeseintritt

Abschalten der Geräte VOR Entnahme der Organe --> Hirntot tritt ein --> Organe werden schnellstmöglich entnommen

Warum haben Patienten unter Immunsuppression bei einem akuten Infekt kein Fieber?

Immunsuppression = Unterdrückung der Immunantwort

Fieber = Immunantwort bei Infekt

St.n. Transplantation:

Was sind Zeichen für eine Infektion?

Welche Zeichen fehlen?

Zeichen einer Infektion können sein: (Unterstrichen = können bei einem Transplantiertem Patienten fehlen)

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit
  • Tachykardie
  • starkes Krankheitsgefühl
  • Entzündungsparameter im Blut
  • Leukozytose
  • Schmerzen

St.n. Transplantation:

Welche Aspekte müssen bei der präoperativen Einschätzung der Patienten beachtet werden?

  • Anhaltspunkte für eine Infektion suchen
  • Funktion des transplantierten Organs prüfen
  • Funktion anderer (vitaler) Organsysteme prüfen
  • Anhaltspunkte für eine Abstossung beachten
  • psychische Verfassung des Patienten beachten
  • hGMV Status : hGMV freies Blut bestellen
  • alle Immunsuppressiva in voller Dosis verabreichen
  • Addison - Prophylaxe (sekundäre NNR-Insuffizienz führt zu erhöhtem Cortisolbedarf (2-6x höher), dieser muss gedeckt werden)

Welche spezifischen Aspekte müssen beim Anästhesiemanagement bei Patienten nach Herztransplantation beachtet werden?

  • Barorezeptorreflex fehlt
    • Karotissinus-Massage, Valsalva haben keinen Effekt
    • Indirekt chronotrope Medikamente wirken nicht frequenzsteigernd (Atropin, Robinul, Neostigmin, Pancuronium)
  • Sehr sensible Reaktion auf Vorlaständerung
    • Der Starling Mechanismus ist die entscheidende Grösse zur Regulation des HZV
  • häufigste Komplikationen: 
    • Herz-Rhythmusstörungen mangels Vagotonus
    • AV-Überleitungsstörungen
    • Sinusknotenischämie

Welche spezifischen Aspekte müssen beim Anästhesiemanagement bei Patienten nach Nierentransplantation beachtet werden?

  • Renaler Blutfluss, Kaliumexkretion konstant
  • Natrium und Bikarbonatexkretion erhöht
  • Bei Normovolämie wie ein Nierengesunder zu behandeln (GFR um 30% reduziert!)
  • Immunsuppression ist nephrotoxisch, daher keine Gabe weiterer nephrotoxischer Substanzen!

Welche spezifischen Aspekte müssen beim Anästhesiemanagement bei Patienten nach Lebertransplantation beachtet werden?

Phase 1 (erste Wochen):

  • anspruchsvolles Management (wie bei Transplantation selbst)
  • Blutgerinnung als zentrale Rolle
  • Vor allem Faktor V als Verlaufsparameter
    • keine FFP ohne Rücksprache mit Operateur!

Phase 2 (nach Erholung)

  • keine Einschränkung mehr für Inhalationsnarkotika und hepatisch metabolisierte Medikamente
  • Transplantiertes Organ ist insuffizient!

Welche spezifischen Aspekte müssen beim Anästhesiemanagement bei Patienten nach Lungentransplantation beachtet werden?

  • Innervation der Carina : Hustenreflex und mukoziliäre Clearance.
  • Normale Funktion nach den ersten Wochen
    • Tonus der kleinen Luftwege
    • Atemmuster
    • Atemfrequenz
    • CO2 Antwort
    • hypoxische Vasokonstriktion
  • Einlungen-Transplantation: 70% Ventilation/Perfusion auf der transplantierten Lunge!
  • CAVE: Aspiration, Volämie, Anastomosen

Was bedeutet psychologische Sicherheit in der interdisziplinären Zusammenarbeit?

Eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der alle Teammitglieder sich offen äußern können, ohne beschämt zu werden, abgewiesen zu werden, oder sonst wie negativ sanktioniert zu werden.

Wie wird ein Speak-up definiert?

Freie, informelle Kommunikation über Ideen, Bedenken, Gefühle mit der Absicht zu Verbessern.

Allgemein: Probleme oder Bedenken ansprechen, Vorschläge machen, Ideen einbringen, Meinungen äussern um etwas zu verändern und das Arbeiten in einer Gruppe oder einer Organisation zu verbessern.

Speziell im Bereich Patientenversorgung und -sicherheit: reagieren und Kollegen oder Vorgesetzte ansprechen, wenn die Sicherheit von Patient/innen gefährdet ist oder gefährdet scheint, um Risiken  abzuwenden.

Was sind typische Gründe, warum kein Speak-up gemacht wird?

  • Unklares Risiko
  • Angst vor negativer Reaktion
  • Anwesenheit Dritter (Patienten)
  • Unwissen wie "Speak up" durchzuführen ist
  • Bereits erlebte Wirkungslosigkeit
  • Unvorhersehbare Reaktion
  • Statusunterschiede
  • Angst, Beziehungen zu zerstören
  • Nutzlosigkeit
  • Erfahrungsmangel
  • Schlechte Arbeitsbeziehungen
  • Angst vor Bestrafung / negativem Label
  • Konflikt Effizienz versus Sicherheit
  • Wahrgenommener Zeitdruck

Was ist die 3B Fragetechnik im Zusammenhang mit Speak-up?

  • Beobachten (I see - Beobachtung schildern)
  • Beurteilen (I think - Eigene Meinung mitteilen)
  • Befragen (I wonder - Offen fragen)

Was sind paradoxe Ratschläge?

"Ratschläge" die ein Speak up verhindern:

  • nicht sagen was einem beschäftigt, sondern anmerken lassen
  • davon ausgehen, dass es die anderen sowieso nicht verstehen werden
  • darum bitten dass man einem nie die meinung sagt
  • Nachfragen unterbinden
  • auf hingewiesene Fehler empört reagieren
  • meinungen von anderen ignorieren
  • klar machen, dass man nicht gestört werden will
  • Ausschluss von notorischen Störern
  • Ein Exempel statuieren, falls doch jemand ein Speak-up betreibt
  • klare Hierarchie demonstrieren

Wie findet ein strukturiertes Debriefing statt?

Reaktionen

  • jeder kann über Reaktionen oder Emotionen sprechen
  • erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich jeder mehr einbringt
  • wenn die ersten Emotionen raus sind, kann man anschliessend klarer darüber sprechen

Verständnis

  • Fallklärung
    • Fakten besprechen
    • damit alle auf demselben Stand sind
  • Zusammenarbeit während der Behandlung
    • Kernstück des Debriefings
    • detaillierter: Rollen, Planung, Speaking up
    • besprechen, wie es zu einer Situation gekommen ist, was ist den Beteiligten durch den Kopf gegangen

Zusammenfassen

  • kurze Zusammenfassung des Debriefings
  • Jeder Teilnehmer formuliert eine Handlungsabsicht, was er/sie aus dem Debriefing mitnimmt

Was ist ein ethischer Konflikt?

Unter einem ethischen Dilemma (Konflikt) versteht man eine ethisch-moralische Entscheidungssituation, in der mehrere Handlungen gleichzeitig geboten sind, sich gegenseitig aber ausschließen. Die Befolgung des einen Gebots führt zum Verstoß gegen das andere.

Was heisst Shared Decision Making?

Shared Decision-Making (SDM) ist eine Form der Kommunikation zwischen Arzt/Pflege und Patient. Der Ansatz sieht vor, Informationen auszutauschen und eine Entscheidung gemeinsam und gleichberechtigt zu finden – etwa mit Blick auf eine Behandlung. Die Kommunikation in diesem Konzept erfolgt also zweiseitig.

Was ist ein Infromed Consent? Hast Du ein Beispiel?

Eintscheidung eines ausreichend aufgeklärten Patienten in Bezug auf ein emedizinische Behandlung / Betreuung.

Setzt voraus:

  • Urteilsfähigkeit
  • Freiwilligkeit
  • Aufklärung über Prognose und Optionen
  • Chancen und Risiken
  • genügend Zeit zur Entscheidungsfindung
  • Möglichkeit des Widerrufs

Zum Beispiel willigt der Patient für die Behandlung ein, aber möglichte keine lebensverlängernden Massnahmen wie Reanimation oder Beatmung.

Was ist das ISAH Schema?

I = Intuition / Emotion festhalten

S = Situation & Kontext klären

A = Argumente finden & diskutieren

H = Handlungsmöglichkeiten vorschlagen

In welchen Situationen kann es zum Einsatz kommen?

Das ISAH Schema kann bei allen ethischen Konflikten zum Einsatz kommen und soll helfen wie ethische Fälle Schritt für Schritt gelöst werden können.

Nach welchen medizinethischen Prinzipien sollen wir handlen?

Die vier Prinzipien sind

  • Respekt vor der Autonomie des Patienten
  • Schadensvermeidung
  • Fürsorge
  • Gerechtigkeit

Was ist ein Berufsethos?

Der Begriff Berufsethos bezeichnet die sittlichen und moralischen Grundsätze, die das Handeln einer bestimmten Berufsgruppe bestimmen.

Was ist das Ziel des Qualitätsmanagements?

Unter Qualitätsmanagement versteht man in der Medizin und Pharmazie die Summe aller Maßnahmen, die geeignet sind, die Qualität einer Gesundheitsdienstleistung und damit die Zufriedenheit der Patienten und der Mitarbeiter zu verbessern.

Welche Parameter können in A-QUA der SGAR erfasst werden?

1. Teil Strukturdatenerfassung

  • bezieht sich auf das strukturelle Setting (Anzahl Säle, Aufwachraumplätze, Sprechstunde, etc.)

2. Teil Patienten & Leistungen, Prozesse & Outcome

  • anästhesiologischen Leistungen, Prozessen, Risiken und Ereignissen bei jedem einzelnen Patienten bzw. bei jeder anästhesiologischen Leistung

Wann werden die Ereignisse erfasst? Nur während der Anästhesie, oder auch postoperativ?

Was sind häufige unangenehme Faktoren für Patienten vor der Anästhesie im OP?

  • Lärm, Licht, Geruch, Angst, vor Awareness, Angst vor Schmerzen, Angst vor Infusion, Maske

Ist es aus hygienischer Sicht besser, wenn die Abteilung den Blasenkatheter legt, oder ist es emppfehlenswert ihn im OP zu legen? Warum?

Was sind häufige postoperative Probleme, die von den Patienten negativ erlebt werden?

  • PONV
  • Schmerzen

Muss ein Patient für eine Anästhesie Einwilligung handlungsfähig sein?

Handlungsfähigkeit = Urteilsfähigkeit und Volljährigkeit

Study