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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 25.11.2020 / 25.11.2020
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Welches sind die beiden Basis-Akteure eines Finanzsystems?

Ein solides Finanzsystem ist die Basis für eine gut funktionierende Volkswirtschaft. In einem solchen System gibt es verschiedene Akteure:

Basis-Akteure eines Finanzsystems sind Kapitalgeber und Kapitalnehmer: Kapitalgeber, auch Investoren genannt, haben einen Kapitalüberschuss und stellen Geld für Investitionen zur Verfügung, auf das sie im Moment verzichten können. Dieses Angebot trifft auf die Kapitalnehmer mit einem Kapitalbedarf. Kapitalnehmer sind Akteure, die Kapital für Investitionen benötigen.

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Wie können Finanzbeziehungen zwischen Kapitalgebern & Kapitalnehmern grundsätzlich zustande kommen?

Finanzierungsbeziehungen zwischen den Unternehmen, als Nachfrager nach Kapital, und den Investoren, als Anbieter von Kapital, können grundsätzlich auf zwei Wege zustande kommen:

Direkt über die Finanzmärkte: Die Finanzmärkte erleichtern den Austausch zwischen Kapitalangebot und -nachfrage, indem sie Nachfrager und Anbieter von handelbaren Wertschriften zusammenbringen, die Zahlungsströme zwischen Kapitalnachfragern und -anbietern durchführen, sowie den Informationsstand der Beteiligten verbessern. Zu den wichtigsten Finanzmärkten gehören die Geld-, Kredit- und Kapitalmärkte sowie die Devisenmärkte.

Indirekt über einen Finanzintermediär: Ganz allgemein bezeichnet man als Finanzintermediär die Vermittlerposition zwischen Kapitalnehmern und Kapitalgebern. Finanzintermediäre sind Personen und Institutionen, die «berufsmässig fremde Vermögenswerte annehmen, aufbewahren oder helfen, sie anzulegen oder zu übertragen». Finanzintermediäre umfassen Finanzintermediäre ohne Bankenstatus, Versicherungen und Banken. Bankinstitute übernehmen somit eine entscheidende volkswirtschaftliche Rolle.

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Was ist die Funktion einer Bank bezüglich der Vermittlung von Kapital? 

-Eine zentrale Rolle von Bankinstituten ist die Vermittlung von Kapital und die Sicherstellung des Geldkreislaufes. Überschüssiges Geld wird von Sparern oft auf Bankkonten angelegt, da die Bargeldhaltung keine Rendite abwirft und auf einem Bankkonto ein (geringer) Zinsertrag erzielt werden kann (unterschiedlich grosse Beträge, lange Zeitperioden) Man spricht in diesem Fall vom sogenannten Passivgeschäft: Aus Sicht der Bank ist das Geld auf einem Sparkonto eine Verpflichtung gegenüber dem Sparer und ist somit auf der Passivseite der Bankbilanz anzusiedeln

-Die entgegengenommenen Spargelder bleiben aber nicht ungenutzt bei der Bank liegen, sondern werden von der Bank weiterverwendet. So vergibt diese beispielsweise Kredite an Marktteilnehmer mit einem Kapitalbedarf (wie Hypothekarkredit) und erhält im Gegenzug als Entschädigung einen Zins. Weil Kredite (ähnlich wie Debitoren) nach einer gewissen Zeit der Bank zurückbezahlt werden müssen, stehen sie auf der Aktivseite der Bankbilanz und damit spricht man bei der Kreditvergabe auch vom Aktivgeschäft.

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Was versteht man genau unter der Losgrössentransformation?

Die Funktion der Losgrössentransformation besteht darin, den Kapitalbedarf der Schuldner mit den Anlagewünschen der Sparer in Einklang zu bringen. Sparer wollen meist verhältnismässig kleine Beträge auf ihrem Konto deponieren, wohingegen Kreditnehmer wie Privatpersonen, Firmen oder staatliche Organisationen meist grössere Beträge für ein Investitionsprojekt benötigen. Typisch ist somit, dass viele Depositäre mit relativ kleinen Einlagen wenigen Kreditnehmern mit grossen Krediten gegenüberstehen. Die Bank spielt dabei die Rolle des Finanzintermediärs, welcher mehrere kleine Spareinlagen bündelt und anschliessend in Form grosser Kredite an Personen oder Unternehmen vergibt.

Dabei entstehen Economies of Scale (Skaleneffekte), beispielsweise durch sinkende Transaktionskosten mittels Standardisierung der Sparkonten und Vergabeprozesse für Kredite. Ohne Bank müsste der Sparer jemanden finden der genau einen Kredit ich Höhe des vorhandenen Kapitals benötigt oder der Kreditnehmer müsste eigenständig einzelne Sparer finden, welche genau den gesuchten Betrag bereitstellen.

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Was versteht man genau unter der Fristentransformation?

Unter Fristentransformation versteht man die Umwandlung von Effekten mit zumeist kurzer Laufzeit in Effekten mit langer Laufzeit. Kundeneinlagen haben oftmals einen kurzfristigen Charakter, da Sparer das Kapital beispielsweise zu Konsumzwecken benötigen und somit innerhalb kurzer Frist wieder vom Bankkonto abheben. Kredite hingegen laufen oftmals über eine längere Zeit. Diese zeitliche Differenz wird im Rahmen der Fristentransformation überbrückt, indem die Bank wiederum mehrere Spareinlagen bündelt und diese in Übereinstimmung mit der Kreditlaufzeit bringt (falls beispielsweise ein Sparer sein Geld vom Konto abhebt, dann kann die Bank einfach eine andere Spareinlage als Ersatz hinzunehmen). Ohne Bank müsste der Sparer jemanden finden der genau einen Kredit für die nächsten X Monate benötigt oder der Kreditnehmer müsste eigenständig einzelne Sparer finden, welche einen Kredit genau für die nächsten X Monate bereitstellen.

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Was versteht man genau unter der Risikotransformation?

Ein Sparer möchte für sein Geld einen attraktiven Sparzins erhalten aber zeitgleich auch das damit verbundene Risiko minimieren. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, verteilt die Bank die entsprechenden Spareinlagen auf möglichst viele unkorrelierte Kreditnehmer, um damit den Schaden eines einzelnen Kreditausfalls zu minimieren (Diversifikation). Ferner verfügt eine Bank über eine grosse Erfahrung im Bereich der Kreditvergabe und kann somit passende Kreditnehmer identifizieren, die Risiken effizienter abschätzen und entsprechend auch überwachen. Ohne Bank müsste ein Sparer selber die Kreditwürdigkeit einer Gegenpartei beurteilen und diese laufend überwachen. Ferner würde der Sparer ein erhebliches Risiko aus dem Kredit tragen, falls die Gegenpartei den Kredit nicht mehr zurückbezahlen kann.

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Beschreibe die Funktion der Zahlungsvermittlung einer Bank

Bankinstitute bieten verschiedene Möglichkeiten an, die einen sicheren sowie einfachen Austausch von Geldern ermöglichen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Aufgabe ist sehr hoch, da die Zahlungsvermittlung von alltäglicher Bedeutung ist (Bankkarte, E-Banking,.)

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Beschreibe die Funktion der Verwahrung und Anlage von Geldern von Banken

Bankkonten stellen in der Regel eine sehr sichere und flexible Aufbewahrungsform für Finanzmittel dar, wobei der Kunde aber trotzdem jederzeit Zugriff hat (nicht wie zb bei Lagerung zuhause)

Weitere Bankdienstleistungen umfassen insbesondere Beratungstätigkeiten (Anlageberatung), zum Beispiel im Bereich der Kapitalanlage oder der Altersvorsorge sowie die Vermögensverwaltung, bei der die Bank im Auftragsverhältnis Aktien und andere Wertschriften für Privat- oder Geschäftskunden bewirtschaftet. Diese Wertschriften werden ebenfalls in einem Bankdepot sicher für den Kunden verwahrt.