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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 21.11.2020 / 09.12.2020
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Was versteht man unter der Liquiditätsplanung?

Die Liquiditätsplanung ist eine monatliche Detailplanung der erwarteten Cash-flows des folgenden Budgetjahres. Sinnvollerweise ist sie nach operativen, finanzierungs- sowie investitionsseitigen Cash-flows gegliedert. (Planung ist blockweise oder rollend möglich)

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Welche Massnahmen zur Liquiditätsplanung gibt es?

Massnahmen zur Beeinflussung der kurzfristigen Liquiditätsentwicklung (Cash Cycle) vor allem bei gefährdeter Zahlungsfähigkeit sind enorm wichtig. (Im Gegensatz zur langfristigen strategischen Finanzpolitik mit Ziel: langfristig finanzielles Gleichgewicht mittels einer Abstimmung der Kapital- und Vermögensseite) Können Liquiditätsengpässe durch Kreditlimiten beseitigt werden, das Problem innerbetrieblich zu lösen. Erst wenn die internen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, werden grössere zusätzliche Aussenfinanzierungen angestrebt

Operating Cash-flows:

-Verkaufsförderung (auch Durchhaltemassnahmen)

-Durchsetzung von Preiserhöhungen

-Beschleunigung der Debitoreneinzahlungen

-Senkung und Straffung der Lagerhaltung

-Senkung der für die Liquidität relevanten Produktions-, Verwaltungs- und Vertriebskosten

Investitionsseitige Cash-flows:

-Verschiebung von Investitionsterminen

-Verzicht auf Investitionen

-Desinvestitionen im Bereich der materiellen Anlagen

-Veräusserung finanzieller Aktiven (Wertschriften, Beteiligungen,..)

Finanzierungsseitige Cash-flows:

-Verlängerung von Kreditorenfristen

-Aufnahme von zusätzlichem Fremd- oder Eigenkapital

-Abschluss von Leasingverträgen, Sale-and-lease-back

-Dividendenreduktion, Dividendenverzicht

 

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Welche beiden Möglichkeiten zur Innenfinanzierung gibt es nebst der Selbstfinanzierung?

Bei der Innenfinanzierung werden Finanzmittel direkt aus der operativen Tätigkeit über den Absatzmarkt generiert:

-Die Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten setzt das früher im Anlagevermögen gebundene Kapital schrittweise wieder frei

-Bei der Rückstellungsfinanzierung führt die Bildung von Rückstellungen für zukünftige unsichere Verpflichtungen dazu, dass zweckgebundenes Fremdkapital geschaffen wird

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Wie ist der Nennwert (Nominalwert) einer Aktie definiert?

Der Nennwert (Nominalwert) einer Aktie gibt an, mit welchem Anteil ein Aktionär am Aktienkapital der Aktiengesellschaft beteiligt ist. Der Nennwert ist derjenige Betrag, der auf der Aktie steht. 

 

(Skript Kapitel 3.5.1 Aktienkapital und Partizipationskapital)

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Was versteht man unter einer Namenaktie & einer Inhaberaktie?

Der Erwerber einer Namenaktie muss sich mit Namen und Wohnort ins Aktienbuch des Unternehmens eintragen. Bei gewöhnlichen Namenaktien kann sich jeder im Aktienbuch eintragen lassen (Ausnahme vinkulierte Namenaktien).

Die Übertragung einer Inhaberaktie erfolgt mit blosser Übergabe. Das Unternehmen kennt die Aktionäre nicht und kann unerwünschte Beteiligungshalter auch nicht fernhalten. In der Schweiz werden Inhaberaktien künftig abgeschafft & automatisch in Namenaktien umgewandelt.

 

(Skript Kapitel 3.5.1 Aktienkapital und Partizipationskapital)

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Die drei Varianten der Kapitalerhöhung mit GV-Beschluss beschreiben. 

Ordentliche Kapitalerhöhung: Es handelt sich um eine Gewöhnliche Aktienkapitalerhöhung mit Vermögenszugang mit dem Zweck der Erhöhung des Aktienkapitals. Durch Verwaltungsrat durchgeführt; Umfang der Erhöhung nicht gesetztlich vorgeschrieben; GV-Beschluss darf Bezugsrecht nur aus wichtigen Gründen aufheben 

Genehmigte Kapitalerhöhung: Die Generalversammlung ermächtigt Verwaltungsrat, das Aktienkapital innerhalb einer bestimmten Frist und eines bestimmten Umfanges (max Hälfte des bisherigen AK) zu erhöhen; Rasches Vorgehen bei Erwerb von Beteiligungen oder Fusionen, grossen Investitionen, günstigen Kapitalmarktsituationen,..; GV-Beschluss darf Bezugsrecht nur aus wichtigen Gründen aufheben 

Bedingte Kapitalerhöhung: Dritte (Obligationäre, Mitarbeiter) entscheiden über den Zeitpunkt der Durchführung und den Umfang der Aktienkapitalerhöhung (max Hälfte des bisherigen AK) mit dem Zweck der Abgeltung der Rechte auf Bezug neuer Aktien aus Wandelanleihen, Optionen auf Mitarbeiteraktien, Aktionärsoptionen; Bei Ausübung der Wandel- bzw. Optionsrechte innerhalb der vorgesehenen Frist; Kein Bezugsrecht Aktionäre haben jedoch für Wandelanleihen ein Vorwegzeichnungsrecht

 

(Skript Kapitel 3.5.2. Kapitalerhöhungen)

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Zusatz zu den 6 Gründen der AK Erhöhung bzgl. Rechtliche Vorschriften, Vorteilhafte Bedingungen, Kapitalstrukturpolitik

Rechtliche Vorschriften: Diese bestehen vor allem bei Banken und Versicherungen. Das Eigenkapital muss im Verhältnis zum Fremdkapital oder dem Geschäftsumfang eine gewisse Mindestgrösse vorweisen.

Vorteilhafte Bedingungen: Bei hohen Aktienkursen ist es für Unternehmen lukrativer Eigenkapital zu beschaffen, da es dann möglich ist, zusätzlich zum Nennwert einer Aktie, ein hohes Agio zu verlangen. Dem Unternehmen fliesst so mehr Geld in die Kassen (Nennwerterhöhung + Agio, das in die Kapitalreserven fliesst).

Kapitalstrukturpolitik: Eine Aktienkapitalerhöhung bedeutet für eine Firma gleichzeitig auch eine Erhöhung des Eigenkapitals. Dies ist sinnvoll, wenn langfristiges Kapital benötigt wird und die allgemeine Marktlage für Fremdkapital nicht vorteilhaft ist. Zudem muss auf das Eigenkapital kein fixer Zinssatz bezahlt werden, wodurch die liquiden Mittel in finanziell schwierigeren Zeiten weniger beansprucht werden. 

(Will man eine Kapitalerhöhung durch Erweiterung des Aktionärkreises bei bereits kotierten Unternehmen durchführen, muss sie ohne Ausgabe von Bezugsrechten stattfinden) 

 

(Skript Kapitel 3.5.2. Kapitalerhöhungen)

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Was ist ein Bezugsrecht & weshalb wird es benötigt? 

Durch die Ausgabe neuer Aktien sinkt der effektive Anteil jedes Investors am Unternehmen. Durch das Bezugsrecht sollen die Aktionäre vor den negativen Folgen geschützt werden. Das Recht zum Bezug neuer Aktien stellt ein Grundrecht der bisherigen Aktionäre dar (nur aus wichtigen Gründen ausgeschlossen). Besonders wichtig, wenn neue Titel deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs auf den Markt kommen. Pro bisherige Aktie wird ein Bezugsrecht definiert. Aktionäre, die keine neuen Aktien kaufen wollen, können ihr Bezugsrecht an der Börse veräussern. Der Erlös entschädigt sie für die durch die Kapitalerhöhung entstehende Kapitalverwässerung.

 

(Skript Kapitel 3.5.2. Kapitalerhöhungen)