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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 26.10.2020 / 25.07.2021
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Erläutern Sie die Katharsis-Hypothese und ihre Überprüfung in der Studie von Geen, Stonner & Shope (1975). Warum führt aggressives Verhalten häufig zu noch mehr Aggression?

(33)

 

Katharsis-Hypothese: Ausleben von Triebimpulsen reduziert Triebdruck

Studie: 

UV1: VP (Schüler) erhält Schocks (Attack) vs. Nicht (No-Attack) -> Aufbau von Triebenergie

UV2: VP verteilt selbst als Lehrer Schocks (Katharsis) vs. Beobachtung des VL, der Schocks verteilt / nicht verteilt (nur Signal)

AV: Intensität der gegebenen Schocks in weiterer Phase als Lehrer mit Blutdruckmessung

Ergebnis: Attack-VPn vergeben immer stärkere Schocks, bei vorangehender Möglichkeit zu Katharsis allerdings die stärksten (!) - Gegenteil der Katharsis-Hypothese, Brutdruckreduktion findet aber statt!

Erklärungen: 

1. physiologisch entspannende Gewaltausübung als entspannend

2. Dissonanztheorie: Konsistenz wahren -> mehr Aggression

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Was versteht Hull unter "Triebe" und wie werden sie operationalisiert? 

(34)

Lizenzierung: Keine Angabe

- Triebe (Drives) als unspezifische Antriebsquelle des Verhaltens (Defizitmotivation); Triebreduktion als Verstärker

- Hull: Richtung des Verhaltens wird durch habits (enstehen durch wiederholte Verhaltensverstärkung) bestimmt 

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Welche Implikationen ergeben sich aus der multiplikativen Verknüpfung von Trieb & Habit in der Theorie von Hull?

(35)

 

Lizenzierung: Keine Angabe

Hoher empirischer Gehalt der Formel: 

- Triebe (z.B. Hunger / Durst) sind beliebig substituierbar

- Verhaltensstärke sollte monoton (mit D bzw. H) steigen

- kein Reaktionspotenzial bei D = 0 oder H = 0

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Durch welche experimentelle Evidenz konnte das Postulat der multiplikativen Verknüpfung von Trieb und Habit belegt werden? Schildern Sie Aufbau und Ergebnisse der Studie.

(36)

Studie zu Trieb- & Habit-Stärke (Williams / Perin)

- UV1: Anzahl vorheriger Verstärkungen

- UV2: 3h vs. 22h Hunger

- AV: Löschungsresistenz

Beobachtung: 

- beide Kurven (3h & 22h) klaffen mit steigender UV1 immer weiter auseinander

- Anstieg nichtlinear -> Abflachen mit steigender Anzahl an Verstärkungen

-> keine additive, sondern multiplikative Beziehung von Habit & Drive

 

 

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Schildern Sie die Untersuchung von Meryman (1952) zum Nachweis, dass Triebe unspezifisch Verhalten energetisieren. Welcher Ergebnisaspekt passt nicht so gut zu den Annahmen?

(37)

Studie zu Auswirkungen von Angstkonditionierung und Futterdeprivation auf das Schreckverhalten von Ratten.

UV1: Ratte wurde Furcht-Konditioniert vs. nicht

UV2: Futterdeprivation 1 Stunde vs. 46 Stunden kein Futter

AV: Stärke eines Schreck- bzw. Startle-Reflexes auf Stimulus

-> Rkt. in Bedingung Angstkonditionierung und Hunger > Rkt. bei nur angstkonditionierten oder nur hungrigen Ratten.

-> mögl. Deutung: Quellen der Triebenergie ersetzbar und damit unspezifisch

ABER: Rkt bei „nur Angst“ > Rkt. bei „nur Hunger“.

-> deutet auf stärkere Verhaltensaktivierung bei einer “passenden” Triebquelle als auf beliebige Substituierbarkeit hin!

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Schildern Sie Aufbau und Ergebnisse der Untersuchung von Crespi (1942) zum Nachweis von Anreizeffekten.

Warum können diese Anreizeffekte mit der ursprünglichen Theorie von Hull nicht erklärt werden?

(38)

Untersuchung von 3 Gruppen gleich nahrungs-deprivierter Ratten, die in 20 Durchgängen durch ein Labyrinth laufen und mit entweder 1, 16 oder 256 Futterpellets verstärkt werden (UV).

Nach dem 20. Durchgang: Futtermenge bei allen 3 Gruppen auf 16 Pellets gesetzt (gleiche Verstärkung).

AV: Laufgeschwindigkeit in jedem Durchgang

-> Gruppe 1 (256 Pellets) -> starker Abfall der Performanz

    Gruppe 2 (16 Pellets) -> konstante Performanz

    Gruppe 3 (1 Pellet) -> starke Steigerung der Performanz

Unterschiede in Trieb- & Habitstärke hier keine Erklärung (da konstant / gleich) -> widerspricht Trieb × Habit Modell.

-> Effekt der Erwartung

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Wie lautet die Formel zur Berechnung der Verhaltensstärke im erweiterten Motivationsmodell von Hull? Erläutern Sie jede Komponente der Formel (inklusive Operationalisierung).

(39)

D H K = E     (Drive • Habit • Anreiz = Reaktionspotenzial = Excitatory potential)

E = Stärke des gezeigten Verhaltens, gemessen via Löschungsresistenz oder Häufigkeit

D = Triebstärke (Drive), energetisiert unspezifisch Verhalten; Operationalisierung durch Deprivation von Bedürfnissen

H = Verhaltensgewohnheit (Habit); stärker bei vielen vorherigen Verstärkungen in best. Situation

K = Konsumation (Stärke der antizipierten Konsummenge); Stärke des Anreizes, bedingt durch antizipiertes Verstärkungslevel

Triebe (D) als Druckkräfte und Anreize (K) als Zugkräfte energetisieren im Verbund gelernte Reaktionen (H). Alle müssen für E vorhanden sein

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Erklären Sie den Unterschied zwischen der revidierten Formel zur Berechnung der Motivationsstärke nach Hull und dem Alternativvorschlag von Kenneth Spence.

(40)

Neue Formel: (D + K) H = E    (nun D & K additiv statt multiplikativ verknüpft)

Additives Modell: Anreize aktivieren unabhängig vom aktuellen Niveau der Triebaktivierung -> Vorhandensein von Triebenergie keine notwendige Bedingung mehr für Verhalten (D kann auch 0 sein)

Hulls Modell: Wirkung eines Anreizes von der aktuellen Bedürfnislage abhängig (kein Bedürfnis -> auch starker Anreiz ohne Wirkung)

Additives Modell ist somit Vorläufer von Erwartungs-mal-Wert Modellen.