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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 26.10.2020 / 25.07.2021
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Was behauptet die Challenge-Hypothese? Welcher Zusammenhang besteht zw. Testosteron & Aggression? Erläutern Sie dazu die Studie von Eisenegger & Kollegen (2010).

(25)

 

Challenge-Hypothese (Archer): 

- Anstieg von Testosteron (Sexualhormon, +Aggression & Dominanzstreben) in soz. Wettbewerbssituationen (Hierarchie / Partnersuche)

- bei Ratten: v.a. physische Aggression, beim Mensch auch heroischer Altruismus, pro- / antisoziales Verhalten, verbaler / nonverbaler Ausdruck als Zeichen eines hohen Status

Ultimatum Game Studie: zweiter VP wird ein Angebot gemacht; Annahme -> beide profitieren / Ablehnung -> keiner profitiert

Testosteron -> fairere Angebote (abgelehntes Angebot gefährdet eigenen Status)

 

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Was ist eine Instinkthandlung und wodurch wird sie ausgelöst? 

(26)

Instinkthandlung = angeborene Bewegungsformel

(biol. gereift, lernunabhängig, perzeptuell autonome,   regulative & stereotype Bewegungskette)

Schlüsselreiz -> angeborener Auslösemechanismus ->   Instinkthandlung

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Was ist "Humanethologie" und welchen Ansatz verfolgt dieser Wissenschaftszweig?

(27)

 

Gegenstand der Humanethologie ist primär Instinktverhalten (Bsp.: Balzverhalten des Stichlings)

-> Erforschung von angeborenen und deshalb     universell auftretenden Verhaltensweisen

-> evolutionsbiologisches Konzept als Grundlage

(Vertreter: Eibel-Eibelsfeldt, Tinbergen, Frisch, Lorenz)

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Welche Einwände gibt es gegen Instinkttheorien?

(28)

1. Terminologische Verwirrung (Instinkt, Gewohnheit,     Reflex)

2. Nahezu jedes menschl. Verhalten ist modifizierbar (Hungerstreik, Zölibat, Pazifismus)

3. Selbst einfachste Verhaltensweisen (Aufsuchen v. Essen / Trinken) sind erfahrungs- & lernabhängig. (Lernen auch bereits vor der Geburt!)

4. "Reflexlisten" sind nie erschöpfend - müssten theoretisch unendlich lang sein um sämtliches Verhalten zu erklären

5. Falsifikation von Lernen (eh fragwürdig) =! Verifikation von Instinkt

6. Weder Gene noch Erfahrung allein erzeugen Verhalten

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Was ist ein "Trieb" und was behauptet die "Triebreduktionshypothese"?

(29)

Trieb = allgemeine, unspezifische Quelle der Verhaltensenergetisierung (Trieb als Energie; ohne Aktivierung kein Verhalten)

Triebreduktionshypothese: Trieb als Zustand der Anspannung, deren Reduktion als befriedigend und lustvoll erlebt wird

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Was ist der Unterschied zwischen "Trieb" und "Instinkt"?

(30)

Beide: rudimentäre Motivationen / animalische Antriebe (Sexualität, Hunger, Durst, Aggression)

Instinkt: spezifische angeborene Bewegungsformel (angeboren & autonom, ausgelöst durch Schlüsselreiz)

Trieb: Antrieb vielfältiger, unspezifischer Verhaltensweisen (Ziel: Abbau des inneren Drucks)

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Warum ist der Mensch laut Triebtheorien Triebeinflüssen auf das Verhalten in stärkerem Maße "ausgeliefert" als Einflüssen, die von Anreizen ausgehen? 

(31)

 

Unspezifische "Triebenergie" als innere Druckvariable baut sich bei mangelnder Reduktionun durch entsprechendes Verhalten ausweichlich auf, nicht notwendig für das Entstehen sind die gegenwärtige Situation und deren Reize. 

Anreize wiederum resultieren situationsspezifisch aus gegenwärtigen Bedürfnissen oder Motivationen; enstehen also nicht von sich aus, wie die der innere Druck der Triebenergie.

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Erläutern Sie die Auswirkungen von Triebzuständen auf das Denken und Handeln mithilfe der Begriffe Primär- und Sekundärprozess. Welcher Prozess folgt dem Lustprinzip und welcher dem Realitätsprinzip?

(32)

 

Freuds Dampfkesselmodell: Aufbau innerorganismischer Energie

- Primärprozess: direkte (unbewusste), befriedigungsorientierte Steuerung von Verhalten / Denken (Lustprinzip, ES!)

- Sekundärprozess: Bewusstes Aufschieben, Planen, Ersatzhandlungen -> gesellschaftlich akzeptierteTriebreduktion (Realitätsprinzip, ICH!)