HÖHEN- UND TIEFEN- Physiologie
Einfluss der Höhenlage auf das respiratorische und kardiovaskuläre System
Einfluss der Höhenlage auf das respiratorische und kardiovaskuläre System
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Lernkarten
Welche der folgenden Parameter nehmen mit der Höhe zu, welche ab?
- Barometrischer Druck (Luftdruck)
- O2-Partialdruck
- UV-Intensität
- Wind
- Temperatur
- Barometrischer Druck (Luftdruck) => nimmt ab
- O2-Partialdruck => nimmt ab
- UV-Intensität => nimmt zu
- Wind => nimmt zu
- Temperatur => nimmt ab
Was versteht man unter Accomodation, Acclimatation und Adaptation (physiologischer Einfluss)? In welcher Zeitspanne geschehen diese?
Accommodation: In den ersten Stunden der Höhenexposition => kardio-respiratorische Anpassung
Acclimatation: Ab den ersten Tagen bis hin zu Jahren => Anpassungen des Sauerstoff-Transports und -Austauschs + Optimierung der Ventilation
Adaptation: Über Generationen => Genetische Anpassung an eine Höhenlage
Wie verändert sich die Bindungsaffinität des Hämoglobins für O2 mit zunehmender Höhe?
Umgekehrter Bohr Effekt => die Oxy-Hämoglobin-Kurve verschiebt sich nach links: Der steigendem pH-Wert und der sinkende CO2-Partialdruck (hypocapnie) begünstigen die Bindungsaffinität von Hämoglobin für Sauerstoff => O2 wird stärker an das Hb gebunden und steht den Zellen in geringerer Menge zur Verfügung
Wieso hat der Dampfdruck von Wasser in der Höhe grösseren Einfluss auf die Sauerstoff-Verfügbarkeit in der Lunge?
Der Dampfduck von Wasser bleibt konstant, während der Barometrische Druck abnimmt:
PO2 = FO2 x (PBaro - PH2O)
- auf 0 m.ü.m. => 6%
PO2 = 0.21 x (760 - 47) = 150 mmHg - auf 8848 m.ü.m. (Everest) => 19%
PO2 = 0.21 x (250 - 47) = 42.5 mmHg
Ab wie vielen M. ü. M. wird die EPO-Ausschüttung (in Ruhe) deutlich erhöht?
=> ab ca. 2500 M.ü.M.
- nach ca. 4h nimmt die EPO-Konzentration im Blut zu (+30-40% auf 2500m, +300% auf 4500m)
- mit einer Verzögerung von ca. 4-5 Tagen nimmt der Hämatokrit zu
Welchen Einfluss hat eine Höhenzunahme auf ...
- ... die Herzfrequenz
- ... das Schlagvolumen (effektiver Auswurf aus dem linken Ventrikel / Herzschlag)
- ... die Coronar-Arterien
- ... den arteriellen pulmonalen Blutdruck
- ... den arteriellen systemischen Blutdruck
- ... die Herzfrequenz => wird durch eine andauernde adrenergische Stimulation erhöht
=> die Beta-adrenergischen Rezeptoren werden jedoch progressiv desensibilisiert - ... das Schlagvolumen (=> Systolische Funktion) wird auch in extremen Höhen aufrechterhalten
- ... die Coronar-Arterien dilatieren
- ... der arteriellen pulmonalen Blutdruck nimmt zu
- ... der arteriellen systemischen Blutdruck nimmt nicht bzw. kaum zu
Von welchem Wert ist die Ventilation (respiratorische Frequenz) abhängig? Was bedeutet dies für die Atmung in Höhenlagen? Wodurch wird eine Überreaktion verhindert? Wann ist dieser Regulationsmechanismus problematisch?
Warum bleibt die Ventilation bei einer Anemien jedoch unverändert?
Die Ventilation ist alleine vom PaO2 (Sauerstoff-Partialdruck im arteriellen Blut) abhängig => in der Höhe hyperventiliert man immer, da der Sauerstoff-Partialdruck der Atemluft (PiO2) abnimmt => es ist keine andera Adaptation möglich
=> durch die Hyperventilation wird auch mehr CO2 abgeatmet (die PaCO2 sinkt) => der pH steigt => wird von zentralen (bulbopontine) Chemorezeptoren registriert => Regulation der Hyperventilation (Amplitude und Rhythmus) und damit des CO2-Verlusts => kann im Schlaf (bereits verlangsamte Atmung + keine willkürliche Überwachungur) zur zentralen Apnoe (Atemstopp von bis zu 40 Sek). führen
=> bei einer Anämie bleibt der PaO2 (nur vom gelösten O2 abhängig) normal => keine Hyperventilation
Wie verändert sich der VO2 max in der Höhe? Was bedeutet dies für die geistige und physische Leistungsfähigkeit?
=> der VO2max nimmt ab => proportional dazu nimmt auch die physische Leistung ab => die mentale Leistungsfähigkeit wird möglichst lange aufrech erhalten, bei extremen Höhen kommt es jedoch auch zur zerebralen Hypoxie, was zu Stimmungsveränderungen und Verminderung der kognitiven Leistungsfähigkeit führt (wahrscheindlich durch Sauerstoffabhängige Neurotransmitterproduktion -und -wirkung)
Nenne mind. 3 Pathologien, welche in Verbindung zur Höhe stehen?
- Akute Höhenkrankheit = Acute Mountain Sickness (AMS)
- Höhenhirnödem = High Altitude Cerebral Edema (HACE)
- Höhenlungenödem = High Altitude Pulmonary Edema (HAPE)
- Transitorisch Ischämische Atacke (TIA)
Akute Höhenkrankheit = Acute Mountain Sickness (AMS)
- Was sind die Physiopathologischen Mechanismen?
- In welchen Höhen treten sie auf?
- Was sind die Leitsymptome?
- Wie lange dauert es bis zu ihrem Auftreten und wie lange halten diese an?
- Was sind die wichtigsten Therapieformen?
- Physiopathologischen Mechanismen: Hypobare Hypoxie (Sauerstoffmangel durch tiefen O2-Partialdruck der Atemluft)
- Flüssigkeiten werden aus der Peripherie ins Zentrum verschoben => pulmonaler Überdruck + ev. lokale Höhenödeme (im Gesicht oder an Extremitäten bei Maladaptation des Flüssigkeitshaushalts)
- Hyperventilation => respiratorische Alkalose => gesteigerte Bikarbonat-Ausschüttung und Diurese => Plasmavolumen nimmt ab (H2Otot. nimmt jedoch zu)
- Höhenlage: 1800 - 3500 M.ü.M.
- Leitsymptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, Einschlafschwierigkeiten, Schwindel
=> am stärksten in der Nacht und morgens nach dem Aufwachen
=> treten nach 4-8 h der Höhenexposition auf und klingen nach 3-4 Tagen wieder ab - Therapieformen: Einfache Schmerzmittel (Aspirin, Paracentamol), Actazolamid (Diamox => gesteigerte HCO3--Ausschüttung), Abstieg
- Präventiv: Akklimatation durch langsames Aufsteigen (< 400m/Tag)
Höhenlungenödem = High Altitude Pulmonary Edema (HAPE):
- Was sind die Physiopathologischen Mechanismen?
- In welchen Höhen treten sie auf?
- Was sind die Leitsymptome?
- Wie lange dauert es bis zu ihrem Auftreten und wie lange halten diese an?
- Was sind die wichtigsten Therapieformen?
- Physiopathologischen Mechanismen: Hypoxämie => Flüssigkeiten werden aus der Peripherie ins Zentrum verschoben => arterielle Hypertension der Lungen => verstärkt durch hypoxische pulmonale Vasokonstriktion ausgelöst durch Sympathikus-Hyperaktivität + Endotheliale Dysfunktion => erhöhter intrakapillärer Druck => Linksherzinsuffizienz => Rückstau in die Lunge => Lungenödem
- Höhenlage: 2000 - 7000 M.ü.M.
- Leitsymptome: Atemnot, Schwäche, trockener Husten, z.T. akute Höhenkrankheit
=> meist während der erten 3 Tage
=> am Abend oder in der Nacht nach physischer Anstrengung - Therapieformen: Schnellstmöglicher Abstieg!, wenn nicht soffot möglich: Oxygenotherapie in tragbarer Kompressionskammer ("simulierter Abstieg") => 44% tödlich, wenn unbehandelt
- Präventiv: Akklimatation durch langsames Aufsteigen (< 400m/Tag)
Höhenhirnödem = High Altitude Cerebral Edema (HACE):
- Was sind die Physiopathologischen Mechanismen?
- In welchen Höhen treten sie auf?
- Was sind die Leitsymptome?
- Was sind die wichtigsten Therapieformen?
- Physiopathologischen Mechanismen: Hypoxämie => zentrale Vasodilatation => Zunahme des cerebralen Blutvolumens => gesteigerte Durchlässigkeit der Kapillarwände sowie der Blut-Hirn-Schranke => zunahme des Cerebralvolumens + Hinödeme => zunahme des interkranialen Drucks
- Höhenlage: In der Akktlimatationsphase 3500-5000 M.ü.M., in extemen Höhen (6000-7000 M.ü.M.) auch nach Akklimatation
- Leitsymptome: Verschlimmerung der Symptome einer Akuten Höhenkrankheit (AMS) + neuropsychologische Zeichen (Stimmungsveränderungen, Doppelsicht, Gleichgewichts-, und/oder Sprachstörungen, Verwirrung, Bewusstlosigkeit, ...)
- Therapieformen: Schnellstmöglicher Abstieg!, wenn nicht soffot möglich: Oxygenotherapie in tragbarer Kompressionskammer ("simulierter Abstieg") => 60% tödlich, wenn bewusstlos
- Präventiv: Akklimatation durch langsames Aufsteigen (< 400m/Tag) + keine intensice physische Aktivität während der Akklimatation
(Höhenbedingte) Transitorisch Ischämische Atacke (TIA):
- Wie häufig sind TIAs?
- Wie machens sie sich bemerkbar?
- Wie läuft der weitere Verlauf in den meisten Fällen ab?
- Häufigkeit: 35-50% auf 5000 M.ü.M., 59-90% auf 8000 M.ü.M.
- Symptome => meist asymptomatisch, können Doppelsehen oder andere kurzzeitiege neurologische Zeichen (je nach betroffener Region) auslösen
- Verlauf => meist sontanes Auflösen ohne Konsequenzen (nach wenigen Minuten)
Wie hoch ist der (barometrische) Luftdruck auf Mereshöhe? Um wie viel nimmt er je 10m (Wasser-)Tiefe zu?
760 mm Hg auf Meereshöhe = 1 Atmpsphör = ca. 1 Bar
=> nimmt je 10m Tiefe um 1 zusätzliches Bar ab
=> Pabsolut = Phydrostatisch + Patmosphärisch
Was besagt die Regel von Boyle-Mariotte?
Was bedeutet dies für die beim Tauchen aus der Flasche eingeatmeten Gase und wie werden damit verbundenen Problemen vorgebeugt?
Was passiert mit den Lungengasen beim Auftauchen? Welche Gefahren sind damit verbunden?
Druck und Volumen idealer Gase sind umgekehrt proportional zueinander, sofern Temperatur und Stoffmenge unverändert bleiben.
=> P1*V1 = P2*V2 = konstant
=> nimmt der Druck (beim Absinken) zu, nimmt das Volumen von Gasen ab
=> nimmt der Druck (beim Aufsteigen) ab, nimmt das Volumen von gasen zu
=> beim Tauchen werden die Atemgase aus den Tauchflaschen durch Regulatoren mit dem Umgebungsdruck gleich hohem Druck abgegeben und eingeatmet => der Druck in der Lunge entspricht dem, der von aussen auf den Thorax drückt => angemessene alveoläre Ausdehnung
=> das Auftauchen darf nicht zu schnell erfolgen, denn sonst bilden die in die extrazelluläre Flüssigkeit aufgenommenen Gase (vor allem Stickstoff (N)) grosse Blasen im Gewebe => tissulärer Barotraumatismus
Was versteht man unter "Barotraumatismen"? Welche Körperteile können betroffen sein?
Warum kommt es dazu nur bei sehr extremen Druckveränderungen?
=> Gewebsschäden, welche durch extreme Druckveränderungen zu stande kommen => häufig betroffen sind die Alveolen, das Innenohr und die Sinuus
=> der Körper kann grossem hydrostatischen Druck unbeschädigt standhalten, da sich auch die Körperflüssigkeiten entsprechend verhalten
=> auch die Gasvolumen sind unproblematisch, solange deren Druck an den Umgebungsdruck angeglichen wird
Was ist ein alveolärer Barrotraumatisumus? Wie kommt es dazu? Bei welcher Tauchphase? Welche Folgen zieht dieser nach sich?
Überdehnung und alveoläre Ruptur durch zu schnelles Auftauchen (+ ohne/ungnügende Ausatmung) => zunahme des Atemgasvolumens in der Lunge durch Abnahme des Umgebungsdrucks (Dekompressionsphase) => kann zu Pulmonal-Ödemen und intra-alveoläre Blutungen führen
=> je nach dem wo eine Ruptur erfolgt führt dies zum:
- Pneumothorax => unilateraler Brustschmerz, Atemnot, Tachykardie
- Pneumomediatinum => Luft kann aufsteigen und in die grossen Gefässe eintreten => Gasembolie
Was geschieht bei einem Barrotraumatisumus des Mittelohrs? Bei welcher Tauchphase kann es dazu kommen? Wie kann dies verhindert werdenh?
=> bei schnellem Abtauchen ohne bzw. mit ungenügendem Ausgleichsmanöver kann der Volumenverlust der im Mittelohr eingeschlossene Luft (bzw. der Druckunterschied zum Aussenraum) zur Ruptur des Trommelfells führen
=> kann duch regelmässigen Druckausgleich mittels Gähnen, Schlucken oder Valsalva-Manövern (nur vorsichtig!) während des Absinkens verhindert werden
Woduch kann ein Barotraumatismus im Schädel-Sinus entstehen? Welche Symotome löst dies aus?
=> bei nasaler Entzündungen, Verstopfung oder Malformation kann es sein, dass der Druckausgleich des Sinus nicht oder nur ungenügend stattfinden kann
=> Symptome: Schmerzen auf Höhe der Schädel-Höhlen, Zahnschmerzen am Oberkiefer, Sensibilitätsstörung des Gesichts, Nasenblute
Was besagt das Gesetz von Henry?
Was versteht man unter "on-gasing", was unter "off-gasing"?
Die Konzentration eines Gases in einer Flüssigkeit ist direkt proportional zum Partialdruck des entsprechenden Gases über der Flüssigkeit ist
=> die Henry-/Lösungs-Konstante variiert für verschiedene Gase
Bei einer genügend langen Druckveränderung befinden sich die in den Körperflüssigkeiten gelösten Gase im Gleichgewicht mit dem Aussendruck:
=> nimmt der Aussendruck zu, nimmt auch die Gas-Absorbtion zu => "on-gas"
=> nimmt der Aussendruck ab, nimmt auch die Gas-Absorbtion ab => "off-gas"
Welches folender Gase ist in den Körperflüssigkeiten am höchsten konzentriert gelöst?
Welche Komplikationen können beim off-gasing (nach dem Tauchen) auftreten?
=> gelöste Gase dehnen sich duch den verringerten Aussendruck aus und können Blasen formen:
- Gasembolie: Können via Blut- und Lymphgefässe in allen Organen wandern
- Gasbildung im Gewebe => Haut, Muskeln, Gelenke
Zur Behandlung welcher Pathologien wird die hyperbare Sauerstofftherapie eingesetzt?
Welche beiden physikalischen Gesetze liegen den physiologischen Mechanismen zugrunde, welche sich die hyperbare Sauerstofftherapie zu nutze macht?
=> bei tissulären Ischämien (Minderduchblugung) jeglicher Ursache (gleichsam ob vaskilär, traumatisch, toxisch oder duch eine Infektion bedingt)
=> durch massive Erhöhung des O2-Partialdrucks nimmt der im Blut gelöste Saufertoffanteil zu (ergenzt den O2-Transport via Hämoglobin)
- => bei vaskulär bedingter Ischämie durch Vasokonstriktion der gesunden Gewebe und Vasodilatation des hypoxischen Gewebes => neuverteilung des Sauerstoffs
- => bei infektiös bedingter Ischämie => durch Abtötung anaerobe Keime + Potenzierung der Aktivität der neutrophilen Granulozyten
- => bei Ischämien von Narbengewebe => durch Steigerung der Kollagen- und Fibroblasten-Synthese
Basiert auf den physikalischen Gesetzten von...
- ... Henry: Bei erhöhtem Druck nimmt die Konzentration gelöster Gase zu => bei tissulären Ischämien genutzt.
- ... und Boyle Mariotte: Bei erhöhtem Druck, nimmt das Gasvolumen ab => bei Komplikationen des off-gasings genutzt
Welche 5 Indikatoren sind in der Schweiz für eine hyperbart Therapie annerkannt?
- Wunden/Gewebsschädigungen in Folge einer Bestrahlung (chronisch oder als Spätfolge)
- akute Osteomyelitis des Kiefers (infektiös)
- chronische Osteomyelitis
- Dekompressions-Krankhiet (off-gasing Komplikation nach dem Tauchen)
=> NB: ca. 20/Jahr - Diabetisches Fusssyndrom (Stadium 2B)
Was passiert bei einer CO-Intoxikation? Wie kann diese therapiert werden?
=> CO bindt an Hb => 250x stärker als O2 => schwerwiegende tissuläre Hypoxie
=> duch die hyperbare Oxygenotherapie wird O2 wieder kompetitionsfähig => Elimination des COs