HF 18 Block 09 Rheumatologie

Lernkartei zur Rheumatologie

Lernkartei zur Rheumatologie


A. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über rheumatologische Erkrankungen wie Arthrose, Arthritis, Gicht und Fibromyalgie, geeignet für Pflegekräfte in der Mittelschule. Sie behandeln Definitionen, Ursachen, Symptome, Diagnosen und Therapien dieser Erkrankungen, wobei der Fokus auf Gelenken, Knochen und Weichteilen liegt. Besonders nützlich für Pflegekräfte, die Patienten mit rheumatischen Beschwerden betreuen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und gezielte Behandlungen zu planen.
Karten
49
Lernende
10
Sprache
Deutsch
Kategorie
Pflege
Stufe
Mittelschule
Erstellt / Aktualisiert
14.06.2020 / 02.09.2024

Lernkarten

Wie sieht die Therapie bei Gicht aus?

Allgemein

  • Gewichtsabnahme / Normalisierung des Körpergewichtes
  • Essgewohnheiten: weniger Fleisch, Innereien, Alkohol bei Gemüse: Erbsen, Linsen, Sojabohnen, Spinat, Spargel

Akuter Gichtanfall

  • Ruhigstellung des Gelenkes (ggf. Bettruhe)
  • kühlende Umschläge
  • NSAR
  • ggf. Cortison
  • nur bei sehr schweren Fällen: Colchizin (Hemmt die Einwanderung von akuten Entzündungszellen ins Gelenk.)(viele NW)

(Sekundär)prophylaxe

  • Normalisierung des Harnsäurespiegels
  • Behandlung harnsäureerhöhender Grunderkrankung
  • Medikament: Allopurinol. Hemmt die Xanthinoxidase und somit den Purinabbau.

Was ist Fibromyalgie?

Nicht-entzündliche Weichteilerkrankung, welche mit starken, chronischen Schmerzen des gesamten Bewegungsapparates einhergeht. Weichteilrheuma im engeren Sinne.  

Wer ist von der Fibromyalgie betroffen?

Betroffen sind fast ausschliesslich Frauen (> 95%), 0,5 – 5% der Bevölkerung.

Wann beginnt die Fibromyalgie?

 meist um die Menopause (hormonelle Komponente) 

Wie äussert sich die Fibromyalgie?

Schmerzen in Gelenksnähe, nicht aber der Gelenke selbst , schleichender Beginn mit allmählicher Schmerzausbreitung. Zeitdauer bis zur Diagnosestellung: durchschnittlich 5 – 10 Jahre! 

Was sind die Ursachen der Fibromyalgie?

  • unbekannt, whs. multifaktorielle biopsychosoziale Genese.
  • somatische UND psychische Komponente
  • whs. genetischer Prädisposition  

somatisch

  • zentrale Schmerzverarbeitungs- und -wahrnehmungsstörung
  • Dysbalance des autonomen Nervensystems
  • neuroendokrine Störungen

psychische

  • Depressionen
  • psychische Belastungen (Trauma, Erschöpfung, Burn-out, Stress) 

Was sind die Symptome der Fibromyalgie?

Leitsymptom

  • Schmerzen am gesamten Bewegungsapparat (nicht Gelenke!) (Muskulatur und Sehnenansätze, max.: Tender-Points)
  • generalisierte Hyperalgesie (übermässige Schmerzempfindlichkeit)

„Tender-Points“

  • 18 Druckpunkte
  • Sehnenansätze
  • Muskulatur
  • symmetrisch 

Begleitsymptome

  • Schlafstörungen (90%)
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit (90%)
  • depressive Verstimmung, Reizbarkeit, Angststörungen (50%)
  • Kopfschmerzen, Migräne (40%) - Kälteempfindlichkeit (40%)
  • Magen-Darm-Probleme („Reizdarm“), Übelkeit (30%)
  • subjektive Herzbeschweren, Kreislaufstörungen
  • Schwellungsgefühl an Händen und Füssen
  • Parästhesien an Händen und Füssen, Restless-Leg-Syndrom
  • Reizblase, Pollakisurie
  • Schwindel
  • Tinnitus
  • Konzentrationsstörungen 

Wie wird die Fibromyalgie diagnostiziert?

  1. Spontanschmerzen am Bewegungsapparat seit > 3 Monaten
  2. Schmerzen nicht nur Extremitäten sondern auch am Rumpf
  3. Rechte UND linke Körperhälfte ober- oder unterhalb der Taille betroffen
  4. Starke Druckschmerzen an mindesten 11 der 18 Tender-Points 

Die Fibromyalgie ist in erster Linie ein Ausschlussdiagnose

Es lassen sich KEINE organischen Veränderungen nachweisen.

Ausschluss von rheumatischen Erkrankungen (entzündlich / degenerativ) 

Ausschluss von anderen muskulo-sklelettalen Erkrankungen 

Wie sehen die Therapieprogramme bei Fibromyalgie aus?

Es gibt keine Heilung, die Therapie zielt auf Linderung der Symptome ab!

individuelle Trainingsprogramme (kognitive Verhaltenstherapie)

  • leichtes, den Beschwerden angepasstes Ausdauertraining (Schwimmen, Velofahren)
  • Physiotherapie
  • Krankengymnastik
  • Massagen (mild, speziell ausgebildete Masseure), Packungen
  • Psychotherapie (Umgang mit dem Schmerz)
  • Medikamente sollen wenn möglich vermieden werden! Ausnahme: ggf. Antidepressiva (Amitryptilin) 
  • Die Krankheit führt zu keinen Gelenk- oder Knochenschäden und zu keinen Schäden an inneren Organen. Die Patienten haben eine normale Lebenserwartung (......... ausser sie begehen Suizid .......)

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