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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 03.06.2020 / 03.06.2020
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Wofür brauchen wir "Verbraucherpolitik"?

 

  • Weil Interessen von Verbrauchern nicht ausreichend berücksichtigt werden

  • Weil Informationsasymmetrien vorliegen

  • Um Defizite zu mindern, Ausgleich zu schaffen, Unerwünschtes zu verbieten oder Erwünschtes zu fördern

  • Zentrale Frage: Sind sich Verbraucher über den Umfang und Inhalt ihrer Bedürfnisse immer im Klaren?

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Grundbegriffe

 

  • Bedürfnisse= Gefühl eines Mangels mit dem Streben ihn zu beseitigen (Hermann, 1870)

  • Bedürfnisbefriedigung = Abhilfe eines solchen Mangels

  • Bedarf & Nachfrage = wenn das Bedürfnis zu einer objektorientierten Handlungsabsicht wird = das Ergebnis der Konkretisierung und Spezifizierung von Bedürfnissen in Objekten

  • Güter/Dienstleistungen = Mittel zur Befriedigung der im Bedarf konkretisierten Bedürfnisse

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Bedürfnisse / Bedarfe

Bedürfnis (Empfundener Mangel) →

Bedarf (Konkretisierung & Spezifizierung der Bedürfnisse) →

Nachfrage nach Güter/Dienstleistungen (Bereitschaft & Fähigkeit zum Kauf)

Güter bringen die Bedürfnisse zustande und umgekehrt Bedürfnisse die Güter!

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Kategorisierung der Bedürfnisse

(siehe Maslows Pyramide)

Grund- oder Existenzbedürfnisse → Essen, Trinken, Schlafen, Wärme, Sexualität

Sicherheit → Schutz, Ordnung, körperliche und soziale Sicherheit

Sozialbedürfnis → Zugehörigkeit und Liebe durch Familie und Freunde

Anerkennung und Wertschätzung → Ansehen, sozialer Status, Prestige

Selbstverwirklichung → Entfaltung der Persönlichkeit, Weiterentwicklung

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Kritik an Maslow

 

  • Wunsch nach Besitz und Eigentum als Selbstzweck fehlt

-> relevant spätestens seit klar ist, dass Ressourcen knapp sind

  • Macht- oder Konkurrenzstreben fehlen in der Pyramide

  • Wertgeleitete Hierarchie der Bedürfnisse

  • Ausgehend von stabilen Bedürfnissen über die Zeit – Stabilität ist abgängig vom Abstraktionsniveau der Bedürfnisse („Lust auf Apfel“ vs. „gesunde Ernährung“)

  • Ist Bedürfnis tatsächlich nur ein Gefühl des Mangels? Siehe Luxus, glückliches Leben, ...

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Testen Sie, ob Sie die Bedürfnispyramide nach Maslow aus dem Gedächtnis skizzieren können! Benennen Sie jeweils 2 Beispiele für jede Kategorie! Wie begründet sich die Hierarchie in der Pyramide?

Grund- oder Existenzbedürfnisse →  Brot, Wasser;

Sicherheit →  Versicherungen, Alarmanlagen;

Sozialbedürfnis → Freunde, Verwandte;

Anerkennung und Wertschätzung → Orden, PSstarke Autos;

Selbstverwirklichung → Bildungsreisen, Malen.

 

Die untenstehenden Bedürfnisse sind eher infantil. Soziales Ansehen gewinnen und Selbstverwirklichung sind reifere Ziele Erwachsener.

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Verbraucher / Unternehmer (nach BGB)

Verbraucher → „Natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbstständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können „ (Der Verbraucher ist eine Person, die Güter (Waren und Dienstleistungen) gegen Entgelt vom Markt entnimmt oder in Anspruch nimmt.)

Unternehmer → „Natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder ihrer selbstständigen beruflichen Tätigkeit handelt“ (Der Unternehmer ist eine Person oder eine Einrichtung, die Güter zu gewerblichen oder aus einer Selbstständigkeit bedingten Zwecken am Markt anbietet.)

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Konsumökonomisch vs. Merkatorisch

KonsumökonomischNatürliche Person, die Bedürfnisse mit Hilfe von Gütern/Dienstleistungen befriedigt (Markt nicht unbedingt notwendig, Beispiel: Eigenproduktion)

Merkatorisch Natürliche Person, die Bedürfnisse mit Hilfe von Gütern/Dienstleistungen gegen Entgelt auf dem Markt befriedigt

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Konsum im engeren und im weiteren Sinne

Konsum im weiteren Sinne = die Nutzung von Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse der Konsumenten

Konsum im engeren Sinne = Marktentnahme von Konsumgütern bzw. Einkommensverwendung

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Erklären Sie, in welcher Hinsicht der Verbraucher ein »personifiziertes Implikat des Marktbegriffs« ist und wie sich die Begriffe Verbraucher und Konsument voneinander unterscheiden!

Der Koordinationsmechanismus des Marktes impliziert einen bestimmten Begriff für den Verbraucher und den Konsumenten. Der Verbraucher ist eine Person, die ohne den Markt undenkbar ist (siehe dazu der merkatorische Verbraucherbegriff und der Verbraucher nach § 13 BGB, beide begreifen den Verbraucher als Marktakteur). Der Konsument indes ist eine Person, die Güter nutzt, unabhängig davon, wo diese herkommen.

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Erläutern Sie, inwiefern der Kauf eines Kühlschranks Konsum im engeren Sinne ist, über die Periode seiner Verwendung hinweg hingegen Konsum im weiteren Sinne. In welchem Zusammenhang stehen in dieser Hinsicht der Konsum i. e. S. und der Konsums i. w. S.?

In der Erläuterung kommt es darauf an, die Begriffe sinnvoll anzuwenden. Der Konsum i. e. S. determiniert den Konsum i. w. S. Das bedeutet, der Konsum i. e. S. bestimmt die Lebensund Nutzungsdauer des Kühlschranks, die Folgekosten seiner Nutzung, seinen Gebrauchswert etc

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Klären Sie die Zusammenhänge zwischen den folgenden Begriffen! Verbraucherschutz, Verbraucherinteressen, Verbraucherpolitik, Bedürfnisse, Bedarf, Mangel. Askese, Genuss, Hedonismus, Spaßgesellschaft, Arbeitsethos, Nachhaltigkeit, Grenzen des Wachstums.

Verbraucherpolitik dient u. a. dem Verbraucherschutz. Verbraucherschutz dient dem Schutz der Verbraucherinteressen. Interesse des Verbrauchers ist die Befriedigung seiner Bedürfnisse. Bedürfnis entsteht durch einen Mangel. Bedarf ist die quantitative Objektivierung eines Bedürfnisses. Hedonismus war die Lehre der Epikurärer, gemäß derer Lebenszweck sei, viel Genuss zu haben. Heute findet sich dies in der sogenannten Spaßgesellschaft wieder. Die Zyniker lobten die Askese. Sie mache unabhängig. Heute findet sich dies als Verweis auf die Grenzen des Wachstums und Plädoyer für Nachhaltigkeit. Eine mittlere Position vertraten die Stoiker, die die Erfüllung des Menschen in Arbeit und Pflichterfüllung sehen.

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Güterkategorien nach Musgrave

Private Güter (Ausschließbarkeit und Rivalität. Solche Güter nennt man private Güter. Als Beispiel wäre der Apfel zu nennen.)

Allmendegüter (Rivalität, aber keine Ausschließbarkeit. Solche Güter nennt man Allmendegüter . Ein Beispiel ist ein Naherholungsgebiet in einer Großstadtregion.)

Clubgüter (Ausschließbarkeit, aber keine Rivalität. Solche Güter heißen Clubgüter . Als Beispiel wurde ein Fernsehprogramm genannt, das unverschlüsselt über Satellit ausgestrahlt wird.)

Kollektivgüter (Keine Rivalität und kein Ausschluss möglich. Solche Güter heißen Kollektivgüter . Klassische Beispiele wären Leuchttürme, Deiche oder Feuerwerke.)

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Such-, Erfahrungs- und Vertrauensgüter

Suchgüter -> Bei Suchgütern kann sich der Verbraucher vor dem Kauf von den Eigenschaften und der Qualität des Gutes überzeugen. Ein Beispiel wären Früchte, die man auf dem Markt kauft und von deren Farbe und Reife, deren Geruch und Geschmack man sich vor dem Kauf – etwa durch eine Verkostung – überzeugen kann.

Erfahrungsgüter -> Bei Erfahrungsgütern kann sich der Verbraucher erst nach dem Kauf und Gebrauch von der Qualität überzeugen. Ein Beispiel wäre Thunfisch aus der Dose oder ein Gebrauchtwagen. Wie der Thunfisch schmeckt, weiß der Verbraucher erst nachdem er die Dose geöffnet und den Thunfisch gegessen hat. Wie lange der Gebrauchtwagen hält, weiß er erst nach dessen Nutzung.

Vertrauensgüter -> Bei Vertrauensgütern kann sich der Verbraucher weder vor noch nach dem Kauf von der Qualität überzeugen. Ein Beispiel wäre etwa ein Medikament. Auch nach Gebrauch weiß der Verbraucher oft nicht mit Sicherheit, ob er wegen der Einnahme des Medikaments oder von selbst wieder gesund geworden ist. Weiteres Beispiel: »Sportschuhe ohne Kinderarbeit hergestellt«. Der Verbraucher kann schlecht vor dem Kauf eine Fernreise unternehmen, um sich in fernen Ländern eine Übersicht über die Produktionsbedingungen zu verschaffen, um gegebenenfalls festzustellen, dass sie doch in einem Sweatshop produziert wurden.

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Güterkategorien nach Externalitäten

= externe Effekte, d.h. Kosten und Nutzen einer wirtschaftlichen Aktivität, die nicht beim Verursacher sondern bei Unbeteiligten anfallen

Positive Externalitäten

  • Sich impfen lassen, reduziert Ansteckungsgefahr anderer

  • Waldbauer hält Waldwege frei, die auch von Wanderern/

Spaziergängern genutzt werden können

Negative Externalitäten

  • Luftbelastung durch Kohlekraftwerk

  • Luftbelastung durch Fahrten mit privatem PKW

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Externe Effekte (Externalitäten)

Externe Effekte (Externalitäten) sind Kosten und Nutzen einer wirtschaftlichen Aktivität, die nicht beim Verursacher anfallen, sondern bei Unbeteiligten. Zwischen dem Verursacher und dem Betroffenen besteht eine Beziehung, die nicht über den Preismechanismus vermittelt wird. Der Betroffene hat also Kosten oder einen Nutzenverlust, ohne hierfür einen Ausgleich bezahlt zu bekommen (negativer externer Effekt), oder erhält einen Nutzen, ohne hierfür bezahlt zu haben (positiver externer Effekt).

 

BEISPIEL Externalität → Frau A ist Anliegerin eines großen Flughafens. Durch den Ausbau des Flughafens kommt es für Frau A zu einer höheren Lärmbelastung. Ihr erzielter Gesamtnutzen wird durch den Lärm negativ beeinflusst, ohne dass sie dies steuern kann. Wenn Frau A hingegen ein Heavy-Metal-Konzert besucht, wird sie zwar auch vom Lärm beeinflusst, aber sie kann weggehen, wenn ihr die Ohren schmerzen. Wenn die Flughafengesellschaft Frau A eine Ausgleichszahlung gewährt, damit sie sich schalldämmende Fenster einbauen lassen kann, dann handelt es sich bei dem Lärm nicht um einen externen Effekt, weil der Nutzenverlust durch eine Zahlung ausgeglichen wird. Ohne eine Ausgleichszahlung handelt es sich bei der Lärmbelästigung um einen negativen externen Effekt.

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Meritorische und Demeritorische Güter

Bei der Definition von meritorischen und demeritorischen Gütern wird zwischen den Präferenzen eines Individuums und den Präferenzen einer externen Instanz – etwa des Staates, der Gesellschaft oder der »Vernünftigen« – unterschieden.

Meritorisch ist ein Gut, das von einem Individuum geringer bewertet wird als von einer externen Instanz. Zum Beispiel Benutzung der Straßenbahn, Tragen eines Fahrradfahrerhelms und Altersvorsorge.

Demeritorisch ist ein Gut, welches ein Individuum höher bewertet als eine externe Instanz. Zum Beispiel Spirituosen, Gewaltfilme etc.

Güterkategorien nach meritorischen und demeritorischen Gütern

Unterscheidung zwischen Präferenzen eines Individuums und einer externen Instanz (bspw. Staat, Gesellschaft)

Meritorische Güter

= bewertet die externe Instanz höher als das Individuum

Demeritorische Güter

= bewertet das Individuum höher als die externe Instanz

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Ordnen Sie die Güter Eigentumswohnung, Naherholungsgebiet, Trinkwasser, verschlüsselte Fernsehübertragung, Deiche und die Arbeit der Stiftung Warentest in die vier Kategorien nach Musgrave ein und begründen Sie Ihr Vorgehen!

Eigentumswohnung (private Güter), Naherholungsgebiet (Allmendegüter), Fernseh übertragung (Clubgüter), Deiche und Stiftung Warentest (Kollektivgüter). Stiftung Warentest (siehe Kap. 3.2.3) bewirkt eine hohe Qualität von Markenprodukten. Hersteller von Waschmaschinen können es sich etwa kaum leisten, in einem Test »mangelhaft« abzuschneiden. Durch die Existenz der Stiftung Warentest sinkt auch für Verbraucher, die die Testberichte nicht lesen, die Wahrscheinlichkeit einen Reinfall zu erleben (»Nichtausschließbarkeit«). Wenn der Nicht-Testleser beim Kauf keinen Reinfall erlebt, kann dies dem Testleser egal sein (»Nichtrivalität«)

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Begründen Sie, warum Warensiegel für »faire Produktions und Handelsbedingungen« gerne zur Kennzeichnung von Kleidung verwendet werden!

Der »mündige Verbraucher« möchte gerne fair konsumieren. Zugleich kann er kaum beurteilen, unter welchen Produktionsund Handelsbedingungen Kleidung hergestellt und vertrieben wird. Dafür sind die Wettschöpfungsketten in diesem Bereich zu international und komplex, die Lieferbeziehungen teilweise sehr intransparent. Kleidung ist in dieser Hinsicht ein Vertrauensgut.

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Welche Güter sieht unsere Gesellschaft eher meritorisch, welche eher als demeritorisch? Frische Äpfel, Zigaretten, Wodka, E-Autos, Ego-Shooter-Spiele, Spring-Messer, Jute-Taschen, Schulmilch, Fahrradhelme, Hamburger-Menüs.

Meritorisch: Frische Äpfel, E-Autos, Jute-Taschen, Schulmilch, Fahrradhelme.

Demeritorisch: Zigaretten, Wodka, Ego-Shooter-Spiele, Spring-Messer, Hamburger-Menüs.

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Der rationale Verbraucher

Die 3 Grundannahmen des Homo Oeconomicus

1. Unbegrenzte Rationalität:

o Keine kognitiven Beschränkungen o Keine Wahrnehmungsfehler o Keine systematischen Fehlentscheidungen

2. Unbegrenzte Willenskraft:

o Keine Emotionen o Volle Selbstkontrolle

3. Unbegrenztes Eigennutzstreben:

o Maximierung des eigenen Nutzens o Fairness, Altruismus, Bestrafung

anderer existieren nicht

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Kriterien für Verbraucherverhalten (basierend auf Axiome)

• Konsistenz (=Verbraucher wissen, ob ein Tauschgeschäft für sie positiv, egal oder negativ ist; Höchster Kaufpreis ist maximal der Mindestverkaufspreis)

• Positiver Grenznutzen des Geldes (=Erhöht sich das Budget, so wählen Verbraucher ein „besseres“ Güterbündel)

• Effizienz (=Bestmöglicher Lebensstandard zu minimalen Kosten)

• Freiheit von Geldillusion (=Wenn sich Güterpreise und Budget um den Faktor k verändern, werden dieselben Gütermengen erworben (proportionale Änderung der Preise und des Budgets – Beispiel: Euroumstellung 2:1 DM:Euro) )

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Der Schüler Otto ist während der großen Pause zu folgenden Tauschakten bereit:

T 1 : Für einen Müsli-Riegel würde er höchstens 4 Fußballbilder geben.

T 2 : Für einen Schoko-Riegel möchte er mindestens 6 Fußballbilder.

T 3 : Für 2 Müsli-Riegel möchte er mindestens einen Schoko-Riegel.

Hat Otto konsistente Präferenzen?

Nein! Begründung: Aus T 2 und T 3 folgt, dass Otto zu T 4 bereit ist: T 4 : Für 2 Müsli-Riegel möchte er mindestens 6 Fußballbilder. Aus T 1 folgt: T 5 : Für 2 Müsli-Riegel würde er höchstens 8 Fußballbilder geben. Machen Sie die Fußballbilder gedanklich zur »Pausenhofwährung«. Gemäß T 5 zahlt Otto für 2 Müsli-Riegel höchstens 8 Fußballbilder. Gemäß T 4 würde er für 2 Müsli-Riegel einen Mindest-Verkaufspreis von 6 Fußballbildern verlangen. Konsistentes Verhalten erfordert indes, dass der Höchstkaufpreis nicht höher sein darf als der Mindestverkaufspreis (s. u. »Konsistenz« in Kap. 2.2.1.1.). Dies ist bei dieser Aufgabe jedoch gerade der Fall. Also verhält sich Otto auf dem Pausenhof nicht konsistent.