Störungsbilder der Psychiatrie - Heilpraktikerwissen
Alle psychischen Störungen mit Ursachen, Symptomen, Diagnostik, Verlauf, Differenzialdiagnosen und Therapie
Alle psychischen Störungen mit Ursachen, Symptomen, Diagnostik, Verlauf, Differenzialdiagnosen und Therapie
Kartei Details
| Zusammenfassung | Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über psychiatrische Störungsbilder auf Berufslehrniveau. Sie behandeln Symptome, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen wie Demenz, Depression und Angststörungen, mit Fokus auf Ursachen, Verlauf und Differenzialdiagnosen. Besonders nützlich für Heilpraktiker, die Patienten mit psychischen Auffälligkeiten behandeln, da sie detaillierte Einblicke in die Diagnostik und Behandlung bieten. |
|---|---|
| Karten | 421 |
| Lernende | 5 |
| Sprache | Deutsch |
| Kategorie | Psychologie |
| Stufe | Berufslehre |
| Erstellt / Aktualisiert | 15.01.2020 / 02.12.2025 |
| Weblink |
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Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen - Charakteristika
- Verlust kognitiver Fähigkeiten
- Gedächtnisstörungen: je nach Schweregrad Vergesslichkeit, Merkschwächen des Kurzzeitgedächtnisses, Störungen des Langzeitgedächtnisses, Ausfall von Erinnerungen
- Denkstörungen: VErarmung des Denkens, Perseverationen, eingeschränktem Abstraktionsvermögen, Urteilsschwäche
- Antriebsstörungen: Antriebsminderung, psychomotorische Verlangsamung, rasche Erschöpfbarkeit
- Affektlabilität bzw. -inkontinenz: erhöhte Reizbarkeit, Schwankungen zwischen euphorischen und depressiven Verstimmungen
- Orientierungsstörungen: Ort , Zeit oder Person
Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen - Symptome einer Demenz
- nach ICD-10:
- Abnahme des Gedächtnisses v.a. mit gestörter Aufnahme neuer Informationen
- Beeinträchtigung des Denkvermögens
- Reduzierung der Urteilsfähigkeit und des Ideenflusses
- Bewusstseinsklarheit
- Bestehen der Symptomatik seit mindestens 6 Monaten
Demenz - Allgemeines
- bezeichnet einen Symptomenkomplex, der bei verschiedenen Hirnerkrankungen auftritt (keine eigenständige Störung)
- bezeichnet den Verlust einer zuvor einmal erreichten kognitiven Fähigkeit
- entwickelt sich als Folge einer Erkrankung des Gehirns
- 60-70% Morbus Alzheimer
- 10% vaskuläre Demenz
- 15% Mischformen beider Erkrankungen
- 5% frontale Demenzen (Morbus Pick)
- 5% Demenzen bei anderen neurologischen Erkrankungen
- 5% reversible Demenzen
Demenz - uncharakteristische Anfangssymptome
- Konzentrationsschwäche
- Vergesslichkeit
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Abnahme von Initiative und Interesse
- Vernachlässigung von Routinetätigkeiten
Demenz - obligate Symptome
- Merkfähigkeitsstörungen des Kurz-, später auch des Langzeitgedächtnisses
- Desorientiertheit zu Ort, Zeit und später zur Person
- Denkstörungen mit Verlangsamung, Umständlichkeit, zähflüssigem Gedankenablauf
- Beeinträchtigung der Urteils- und Abstraktionsfähigkeit
- Konzentrationsstörungen
Demenz - häufige, aber nicht obligate Symptome
- Zuspitzung charakterlicher Eigenschaften
- Antriebslosigkeit (>80%)
- Unruhe (>50%)
- Depressivität (>40%)
- Wahn (>30%)
- Halluzinationen (15%)
- zusätzlich andere organische Störungen (z.B. Delir)
Demenz - neurologische Symptome
- z.B. Parkinson-Syndrom
Demenz - Schweregrade
- können unterschiedlich sein
- leichte Demenz: unabhängiges Leben möglich
- mittelschwere Demenz: Beaufsichtigung
- schwere Demenz: kontinuierliche Hilfestellung
Stadieneinteilung der Demenz gemäß FAST (Functional Assessment Staging) von Barry Reisberg
- Stadium 1: normal
- Stadium 2: subjektive Beschwerden, Verlegen von Gegenständen, Schwierigkeiten mit der Arbeit
- Stadium 3: Verminderung der Arbeitsleistung, die auch anderen Personen auffällt, Schwierigkeiten, an neue Orte zu gelangen
- Stadium 4: zunehmende Schwierigkeiten, komplexere Aufgaben zu erledigen, z.B. Abendessen für Gäste planen, Umgang mit Geld, Einkaufen
- Stadium 5: eigenständige Lebensführungohne Hilfe zunehmend eingeschränkt möglich, benötigt Hilfe bei der Auswahl der korrekten Kleidung
- Stadium 6: Verlust der Fähigkeit, grundlegende Tätigkeiten des Alltags durchzuführen (z.B. Anziehen, Waschen, Toilettengang, Urinkontrolle, Darmontrolle)
- Stadium 7: Verlust der Sprache und Psychomotorik, Sprachvermögen reduziert sich auf wenige Worte am Tag, bis keine verständliche Sprach mehr möglich ist, nacheinander der Verlust der Fähigkeit zu gehen, zu sitzen, zu lächeln, den Kopf anzuheben
F00 Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Allgemeines
- Demenz durch diffuse Hirnatrophie (Rückbildung des Gehirns) bei ungeklärter Ursache
- ca. 5% der über 60-jährigen und 20% der über 89-jährigen
- Frauen häufiger als Männer (wegen höherer Lebenserwartung)
- etwa 50% der Plätze in Altersheimen von Alzheimer-Patienten belegt
- Prävalenz der Alzheimer-Demenz:
- 30-59 Jahre: 0,02%
- 60-69 Jahre: 0,3%
- 70-79 Jahre: 3,2%
- 80-90 Jahre: 10,8%
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Ursachen
- nicht bekannt, man geht von multifaktoriell aus
- Hypothesen:
- Störungen der Neurotransmission (vor allem Acetylcholin)
- Infektionen: Creutzfeld-Jakob-Krankheit
- Toxizität: Alluminium
- Risikofaktoren:
- genetische Komponente: Familienangeh. 1. Grades höheres Risiko, Zusammenhänge mit Chromomos, 14 und 21 (bei frühem Beginn)
- Alter (wichtigster)
- neurologische Erkrankungen: z.B. früheres Schädel-Hirn-Trauma
- Down-Syndrom
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Symptome
- nach ICD-10:
- Vorliegen von Demenz
- schleichender Beginn, langsame Verschlechterung, Defizite schwer erkennbar zu Beginn
- Fehlen klinischer Hinweise oder spezieller Untersuchungsbefunde, die auf eine System- oder Hirnerkrankung hinweisen, welche eine Demenz verursachen
- Fehlen eines plötzlichen apoplektischen Beginns oder neurologischer Herdzeichen wie Hemiparese, Sensibilitätsverlust, Gesichtsfeldausfälle und Koordinationsstörungen in der Frühphase der Krankheit
- Erkrankungsbeginn vor dem 65. Lj. unter F00.0 diagnostizieren
- Erkrankungsbeginn nach dem 65. Lj. unter F00.1 diagnostizieren
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Symptome frühes Stadium
- Gedächtnisstörungen
- Wortfindungsstörungen
- nachlassende Aktivität
- sozialer Rückzug
- Symptomatik ähnelt oft Depression
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Symptome spätes Stadium
- zunehmende Störung des Neugedächtnisses (dafür berstärkt alte Erinnerungen erwähnt)
- in 70% vermehrte Unruhe, wandern, reißen aus, 20% eher apatisch
- Apraxie: Beeinträchtigung der Fähigkeit, motorische Aktivitäten auszuführen (Kochen, Ankleiden)
- Aphasie: Beeinträchtigung der Sprechfunktion mit zunehmenden Wortfindungsstörungen, Verarmung der Sprache
- Agnosie: Gegenstände werden in ihrer Bedeutung nicht erkannt, ebenso Gesichter (Prosopagnosie)
- Alexie: Unermögen, zu lesen
- Agrafie: Unfähigkeit zu schreiben
- Akalkulie: Unfähigkeit mit Zahlen umzugehen
- Orientierungsstörungen
- Harn- und Stuhlinkontinenz
- Parkinson-Syndrom (1/3 der Fälle)
- Wahn und Halluzinationen (bei bis zu 20% der Fälle)
- Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Verlauf
- beginnt meist schleichend mit Störungen des Gedächtnisses
- nimmt immer mehr an Schwere zu
- zu Beginn der Erkrankung langsame Verschlechterung über 2 Jahre
- dann rasche Verschlechterung
- im späten Stadium wieder langsames Fortschreiten
- Erkrankung führt nach etwa 8 Jahren zum Tod
- Erkrankungen mit frühem Verlauf (vor dem 65. Lj.) nehmen rascheren Verlauf
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Diagnostik
- Anamnese
- Psychischer Befund:
- Orientierungsvermögen testen
- Merkfähigkeit testen (3 Gegenstände nennen, dann aufzählen lassen)
- Konzentrationsfähigkeit testen (ab 100 rückwärts immer 7 abziehen)
- Sprachvermögen und -verständnis testen (Nehmen Sie ein Blatt Papier, falten Sie es und legen Sie es auf den Boden)
- Mini-Mental-State-Test
- körperliche Untersuchung
- Apparative Zusatzdiagnostik
- EEG (Hirnströme), Ausschluss Epilepsie und Stoffwechselerkrankungen
- CCT (des Schädels) oder
- MRT, Ausschluss von Tumoren, Gefäßveränderungen, Wasseransammlungen
- Herz-Kreislaufuntersichungen (EKG, Ultraschall)
- Doppler-Sonografie, Ausschluss von Gefäßveränderungen
- Liquorpunktion, Ausschluss von chronischen Entzündungen des ZNS
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Mini-Mental-State-Test
- Zeitliche Orientierung: Datum
- Merkfähigkeit: 3 Worte sagen, wiederholen lassen (bis zu 5x, nur 1. werten)
- sprachliche Benennung: Was ist das?
- Lesen: eteas durchlesen lassen und auffordern, zu tun, was da stand (Schließen Sie die Augen.)
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Differenzialdiagnosen
- vaskuläre Demenz
- Demenzen im Rahmen anderer neurologischer Erkrankungen (z.B. Chorea Huntington, MS, Morbus Parkinson)
- andere hirnorganische Störungen
- Depression (bei alten Menschen mit Depressionen = Pseudodemenz)
- Delir
- Intelligenzminderungen
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Abgrenzung zu Depression
bei Depression:
- klagen über Vergesslichkeit
- Alltagsleistung besser als Testleistung
- über Tage / Wochen (nicht unbedingt Verschlechterung)
- Orientierung verhältnismäßig intakt
- sex. Bedürfnisse eher gestört
- Hygiene eher unauffällig
- Verbesserung der kogn. Leistung durch Antidepressiva
- Beginn plötzlich
- Stimmung niedergeschlagen
- Wahn bei schwerer D. möglich
Demenz bei Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) - Abgrenzung zu Depression
bei Demenz:
- vertuschen Vergesslichkeit
- Testleistungen entsprechen Alltagsleistungen
- schleichende Verschlechterung
- Orientierung gestört
- sex. Bedürfnisse eher ungestört
- Hygiene gestört
- keine Verbesserung der kogn. Leistung durch Antidepressiva
- Beginn langsam, schleichend
- Stimmung schwankt
- keine Wahnsymptome
ICD 10 F3 Affektive Störungen
F30 manische Episode
F31 bipolare affektive Störung
F32 depressive Episode
F33 rezidivierende depressive Störungen
F34 anhaltende affektive Störungen
F38 andere affektive Störungen
F39 nicht näher bezeichnete affektive Störung
Was bedeutet "Affektive Störungen"?
- Erkrankungen, die mit einer Störung des Affekts (Stimmungslage) einhergehen
- können sich in 2 entgegengesetzte Richtungen manifestieren: Manie oder Depression
- in Lit. auch als affektive Psychosen bezeichnet
- monopolar (unipolar) oder bipolar
- monopolar: Stimmung geht nur in eine Richtung, entweder nur Depression oder nur Manie
- bipolar: Abwechslung von Depression und Manie
- 2/3 der Erkrankungen monopolar, rein manisch aber nur sehr selten (5%)
- Dauer der Phasen variieren zwischen einige Tagen (selten), einigen Wochen und einigen Monaten
- 60% der Fälle weniger als 3 Monate
- Lebenszeitprävalenz: 20-25%
- Störung beginnt meist im Erwachsenenalter (30-45 Jahre)
- bei rein manisch und bipolar: Verhältnis Männer : Frauen = 1:1
- bei Depressionen: Frauen doppelt so häufig betroffen, Dunkelziffer bei Männern aber höher
- 10% der Depressionen erst ab 60. Lebensjahr
Depression - Ursachen
- meist multifaktoriell (mehrere Faktoren)
- Genetische Faktoren: genetische Veranlagung, höhere Wahrscheinlichkeit, wenn bereits Vorkommen in Familie
- Störungen in der Neurotransmission: Mangel an Serotonin und Noradrenalin, Dysbalance zwischen verschiedenen Neurotransmittern, Veränderungen im Bereich der Rezeptoren
- Kritische Lebensereignisse
- Chronobiologische Faktoren: Störungen der biologischen Rhythmen, z.B. zu bestimmten Jahreszeiten, gestörte Schlaf- / Wach-Rhythmen
- Körperliche Erkrankungen oder Medikamente: Morbus Parkinson, hirnorganische Erkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Neuroleptika, Kortison, L-Dopa, Betablocker, Antibabypille, Antibiotika
- Psychoanalytische Theorien: a) Störungen der oralen Phase: bei fehlender ausreichender Bindung zur Mutter im ersten Lebensjahr entsteht fehlendes Selbstwertgefühl, dadurch später stärkere Bindung zu anderen Personen und bei Verlust dieser, entstehen Depressionen mit Wut auf sich selbst, b) narzistische Krisen: Notwendigkeit, verstanden und wahrgenommen zu werden, brigt Kleinkind bei fehlen dieser Dinge dazu, zu testen, wie es diese einfordern kann, Entwicklung eines falschen Selbstes, Orientierung nach aussen, Selbstwert durch Fremdwert definiert, bei Verlust von Bestätigungen kann Depression verursacht werden
- Lerntheorie: a) Verlust von Verstärkern: wenn Anerkennung oder Zuwendung fehlen (zB. durch Verlust von Personen, Arbeitslosigkeit, soziale Isolation...), wird verstärkt, wenn sich weitere Personen von ihnen abwenden, weil sie Laune nicht "ertragen", b) erlernte Hilflosigkeit: Resignation bei fehlenden Erfolgen, erlebt man etwas als auswegslos oder unbeeinflussbar, wird Resignation verstärkt
- Kognitive Theorie: nach Aaron T. Beck typische Denkmuster bei vielen Depressionen: negative Wahrnehmungsverzerrung von Person, Umwelt und / oderZukunft, grauer Filter, Umstrukturierung von Gedanken notwendig
Symptome der depressiven Episode
mindestens 2 von 3 typischen Symptomen:
- depressive Stimmung in einem für den Betroffenen deutlich ungewöhnlichem Ausmaß über die meiste Zeit des Tages
- Verlust des interesses oder der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten
- verminderte Energie und erhöhte Ermüdbarkeit
zusätzlich mindesten 2 (leicht depressiv), 3-4 (mittelgradig depressiv) oder alle Hauptsymptome und mindest. 4 (schwer depressiv) der folgenden Symptome:
- Konzentration- und Aufmerksamkeitsproblem
- Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls
- Schuld- und Wertlosigkeitsgefühle
- negatives Zukunftsdenken und Pessimismus
- Selbstverletzung, suizidale Handlungen oder Gedanken an Suizid
- Schlafstörungen jeder Art
- Appetitverlust
mögliche somatische Symptome (Begleitsymptome):
- Verlust von Freude oder Interesse
- mangelnde Reaktionsfähigkeit auf positive Ereignisse
- mindestens 2 Stunden zu frühes Erwachen
- Morgentief
- psychomotorische Hemmung oder Agititiertheit
- Appetitverlust
- Gewichtsverlust
- Libidoverlust
Das somatische Syndrom wird zusätzlich diagnostiziert, wen mind. 4 der o.g Symptome zutreffen.
weitere, seltene Symptome (dann schwer depressiv mit psychotischen Symptomen):
- Wahnerleben: Schuldwahn, Krankheitswahn, Armutswahn, nihilistischer (Nichtigkeits- / Kleinheitswahn), Versündigungswahn, Gefühl der Verantwortung für bevorstehende Katastrophe
- Halluzinationen: akustisch in Form von anklagenden, diffamierenden Stimmen, olfaktorisch (Geruch von Fäulnis, Verwesung)
- depressiver Stupor
Formen der Depression
Endogene Depression
- Depression von innen heraus
- aufgrund biologischer oder psychiologischer Faktoren entwickelt
- schwere Störung, muss deshalb von Psychiater behandelt werden-
- oft Psychopharmaka und Klinikaufenthalt nötig
Formen der Depression
Neurotische Depression
- Folge eines verdrängten neurotischen Konflikts
- oft auslösendes Ereignis vorhanden
- Verlauf: milder
Formen der Depression
Melancholie
- alter Begriff, aber immer noch verwendet
- Störung an Galle verantwortlich
- heute: Verwendung synonym für endogene Depression
Formen der Depression
Zyklothymia
- leichte Form mit andauernder Instabilität und leichten depressiven UND leichten manischen Phasen
Formen der Depression
Dysthymia
- leichte, eher chronische Form der Depression
- früher: neurotische Depression
- Kriterien einer depressiven Episoder werden nicht erfüllt
- Betroffene müde, schlafen schlecht, sind unzufrieden, bewältigen aber tägliches Leben
Formen der Depression
Rapid-Cycling-Depression
- schnell wechselnd zwischen Manie und Depression
- mehr als 4 manische und / oder depressive Phasen pro Jahr
Formen der Depression
Larvierte (somatisierte) Depression
- maskierte Depression
- unspezifische körperliche Symptome überwiegen oder verdecken Depression
- Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden, Verstopfung, Unterleibsbeschwerden
- andere Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden
- besonders wichtig: Erfassung von Tagesschwankungen und Schlafstörungen
Formen der Depression
Wochenbettdepression
- in den ersten 6. Wochen nach der Geburt
- Mutter hat Gefühl, der Versorgung des Kindes und der damit verbundenen Aufgaben nicht gewachsen zu sein
- weiter können auftreten: starke Stimmungsschwankungen, Zwangsgedanken und -impulse, Suizidalität
- Auftretenshäufigkeit: 10 - 15%
Formen der Depression
Erschöpfungsdepression
- nach langjähriger, selischer Erschöpfung
Formen der Depression
Altersdepression
- ab dem 60. Lebensjahr
- hohe Suizidrate!
- Suizidversuche mehr bei Frauen, Suizidvollendung eher bei Männern
- starke kognitive Defizite (Gedächtnisstörungen)
- kann mit Demenz verwechselt werden
- auch Pseudodemenz genannt
Formen der Depression
Gehemmte Depression
- Aktivität und körperliche Bewegung stark gemindert
- im Extremfall Stupor (Erstarrung)
Formen der Depression
Agitierte Depression
- "Jammerdepression"
- körperliche extreme Unruhe
- Ängstlichkeit
- klagend
- für alle Personen, inkl. Patient sehr anstrengend
- hohes Suizidrisiko!
Formen der Depression
Sissi-Syndrom
- unruhig und sprunghaft
- eher höheres Aktivitätsniveau
- wirken oft selbstbewußt
- verstärkter Bewegungsdrang
- rigide Maßnahmen zur Gewichtskontrolle
- Diskussion, ob vielleicht besondere Form der Anorexia nervosa
- Syndrom stark umstritten
Formen der Depression
Saisionale Depression
- nur zu bestimmten Jahreszeiten
- meistens sonnenarme Monate, aber auch im Sommer möglich
- fast ausschließlich in nördlichen Ländern
- unterscheiden sich in Symptomen von anderen Depressionen
- starkes Schalfbedürfnis, schlafen viel, trotzdem müde und erschöpft
- Patienten essen mehr und Gewichtszunahme
- Antriebslosigkeit
- depressive Stimmung
- Freudlosigkeit
- einzige Verlaufsform, die durch Lichttherapie gebessert werden kann
Verlauf von Depressionen
- in Phasen
- gesunde Phasen wechseln sich mit depressiven Episoden ab
- Phasen können zwischen einigen Wochen bis einige Jahre anhalten
- wenn Symptome nur einmalig: einphasige Depression
- Wenn Symptome mehrmals: mehrphasig oder rezividierende Depression
- Abstand zwischen zwei depressiven Phasen kann extrem schwanken zwischen einigen Tagen und vielen Jahren
- beschwerdefreie Zeit wird mit Zunahme der Phasen kürzer
Diagnostik der Depression
- aus Klärung der Symptomatik
- muss oft aktiv erfragt werden
- somatische Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden
- zur Ermittlung des Schweregrades spezielle Tests (Becks Depression Inventory, BDI oder Hamilton-Depression-Scale, HAMD)
- Diagnose erst erstellen, wenn Symptome mindestens 2 Wochen bestehen
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