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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 13.12.2019 / 13.12.2019
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Vorlesung

die Verbindung des Schema Jisrael zu verschiedenen Kontexten jüdischer Religion beschreiben können

Als Gebet = inhaltliche Ebene der religiösen Praxis
Als rituelle Anweisung = rituelle Ebene der religiösen Praxis → Mizwot?
Als Stück jüdischer Theologie = Ebene der gelehrten Religion sowie des Glaubens

  • -  Monolatrie: Forderung der Alleinverehrung Gottes, ohne Existenz anderer Götter zu bestreiten (in Abgrenzung zu Monotheismus)

  • -  Aufforderung, Gott zu lieben und eben dies fortwährend zu erinnern

  • -  Wichtigkeit der Weitergabe an die nächste Generation (Kinder), u.a. durc h Wiederholung und Erinnerung mit Hilfe bestimmter Zeichen (Hand, Stirn, Türpfosten,

    Quasten / blauer Faden)

  • -  Versprechen des Wohlergehens im verheißenen Land im Rahmen dieses BUNDES:

    Zusage Gottes an Israel im Sinne einer Selbstverpflichtung, auf die Israel mit Einhalten der Mizwot (Gebote) antwortet. → Bekannte biblische „Bundes“-Erzählungen: Noah (Zeichen: Regenbogen) / Abraham (Zeichen: Beschneidung) / Mose u. Israel am Sinai (Zeichen: Tora)

Als Teil der Tora = Ebene der Heiligen Schriften

Teil der israelischen Popkultur

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Vorlesung

Die Bedeutung des Schema in diesen Kontexten erläutern können (also z.B. die angesprochenen Aspekte jüdischen Gottesglaubens, die angespielte Gebetspraxis inkl. der damit verbundenen Gegenstände, die Tora als Teil des Tenach und ihre Beziehung zur rabbinischen Literatur bzw. zu den Talmudim sowie die Bedeutung der Tora als Ritualgegenstand)

Zentrales jüdisches Gebet

Monotheismus

Anordnungen, appellierend

Begründung wichtiger Mizwot (Gebote der Halacha (→ aus der Tora abgeleitete Verhaltensregeln zur Heiligung des Lebens = religiöse Praxis))

  • -  Glaube an die Einheit, Einzigkeit Gottes

  • -  Rezitation des Schema (morgens, abends und im Gottesdienst)

    → Gottesfürchtigkeit? Ehrfurcht vor Gott?

  • -  Tragen (?) der Tefillin

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Klausurfrage

Nennen Sie drei mögliche Kontexte jüdischer Religion, die mit dem Schema Jisrael in Verbindung stehen. Erläutern Sie einen davon näher.

  1. [z.B. Theologie: Monolatrie und Gottesliebe, Zusammenhang von Bund und Mizwot; Gebetspraxis: Grundlage für Mesusa, Tefillin, Tallit, Zizit (jeweils mit Erklärungen)

    Gebetspraxis (inkl. Gegenstände):

    Schema Israel ist die Grundlage für:

Tefillin: Gebetsriemen mit Kapseln (am Arm und auf der Stirn)
Mesusa: Erste 2 Abschnitte des Sch’ma Israel in einer Kapsel an den Türpfosten
Zizit: Schaufäden am Tallit
Tallit: Gebetsschal, zum Morgengebet getragen

Heilige Schriften: Teil der Tora = 5 Bücher Mose = Teil des Tenach (Tora, Neviim, Ketubim) = liturgischer Gegenstand, der besonders verehrt wird [Toramantel und Krone, Jad] = Pendant zur mündlichen Überlieferung

Teil der Heiligen Schrift: Die schriftliche Tora – Kern (und Erweiterung) des Tenach Der Aufbau des Tenach / TNK:

Tora (Weisung) Neviim (Propheten) Ketuvim (Schriften)

Im Zentrum der TNK steht die Tora Tora = Weisung (5 Bücher Mose), kann aber auch weiter versteht werden

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Didaktik

Zeugnislernen -> Nachschlagen! Unvollständig

 Unvollständig

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Wissensfragen

Sie können erklären, weshalb die Frage „Wer ist jüdisch?“ nicht eindeutig zu beantworten ist. (Kap. 1.2; S. 137)

  1. Weil das Judentum eine sehr vielfältige Religion ist, wird die Frage, wer überhaupt Jude sei, innerhalb des Judentums, unterschiedlich geklärt:

    • -  Gemäss Halacha (jüdisches Religionsgesetz, für praktizierende bindend): wer eine jüdische Mutter hat oder wer zum Judentum konvertiert ist (Religion des Vaters spielt keine Rolle)

    • -  Für Reformjudentum: Wenn man «nur» einen jüdischen Vater hat, gilt man als Jude

    • -  Im Staat Israel: jeder Mensch, der einen jüdischen Grosselternteil hat, hat das Recht als Jude/Jüdin nach Israel einzuwandern

Jude ist, wer nach den religiösen Vorschriften lebt. (= säkulare Juden) Jude ist, wer Kind einer jüdischen Mutter ist

Diaspora→Verstreuung über die ganze Welt, Bezug zum Land nicht gross

Man muss nicht alle Kriterien erfüllen.

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Wissensfrage

Sie können die Bedeutung des Babylonischen Exils für die Entwicklung der jüdischen Religion erklären

Durch Babylonisches Exils (587 v. Chr., Babylonier invadierten) mussten sie ohne Tempel auskommen. Dies grundlegend für jüdische Religion, wie sie heute gelebt wird, weil einerseits erste Exilerfahrung und andererseits weil:

  • -  Gottesdienst in der Synagoge (= Versammlungshaus)

  • -  Thora

  • -  Einhaltung Gebote

    →Im Mittelpunkt religiöse Praktiken, die auch ohne Tempel ausgeführt werden können

    Zerstörung des 1. Tempels 587 v.Chr. durch die Babylonier und Verbannung der Juden nach Babylon. Juden hatten nun keinen Tempel mehr und mussten sich deshalb u.a. auf das Studium der Tora, die Einhaltung deren Gebote und den Gottesdienst ausserhalb des Tempels, nämlich in der Synagoge, fokussieren. 539 v.Chr. unter Kyros durften sie den Tempel wiederaufbauen.

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Wissensfrage

Sie können drei wichtige Gruppen zur Zeit des Zweiten Tempels nennen und kurz charakterisieren (Kap. 2.4; S. 144)

  • -  Sadduzäer: beherrschte Tempel und Tempelkult, stellte mehrmals den Hohepriester

  • -  Essener: wandte sich von Jerusalemer Tempel und der dortigen Politik ab und zog

    sich teilweise in die Wüste zurück

  • -  Pharisäer (die Abgesonderten): lösen sich nicht vom Tempelkult, Thora der Mittelpunkt

    des Lebens, später richtungsweisend für Judentum

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Wissensfrage

Sie können drei wichtige Gruppen zur Zeit des Zweiten Tempels nennen und kurz charakterisieren (Kap. 2.4; S. 144)

  • Sadduzäer: beherrschte Tempel und Tempelkult, stellte mehrmals den Hohepriester

  • -  Essener: wandte sich von Jerusalemer Tempel und der dortigen Politik ab und zog

    sich teilweise in die Wüste zurück

  • -  Pharisäer (die Abgesonderten): lösen sich nicht vom Tempelkult, Thora der Mittelpunkt

    des Lebens, später richtungsweisend für Judentum

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Wissensfrage

Sie können über die wichtigsten 3 Richtungen im Judentum informieren und deren Unterschiede herausarbeiten. (Kap. 3.2; S. 155-156)

Reformjudentum: Reform von innen her (Anfang 19 Jh.): Judentum soll auch für Juden attraktiv bleiben, die sich ihrem nicht-jüdischen Umfeld angepasst haben:

- Gottesdienst nicht mehr hebräisch sondern in der jeweiligen Landessprache
- Orgelmusik während des Gottesdienstes (Anlehnung chr. Gottesdienst),
- Männer und Frauen sitzen zusammen
- Hoffnung auf einen persönlichen Messias und die körperliche Auferstehung wurde aufgegeben
- Es werden nur die Vorschriften der Halacha befolgt (widerspricht der modernen Lebensführung nicht)
- Geht davon aus, dass Thora nicht insgesamt göttlich inspiriert und damit ewig gültig  sei →darf abgeändert werden
- Frauen dürfen gleichberechtigt am Gottesdienst teilnehmen / traditionelle Kopfbedeckung (Kippa), Gebetsmantel und Gebetsriemen (Tallit und Tefillin) tragen, es gibt erste Rabbinerinnen
- Zentrum in den USA

Orthodoxes Judentum: hält an der Lebensweise des traditionellen Judentums fest:

- Gesamte mündliche und schriftliche Thora gilt als von Gott inspiriert und ewig gültig (nicht wie beim Reformjudentum)
- Bibelwirdabgelehnt
- Gottesdienst auf Hebräisch, Frauen nehmen nur passiv teil und sitzen von Männern getrennt
- Die meisten orthodoxen Juden studieren oder erlernen einen Beruf, den sie häufig in einem nicht-jüdischen Umfeld ausüben
- Beziehungen zu anderen Richtungen des Judentums selten, weil Ehen und Scheidungen, die von nicht-orthodoxen Rabbinern geschlossen werden, nicht anerkannt werden
- Minderheit der weltweit lebenden Juden, Zentren in Israel (stellen wichtigen politischen Faktor dar), USA und Westeuropa
- In sich sehr unterschiedlich (Pluralität)
- Gibt auch «moderne Orthodoxie», die (im Gegensatz zu den «Ultraorthodoxen») die  Beteiligung am Leben ausserhalb ihres religiösen Kreises nicht ablehnen

Konservatives Judentum: Entstand in den Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxie und Reformjudentum:

- Hält an der Einhaltung der Halacha fest, geht aber davon aus, dass diese an neue Umstände angepasst werden müsse
- Historisch-kritischeStudiederBibelistzulässig(andersalsbeiOrthodoxen)
- Gottesdienst auf Hebräisch, Männer und Frauen sitzen aber nicht getrennt 

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Wissensfrage

Sie können über die Feste im Lebenszyklus informieren. (Kap. 4.2; S. 158/161).

Brith Mila → Am 8. Tag nach der Geburt bei Jungen Beschneidung. → Aufnahme in den Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hat. Beschneidung wird durch Mohel (Spezialist) durchgeführt. = Namensgebung. Mädchen werden nur hochgehoben und der Name wird ausgerufen.-

 

Bar und Bat Mitzwa → Sohn des Gesetzes / Tochter des Gesetzes. Mit 13 Jahren (Mädchen mit 12 Jahren) werden die Kinder religiös volljährig. Sie zählen nun zum Minjan, der Gebetsversammlung.

  • Ehe → Ehevertrag = hebr. Ketubah. Mann verpflichtet sich, Frau auch bei einer Scheidung zu versorgen. Scheidung im Judentum möglich.

    o AusserhalbderjüdischenReligionzuheiratenistnichterwünscht.

  • Tod und Trauer → Vor Tod wird Kol Nidre (Sündenbekenntnis) und Sch’ma Israel gebetet (alle Versprechen, Sündenbekenntnis). Bei Tod wird von allen Angehörigen ein Kleidungsstück zerrissen. Weitere Gebete, Verstorbener waschen, in weises leinenes Totenhemd kleiden. Beerdigung soll noch am gleichen Tag oder spätestens am nächsten Morgen vorgenommen werden. Kantor (Vorbeter) kommt. Erde auf Sarg werfen. Säckchen Erde aus Israel zu Sarg.→7-tägige Trauerzeit =Schiwa (nicht baden, nicht arbeiten, zu Hause bleiben). Erst nach einem Jahr wird Gedenkstein gesetzt. Totenruhe darf nicht gestört werden, sie legen Steinchen auch Grabstein.

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Wissensfrage

Sie kennen zusätzlich zu den Begriffen, die Sie für die Beantwortung der Fragen 1-5 brauchen, folgende Wörter, die Sie erläutern können (Kap. 8; S. 176-177):

  • Koscher → Koscher ist jemand, der sich an die jüdischen Speisegesetze hält.

  • -  Sabbat → Ein Feiertag im Kreis der Familie. Beginn am Freitag-Abend mit einem Gottesdienst in der Synagoge. Identität des jüdischen Volkes soll bekräftigt werden. Es ist eine Heiligung der Zeit, ein Heraustreten aus Routine, Stress und Alltag →Vergeistigung der Welt. Es ist der siebte Wochentag, keine Arbeit soll verrichtet

    werden.

  • -  Chanukka → Einweihung. Ein 8-tägiges Lichterfest zur Erinnerung an die

    Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v.Z. Es wird dem Aufstand und dem Befreiungskampf der Makkabäer gedacht. An jedem Abend wird ein neues Licht angezündet, um an ein Wunder zu erinnern. Nach der Tempeleinweihung wurde nur ein kleines Krüglein mit geweihtem Öl für den grossen Tempelleuchter gefunden, das wie durch ein Wunder acht Tage lang ausreichte.

  • Holocaust und Schoa
    o Holcoaust → Brandopfer. Im Zweiten Weltkriegt. Jedoch ein problematischer

    Begriff. Mit dieser Bedeutung werden die Juden als Opfer dargestellt. (Opferung

    für etwas)
    o Schoa→Verwüstung, Vernichtung, Katastrophe. Ausrottung von 6 Millionen

    Juden. Tiefgreifende Auswirkungen bis heute. Verunsicherung und

    Verletzlichkeit.
    o DasnationalsozialistischeDeutschlandbegründetedieVernichtungrassistisch

    mit der angeblichen Minderwertigkeit der Juden, welche angeblich die

    Weltherrschaft anstreben wollten.
    Zionismus → jüdische Bewegung, die das Ziel hat, einen selbstständigen Nationalstatt

    für Juden in Palästina zu schaffen. Der Zionismus entstand, weil die meisten europäischen Gesellschaften im 19. Und 20. Jh. Nicht bereit waren, die Juden als vollwertige Mitglieder mit allen Rechten und Pflichten aufzunehmen.

    o Das Ziel eines eigenen Staates wird verhindert durch die arabischen Palästinenser, die der kontinuierlichen Einwanderung der Juden und erst recht der Gründung Israels auf dem Boden ihrer Heimat ablehnend gegenüber stehen.

    - Pogrome→Verteibungen und Verfolgungen