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S. G.
Diese Lernkarten behandeln die Diagnose, Therapie und Komplikationen von akuter und chronischer Rhinosinusitis auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Symptome, Therapieoptionen wie Amoxicillin und Kortikosteroide, sowie die Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Rhinosinusitis. Patienten und medizinisches Personal profitieren von diesen Karteikarten, um die Behandlung und Managementstrategien zu verstehen.
Karten
15
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
10.12.2019 / 21.12.2019

Lernkarten

Rhinosinusitis: Wort zusammengesetzt aus? Welche Liste die meisten Medis?

Definition, Pathophysiologie, Antibiotikaverbrauch

Sinusitis alleine hat man eigentlich nie.

Nicht zu verwechseln mit der Rhinitis, denn hier sind auch die Nebenhöhlen betroffen!

-> Meiste Medis sind Liste B+

  • Definition: Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen
  • Pathophysiologie: Schleimhautschwellung bewirkt Ventilations- und Abflussstörung der sinusoidalen Sekrete -> Sekretstau = Gefahr für Superinfektion
  • Rhinosinusitis ist mehrheitlich viral bedingt, trotzdem Platz 3-5 aller AB-Verschreibungen!

Rhinosinusitis

Haupt- und Nebensymptome und Befunde

Hauptsymptome:

  • Nasale Obstruktion
  • Purulente Nasensekretion "postnasal-drip"
  • Gesichtsschmerz, -druck oder -völlegefühl
  • Hyposmie / Anosmie

Nebensymptome:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Mundgeruch
  • Zahnschmerzen (Oberkiefer)
  • Husten
  • Ohrenschmerzen

=> Symptomintensität: akute Rhinosinusitis > chronische Rhinosinusitis

Zeitliche Eintelung einer Rhinosinusitis

Akut vs. chronisch, weshalb Unterschied wichtig?

Akut: <12 Wochen (3 Monate) mit vollständigem Rückgang der Symptome (viral / bakteriell)

Chronisch: >12 Wochen ohne vollständigen Rückgang der Symptome (polypös / nicht polypös)

Akut rezidivierend: >=4 Episoden / Jahr

=> die Differenzierung ist wichtig weil eine akute Rhinosinusitis anders behandelt wird als eine chronische!

Rhinosinusitis

Verlauf, Komplikationen

Verlauf: Die Mehrheit der Rhinosinusitiden ist viraler Genese mit unkompliziertem Verlauf, schwere Komplikationen sind möglich.

Komplikationen: kann weitergehen und AB-Therapie verlangen! Orbitaler Abszess, Hirnabszess etc sind möglich.

Akute Rhinosinusitis

Ursache und häufigkeit bakteriell / viral
 

Meist Viren (zu 90%), häufigste Erreger sind Rhino-, Adeno-, Influenza- oder Parainfluenzaviren

-> günstiger Spontanverlauf

Bakterielle Superinfektion ist selten: bei nur 0.5-2% enwickeln sich Komplikationen. Häufigste Erreger sind Streptococcus pneumoniae, Hämiphilus influenzae

Akute Rhinosinusitis

-> Unterscheidung viral / bakteriell

Eher viral: prinzipiell meistens, <7d -> keine AB induziert

Eher bakteriell:

  • selten
  • >7d
  • Purulente Nasensekretion
  • Oberkiefer- und Gesichtsschmerzen
  • Zweiphasiger Verlauf
  • Verschlechterung der Symptome nach 5-7 Tagen
  • Hohes Fieber

-> Sogar bei akuter bakterieller Rhinosinusitis (ABRS) ist eine AB-Therapie nicht immer zwingend!

Akute Rhinosinusitis

 

Allgemeines zur Therapie, Nicht medikamentöse Massnahmen -> OSCIES!

Allgemeines: Auch ohne Therapie erfolgt eine vollständige Hilung der ARS bei 60-80% der Erkrankten bwz. 90% innerhalb von 6 Wochen

Nicht-medikamentöse Massnahmen:

  • physiologische NaCl-Lösung (als Nasentropfen/spray)
  • Inhalation heisser Dämpfe (38-42°C)

Akute Rhinosinusitis

Therapie (welche Gruppen, Vorteile Nachteile, Nicht medikamentös), Evidenz

Empfehlung?
 

Analgetika / Antipyretika: Paracetamol (max 4g), NSAR wie Ibuprofen (max. 2.4g)

Dekongestiva / Vasokonstriktoren*: Topisch: Tachyphylaxie und Rebound -> Therapiedauer limitieren! max 3-10 Tage; Oral: geringere Wirksamkeit und mehr UAW als topische Formen

Empfehlungen ohne Konsens*: intranasale Kortikosteroide als Monotherapie oder kombiniert mit AB, allenfalls bei einer akuten allergischen Rhinitis und bei Rezidiven [nicht 1. Wahl]

Nicht-medi: Ruhe, genügend trinken

Antibiotische Therapie: Nicht routinemässig! Falls Symptome > 7 Tage, Zunahme der Symptome im Laufe der Erkrankung, starke Beschwerden, Fieber > 38.5°C, Immunsupprimierte und Patienten mit schweren Grundleiden, drohende Komplikationen oder besonderen Risikofaktoren (Red Flags)

*schwache Datenlage

-> keine Evidenz für Antihistaminika und Sekretolytika

Es gibt Sinupret und Sinupret forte: pflanzliche Therapie -> gute Empfehlung!

Akute Rhinosinusitis

Antibiotikatheramie: Therapie der Wahl?

-bei Nichtansprechen

-bei Unverträglichkeit

Therapie der Wahl: Amoxicillin (engeres Spektrum als Co-Amoxi) 3-4x/d, 375-750mg

Bei Nichtansprechen:

  • Co-Amoxicillin
  • Cefuroxim (Cephalosporin)
  • Levofloxacin (Fluorochinolon)

Bei Unverträglichkeit:

  • Cotrimoxazol (Trimethoprim und Sulfamethoxazol im Dosisverhältnis 1:5)
  • Clarithromycin (Makrolid)
  • Azithromycin (Makrolid)
  • Doxycyclin (Tetrazyklin)

Kinder - PIGS-Empfehlungen

Kriterien für eine Antibiotikatherapie bei akuter Rhinosinusitis

  • Therapie der Wahl = Amoxicillin
  • bei Nicht-Ansprechen
  • bei Unverträglichkeit

  • Therapie der Wahl = Amoxicillin; während 10 Tagen, 25mg/kg 2x/d
  • Bei Nicht-Ansprechen: Co-Amoxicillin (10 Tage), Ceftriaxon (1-3 Tage)
  • Bei Unverträglichkeit: Clarithromycin, Cefuroxim-axetil (Dauer: wie Amoxicillin)

Akute Rhinosinusitis

In der Apotheke: wissenswertes für die Patienten, was muss erklärt werden?

 -erwartete Symptomdauer?

-Symptome lindern, wie?

-weshalb nicht immer Antibiotika?

  • erwartete Symptomdauer, meist länger als erwartet: bis 2.5 Wochen!
  • Symptomlinderung: zb Analgetika, topische Dekongestiva (kurzzeitig)
  • Erklären: akute Rhinosinusitis ist viral bedingt, da nützen ABs nicht. AB lindern keine Symptome bei viren und lindern keine Beschwerden. AB haben mühsame UAWs und tragen zur Resistenzbildung bei.

Chronische Rhinosinusitis

  • Ursache
  • Prädisponierende Faktoren

Ursache: unklar

Mögliche prädisponierende Faktoren:

  • Allergische Rhinitis (bei 40-84% der Patienten mit einer CRS)
  • Asthma (bei 40-70% der Patienten mit einer CRS)
  • Analgetikaintoleranz
  • anatomische Veränderung
  • Immunologische Erkrankungen
  • Mangelhafte mukozilliäre Clearance
  • Ziliäre Dysfunktion
  • Zystische Fibrose

Chronische Rhinosinusitis: Begleiterscheinungen

- Nasenpolypen

- Analgetikaintoleranz

=> empfohlene Therapie?

Nasenpolypen: Polyposis nasi

  • Definition: Schleimhaut-Aufwerfung, die sich ins Lumen einer Nasennebenhöhle oder in die Nasenhaupthöhle vorwölbt.
  • Pathogenese: unbekannt
  • Oft (aber nicht ausschliesslich) beim Allergiker; bis zu 40% parallel zu Asthma bronchiale und bis zu 25% parallel zu Analgetikaintoleranz

Analgetikatoleranz (bei CRS mit und ohne Polypen)

  • Definition: Entzündliche Erkrankung
  • Pathogenese: unklar; Leukotrien-Beteiligung wird diskutiert
  • Symptome: Lebensgefährliche Asthmaanfälle kombiniert mit schwerer Sinusitis

=> Empfohlen bei CRS mit und ohne Polypen: Nasenduschen mit Salzlösungen, Intranasale Kortikosteroide (z.B. Avamys®, Beconase®, Nasacort®, Nasonex®) [auch AB, orale Kortikosteroide, LTRA möglich aber nicht routinemässig]

Chronische Rhinosinusitis: 2 Präparate der 300er Liste

Intranasale Kortikosteroide

Orti-Heuschnupfen: Beclometason (Microdoseur, Liste C)

Nasonex Dosier Nasenspray: Mometason (Liste B)

==> Arzneimittel der Liste B zur Behandlung von häufig auftretenden Krankheiten, sofern es sich um Arzneimittel mit bekannten, seit mehreren Jahren zugelassenen Wirkstoffen handelt (Indikationen und die dafür zugelassenen Arzneimittel der Liste B, die der Bundesrat bezeichnet), VAM Art. 45, Abs. 1 Buchstabe a
Indikation: Saisonale allergische Rhinitis!!!

Therapiedauer 1 Monat -> darf durch Apotheke abgegeben werden!

Chronische Rhinosinusitis

Adjuvante Therapien? Evidenz?

Limitierte Evidenz!

  • Antihistaminika (zb Cetirizin, Loratadin)
  • Sekretolytika (zb N-Acetylcystein)
  • Sympathomimetika, KEINE Langzeittherapie
    • topische Formen -> Rhinitis medicamentosa
    • orale Formen -> systemische UAW

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