HKL-Erkrankungen
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Lernkarten
Akute koronare Herzkrankheit (ACS)
- Risikofaktoren
- Symptome
- Was tun?
Risikofaktoren: Hypertonie, Dyslipidämie, Rauchen, Diabetes, Erhöhtes Alter
Symptome: Thoraxschmerz (in Ruhe > 15-20 Min), Schmerzen in den Schultern (eine oder beide), Kiefer, Rücken, Atemlosigkeit, Kühle feuchte Haut, Übelkeit, Benommenheit!
=> Bei Verdacht auf ACS - SCHNELLES HANDELN! 144. "Time is muscle"
Definieren, Erklären:
- KHK
- ACS
- Angina Pectoris
- NSTEMI
- STEMI
- Instabile Angina Pectoris
- EKG
KHK = Stabile Angina Pectoris + ACS (akutes Koronarsyndrom)
ACS = Akutes Koronarsyndrom (beinhaltet Instabile Angina Pectoris, NSTEMI und STEMI)
ACS ohne ST-Hebung im EKG [Elektrokardiogramm]: troponin negativ --> instabile angina pectoris ; toponin positiv -> NSTEMI [myokardinfarkt ohne ST-Hebung, non-STemi]
ACS mit ST-Hebung im EKG: STEMI, myokardinfarkt mit ST-Hebung
Koronare Herzkrankheit: Typische Medikationen
- Post-MI
- Angina Pectoris
Was sind ADP-Rezeptorblocker, wo werden sie eingesetzt?
Post-MI:
ASS 100 + ADP-Blocker* (max. 12Mt), b-Blocker, ACE-Hemmer, Statine
Angina Pectoris:
1. Stufe: ASS 100, b-Blocker, Statin (dasselbe wie post MI ohne ACE-Hemmer, ohne ADP-Blocker*)
2. Stufe: zusätzl. Ca-Antagonist (Herzselektive: Verapamil, Diltiazem)
3. Stufe: zusätzl. Langzeitnitrat oder Molsidomin / Nicorandil
+ IMMER: lifestylemodifications
+ bei Bedarf: Belastungsabbruch, raschwirksames Nitroglycerin, 144
*ADP-Blocker [Adenosindiphosphat-Blocker]: bsp. Clopidogrel. Die Blutgerinnung entsteht über die Bindung am ADP-Rezeptor P2Y12 auf den Blutplättchen, diese sind inaktiviert.
Orale Thrombozytenaggregationshemmer
Medis der 300er Liste
Plavix: Clopidogrel (irreversibel)
Aspirin Cardio: ASS (irreversibel)
(DuoPlavin: ASS + Clopidogrel)
Efient: Prasugrel (irreversibel)
Brilique: Ticagrelor (reversibel)
Thrombozytenaggregationshemmer: Aspirin
Dosierung, UAW, IA, Indikation
Dosierung: 300mg/d, Langzeittherapie 100mg/d (sehr wirksam zur Sekundärprävention, Primärprävention ist umtritten)
UAW: GIT-UAW, Asthma [Analgetika-Asthma], Nierenfunktionsstörungen
IA: Erhöhtes Blutungsrisiko (v.a. mit NSAID, SSRI), Inaktivierung von ASS: Ibuprofen, alle NSAID
=>Tc-Funktion nach Absetzen anch 7-10d normal!
Tz-Aggregationshemmer: Plavix und Efient -> Spezielles? Metabolismus?
Plavix (Clopidogrel): Prodrug -> 3A4, 2C19, 3A5
Efient (Prasugrel): Prodrug -> 3A4, 2B6
-> beide nur 1x täglich, gute Compliance! ivgl zu dem Brilique (Ticagrelor) 2x tgl
Tz-Aggregationshemmer: Interaktionen, UAW
int mit PPI: Ticagrelor und Prasugrel keine gezeigt, bei Clopidogrel umstritten
int mit orale Antikoagulantien: Blutungsrisiko!!
UAW: Hämorrhagien, Ticagrelor kann Dyspnoe machen
Angina Pectoris: Langzeitnitrat = BASIS-Therapie
Medikamente der 300er Liste
Isoket (Isosorbid-dinitrat ISDN): Tabletten / Kabseln, 1x/d, zur Erhaltung der Wirksamkeit muss ein therapiefreies Intervall von mind. 8h/d eingehalten werden! [Retardtabletten bei 2x/d soll 2. Dosis spätestens 8h nach der ersten genommen werden.]
Nitroderm (Nitroglycerin TTS): Matrixpflaster, Applikationsstelle: Rumpf oder Oberarm, wechseln, alle 24h ein Pflaster-freies Intervall von 8-12h innerhalb der 24h!
==> Nitrate NIE MIT PDE5-Hemmer (Sildenafil: Rebif, VIagra) kombinieren!!!
Angina Pectoris: Nitrat-Analoga
Medi der 300er Liste
Dancor (Nicorandil) = Nitratanalogon + K-Kanal-Aktivator, Tabletten, auch bei starken Kopfschmerzen, UAW sind gleich wie Nitrate + noch Ultercationsrisiko
Antina Pectoris: Nitrate in der Akuttherapie
1 Medi der 300er und 1 sehr verbreitetes!
==> Rasch handeln!!!
Isoket (ISDN): Tabletten, Spray (Wirkeintritt nach 15s!, nicht inhalieren sondern unter Zunge)
Nitroglycerin Streuli (Nitroglycerin): Kaukapseln, aufbeissen und zerkauen, mit Speichel vermischt im Mund behalten, leere Kapsel dann ausspucken sobald Wirkeintritt. Falls keine Wirkung nach 15 Minuten -> 144!
PAVK
Allgemeine Infos; was ist es?
Prävalenz, Risikofaktoren
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
PAVK: Manifestation der generalisierten Arteriosklerose! Hohe Morbidität und Mortalität! 5-10jahresrisiko für Myokardinfarkt ist 3-4x erhöht, 5-10jahresrisiko für zerebrovaskulärer Insult ist 2-3x erhöht.
Prävalenz bei >65jährigen: 20% [klinische Manifestation aber nur bei 10-15% aller Kranken!!!]
Risikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Alter, Männer > Frauen, Hypertonie, Hypercholesterinämie
PAVK: Klinische Manifestation, Beschwerden
Klinische Beschwerden: Claudicatio intermittens (nur bei 10-15%)
- unter Belastung kontinuierlich schlimmerer Beinschmerz, krampfartig, der den Betreffenden zum Anhalten zwingt
- in Ruhe verschwinden die Schmerzen vollstädig und rasch
Meist keine 40% oder atypische Beschwerden 45%!
PAVK: Messung und Einstufung
Doppler-Messung: Druckmessung am Arm (y) und oberhalb des Knöchels (x).
PAVK = x/y <0.9 ABI [Ankle-Brachial-Index]
==> Werte von 1-1.40 sind normal, alles was kleiner als 0.9 ist, zeigt eine Krankheit an!
PAVK: Massnahmen und Stadien
Massnahmen: konsequentes Management der kv-Risikofaktoren (LSV)
-> Bei Pat. im Stadium I und II stehen die medikamentöse Behandlung sowie das Gehtraining* im Vordergrund
-> Bei Pat. im Stadium III und IV gibt es OP.
*fördert Kolaterale
PAVK: medikamentöse Therapie
Thrombozytenaggregationshemmer:
Stadium I+II: ASS 100mg/d
Stadium III+IV: Clopidogrel 75mg/d
ev Statine, Antihypertensiva, Antidiabetika, Vasoaktive Medikamente etc.
Zu Naftidrofuryl (Praxilene® 200), Padma 28, L-Arginin, L-Carnitin, Ginkgo biloba, und Prostanoide gibt es wenig überzeugende Daten.
Herfinsuffizienz: Symptome, Prognose
sehr unspezifisch:
- Kurzatmigkeit
- Husten
- Ödeme, Gewichtszunahme
- Müdigkeit
- Schwindel
- Palpitationen
=> Vorsicht: diese Symptome werden oftmals dem Alter zugeschrieben und nicht als HI erkannt!
Daran denken falls: plötzliche Gewichtszunahme, zum Schlafen viele Kissen, geschwollene Knöchel, alltägliche Situationen aus der Puste bringen
Prognose: sehr schlechte Prognose -> 50% sterben in 5 Jahren!
Herzinsuffizienz: Diagnose gemäss CH-Guidelines
mittels EKG und Thoraxröntgen: (zur Unterstützung wird oftmals das BNP und NT-proBNP gemessen)
Symptome + Klinische Zeichen -> Herzinsuffizienz
ECHO wird gemacht [wenn BNP erhöht], falls LVEF <45% -> systolische HI -> Therapien bekannt. Falls EF erhaltene HI gibt es praktisch keine Studien, therapie erfolgt empirisch.
Herzinsuffizienz: Einteilung in IV Klassen
Klasse I: keine Einschränkung der normalen körperlichen Aktivität
Klasse II: leichte Einschränkung, beschwerdefreiheit unter Ruhebedingungen, aber bei normaler körperlicher Aktivität kann es zu Luftnot, Müdigkeit, Palpitationen führen
Klasse III: deutliche Einschränkung der körperlichen Aktivität, beschwerdefreiheit unter Ruhebedingungen aber bereits bei geringer physischer körperlicher Aktivität starke Symptome
Klasse IV: unfähigkeit, körperliche Aktivität ohne Beschwerden auszuüben, jegliche Aktivität führt zur Beschwerdenzunahme
Herzinsuffizienz: Verschlimmernde Faktoren
Kardial: Klappenerkrankung, Herzfehler, Tamponade, Hypertrophie, Kardiomyopathie, Ischämie
Extrakardial: Malcompliance, Salz/Flüssigkeitsexzess, Hypertonie, Medis wie Antirheumatika, Anämie, Fieber, Shunts, Hyperthyreose, Schwere Infektionen, Lungenembolie, NI, Diabetes, Alkohol, Kokain, Hirnschaden ...
Herzinsuffizienz mit reduzierter EF (systolische HI): Behandlungsschema
Initialtherapie:
1. Diuretika* zur Rekompensation, nur so lange wie nötig (symptomatisch)
2. ACE-Hemmer (bei Unverträglichkeit ARB) [verbessert das Überleben]
3. b-Blocker (sobald klinisch stabil, falls klinisch indiziert auch vor 2.)
4. Auftitrierung von ACE-Hemmer / b-Blocker auf maximal tolerierte Dosis, respektive Zieldosis
Merke: Neurohormonale Antagonisten (ACE-Hemmer, b-Blocker und Mineralkortikoidantagonisten) sind die basis der medikamentösen HI-Therapie!
falls immernoch Symptome:
- zusätzlich Aldosteron-Antagonist zb Spironolacton [Vorsicht Hyperkaliämie!]
- zusätzlich Ivabradin
- zusätzlich Digoxin erwägen
- LVAD (linksventrikuläres Assist-Device), Herztransplantation evaluieren
*primär Schleifendiuretika und Thiazide [diese weniger gegen Ödeme], Ziel: minimale Dosis
Herzinsuffizienz: Behandlung mit positivem Effekt auf die Prognose (1. Wahl Therapie)
Medigruppe, Substitution, UAW, Evidenzlage
ACE-Hemmer: Therapie der 1. Wahl zusammen mit b-Blockern
Die Evidenzlage für ACE-Hemmer ist ausgezeichnet, daher nur bei Unverträglichkeiten auf ein Sartan wechseln!
UAW: Hypotonie, Niereninsuffizienz, Hyperkaliämie
B-Blocker: Therapie der 1. Wahl zusammen mit ACE-Hemmern: start low go slow! Erreichen der Zieldosis nach ca. 6-8 Wochen!
Bewiesene Wirksamkeit unter: Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol, Nebivolol
Herzinsuffizienz: Behandlung mit positivem Effekt auf die Prognose
Therapie 2. Wahl
Aldosteron-Antagonisten (AA): Spironolacton, Eplerenon [Hyperkaliämie, Niereninsuffizienz, Gynäkomastie]
Sartane: schlechtere Datenlage als die ACE-Hemmer, nur bei deren Unverträglchkeit eingesetzt. UAW: [Hypotonie, Niereninsuffizienz, Hyperkaliämie]
Ivabradin
Ivabradin senkt die Herzfrequenz durch Blockade eines kardialen Ionen-Kanals (If), der wie der Kalium- und Kalziumkanal für die Regulation der Repolarisationsdauer verantwortlich ist.
Die Reduktion der Herzfrequenz gewinnt als Behandlungsziel bei HIPatienten mit reduzierter Ejektionsfraktion an Bedeutung!
->Bleibt trotz 3-fach-Therapie mit Betablocker, ACE-Hemmer und Aldosteronantagonist der Puls bei ≥ 70 pro Minute, soll Ivabradin das Myokard vor Schäden durch zu hohe Frequenz schützen. 1,2
->Studien haben bei diesen Patienten einen positiven Effekt auf Morbidität und Mortalität.
=> Einnahme während des Essens
Digoxin
Symptom-Therapie, seltene Anwendung
Indikatuion: trotz Kombitherapie symptomatische HI-Patienten oder HI-Patienten mit Vorhofflimmern
Dosierung: 0.125-0.25mg/d -> spiegelmessung
UAW:
- GIT: Anorexie, Übelkeit [meist Zeichen der Überdosierung]
- Neuropsychisch: Kopfschmerzen, Benommenheit, Müdigkeit, Verwirrtheit, Wahrnehmungsstörungen, Albträume
- Sehstörungen: verschwommen, Farbstörung
- Kardiale UAW: verschlimmerung der HI, Arrythmien
- Hyperkaliämie
HI-Behandlung: Grobüberblick zusammenfassung
Welche Medis werden wie eingesetzt?
Systolische HI mit reduzierter EF
- • ACE-Hemmer und gegebenenfalls Diuretika sind die Basis der Behandlung.
- • Betablocker früh nach erreichter Rekompensation einsetzen; prognostischer Nutzen ist für einige Betablocker gut belegt.
- • Patienten im Stadium NYHA II-IV profitieren ggf. zusätzlich von Aldosteronantagonisten.
- • Sartane = eine Alternativ oder Add-on-Therapie
- • Ivabradin kommt zum Einsatz, wenn die Herzfrequenz trotz max. tolerierter Betablocker Dosis nicht ausreichend kontrollierbar ist.
- • Digoxin verbessert die Symptome und Krankenhauseinweisungen, nicht aber die Prognose. Zur HI-Behandlung reicht eine tiefe Dosierung.
Systolische HI: zu vermeidende Sustanzen
- Glitazone
- NSAID (wasserretention, nierenstörungen)
- Verapamil, Diltiazem (negativ inotrop)
- ACE-Hemmer + Sartan + Aldosteronantagonist (Hyperkaliämie)
- ANtiarrhytmika Klasse 1 (erhöhen Mortaliät)
- Trizyklische Antidepressiva
Entresto
Wirkmechanismus, Indikation, Dosierung, Umstellung, WIrksamkeit, KI, Interaktionen, Fazit
ARNI: Sacubitril-Valsartan (LCZ696)
Wirkmechanismus: greift Neprilysin an damit mehr Natriuertische Peptide -> Verstärkte Blutdrucksenkung + Hemmt AT1-Rezeptor (RAAS) und Hemmt damit die Vasokonstriktion
Indikation: systolische HI in Kombi mit anderen Therapien für HI anstelle des ACE-Hemmers oder ARB
Dosierung: 50-200mg 2x/d
Umstellung: Entresto frühestens 36h nach Absetzen des ACEH beginnen (Angioödem-Risiko!!)
Wirksamkeit: gut, langzeitsicherheit unbekannt
KI:
- gleichzeitige Behandlung mit ACEH (mind. Abstand 36h!!!)
- gleichzeitige ANwendung mit Aliskiren bei Diabetikern oder NI-Patienten
- Angioödem in der Vorgeschichte
- schwere NI
- nicht mit Aliskiren oder ARB kombinieren!
Interaktionen:
Hypotonie, Hyperkaliämie, Beeinflussung von Transporter (OATP, OAT1, OAT3, MRP2). Bsp Zunahme von Atorvastatin unter Sacubitril.
Fazit: scheint ACE-Hemmern überlegen zu sein! Abwarten für Sicherheitsprofil und Langzeitdaten.
4 Klassen Antiarrythmika + Medis von der 300er Liste
Überblick
Klasse 1: Na-Kanal-Blocker Typ 1A, 1B, 1C (Typ 1C: Propafenon [Rytmonorm])
Klasse 2: b-Blocker (Propanolol, Metoprolol)
Klasse 3: K-Kanal-Blocker (Amiodaron [Cordarone])
Klasse 4: Ca-Antagonisten (Verapamil, Diltiazem)
Antiarrythmika: Klasse-1-Antiarrythmikum
Propafenon
Propafenon (Rytmonorm)
Indikation: Supraventrikuläre und ventrikuläre Rhythmusstörungen
Dosierung: Einstellung mittels EKG- und Blutdruckkontrolle
UAW: GIT-UAW; Schwindel, Sehstörungen, Verschlimmern einer HI, Bradykardie, QT-Verlängerung etc.
IA: CYP2D6-Hemmer: Substrat von 2D6, 1A2, 3A4, erhöht Plasmakonzentration von Propanolol, Metoprolol, Digoxin, Amiodaron, erhöht Wirkung oraler Antikoagulantien etc.
Antiarrythmika: Klasse 3
Amiodraon
Allgemeines, Dosierung
Amiodaron (Cordarone) sollte nur eingesetzt werden, wenn andere Behandlungen versagt haben
Allgemeines: sehr lange HWZ (20-100d, grosse individuelle Schwankungen), starke Anreicherung im Gewebe, Iod-haltiges Molekül [Schilddrüse!]
Dosierung: Einstellung mittels EKG-Kontrolle, initial = 600mg/d, erhaltungstherapie = 100-400mg/d
=> Einnahme laut Kompendium alle 2 Tage oder 5 Tage am Stück und dann 2 Tage Pause, in der Praxis ist die Einnahme aber meist durchgehend.
Amiodaron UAWs und Interaktionen
UAWs
- Bradykardie (dosisabhängig, ältere > jüngere), QT-Verlängerung (z.T. mit tödlichem Ausgang,…)
- Schilddrüsenfunktionsstörungen (manchmal mit tödlichem Ausgang,…),
- pulmonale Toxizität (manchmal mit tödlichem Ausgang,…)
- Leberfunktionsstörungen,
- Photosensibilität; grau-blaue Hautfarbe (bei hoher Dosis und langer Therapie)
- Augen: Mikroablagerungen auf der Hornhaut (gelbbraun)
- neurologische UAW (Schlafstörungen, Albträume, Gedächtnisstörungen…)
- GIT-UAW (Übelkeit, Erbrechen…), Geschmacksstörungen (Metallgeschmack), etc.
Interaktionen: Amiodaron ist ein CYP3A4-, 2C9- und 2D6-Hemmer!!!! Bedenke UAW; Digoxin, orale Antikoagulantien
Antiarrythmika: Dronedaron
Allgemeines, Dosierung, UAWs im Vergleich mit Amiodaron, Interaktionen
Dronedaron (Multaq): Analogon von Amiodaron ohne Jod-Substituent
Allgemeines: Geringere Anreicherung im Gewebe als Amiodaron und raschere Elimination (HWZ 25-30h, Metabolit 20-25h)
Dosierung: 2x400mg/d zu den Mahlzeiten
UAW im Vergleich mit Amiodaron: – Vs Amiodaron: Schilddrüsenfunktionsstörungen (0,8% vs 5,9%), neurologische Symptome (1,2% vs 6,7%), sowie Abbrüche der Medikation (5,2% vs 11,0%) sind unter Dronedaron seltener.
– GIT-UAW sind unter Dronedaron häufiger (12,9% vs 5,1%) – Vorzeitiger Studienabbruch aufgrund vermehrter schwerer kardiovaskulärer Ereignisse unter Dronedaron
Interaktionen: Dronedaron ist ein Substrat von CYP3A4 und starker pGp-, mässiger 3A4- und schwacher 2D6-Hemmer!! Bedenke UAW (Bradykardie, TdP, ...) IMMER KONTROLLIEREN
Vorhofflimmern
Risikofaktor, mögliche Folge
Risikofaktor: Alter <50j => 1% ; >80j => 10%
Atriale Rhythmusstörung -> verminderte Kontraktilität -> stagnierter Blutfluss -> Risiko für atriale Thrombenbildung -> embolischer Schlaganfall
Arrythmien: Vorhofflimmern
Klinisches Management
1. Prävention von thrombembolischen Komplikationen
2. Optimale Therapie begleitender kardiovaskulärer Erkrankungen
3. Besserung der Symptomatik
4. Frequenzregulierung Patienten mit permanentem Vorhofflimmern ohne schwere Symptome können mittels einer weniger strikten frequenzregulierenden Behandlung (Ziel-Herzfrequenz < 110/min in Ruhe) behandelt werden. Eine strikte Frequenzregulierung (Ruhe-Herzfrequenz < 80/min und kontrollierter Anstieg der Frequenz bei mäßiger Belastung) ist nur bei Patienten notwendig, die symptomatisch bleiben
5. Korrektur der Rhythmusstörung mit ausgewählten Antiarrhytmika
Vorhofflimmern: Hirnschlagrisiko
Prävention und Abschätzung
CHA2-DS2-VASc-Score
- C = Congestive HI
- H = Hypertonie
- A = Alter >75j (2x)
- D = Diabetes Mellitus
- S = Schlaganfall (2x)
- V = Vaskuläre Krankheit
- A = Alter 65-74j.
- Sexuelle Kategorie (weiblich)
=> Risiko nimmt pro Punkt zu, max 15% Risiko
Arrythmien: Empfohlene antithrombotische Therapie!
=> OAK, bevorzugt NOAK in der Dauertherapie [neue orale Antikoagulantien (direkte)]
z.B. Apixaban, Dabigatran, Rivaroxaban...
Arrythmien: Vorhofflimmern
Nicht-empfohlene antithrombotische Therapie
• Tc-Aggregationshemmer als Monotherapie bei VHF zur Schlaganfallprophylaxe nicht empfohlen
• Tc-Aggregationshemmer + OAK erhöhen das Blutungsrisiko, bei VHF vermeiden, wenn nicht eine Indikation für TC-Aggragationshemmer besteht.
• Bei mechanischen Herzklappen oder mässiger bis schwerer Mitralstenose: keine NOAK ->VKA