Chronische Wunden

Pflegeskills 2 ZHAW 3. Semester

Pflegeskills 2 ZHAW 3. Semester


M. V.
Diese Lernkarten behandeln die Diagnose, Therapie und Prophylaxe von chronischen Wunden, insbesondere arteriellen Ulzera und diabetischen Fußsyndromen. Sie umfassen Themen wie PAVK, Amputation, Wundheilung und Risikofaktoren. Die Karteikarten sind für medizinisches Fachpersonal wie Pflegekräfte und Ärzte geeignet, die sich mit der Behandlung und Prävention von chronischen Wunden befassen.
Karten
88
Lernende
10
Sprache
Deutsch
Kategorie
Pflege
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
08.10.2019 / 01.12.2025

Lernkarten

Venoaktive Medikamente 

• pflanzlicher Herkunft (z.B. Flavonoide ex Citrus, Pagodenbaum)

• Behandlungskuren 1-3 Monate

• WM:

  •  Reduktion der Kapillarpermeabilität
  • Erhöhung des Venenwandtonus
  • Verbesserung der Mikrozirkulation (Blutviskosität, Ec-Aggregation)
  • Reduktion der Entzündungsmediatoren
  • Antioxidativ (Endothelschutz)

• NW:

  • leichte gastrointestinale Störungen; selten Hautausschläge

Prinzip der invasicen Varizentherapie 

  • Elimination der Stamminsuffizienz
  • Elimination der Astvarizen 

Endovenöse Therapie der Stammvene

• Thermoablative Methoden

  • EVLA = Laser
  • RFA = Radiofrequenz
  • steam vein sclerosis

• Chemoablative Methoden

  • Sklerotherapie („Verödungsmittel“)
    • perkutan: UGFS
    • Kathetervermittelt: ClariVein®
  • Superglue: Venoseal® („Leim

Prävention des postthrombotischen Syndroms

Ad Kompressionstherapie nach TVT

• Sofortiger Beginn bei frischer Bein-TVT

• Gleichzeitige Mobilisation und AK

• Dauer: probatorisches Absetzen bei Symptomfreiheit

  • bei ausgedehnter TVT: nach 2 Jahren
  • bei isolierter US-TVT: nach 1 Jahr

Pathogenese des Diabetischen Fusses 

Infektion des diabetischen Fusses 

• Weichteilinfekt

• Osteomyelitis

Störungen der Biomechanik beim diabetischen Fuss 

• Bewegungseinschränkung

• Elastizitätsverlust, Atrophie und Dislokation plantarer Fettpolster

• Deformitäten

  • Hammer-Krallenzehen
  • Plantarisation des Metatarsalköpfchens

• DNOAP (Charcot Fuss

Makroangieopahtie bei diabetes 

Gestörte Mikrozirkulation der Haut infolge:

• Basalmembranverdickung --> Diffusionsstörung

• Vasoregulationsstörung infolge Endothelinüberschuss

• Vasoregulationsstörung infolge Neuropathie

2 Fomren der Makroangiopathie 

Prognose / Amputationen

• 2/3 der Diabetiker mit Ulkus müssen amputiert werden

• Risiko einer Amputation bei Diabetiker = 25% (15x non-DM)

• 70% der Amputationen in der westlichen Welt werden wegen DFS durchgeführt

• mittlere Dauer des Diabetes bis zur Amputation: 15.8 J.

• 5J – Überlebensrate nach Amputation = 21%

  •  v.a. wegen cv Komplikationen

häufigse Komplikationen bei DFS 

- 30% Myokardinfarkt

- 30% Terminale Niereninsuffizienz

Abklärung des DFS 

•Angiologisch

•Neurologisch

•Infektiologisch

•Orthopädisch

•Schuhe

Indikation zur angiologischen Abklärung 

„Ein Ulkus am Fuss des Diabetikers, das innert 4 Wochen nicht abheilt, muss angiologisch abgeklärt werden“

„Eine Mikroangiopathie und Neuropathie darf nicht als einzige Ursache des Ulkus akzeptiert werden!!!“

Abklärung des DFS

  • Anamnese 
    • 50% der Diabetiker mit PAVK haben keine oder atypische Symptome 
  • Inspektion
    • CAVE Infkete, Mikroangiopahtien und Neuropahtie können trotz kliniscer Ischämie zur geröteten Füssen führen 
  • Arterienauskultation
    • alle Gefässtationen 
    • in Ruhe und wenn möglich nach Belastung 
    • CAVE gefässgeräusche fehlen häufig wegen kruraler Lokalisation der Obstruktionen
  • ABI: Ankle Brachial Index 
  • grosszehendruck 

Ankle-Brachial-Index (ABI)

Grosszehendruck 

  • Zur Beurteilung der diabetischen Makroangiopathie
  • zuverlässiger als Knöchelarteriendruck, da Zehenarterien weniger arteriosklerotisch verändert sind
  • Zeichen für schwere PAVK des Fusses: 
    • GZ-Druck <55 mmHg

Diagnostik bei Neuropathie 

• Vibrationssinn

• Monofilament

• Achilles- und Patellarsehnenreflex

Drucksensibilität: Semmes-Weinstein Monofilament

• 10g Druck

• Referenz: Hand, Stirn

• Verblindet, ruhiger Raum

• 4 Punkte, nicht auf Ulkus, Kallus, Narbe

• Senkrecht zur Haut

• Filament muss sich biegen

• 2malig 2 sec Hautkontakt, 1x "Fake“ pro Punkt

• Normal: 2 von 3 Test pro Punkt richtig beantwortet

Vibrationssinn: 128Hz Stimmgabel

• Quantitativ, empfindlicher als Monofila. Auch bei normalem Monofilament-Test durchführen

• Referenz: Sternum

• Verblindet, ruhiger Raum

• Punkt an GZ-Rücken / Knöchel

• Senkrecht zur Haut

• 2malig Hautkontakt, 1x „Fake“ pro Punkt

• Normal: 8/8 (10.21/-1.3sec)

• Pathologisch <7/8

Klinik der Infektion

• Schwierig:

  • lokale Entzündungszeichen häufig wenig ausgeprägt
  • systemische Entzündungszeichen fehlen lange

• Kriterien:

  • Pus-austritt
  • oder mind. 2 Entzündungszeichen
  • oder fauliger Geruch
  • oder Nekrose und unterminierte Wundränder
  • positive Knochenprobe

Asservat für Mikrobiologie

Osteomyelitissuche[

Faktoren zur Therapie des DFS 

Infektbehandlung

Notfallmässig, denn bei infiziertem DF gilt

  • „Time is tissue“
  • „Time is life“ (Gefahr der lebensbedrohlichen Sepsis)

• Antibiotika

• Immediate Amputation

  • Kann lebensrettend sein
  • Bei unbeherrschbaren Infekten
  • Bei Sepsis mit Kreislaufinstabilität

Biomechanische Korrekturen

Bedeutung des diabetischen Fusses

  • „Der diabetische Fuss ist ohne Schutz“
  • „Der diabetische Fuss schweigt“
  • „Der diabetische Fuss ist voller Dynamik“
    • Foudroyanter Infekt!
    • Amputation
  • daher:
    • bei jeder ärztlichen Konsultation: Fussstatus --> Risikofuss?
    • diabetische Fuss = Notfallsituation

Patienteninformation / Aufklärung über Prophylaxe

Regelmässige (tägliche) Fusskontrollen

  • Ev. mit Spiegel
  • Ev. durch Fremdperson
  • Druckstellen, Verletzungen usw.

Sorgfältige Fusspflege

  • Tägliches Waschen, sorgfältiges Trocknen
  • Medizinische Fusspflege (Podologie)
  • Feuchtigkeitsspendende Cremen
  • Nägel gerade schneiden

Prophylaxe 

§ Barfüssiges Gehen meiden

§ Vorsicht bei Fussbädern oder Wärmeflaschen

§ Kein enges Schuhwerk

§ Ev. Spezialschuhe

§ Tägliche Schuhkontrolle

§ Gute Diabeteseinstellung

§ Frühzeitiges Aufsuchen eines Arztes

Definition arterieller Ulkus 

Ulcus cruris und oder digitales Ulkus (akrale Gangrän) bei arterieller Makroangiopathie

PAVK - Einteilung

Aetiologie des arteriellen Ulkus 

Peripher Arterielle Verschluss Krankheit

- Atherosklerose (90%):

- Vaskulitis grosser Gefässe: Riesenzell-A., Takyasu-A.

- Akuter Verschluss (embolisch, vasospastisch)

- Andere

Mikroangiopathie

- Vaskulitis der mittlerer und kleiner Gefässe

- Vaskulopathie

Arteriosklerose-Risikofaktoren

Lokalisation des arteriellen ulkus 

Klinik des arteriellen Ulkus 

- Sehr schmerzhaft

- Irregulär begrenzt

- blasser Grund

- Trockene Gangrän: Eintrockung und Schrumpfung, Spontane Abstossung

- Feuchte Gangrän: Verflüssigung des Gewebes, Livide Verfärbung, Nachweis von Bakterien

Abklärung bei arteriellem Ulkus

I. Diagnose der Makroangiopathie

II. Diagnose der Ursache

III. Beurteilung der Hautperfusion

Diagnose der Makroangiopthie

  • Palpation der Pulse 
    • hohe Rate an falsch positiven / negativen Befunden 
  • Arterienauskultation 
  • ABI
  • Oszillographie 
    • Lokalisation der Obstruktion 
  • Bildgebung 
  • DS Angiographie 

Kritische distale Druckwerte für die Wundheilung

  • ABI < 0.6
  • Knöchelarteriendruck < 70 mmHg
  • Grosszehenarteriendruck < 30 mmHg (Diabetes: <55)

Therapie des arteriellen Ulkus

lokale Wundbehandlung:

  • gem. allgemeinen Prinzipien
  • Erfordert i.d.R. Débridement, VAC, Spalthauttransplantation

Therapie der PAVK bei Arteriosklerose

Therapiemöglichkeiten bei PAVK (Atherosklerose)

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