Ausbildung NHP


A. J.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Pathologie des Blut- und Lymphsystems sowie Allergien. Sie behandeln Themen wie Anämien, Blutmangelerkrankungen, Allergietypen, Lymphödeme und Gerinnungsstörungen. Mediziner und Studierende profitieren von den detaillierten Erklärungen zu Diagnostik, Symptomen und Therapien, um ein tiefes Verständnis der Erkrankungen zu erlangen.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
04.09.2019 / 26.05.2023

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Definition Anämie

  • = Blutarmut
  • Mangel an Hämoglobin (Mann <140g/l, Frau < 120g/l)
  • oder roten Blutkörperchen im Blut bzw. Verminderung des Hämatokrits

Ursachen von Anämien

  1. gestörte Erythrozytenbildung: Eisenangel, Vit.B12-Mangel, Folsäuremangel, Erythropoetinmangel, Knochenmarksversagen, etc.
  2. erhöhter Bedarf: Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum; extreme körperliche Belastung (Spitzensport)
  3. vermehrter Abbau (hämolytische Anämie)
  4. Blutverlust: akut- bei Verletzungen, OP`s; chronisch z.B. vermehrte Menstruationsblutung

Allgemeine Anämiesymptome

  • Leistungsschwäche und schnelle Ermüdbarkeit
  • allgemeine Müdigkeit
  • Blässe von Haut und Schleimhäuten (Konjunktiven)
  • Dyspnoe und Herzklopfen bei körperlicher Belastung
  • Tachycardie
  • Ohrensausen
  • "Schwarz werden" vor den Augen bei Anstrengung
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • kalte Füsse und Hände
  • Schlafstörungen

Leitsymptome sind körperliche Schwäche und Blässe

Polyglobuli

  • Krankheitsbild, das sich durch eine Vermehrung der Erythrozyten auszeichnet

Erythrozytenbildungsstörungen und ihre Ursachen

  • Knochenmark:
    • Störung der Herstellung im Knochenmark:
      • aplastische Anämie
  • Eisen:
    • zentraler Baustein des Hämoglobins:
      • Hämoglobinsynthesestörung: Eienmangelanämie
      • Eisenwiederverwertungsstörung: Tumoranämie oder Anämie bei chronischen Entzündungen
  • Vit.B12:
    • Mangel ergibt DNA-Synthesestörung:
      • megaloblastäre Anämien durch Vit.B12- Mangel, im speziellen perniziöse Anämie
  • Folsäure:
    • Mangel ergibt DNA-Synthesestörung:
      • megaloblastäre Anämien durch Folsäuremangel
  • Erythropoetin:
    • Mangel am Hormon zur Stimulierung der Erythrozytenbildung:
      • renale Anämie

Eisenmangelanämie

Ursachen

  • erhöhte Eisenverlust durch
    • offensichtliche Blutungsquellen wie z.B: starke Menstruationsblutung
    • okkulte Blutungsquellen wie z.B. Ulkus, Gastritis, Hämorrhoiden, Karzinome
  • verminderte Eisenzufuhr
    • vegetarische Kost
    • allgemeine Mangelernährung

 

Der chronische Blutverlust ist die häufigste Ursache der Eisenmangelanämie!

Symptome einer Eisenmangelanämie

  • Allgeinsymptome einer Anämie
  • speziell bei Eisenmangel:
    • brüchige Haare und Nägel
    • trockene, rissige Haut
    • Mundwinkelrhagaden
    • Schluckschmerzen und Zungenbrennen
    • teils Eisengeschmack im Mund
    • chronische Müdigkeit

Diagnostisches Vorgehen der Eisenmangel-Anämie Abklärung

  • Anamnese (Mensblutung, Ernährung, schwarzer Stuhl)
  • Labor: Blutbid
    • hypochrome, mikrozytäre Anämie
  • Ursacheforschung:
    • gynäkologische, gastroenterologische Untersuchungen
    • Hämoccut Test auf verstecktes Blut im Gastrointestinaltrakt
    • Magen- Darmspiegelung

Therapie der Eisenmangelanämie

  • Beseitigung der Ursache
    • z.B. Behandlung der zu starken Menstruationsblutung
    • Veränderung der einseitigen Ernährung etc.
  • Nahrungsmittel mit viel Eisen:
    • Fleisch, Hlsenfrüchte, Vollkornprodukte, gewisse Gemüse wie Mangold, Schwarzwurzel, Spinat, rote Beete
  • Nahrungsmittel die Eisenaufnahme vermindern:
    • Koffein, Teein, Magnesium, Kalzium
  • Eisensubstitution durch Tabletten(häufig schlecht verträglich und Wirkung erst nach über einer Woche), am Besten zusammen mit Vit.C
  • wichtige Richtlinien bei therapeutischer Gabe von Eisen:
    • nciht gelcihzeitig mit anderen Medikamenten einnehmen
    • Therpaie etwa 4-5 Monate fortführen  bis zum Auffüllen der Eisenspeicher
    • bei einer Infekt- oder Tumoranämie ist Eisen nicht indiziert
    • falls Tablette nicht ausreichend: Eiseninfusionen

Megaloblastäre Anämie durch Vitamin B12-Mangel

  • führt zu einer Verminderung der DNA-Synthese in allen Körperzellen => Verminderung der Zellteilung (Erythrozyten sehr gross, aber Zahl vermindert)
  • Ät:
    • Vit.B12-arme Ernährung, Vegetarier
    • chronisch atrophische Gastritis vom Typ A (atrophische Autoimmungastritis = Ak gegen die Zellen die den Intrinsic Factor bilden, Intrinsic Factor bindet Vit.B12 und macht es für den Darm resorbierbar)
      • perniziöse Anämie
    • Status nach Magenentfernung (=> Mangel an Intrinsic Factor)
    • erworbene oder ngeborene Resorptionsstörung
      • Zöliakie, M. Crohn, ...
  • Sy:
    • allgemeine Anämiesymptome
    • speziell:
      • Papillenatrophie der Zungenschleimhaut = Lackzunge (Hunter-Glossitis)
      • Zungenbrennen
      • Geschmacksstörungen
    • neurologische Symptome:
      • gestörte Tiefensensibilität
      • Bewegungsstörungen
      • Missempfindungen an Händen und Fingern
      • Konzentrationsstörungen
      • Müdigkeit
      • evtl. Depression
    • bei perniziöser Anämie durch Magenschleimhautentzündung zuätzlich:
      • Appetitlosigkeit
      • Widerwillen gegen Fleisch
      • Völlegefühl
      • Durchfall
      • Gewichtsabnahme
  • Dx:
    • Labor: Makrozytäre, hyperchrome Anämie und Vit.B12-Mangel
  • Tx:
    • Behandlung der Ursache
    • Vit.B12 parenteral (Injektionen, Umgehung Magen-Darm-Trakt)

 

Megaloblastäre Anämie durch Folsäuremangel

  • Störung der DNA-Synthese, wie bei Vit.B12-Mangel
  • Ät:
    • folsäureame Ernährung (v.a. Alkoholiker, ältere Menschen)
    • Resorptionsstörung des Dünndarms (v.a. Ileumbereich)
    • Medikamenteneinnahme (Methotrexat) in der Tumortherapie
    • Schwangerschaft (erhöhter Bedarf)
  • Sy:
    • allgemeine Anämiesymptome
    • rötliche, glatt erscheinende Zunge
    • beeinträchtigter Geschmackssinn
  • Dx:
    • Labor: makrozytäre hyperchrome Anämie und Folsäuremangel
  • Tx:
    • Ursachenbehandlung
    • folsäurereiche Ernährung: Bohnen, Haferflocken, Pilze, Rindfleisch, Leber, Hefe, Spargel, Kuh- und Muttermilch
    • medikamentös: Folsäurepräparate wie z.B: Andreafol

Aplastische Anämie

 

  • durch Versagen des blutbildenden Knochenmarks
  • dadurch auch gemeinsame Stammzellen betroffen => Thrombozytopenie und Leukuzytopenie
  • Ät:
    • exogene Schädigung durch Chemikalien )Benzol, Quecksilber, Haarfärbemittel, ionsierende Strahlen9 und gewisse Medikamente (Chemotherapie)

Hämolytische Anämien: Ursachen, Unterteilung in korpuskulär und extrakorpuskulär, Symptome

  • Def: durch gesteigerten Erythrozytenabbau, infolge
    • eines gesteigerten intravaskulären Zerfalls der Erythrozyten
    • oder eines vermehrten Erythrozytenabbaus in der Milz
  • Ät- korpusskuläre hämolytische Anämien:
    • Sphärozytose (Kugelzellenanämie): vorzeitiger Abbau in Milz
    • Thalassämie: genetisch bedingte Synthesestöung der Globinketten
    • Sichelzellanämie: vererbte Hämoglobinsynthesestörung
  • Ät- extrakorpusskuläre hämolytische Anämien:
    • fremde AK gegen eigene Erythrozyten
      • AB0-Inkompalibität: Bluttransfusionsfehler-Verabreichung der falschen Blutgruppe
      • Rhesusinkompalibiltät: Zerstörung der fetalen Erythrozyten durch Eintritt in Blutkeisiauf über Plazenta des Ungeborenen
    • eigene AK gegen eigene Erythrozyten:
      • autoimmune Anämien
    • Hämolyse bei Infekionskrankheiten wie z.B. Malaria
  • Sy:
    • erhöhte Bilirubinwerte im Serum => Ikterus infolge vermehrten Abbaus der Erythrozyten, Leber kommt mt Abbau nicht nach
    • dunkelbrauner Urin
    • Vergrösserung der Leber und Milz
  • Dx: Labor: vor allem Bilirubin, Ak-Suche, Hb
  • Tx: Ursachentherapie

Blutanämien

Ursachen von Blutverlust

  • akut:
    • Unfälle, inner oder äussere Blutungen (gefährlich: Milz- oder Leberruprur)
  • chronisch:
    • gynäkologische Erkrankungen:
      • Menstruationsstörungen
      • Karzinome der Gebärmutter
    • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
      • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür
      • Karzinome (Magen, Darm)
      • Polypen
      • Hämorrhoiden

Renale Anämie

  • Ät: durch Nierenerkrankungen/ Niereninsuffizienz
    • Erythropoetinmangel (verminderte Erythropoese)
    • Knochenmarksschädigung durch im Körper konzentrierte, harnpflichtige Substanzen
  • Sy:
    • Zeichen der Niereninsuffizienz: gelblich-fahle Milchkaffee-Farbe der Haut
    • BB: normochrome Anämie und Erhöhung der harnpflichtigen ubstanzen (z.B. Kreatinin)
  • Tx:
    • Dialyse
    • Applikation von Epo

Anämie infolge Eisenwiederverwertungsstörung

 

 

  • gewisse chronische Erkrankungen, die mit systemischen Entzündungsprozessen einhergehen, können zu einer Verteilungsstöung von Eisen führen
    • Chronische entzündliche rheumatische Erkrankunken wie z.B. rheumatoide Arthritis
    • chronische Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis C
    • maligne Tumoren
  • Tx: Behandlung des Grundleidens

Eine Anämie kann das einzigste Zeichen einer Tumorerkrankung sein!!!

Fieber

subfebrile Temperatur

  • Def: Erhöhung der Körpertemperatur
  • physiologischerweise schwankt die Körperkerntemperatur im Tagsverlauf um 1-1.5°C
  • auch vom Messort abängig

Normwerte

axillär 36.0-37.2°C

orale 36.2-37.5°C

rektal 36.5-37.8

  • subfebrile Temperaturen: von Norm bis 38.0, bei Entzündungen mit leihten sytsemischen Entzündungszeichen Z.B: Infekte, aber auch bei chron. Enzündungen wie Tbc, chron. Polyarthritis, Tumoren mit hohem Stoffwechsel
  • Kompl: ab 40°C lebensgefährlich, ab 41-42°C setzt Zerfall der quergestreifetn Muskulatur ein = Rhabdomyolyse => Kreisaufkollaps => Tod
  • Tx: 
    • erst 2 Tage beobachten
    • Grunderkrankung behandeln
    • Fieber langsam und gleichmässig senken, mit Hausmitteln oder medikamentös

Leukozytose

 

  • Def: Anstieg der Leukozytenzahl über 10.000/µl
  • unspez. Symptom
  • häufig sind vor allem die neutrophien Granulozyten erhöht
  • Ät:
    • Infektionen, hauptsächlich bakteriell
    • Entzündungen: chronische nicht-infektiöse Erkrankungen wie z.B: rheumatisches Fieber, chronische Polyarthritis, Autoimmunerkrankungen
    • Malignome
    • akuter Stress (Polyptrauma, Verbrennungen, Infarkt, Schock)

Linksverschiebung

  • Def: verstärkte Ausschwemmung junger neutrophiler Granulozyten ins Blut als Zeichen einer gesteigerten Produktion im Knochenmark, häufig gleichzeitig verstärkter Verbrauch älterer Neutrophiler
  • Ät:
    • Anfangsstadium entzündlicher Prozesse, typischerweise bei bakteriellen Infekten

BSG

Ursachen für Erhöhung

  • Def: BSG- Blut-Körperchen-Senkungsgeschwindigkeit
  • unspezifischer Suchtest
  • Ät bei Erhöhung:
    • entzündliche Prozesse, v.a. bakterielle Infektionskrankheiten und Autoimmunkrankheiten
    • Malignome (Karzinome, Leukämien u.a.)

Erkrankungen des leukopoetischen Systems

  • Def: Erkrankungen, die die weissen Blutzelln betreffen
  • dazu  gehören:
    • maligne Lymphome
      • Hodgkin-Luymphom
      • Non-Hodgkin-Lymphom
    • Leukämien

Leukämin

Definition

  • Gruppe maligner Erkrankungen des lymphatischen Gwebes, die meist vom Knochenmark ausgehen und bei denen unreife Vorstufen von Granulozyten oder Lmphozyten entarten

Akute Leukämie

(ALL)

  • häufgste maligne Erkrankung bei Kindern
  • Ät:
    • Schädigung der Knochenmarksstammzellen durch radioaktive Strahlen, Chemikalien, virale Infekte, genetische Faktoren(häufig bei down-Syndrom) und Alter (CLL)
    • Sonderfall: Bei CML bricht durch o.g. Faktoren ein Stück von Chromosom 22 ab und lagert sich an Chromosom 9 an (dadurch wird pathologische Zellteilung ausgelöst). Chromosom 9 wird dann als Philadelphia Chromosom bezeichnet und ist bei fast allen Betroffenen nachweisbar

Symptome von Leukämien

  • Akute Leukämie:
    • Fieber, Nachtschweiss, Abgeschlagenheit
    • sich über ochen, schlecht abheilender grippaer Infekt- Immunschwäche
    • Anämien (Müdigkeit, Erschöpfung,...)
    • Blutungen (Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Petechien) als Ausdruck der Thrombozytopenie
  • Chronische Leukämien:
    • ähnlich akute Leukämien
    • Druckgefühl im linken Unterbauch durch Milzvergrösserung
    • LK-, Milz-, Lebervergrösserung / Juckreiz
    • durch geschwächtes Immunsystem häufige Infekte, Pilzerkrankungen,... im Alter gefährlich/ lebensbedrohliche Infektionen

Untersuchungsmethoden des Gerinnungssystems

Blutungszeit + INR-Wert

  • Blutungszeit
    • wird die Zeit vom Setzen einer standardisierten Wunde bis zur Blutstillung gemessen
    • Normwert 3-4min.
    • bei Trombozytenfunktionsstörung verlängert
  • INR-Test (früher Quck-Test)
    • bestimmt die Gerinnungszeit der Blutprobe
    • ist bei Erniedrigung der Gerinnungswerte, die n der Leber unter Mitwirkung von Vit. K gebildet werden, verländert

Thrombozytopenie

und

Thrombozytopathie

  • Thrombozytopenie: Mangel an Thromboyten z.B. Leukämie, Bestrahlung, Medikamnetnebenwirkung)
  • Thrombozytopathie: funktionelle Thrombozytendefekte (genetisch)

Plasmatisch bedingte hämorrhagische Diathese

= Koagulopathien, Definition, Formen, Symptome, Vorsichtsmassnahmen bei erhöhter Blutungsneigung

 

  • Def: Fehlen oder Defekt einer oder mehrere Gerinnungsfaktoren
  • Formen:
    • angeboren: Hämophilie A (Faktor-VIII-Mangel), Hämophilie B (Faktor-IX-Mangel)
    • erworben:
      • hepatogen: aufgrund eines Leberparenchymschadens z.B. bei Leberzirrhose
      • Vit.K-Mangel oder Vit.K- Antagonisten (z.B: Marcoumar)
  • Sy:
    • verlängerte Nachblutungen
    • grossflächige Blutungen
    • Muskelblutungen
    • Gelenkeinblutungen (Hämarthrose)
  • Vorsichtsmassnahmen bei erhöhter Blutungsneigung:
    • keine Medikamente mit Einfuss auf die Blutgerinnung
    • keine i.m. Injektionen
    • sorgfältige Blutstillung bei Verletzungen
    • keine Triggerpunktbehandlung

Lymphangitis

Definition

  • Entzündung der Lymphgefässe
  • Formen: akut und chronisch

Akute Lymphangitis

  • Def: akute Entzündung der Lymphgefässe
  • Ät: meist winzige Hautinfektionen (Streptokokken, Straphylokokken)
  • PG und Verlauf:  Ausbeitung übe Lymphgefässe => Entz. entlang der Lymphgefässe 0> regionäre LK-Station => Anschwellung => kann die fektion da nicht aufgehalten/gestoppt werden => weitere Ausbreitung
  • Sy:
    • geröteter, drcukschmerzhafter Streifen, ausgehend von Eintrittspforte
    • LK geschwollen und Druckdolent
    • systemische Entzündungszeichen, hohes Fieber, Schüttelfrost, Tachykardie tc.
  • Kompl:
    • Sepsis (Blutvergiftung)
    • bei Erregern aus den Tropen (Filarien) oder chronischen Ödemen kann es zur Chronizität führen
  • Tx:
    • Immobilisationder betroffenen Stelle (Verbreitung stoppen)
    • kühlende Umschläge
    • Antibiotika
    • Vorsicht bei älteren und immungeschwächten Patienten- Lebensgefahr!!!, früheTherapie
    •  
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Ödeme

Definition

  • übermässige Flüssigkeitsansammlungen im Interstitium/ Fltration überwiegt, gestörtes Gleichgewicht
  • grundsätzlich gilt: Filtration = Reabsorption + Lymphabfluss
  • Formen:
    • lymphodynamisch: intaktes Lymphsystem, Kapillaren Problem mit Reabsorption, es wird nur filtriert, es entsteht ein Zuviel im Interstitium
    • lymphostatisch: Lymphgefässsystem ist insuffizient => Lymphödem
  • Sy:
    • anatomische Form- und Konturenveränderung
    • Dellbarkeit
    • Hautfurchenvertiefung
  • bei chronischen zusätzlich: 
    • Hautveränderungen: trockene, schuppende, leict verletzliche, evtl. verfärbte Haut
    • Gewebsverhärtung durch Fibrose

Ursachen von lymphodynamischen Ödemen

  • verminderter kolloidosmotischer Druck (hypoproteinämtische Ödeme) - Verminderung der Bluteiweisse (v.a. Albumin)
    • Eiweissverlust über Niere (z.B. nephrotisches Syndrom)
    • Lebererkrankungen (z.B. Leberzirrhose)
    • eiweissarme Ernährung
    • Darmerkrankungen mit verminderter Resorption von Eiweissen z.B. M. Crohn
  • erhöhter hydrostatischer Druck - erhöht Filtration aus den Kapillaren
    • Rechtsherzinsuffizienz
    • Thrombose, v.a. Phlebothrombose
    • Krampfaderleiden
    • langes Stehen
  • erhöhte Kapillarpermeabilität
    • Medikamente wie Antibabypille
    • Hormone (weibl. Geschlechtshormone, Cortisol)
    • Entzündungen

Lymphostatisches Ödem

=Lymphödem

  • Def: Ödem aufgrund einer Störung der Lymphgefässe
  • Formen:
    • primäres Lymphödem:
      • angeborene Fehlanlage
    • sekundäres Lymphödem
      • OP's, Bestrahlung oder maligne Tumoren zerstören Lymphgefässe
  • Sy:
    • allgemeine Ödemzeichen
    • Fibrosklerose (Verdickung und Verhärtung der Haut)
    • positives Stemmerzeichen (im Bereich der proximalen Zehen lässt sich keine Hautfalt mehr anheben)
  • Kompl:
    • Zerstörung weiterer Lymphgefässe
    • lokale Infektionsgefahr: Erysipel, Pilzinfektionen
    • Stauungsekzem mit Juckreiz
    • schlechte Wundheilung => Ulcus cruris
    • Fibrosklerose
    • exreme Formveränderung
    • eingeschränkte Beweglichkeit
  • TX:
    • Diuretika wirkungslos
    • Lymphdrainage, Bandagieren, Kompressionsstrümpfe, OP

Lipödem

  • Def: Fettgewebsverteilungsstörung mit sekundärer Lymphabflussbehinderung
  • Epi: hauptsächlich Frauen
  • Ät: unbekannt, genetisch
  • Sy:
    • unproportionale Anhäufung von Fettgewebe in bestimmter Körperregion (Lipohypertrophie)
    • pralle Konsistenz des Gewebes
    • Spannungsgefühl
    • ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit
    • extreme Formveränderungen

Allergie

Definition

  • Unter einer Allergie versteht man eine immunologische Überreaktion gegenüber eines an sich harmlosen körperfremden Antigens.

Allergietypen

Bild

Allergische Reaktion vom Typ I

Soforttyp

  • Def: Erworbene, spezifische, durch Mastzell- gebundene IgE mit nachfolgender Histaminausschüttung ausgelöste allergische Reaktion des Organismus auf eine an sich harmlose, körperfremde Substanz.
  • Def. Atopie:
    • Erbliche Veranlagung zu Typ I Allergien
  • Epi: 10-20% der Bevölkerung
  • Ät: genetische Veranlagung
  • PG: genetisch bedingte Überproduktion von IgE und gestörte T-Supressor-Funktion => Sensibilisierungsprozesse
  • typische Manifestation:
    • Milchschorf bei Kleinkindern
    • allergische Rhinokonjunktivitis
    • allergisches Asthma bronchiale
    • Neurodermitis
    • allergische Urtikaria
  • Auslöser für Soforttyp: Insektenstiche, Lebensmittel, Pollen, Medikamente
  • Sy: Schwellungen, Juckrez, Huatrötungen, übermässige Schlemproduktion, Bronchokonstriktion(Allerg. Asthma), Urtikaria
  • Kompl:
    • rasche Schweelung der Kehlkopfschleimhaut mit Estickungsgefahr
    • Anaphylaktischer Schock
  • Tx: Allergen, meiden, Antihistaminika, Desensibilissierung
  • Präv: Tragen eines Notfallsets bei drohender anaphylaktischer Reaktion (Anihistaminika+Cortison oder Adrenalin)

Anaphylaktischer Schock

  • Def: durch massenhafte Histaminausschüttung kommt es zu starker Erweiterung peripherer Blutgefässe (Vasodilatation) und Anschwellen der Schleimhäute
  • Sy:
    • kalter Schweiss an den Exremitäten, warme Haut am Stamm
    • generalisierter Juckreiz und Utikaria
    • Atemnot durch Athmaanfall oder Glottisödem
    • evtl. starke Gesichstschwellung (Qincke-Ödem)
    • Übelkeit, Erbrechen
    • starker Blutdruckabfall und Kreislaufzusammenbruch
  • Häufig: nach Insektenstichen oder Injektionen von Medikamenten, ein Bienestich kann innert weniger Minuten tödlich sein
  • Tx: Lebensrettede Sofortmassnahmen
    • Verabreichung von Antihistaminika, Cortison, bei drohendem Herz-Kreislauf-Stilstand Adrenalin

Allergie Typ IV

Verzögerter Typ, T-Zell-vermittelter Typ

  • Def: erworbene, spezifische allergische Reaktion auf eine an sich hrmlose, köreperfremde Substanz, an der sensibilisierte T-Zellen und Makrophagen beteiligt sind (keine Antikörper)
  • Entzündungsreaktion nach Kontakt: erst 12-72h später (Spätreaktion)
  • Sy:
    • lokaler Juckreiz
    • Hautrötung
    • evtl. Schwellung
    • Bläschenbildung und Nässen
    • kann über mehrere Wochen anhalten => allergisches Kontaktekzem
  • Auslöser:
    • Nickel, Chrom, Farben, Kosmetika => typisches Berusekzem
  • Tx:
    • meiden der auslösenden Substanz
    • in schweren Fällen Cortison
    • kein Antihistaminika!!!! (Entzündung ist nicht Histamin bedingt)

Diagnostik von Allergien

  • Hautallergien: Epikutantest
  • Allergien der Schleimhäute des Atem- und Gastrointestinaltraktes: Prick- oder Intrakutantest, Blut: IgE Antikörper

Étudier