Anaphylaxis - Allergie
SIRMED
SIRMED
-
- 1 / 19
-
Cartes-fiches
Definition - Allergie
Allergie ist das veränderte Verhalten auf ein Antigen, das bei wiederholtem Kontakt mit einem sensibilisierten Organismus krankhafte Reaktionen auslöst.
Definition - Anaphylaxie
Ana = (gr.) daneben
Phylaxis = (gr.) Schutz
Anaphylaxis ist die Maximalvariante einer akuten allergischen Reaktion.
nicht Allergische Anaphylaxie
- Unverträglichkeit ohne Sensibilisierung, z.B. durch Salicylate oder Kontrastmittel
- Chemische, physikalische, osmotische Stimuli
- IgE und komplementunabhängige Freisetzung
Allergene
- Allergene sind Antigene, die eine Allergie auslösen
- Es gibt keine physikochemischen Charakteristika, anhand derer sich Allergene und Antigene abgrenzen lassen
- Für eine richtige Allergische Erkrankung braucht es:
- Sensibilisierungsphase, in der das Allergen als fremd erkannt wird
- Provokation, mit der Freisetzung von Entzuünungsmediatoren Histamin, Prostaglandine, Leukotriene etc.
Sensibilisierung - Allergene
Für die Sensibilisierung ist v.a. die Konzentration eines Allergens bei der Exposition bedeutsam
- Bäckerasthma
- Latexallergie I'm Gesundheitswesen
- Haarfärbemittel
etc.
Auslöser
- Pflanzenpollen
- Nahrungsmittel (20 - 35 %)
- Nüsse (Erd-, Para-, Hasel-) -> Erdbeeren
- Soja
- Weizen(-mehl)
- Kuhmilch bei Kindern
- Hühner und Fischproteine
- Südfrüchte
- Schalentiere
- Medikamentenallergien (15 - 20 %)
- Antibiotika (v.a. Penicilin)
- Impfstoffe, Seren
- NSAR
- Jodhaltige Kontrastmittel
- Muskelrelaxantien
- Esterartige Lokalanästhetika
- Kolloidale Infusions Lösungen (besonders Dextrane, Gelatine)
- Opiate
- Erythrozytenkonzentrate
- Tierische Allergene
- Insektengiftallergene (15 - 30 %)
- Speichelproteine der Katzen
- Schlangengift
- Hausstaub
- Kot der Hausstaubmilbe
- Berufsallergene
- Latex (selten Anaphylaxie)
- Mehlstaub
- Lösemittel
- Haarfärbemittel
Immunologie
- beim ersten Kontakt mit einem Antigen wird dieses von Makrophagen gefressen
- Die Makrophagen präsentieren Bruchstücke des Antigens den T-Lymphozyten
- T-Lymphozyten aktivieren B-Lymphozyten
- B-Lymphozyten produzieren Antikörper (Immunglobuline) z.B. IgE
- Ein funktionierendes Immunsystem ist lebensnotwendig
- An Mastzellen werden Antikörper angesetzt
- Mastzellen reagiert dann mit Antikörper auf auftretendes Antigen
- Normalerweise ein Sammelsurium von verschiedenen Antikörper auf Mastzellen - bei Allergikern viele Antikörper eines bestimmten Typs auf Mastzelle
- Mastzellen vermitteln die Allergische Sofortreaktion
- Sie produzieren und speichern grosse Mengen an Histamin
- Mastzellen tragen IgE (Antikörper)
- Wird dieses durch ein Antigen vernetzt, kommt es zur Mastzelldegranulation
- Bei Nichtallergikern sind die IgE polyvalent
Mediatorenwirkungen
- Bronchokonstriktion
- Akute Ateminsuffizienz (besonders auch bei Larynxoedem)
- Widerstandserhöhung I'm Lungenkreislauf, Rechtsherzbelastung
- Steigerung der Gefässpermiabilität
- prä- und intrakappiläre Vasodilatation, postkapilläre Vasokonstriktion
- Flüssigkeitsaustritt ins Interstitium, Ödembildung, reduzierter Venöse Rückstrom, Hypovolämie mit Anstieg des Hämatokrits
- negativ inotrop am Herz
- Thrombozytenaggregation
Histaminwirkung
H1
- Gefässmuskulatur, -permeabilität, Vasodilatation, Oedem
- Bronchial-Muskulatur, Kontraktion
H2
- Erhöhung der Darmperistaltik
Klinische Auswirkungen
- Hautreaktionen (> 50 %)
- Magen-Darm-Beschwerden (> 20 %)
- Überlkeit/Erbrechen
- Diarrhoe
- Blutdruck Abfall (> 12 %)
- inkl. Tachykardie
- Bronchokonstriktion (> 10 %)
Stufen
1. Hautreaktionen
2. Atemprobleme
3. Kreislaufprobleme
4. Kreislaufstillstand
Histamin-Intoleranz
Allergie ähnliche Überreaktion des Körpers auf kleine Mengen Histamin
- Aus der Muskulatur (nach Sport)
- Aus Nahrungsmittel (Bakteriell Reifeprozesse)
- - Auch Stoffe, die den Histaminabbau hemmen
- Iatrogen in Folge Medikamente (z.B. Narkose)
Klinisches Bild - Anaphylaxie
A/B: Dyspnoe durch Atemwegs bzw. Larynxoedem oder Bronchospasmus, Heiserkeit, Husten
- Achtung auf Globusgefühl (drohende Larynxoedem, häufigste Todesursache)
C: Schocksymptome, Tachykardie, Hypotension, Rhythmusstörungen, ACS
D: Kopfschmerzen, Synkopen, Beweusstseinsminderung
E: Hauterscheinungen, Urtikaria, lokale oder generalisierte Oedeme
S: Frösteln, Rhinitis, Rhinorrhoe, Konjunktivitis, Lakrimation
A: bestehende Allergien
M: prophylaktische Medikamente
P: vorangegangene Allergische Episoden
L: Allergene in der Nahrung
E: Kontakt mit potentiellen Allergenen
Anaphylaktischer Schock
.
Differentialdiagnosen
- Epiglottitis
- Krupp-Syndrom / Pseudokrupp
- Asthma bronchiale etc.
Rettungsdienstliche Versorgung
- Allergenzufuhr stoppen
- Freihalten der Atemwege
- lokal Kühlen bei Insektenstichen
- bei beginnende Larynxoedem frühzeitige Narkoseeintleitung mit Ketamin und Intubation
- bei vollständiger Obstruktion -> Koniotomie
- Lagerung
- Oberkörperhochlage, Fläche Schocklage, stabile Seitenlage
- Frühe Sauerstoffgabe (15 l/min über Maske)
- 2 grosslumige Zugänge
- forcierte Volumenzufuhr (ca. 0.5 - 1 Liter Kristalloide im Stadium 2
- Monitoring (Pulsoxi, EKG, RR)
- Ggf. Reanimation mit Volumen und Adreanalingabe (günstige Prognose)
Medikamentöse Therapie
- Beta2-Sympathomimetika
- Ventolin
- Iatropiumbromid
- Atrovent
- Dospir (Kombination mit Fenoterol Beta2)
- Adrenalin
- 2 - 3 MG in Verneblermaske bei Oedeme der Luftwege
- i.m. am Oberschenkel (<6 Jahre: 0.15 mg, 6-12 Jahre: 0.3 mg, >12 Jahre: 0.5 mg)
- ggf. alle 5 Minuten nach Klinik repetieren
- ab Stadium 3 initial 10 mcg-weise i.v.
- ggf. Perfusor 2-20 mcg/min
- evtl. Noradrenalin
- H1-Blocker
- Clemastin (Tavegyl - Antihistaminikum) 2 mg für Erwachsene
- immer vor H2-Blöcken geben
- H1-Blocker besetzt die noch freien H1-Rezeptoren, kann aber keine bereits besetzten H1-Rezeptoren verdrengen
H2-Blocker
- z.B. 1mg/kg Kg Ranitidin (Zantic) langsam i.v.
- in der Praxis 50 mg bei Erwachsenen
- für H1 und H2-Blocker Latenzzeit etwa 5-10 min
- Kortikosteroide
- Methylprednisolon (Solu-Medrol)
- - 125 - 250 mg i.v. (Stadium 1)
- - 250 - 500 mg i.v. (Stadium 2)
- - 500 - 1000 mg i.v. (ab Stadium 3)
- langsam oder als Kurzinfusion
- Bolus gäbe Kane eine Histamin Freisetzung provozieren
- spezifische Kortikoidwirkung
- - Hemmung der IgE-Induzierten Histamin und Arachidonsäurefreisetzung
Adrenalin-Dosierung
- i.v.
- 0.01 mg-weise
- 1 mg = 1 ml Adrenalin Ampulle in 100 ml NaCL
- ergibt 0.01 mg/ml der verdünnten Lösung
- i.m.
- 1 mg = 1 ml Adrenalin Ampulle
H1-Blocker
Reduzieren folgende Wirkung
H2-Blocker
Reduzieren folgende Wirkung: