Fern-Universität Hagen


K. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen und Methoden der Arbeits- und Organisationspsychologie auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie Theorien, Verhalten, Ziele, Bewertung und die Gestaltung von Tätigkeiten sowie die Analyse von Gruppen und Organisationen ab. Besonders relevant sind sie für Studierende und Forscher, die sich mit der Leistung und den Anforderungen von Mitarbeitern sowie der Auswertung von Studien und Modellen beschäftigen.
Karten
131
Lernende
14
Sprache
Deutsch
Kategorie
Psychologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
05.08.2019 / 03.01.2026

Lernkarten

41. Immaterielle Arbeitsbewertung

  • Förderung von Gesundheit & Persönlichkeit
  • Gestaltung menschengerechter Arbeitsplätze
  • Hacker & Richter: Kriterien humaner Arbeit
    • langfristige Ausführbarkeit
    • Schädigungslosigkeit
    • Beeinträchtigungsfreiheit (Wahrung psychischen Wohlbefindens)
    • Persönlichkeitsförderlichkeit

42. Tätigkeitsspielraum

Gemeinsamer Nenner der Handlungstheorie, Humanistischer Psychologie & Sozio-technischer Systemtheorie, Motivationstheorien, modernen Stresstheorien

43. Dimensionen des Tätigkeitsspielraumes

Entscheidungsspielraum (Autonomie) wird gekennzeichnet durch Freiheitsgrade bei Festlegung & Abgrenzung der Aufgaben

Gestaltungsspielraum (Variabilität): selbstständige Strukturierung in Teilhandlungen

Handlungsspielraum (Flexibilität): Ausmaß der Wahlmöglichkeiten zwischen Teilhandlungen

44. Zweifaktorentheorie (Herzberg)

  • Äußere Arbeitsbedingungen (als Gründe für Unzufriedenheit)
  • Intrinsische Merkmale einer Tätigkeit (Gründe für Zufriedenheit)
    • —> Durch Kontextmerkmale lasse sich lediglich Unzufriedenheit vermeiden & durch Kontentmerkmale entstehe Motivation

Job rotation: einfacher Wechsel zwischen verschiedenen gleichermaßen sinnentleerten Tätigkeiten (Fließband)

Job Enlargement: Horizontale Aufgabenerweiterung durch Zusammenfassung mehrerer gleichartiger Arbeitselemente

Job Enrichment: Vertikale Aufgabenerweiterung durch Wegfall äußerer Kontrolle & Hinzunahme neuartiger Aufgaben mit größerer Eigenverantwortung

45. Theorie der Arbeitscharakteristika (Hackman & Oldham)

5 Merkmale/ Core Job Dimensions, welche das Motivierungspotential einer Tätigkeit bestimmen

  • 1. Anforderungsvielfalt
  • 2. Identität/ Ganzheitlichkeit einer Aufgabe
  • 3. Bedeutsamkeit einer Aufgabe
  • 4. Autonomie
  • 5. aufgabenimmanente Rückmeldung der Ergebnisse

5 Gestaltungsprinzipien

  • 1. Aufgabenkombination (horizontal)
  • 2. Formung natürlicher Einheiten
  • 3. Außenkontakte
  • 4. Vertikale Anreicherung
  • 5. Neue Rückmeldekanäle

Einige Gestaltungsmaßnahmen können auf mehrere Aufgabenmerkmale simultan wirken, was jedoch nicht zwingend etwas über Bedeutung der Maßnahmen aussagt.

46. Gestaltung von Arbeitsbedingungen - Strategien

prospektiv: persönlichkeitsfördernd. Fabrik wird um Konzept herum gestaltet (teilautonome Arbeitsgruppenbei Volvo/ Uddevalla)

korrektiv: Bei bestehenden Bedingungen werden erkannte Fehler nachträglich korrigiert

präventiv: bei bestehenden Bedingungen wird versucht gesundheitliche Schäden vorausschauend zu vermeiden.

47. Gestaltung von Arbeitsbedingungen - Kategorien

  • physische Arbeitsbedingungen
  • organisatorische Rahmenbedingungen
  • Gestaltung von Entgeltsystemen (Randgebiet der Arbeitspsychologie)
  • sozialer Rahmen

48. Gestaltung von Arbeitsbedingungen - Arbeitszeit

  • Chronometrie: Dauer (z.B. Stundenanzahl)

 

  • Chronologie: Lage (z.B. Früh-/ Spät-/ Nachtschicht)

 

  • Ziele der Arbeitszeitflexibilisierung von Kosteneinsparungen über Beschäftigungssicherung über Erleichterung von Qualifizierungsmaßnahmen zur Anpassung an individuelle Bedürfnisse der Arbeitnehmer

 

  • Gestaltung von Erholungspausen

49. Ingenieurspsychologie

  • Ergonomie, Human Factors, Mensch-Maschine-Interaktion
  • Anwendung psychologischen Wissens auf die Schnittstelle zwischen Mensch & Technik
  • makropsychologische Verfahren: Beschäftigen sich mit komplexen soziotechnischen Systemen . Gestaltung der Funktionsteilung zwischen Mensch & Maschine, Prozesssteuerung/ -überwachung
  • mikropsychologische Verfahren: gebrauchstaugliche& benutzerfreundliche Gestaltung der Arbeitsmittel

50. Gestaltung von Arbeitsmitteln - Forschungsschwerpunkte

  • Einwirkungen von Merkmalen der Gestaltung von Arbeitsmitteln auf physiologische Parameter

 

  • Vermeidung von Fehlern bei der Informationsverarbeitung (durch mangelhafte Signalerkennung/ Daueraufmerksamkeitsbelastung)

 

  • Vermeidung von Gesundheitsschädigungen (durch Orientierung an Erkenntnissen der Anthropometrie & Biomechanik

 

  • Optimierung der Effizienz bei der Arbeitsausführung

51. Technozentrischer Ansatz

Steuerung von Mikroprozessen kann zu Dehumanisierung führen , wen Mensch als Lückenbüßer dient für nicht automatisierbare Prozesse

52. Antrhopozentrischer Ansatz

vom Menschen ausgehende Gestaltungsprinzipien die durch rechnergestützte Technologien ermöglicht werden

53. DIN EN ISO 9241-11

Benutzerfreundlichkeit/ Usability

54. Folgen der Arbeit (Gesundheit, Fehlbeanspruchung, Psychische Ermüdung, psychische Störung, Burnout)

Gesundheit

  • Gesundheit als Zustand des vollständigen körperlichern, geistigen & sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit/ Gebrechen

Fehlbeanspruchung

  • körperliche Fehlbeanspruchung & psychische Fehlbeanspruchung
  • Belastung: von aussen auf den Menschen einwirkende Faktoren
  • Beanspruchung: Auswirkungen auf den Menschen
  • Entstehen durch Missverhältnis von individuellen Lernvoraussetzungen und Anforderungsmerkmalen der Aufgabe/ Arbeitsbedingungen

Psychische Ermüdung

  • Ergebnis länger anhaltende quantitative Überforderung

psychische Störung

  • Entsteht in erster Linie durch mangelnde Sinnhaftigkeit, welche sich in starken Widerwillen äußert und nach gravierender Tätgkeitsveränderung verlangt

Burnout

  • komplexes Syndrom. Entsteht durch lang anhaltende, starke Überforderung

55. Stress

Entstehung

  • durch als extrem bedrohlich erlebte Über-/ Unterforderung ohne Ausweich-/ Lösungsmöglichkeiten

Distress

  • aversiv erlebter Spannungszustand

Eustress

  • als angenehm empfundenes Ungleichgewicht von Anforderungen & Voraussetzungen

AAS - allgemeines Adaptionssyndrom

  • Stress als Anpasungsreaktion des Körpers auf Bedrohung
    • 1. Alarm
    • 2. Widerstand
    • 3. Erschöpfung

56. Life-Event-Forschung

einfacher reizorientierter Ansatz

Versuch den Belastungswert kritischer Lebensereignisse unabhängig von inneren/ äußeren Randbedingungen auf einer standardisierten Punkteskala zu bewerten

57. Moderene Stresskonzepte

Untersuchung der Interaktion zwischen äußeren Belastungen und den zur Bewältigung zur Verfügung stehenden Ressourcen der Person

  • handlungstheoretische Stresskonzepte

 

  • Modell des Personal-Environment-Fit (P-E-Fit)

 

  • Salutogenese-Modell: Aktive Suche nach Wohlbefinden gegenüber negativen Affekten

 

  • Demand-Control-Modell: Im Mittelpunkt steht situative Ressource. Negative Auswirkungen von Stressoren können durch Erweiterung des Tätigkeitsspielraumes aufgefangen werden (—> decision latitude). Neben individuellen Dispositionen & Aufgabenmerkamlen spielen soziale Ressourcen eine wichtige Rolle.

58. Transaktionale Stresstheorie

appraisal: Stress als Prozess emotionaler Bewertung

  • primäere Bewertung der Belastungsfolgen als bereits eingetretene Schädigung —> Bedrohung vs. Herausforderung
  • sekundäre Bewertung: Bewertung der situationsbedingten Möglichkeiten zum coping (Bewältigung)
    • palliative Reaktion: tatsächlich emotional
    • instrumentelle Reaktion: problemlösungsbezogen (Konfrontation mit Problem vs. Flucht vs. Bagatellisierung)
  • Neubewertung der Situation

59. Arbeitsunfälle

Ursachen von Arbeitsunfällen

  • personengebunden
  • organisatorisch
  • technisch

Fehler

  • durch Funktionsstörung bedingtes Versagen bei eigentlich beherrschten Handlungen

Irrtümer

  • Versagen durch mangelnde Kenntnisse

Generic-Error-Modeling-System

  • Informationsverarbeitungstheorie
  • Fehler im Prozess können auf Ebene der Anwendung von Fertigkeiten/ Regeln & Handlungsschemata/ Wissens entstehen
  • zur Fehlerbekämpfung liegt ein kombiniertes Vorgehen aus Maßnahmen der Arbeitsgestaltung/ Trainings/ Personalauswahl vor
  • Fehlerprävention als eines der wichtigsten Ziele bei der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen

60. Psychosoziale Aspekte Arbeit

Psychosoziale Funktionen der Arbeit

  • Aktivität & Kompetenz
  • Zeitstrukturierung
  • Kooperation & Kontakt
  • soziale Anerkennung
  • Entwicklung der persönlichen Identität

spillover

  • Hineinwirken der Bereiche Beruf/ Privatleben in den jeweils anderen

compensation

  • Defizite in einem Bereich können durch anderen aufgefangen werden

segmentation

  • beide Bereich existieren weitgehend isoliert nebeneinander her

61. Personalpsychologie - Kernbereiche

  • Personalauswahl
  • Personalbeurteilung
  • Personalentwicklung

62. Personalpsychologie - Wichtige Grundlage

Anforderungsanalyse

63. Berufe

nicht an einen bestimmten Betrieb/ Arbeitgeber gebunden

Berufswahl als eine der wichtigsten Entscheidungen

64. Personalpsychologie - Entwicklungspsychologische
Theorien

  • Super (1953): klassische Theorie der Berufslaufbahn
    • Savicka (2005): Theorie der Laufbahnkonstruktion
      • Phasen: Wachstum, Exploration, Etablierung, Erhaltung, Rückzug
      • Bausteine: Entwicklung beruflicher Persönlichkeit, Berufswahl als Ausdruck eines Lebensthemas, Laufbahnanpassung
  • Gottfredson (2005): Theory of circumscription & compromise
    • konstruktion selbst definierter sozialer Räume
    • Suche nach zufriedenstellenden Kompromissen um einen angestrebten Idealberuf herum
  • neuere Laufbahnkonzepte:
    • Umgang der Arbeitnehmer mit zunehmender Instabilität von Beschäftigungsverhältnissen
    • proteanische & entgrenzte Laufbahn (boundaryless career) : Anforderung an Arbeitnehmer, durch die Entwicklung von Netzwerken/ Qualifikationen Arbeitsmarktchancen (employability) zu entwickeln/ erhalten
    • gezielte Steuerung intraorganisationaler Sozialisation

65. Personalpsychologie - Persönlichkeitspsychologische Theorien

  • Holland (1959/1997): Typologie beruflicher Interessen: RIASEC
    • synthetische Bestimmung der Passung zwischen Person & Umwelt
    • Person/ Umwelt besitzen unterschiedliche Ausprägungen auf den Dimensionen
    • Dimension: realistic (praktisch-technisch), investigative (wissenschaftlich-analytisch), artistic (künstlerisch-sprachlich), social, enterprising (unternehmerisch), conventional

66. Personalpsychologie - Anforderungen

Merkmale der arbeitenden Person, die aus Arbeitsaufgaben abgeleitet werden & für deren Bewältigung bedeutsam sind

KS (erlernbar) AO (dispositiv):

  • Knowledge: deklaratives & prozedurales Wissen
  • Skills: Fertigkeiten. Praktische Beherrschung der Abläufe & Verhaltensweisen die zu Tätigkeit gehören
  • Abilities: Fähigkeiten. Relativ stabile kognitive/ psychomotoriche Dispositionen
  • other characteristics: nicht-fähigkeitsbezogene stabile Dispositionen (Persönlichkeitseigenschaften, berufliche Interessen, generelle Motive, Werthaltungen)

67. 3 Fragen zur Auswahl von Elementen &
Verfahren der Anforderungsanalyse

Woher stammen die Tätigkeitsmerkmale?

  • Methode der kritischen Ereignisse (Flanagan): Sammlung speziell erfolgsrelevante Arbeitssituationen & Bewertung hinsichtlich entscheidender Verhaltens-/ Situationsmerkmale
  • erfahrungsgeleiteten Verfahren: Umgehung des Schritts der Tätigkeitenanalyse. Berufsexperten (SMEs: subject matter experts) schätzen personenmerkmale direkt ein

Woher stammen die KSAOs?

  • deduktiv: Tätigkeitsmerkmale werden auf den allgemeinen KSAO-Listen eingeschätzt
  • induktiv: relevante Merkmale werden aus Tätigkeiten abgeleitet

Wie werden Tätigkeits-/ Personenmerkmale verbunden?

  • Ausprägungen der KSAO im Anforderungsprofil
  • anforderungsanalytische Methoden bei denen einer der beiden Merkmalsbereiche umgangen wird
  • für manche arbeitsanalytischen Verhfren gibt es strukturierte Vorgehensweisen innerhalb des Instruments
  • Aufgaben-KSAO-Matrix: allgemeineres, relativ einfaches Vorgehen. Baut auf Arbeitsanalyse mittels Aufgabeninventare auf
    • Zeilen: Task Statements (Verhaltensweisen/ Aufgaben)
    • Spalten: Merkmalsliste potentiell relevanter KSAOs
    • Einschätzung durch SMEs für jede Zelle hinsichtlich Relevanz für Aufgabenbearbeitung
  • personenbezogen-empirische Anforderungsanalysen: Rückgriff auf empirisch-kriterienbezogene Validierung, indem Zusammenhänge zwischen KSAOs & Erfolgskriterien empirische ermittelt werden und zur Gewichtung der Anforderungen dienen, ohne eigentliche Aufgabenanalyse

68. Personalmarketing und -Auswahl

Platzierung

  • Klassifikation. Optimierung der Passung über mehrere Stellen hinweg —> Anforderungsprofil über mehrere Stellen hinweg

Selektion

  • Optimale Passung zwischen Anforderungen & persönlichen Leistungsvoraussetzungen bei einer Stelle

Ziele

  • Generierung eines quantitativ & qualitativ ausreichenden Bewerberpools
  • Steuerung der Quantität durch Selektionsquote und der Qualität durch Basisrate

Methoden

  • informelle Ansprache
  • Gestaltung von Stellenanzeigen
  • E-Recruitment

Organisations-Auswahl aus Bewerbersicht

  • Attraction-Selection-Attrition (ASA-) Modell: eigenständige Theorie der wechselseitigen Auswahl & Anpassung von Bewerber & Organisation. Beide Parteien wählen sich vornehmlich auf Grund wahrgenommener Ähnlichkeit aus

69. Kategorien eignungsdiagnostischer Verfahren

Konstruktorientierte Verfahren

  • Messung relativ stabiler, nicht situationsspezifsicher Konstrukte (Fähigkeiten & Persönlichkeitseigenschaften)
  • Untersuchung tiefer liegender Ursachen beruflichen Verhaltens
  • Annahme das erfasste Anforderungen stellenspezifisch sind & eben durch vorgeschaltete Anforderungsanalyse identifiziert werden müssen —> ermöglicht Auswahl wichtiger Konstrukte direkt nach allgemeiner empirischer Befundlage
  • kompositorische Eigenschaften (compound trails) als Sonderfall.
    • Criterion-focused occupational personality scales (COPS): Integrity Tests. Vorhersage speziell kontraproduktiven Verhaltens von Mitarbeitern

Simulationsorientierte Verfahren

  • direkter Schluss von Verhaltensstichproben auf späteres berufliche Verhalten —> richtet sich eher auf tätigkeitsnahen Anforderungselemente „KS“
  • Prototyp: Arbeitsprobe
  • Hypothetische Verhaltensabfrage bei Situational Judgement Test (SJTs), welche aus kritischen Ereignissen abgeleitet werden
  • Simulation von Führungsaufgaben steht traditionell im Zentrum von Assessment Centern

Biografieorientierte Verfahren

  • meist direkter Rückschluss aus der diagnostischen Information auf zukünftiges Verhalten —> Länge der Biografie bestimmt den Informationsgehalt mit
    • Bewerbungsunterlagen: wenig standardisiert
    • Biografische Fragebögen: standardisierte Vorgabe von Einzelfragen
    • Einstellungsinterview: am weitesten verbreitetes Auswahlverfahren
      • strukturiert vs. unstrukturiert
      • situative Interviews
      • Behavior Description Interview
      • Multi-Modale Interviews

70. Nutzenmodelle

  • monetäre Nutzenbewertung: erzielter Ertrag des Einsatzes eine bestimmten Verfahrens übersteigt die Kosten der Personalauswahl

 

  • der zur Auswahl nötige Prädiktorwert steigt mit der Anzahl Bewerber je freier Stelle (vertikale Linie) —> Selektionsquote sinkt

 

  • Horizontale Linie verschiebt sich ach unten bei Erhöhung des Anteils geeigneter Bewerber (Basisrate)

 

  • Validität bestimmt die Form der Ellipse (je enger der Zusammenhang zwischen Prädiktor & Kriterium, desto schmaler)

71. Berufliche Leistung

Berufliche Leistung stellt die wohl wichtigste einzelne abhängige Variable der AO-Psychologie dar

individuelle berufliche Leistung

  • Beitrag des einzelnen Mitarbeiters zu den Zielen einer Organisation

Messung von Leistung

  • anhand erzielter Ergebnisse:
    • Kriteriumsdefizienz: bilden relevante Konstrukte nur unvollständig ab
    • Kriteriumskontamination: werden durch Aspekte ausserhalb der Verantwortung des Mitarbeiters beeinflusst
  • Verhaltensweisen
  • Leistungspotential/ Eigenschaften

72. Gütekriterien von Personalauswahlverfahren

  • Fairness: Vermeidung der Benachteiligung von Bewerbung aufgrund als beruflich irrelevant definierter Merkmale

 

  • Akzeptanz: subjektive Wahrnehmung & Bewertung von Auswahlverfahren aus Bewerbersicht, die besonders unter dem Gesichtspunkt der prozeduralen Gerechtigkeit untersucht wurde

73. Project A: Army Selection & Classification Project

Ziele

  • armeeweite Beschreibung & Klassifikation von Berufen
  • Analyse & umfassende Beschreibung der Anforderungen & Leistungsdimensionen
  • Entwicklung armeeweiter Auswahlinstrumente

5 Dimensionen

  • 1. Tüchtigkeit bei Erfüllung wesentlicher Aufgaben
  • 2. Allgemeine soldatische Tüchtigkeit
  • 3. Einsatz & Führung
  • 4. Persönliche Disziplin
  • 5. Körperliche Fitness & äußere Erscheinung

74. Modelle beruflicher Leistung und deren Komponenten

Task performance

  • stellenspezifische Aufgabenerfüllung. Hängt besonders von kognitiven KSA-Anteilen der Anforderungen ab

Contextual performance

  • stellenübergreifende umfeldbezogene Performanz. Hängt stärker von Persönlichkeit & Motivation (O) ab.

Organizational Citizenship Behavior

  • Facetten (formal nicht entlohnten, jedoch) funktionalen Verhaltens
    • interpersonale Aspekte
    • organisationale Aspekte

75. Leistungsbeurteilung

Funktionen

  • interpersonale Entscheidungen (Bezahlung, Beförderung)
  • intrapersonale Entscheidungen (Feedback, Verhaltenssteuerung)
  • Systemerhaltung (Personalplanung)
  • Dokumentation

Urteilsquellen

  • objektive Indikatoren
  • direkte Vorgesetzte
  • Selbstbeurteilung
    • —> 360°-Beurteilung

Beurteilungsverfahren

  • freie Eindrucksschilderung: eignen sich für intrapersonale, aber nicht für unterpersonale Zwecke
  • Grundprinzipien von Skalierungsverfahren
    • Einstufungsverfahren: nach dem Prinzip einer Ratingskala erfolgt Beurteilung absoluter Leistungsausprägung bei einzelnen Dimensionen auf mehrstufigem Kontinuum
    • Rangordnungsverfahren: Einordnung relativ zu anderen Mitarbeitern, bei denen Gruppenmitglieder meist ohne Einschätzung des absoluten Leistungsniveaus miteinander verglichen werden
    • Auswahl-/ Kennzeichnungsverfahren: Auswahl von Verhaltensweisen deren Bewertung vor den Beurteilen verborgen wird. (mit/ ohne Wahlzwang)

Gütekriterien

  • Urteilstendenzen: wurden früher herangezogen, sagen aber fast nichts aus
  • Akkuratheit im Sinne der Abweichung der Urteile von einem wahren Wert
  • Akzeptanz
  • Praktikabilität
  • Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen

76. Personalentwicklung

formale Aktivitäten

  • geplant & von Organisation ausgehend
  • Ziel: Förderung der Erwerbs/ Erhaltung von relevanten Qualifikationen & Verhaltensweisen

USA

  • Training: Beherrschung unmittelbar stellenbezogener Anforderungen
  • development: Personalentwicklung für langfristigen & stellenübergreifenden Aufbau von Potential

Personalentwicklung

  • Prozess, der mit
    • Analyse des Trainingsbedarf beginnt
    • sich mit der Auswahl/ Entwicklung/ Durchführung von Interventionen fortsetzt
    • und in Sicherstellung des Transfers des Erlernten auf den Berufsalltag
    • und schließlich Evaluation mündet

Lerntheoretische Grundlagen

  • Theorie des Lernens als Verhaltensänderung (Behaviorismus, Modelllernen)
  • Wissenserwerb (Schematheorie, mentale Modelle)
  • Erwerb von Handlungskompetenz
  • selbstgesteuerter Prozess
  • konstruktivistische Lerntheorien
  • motivationale Lerntheorien

Ermittlung des Trainingsbedarfs

  • Organisationsdiagnose: Rahmenbedingungen
  • Arbeits- und Anforderungsanalyse: Merkmale der Tätigkeit und daraus abgeleitete KSAOs
  • Potentialanalyse: Merkmale der Person inkl. aktueller Defizite

Trainingsbedarf

  • Ergibt sich aus Diskrepanz zwischen Tätigkeitsanforderungen & aktuellen Leistungsvoraussetzungen beim Individuum

77. zweidimensionales Klassifikationsschema
(Sonntag)

Ansätze:

  • off-the-job: Trainingsverfahren in spezieller Umgebung
  • on-the-job: situativ-erfahrungsbezogene Ansätze
  • computergestützt-medial

Gegenstände

  • Wissenserwerb: deklaratives & prozedurales Fachwissen
  • Verhaltensmodifikation: Aufbrechen gewohnten & Erlernen neuen Zielverhaltens
  • Persönlichkeits-/ Karriereentwicklung

78. Klassifikationsschema der Trainingsverfahren nach Sonntag

https://imgur.com/a/P0mLs4G

79. Trainingsverfahren

Wissenserwerb

  • Frontalunterricht
  • Cognitive Apprenticeship (interaktiver Austausch zwischen Experten & Novizen)
  •  medial unterstütztes selbstorganisiertes Lernen: z.B. Programmierte Instruktion

Verhaltensmodifikation

  • Verhaltensmodellierung (orientierung an Banduras sozialer Lerntheorie)
    • Vorführen - Diskutieren - Nachahmen - Rückmeldung —> Annäherung an Zielverhalten
  • Coaching: intensive & langfristige Betreuung einzelner Mitarbeiter
  • Simulation: komplexes Verhalten in realistischer (weniger folgenreichen) Umgebung einüben

Persönlichkeits-/Karriereentwicklung

  • Sensitivitätstraining: gruppendynamische Methoden. Gehen zurück auf Lewin
  • Mentoring
  • 360-Grad-Feedback: Aufdeckung von Stärken/ Schwächen durch Gegenüberstellung von Selbst-/ Fremdeinschätzung

Problem des Transfers:
Bei Transfer wirken Faktoren aus 3 Bereichen:

  • Trainingsdesign
  • Merkmale der Trainierten
  • reales Arbeitsumfeld

—> Messung des Trainingserfolgs im Rahmen einer Trainingsevaluation mit folgenden Kriterien:

  • Reaktionen
  • Lernerfolg
  • Verhalten
  • Ergebnisse

80. Mikroebene: Arbeitsmotivation

Motivation

  • Zustand einer Person der durch das Zusammenwirken von inneren Bedürfnissen & anderen überdauernden Wertungsdispositionen (Motiven) mit äußeren Anreizen (Motivatoren) entsteht und das Verhalten der Person hinsichtlich Richtung/ Intensität/ Ausdauer erklärt.

Motivierung

  • Gestaltung von Interaktionen/ Anreizen/ Bedingungen mit dem Ziel, Mitarbeiter auf Handlungsziele auszurichten und letztlich deren Leistung zu steigern

Lernen