Fern-Universität Hagen


K. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen und Methoden der Arbeits- und Organisationspsychologie auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie Theorien, Verhalten, Ziele, Bewertung und die Gestaltung von Tätigkeiten sowie die Analyse von Gruppen und Organisationen ab. Besonders relevant sind sie für Studierende und Forscher, die sich mit der Leistung und den Anforderungen von Mitarbeitern sowie der Auswertung von Studien und Modellen beschäftigen.
Karten
131
Lernende
14
Sprache
Deutsch
Kategorie
Psychologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
05.08.2019 / 03.01.2026

Lernkarten

1. Arbeits- und Organisationspsychologie - Definition

Wissenschaft vom Verhalten & Erleben von Menschen in (Arbeits-) Organisationen. Auswirkungen der Arbeit können Freizeitbereich und Arbeitslosigkeit mit ein schließen

2. Arbeits- und Organisationspsychologie - Gegenstand

  • Arbeit: psychologische Aspekte der Arbeitsaufgabe selbst. Weitgehende Abstrahierung von individuellen Arbeitenden & deren unterindividuellen Unterschieden. (—> Allgemeine Psychologie)

 

  • Personal: Interindividuelle Differenzen zwischen Arbeitenden (—> Differentielle Psychologie & Diagnostik)

 

  • Organisation: Beziehungen & Interaktionen der Individuen untereinander in sozialen Einheiten von der Dyade bis zur interorganisationalen Beziehungen. (—> angewandte Sozialpsychologie)

3. Strukturierung des Fachs in USA (Organizational psychology, Industrial psychology, human factors/ occupational, health psychology, Vocational psychology)

Organizational psychology

  • deckt sich weitgehend mit deutscher Organisationspsychologie

Industrial psychology

  • deckt sich weitgehend mit deutschen Anteilen der Arbeits-/Personalpsychologie

human factors/ occupational health psychology

  • Teile der Arbeitspsychologie

Vocational psychology

  • Berufspsychologie (Berufsinteressen, Berufsklassifikation, Berufslaufbahn

4. Stakeholder-Ansatz der Managementlehre:

Zahlreiche Gruppen können Ansprüche an Unternehmensentscheidungen anmelden.

Auftraggeber für AO.Projekte meist Unternehmensleitung (Interessen werden durch Organisations-Perspektive beschrieben).

Unmittelbar betroffen von AO-Maßnahmen sind die meist Mitarbeiter.

AO-Psychologen müssen Interessen der Betroffenen auch dann berücksichtigen, wenn es einem
expliziten Wunsch des Auftraggebers widerspricht.

5. Effizienzziele

  • ökonomisches Ziel

 

  • verbesserung der Effizienz von Organisationen

6. Humanisierungsziele

  • soziales Ziel

 

  • Humanisierung der Arbeitswelt

7. Humankapital

  • Gleichzeitige Verfolgung von Humanisierungs- und Effizienzzielen.

 

  • Begriff aus BWL

8. 1997: Patterson, West, Lawthorn, Nickell Impact of people management practices on business performance

  • 17% der Unterschiede in Profitabilität & Produktivität mittelständischer britischer Industriebetriebe, lassen sich auf Unterschiede in den Personalpraktiken zurückführen

 

  • 1-8% der Unterschiede lassen sich auf Unternehmensstrategien und Technologien zurückführen

9. 2006: West, Guthrie, Dawson, Borrill, Carter Reducing patient mortality in hospitals: The role of human resource management

Einfluss verschiedener Praktiken des HR-Management auf Sterblichkeitsraten im Krankenhaus

mittels multipler Regressionsanalyse ließen sich 8% Varianz durch Personalpraktiken erklären

  • Arbeitsplatzsicherheit
  • Zertifizierung des KH als „Investor in people“
  • Professionalität des Leistungsbeurteilungssystems (erklärte allein 6% Varianz auf)

10. Selbstverständnis der Arbeits-/ Organisationspsychologie

Mainstream der AO-Forschung ist nicht streng experimentell & nicht im eigentlichen Sinne
naturwissenschaftliche, aber dennoch quantitativ-empirisch an Popperschen Idealen von
Hypothesenbildung & Falsifikation orientiert.

11. evidenzbasierte
Entscheidungsfindung

  • Kombination individueller klinischer Expertise mit „the best available external clinical evidence from systematic research“.

 

  • Anspruch die Anwendung der Methoden für praktische Fragestellungen durch quantitativ möglichst umfassende und qualitativ möglichst hochwertige empirische Belege zu begründen.

12. Scientist-Practitioner-Modell

Definition des Verhältnisses zwischen Wissenschaft & Praxis als wechselseitigen Austausch

  • Prinzip der Reziprozität: Probleme die in Forschung untersucht werden, werden vorwiegend in der Praxis identifiziert. Praxis ist aufgerufen auf bestmöglichen Kenntnisstand der Forschung zurückzugreifen.

Professionelles Rollenideal. Scientist-Practitioner als Praktiker der wie Wissenschaftler vorgeht.

13. Kernkompetenzen des Scientist-Practitioner

  • Sach-/ vereinbarungsgemäße Durchführung von Diagnostik & Intervention

 

  • Recherche & Integration wissenschaftlicher Befunde zur Entscheidungsfindung

 

  • Hypothesen formulieren & prüfen

 

  • Effektive Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Professionen

 

  • Forschungsbasierte Trainings und Unterstützung für andere Professionen

 

  • Beiträge zu anwendungsbezogener Forschung zur Weiterentwicklung der Disziplin

14. Forschungsphasen

Schritte des Forschungsprozesses

  1. Fragestellung & Hypothesenbildung
  2. Untersuchungsplanung & Durchführung
  3. Datenanalyse & Interpretation

Schritte in Praxisprojekten

  1. Phase der Diagnose
  2. Phase der Intervention
  3. Phase der Evaluationekten

15. Kardinalfehler der Praxis:

  • Konzentration aller Ressourcen auf Intervention

 

  • Aufwand für Diagnostik minimal halten

 

  • Einsparung systematischer Evaluation

16. Beispiele von AO-Praktiken

(A) Arbeitsgestaltung

  • Diagnose mittels Arbeitsanalyse
  • Intervention mittels Job Design
  • Evaluation durch Messung von Produktivität/ Motivation/ Zufriedenheit

(P) Personalauswahl

  • Eignungsdiagnostik
  • Intervention mittels Auswahlentscheidungen
  • Evaluation mittels Validierung

(O) Partizipatives Produktivitätsmanagement

  • Diagnose mittels Kontingenzfunktionen
  • Intervention durch Gruppenarbeit
  • Evaluation durch Messung & Rückmeldung der Produktivität

17. Berufsfelder, Organisationen & Informationsquellen für Arbeits-/ Organisationspsychologen

Haupttätigkeitsbereiche

  • Forschung & Lehre an Hochschulen
  • externe Unternehmensberatung
  • interne Beschäftigung im Personalbereich

Fachverbände

  • berufsbezogene Informationen, Erarbeitung von Richtlinien, Vertretung berufsständischer Interessen gegenüber dem Gesetzgeber & anderen staatlichen Organisationen
  • National
    • DGPs (akademisch)
    • BDP (praktisch)
    • SGAOP (akademisch & praktisch)
    • BÖP (praktisch)
  • International
    • SIOP (akademisch & praktisch)
    • IAAP (akademisch)
    • EAWOP (akademisch & praktisch)

Fachzeitschriften

  • Journal of Applied Psychology
  • Personnel Psychology

18. Geschichte & Zukunft der Arbeits-/ Organisationspsychologie - 1513 Machiavelli

Der Fürst: 2 klassische Untersuchungsgegenstände der Organisationspsychologie:

  • 1. Bild des Menschen
  • 2. daraus erwachsende Implikationen für Organisation & Führungsstil

19. Geschichte & Zukunft der Arbeits-/ Organisationspsychologie - frühes Mittelalter
China

  • meritokratisches Beamtensystem: Basis ist individuelle Leistung anstelle von Erbadel

 

  • Grundlage waren Examina mit deutlichen Parallelen zu modernen Assessment-Center-Verfahren

20. Einteilung nach Greif - Pionierzeit (bis WK1)

Pionierzeit (bis 1WK)

  • 1901 Vortrag von Walter Dill Scott
  • Patrizi, Mosso: Anwendung der Psychophysik auf arbeitspsychologische Fragestellungen
  • 1911 Taylor: arbeitswissenschaftliche Analysen mittels Zeit-/Bewegungsstudien (gehen zurück auf REFA-Studien von Gilbreth)
  • Weber: Begründer der eigentlichen Organisationstheorie. Der historisch fortschreitende Prozess führt schließlich zum Idealtypus der bürokratischen Organisation. Aufgaben werden streng arbeitsteilig, reglementiert & hierarchisch organisiert erledigt (—> Bürokratietheorie)
  • 1903 Stern: praktische psychologische Intervention im Sinne einer Psychotechnik als Abgrenzung zur analytisch-verstehenden Psychognostik
  • 1914: Army alpha/ Army Beta Test
  • Münsterberg: Berufseignungsdiagnostik. Soziale Psychotechnik

21. Einteilung nach Greif - Phase der Expansion (bis 1970)

Phase der Expansion (bis 1970)

  • 1920 Moede: Industrielle Psychotechnik (deckt sich weitgehend mit industrial psychology)
  • 1927 Giese: Subjektpsychotechnik (als Zusammenfassung von Berufsberatung, Training, Führung) vs. Objektpsychotechnik (Anpassung der Bedingungen an den Menschen)
  • Weltwirtschaftskrise führt zu Niedergang der Psychotechnik
  • 1922 Lang & Hellpach: Frühes Konzept der Gruppenfabrikation enthielt einige Attribute autonomer Arbeitsgruppen
  • 1924 Mayo: Hawthorne-Studie
  • Lewin: Aktionsforschung, Entwicklung von Selbstverständnis & Vorgehensweise bei der Organisationsentwicklung, gruppendynamische Trainings, Survey Feedback, experimentelle Untersuchungen von Erziehungs-/ Führungsstilen, Gründung des Research Center on Group Dynamics
  • 1931 Jahoda: Marienthal-Studie

22. Einteilung nach Greif - Periode der Stabilisierung & Professionallisierung (seit 1970)

Periode der Stabilisierung & Professionalisierung (seit 1970)

 

  • USA: Emanzipation von Führungsforschung zu personenzentriertem Ansatz. Richten der Aufmerksamkeit auf Verhalten von Führungskräften
  • Coch & French: gruppendynamische Konzepte zur Team-/ Organisationsentwicklung (—> Lewin)
  • Katz & Kahn: systemtheoretische Organisationstheorie (—> Lewin)
  • Human-Relations: Betonung des Menschen als soziales Wesen —> Konzentration auf soziale Beziehungen bei der Arbeit
  • 1946: Tavistock Institue of human Relations
  • Humanistische Psychologie: Fokus auf stetem Streben nach Selbstverwirklung (—> self-actualizing man).
    • trotz mangelnder empirischer Bestätigung wirkt Motivationstheorie (Maslow) u.a. in Managementlehre der Theorie Y (McGregor)
  • Konzept der begrenzten/ der subjektiven Rationalität
    • entscheidungsorientierte Organisationstheorie (March, Simon, Cyert)
    • motivationstheoretische Konzepte auf Grundlage von Austausch-/ Wahlhandlungstheorien
  • Interaktionismus:
    • Kontingenzmodelle der Führung & Organisation
    • Wechselwirkung zwischen Person & Situation
  • 1954 Flanagan: Critical Incident Technique (—> methodische Basis der 2-Faktorentheorie der Arbeitsmotivation)
  • 1956 Bray: Management Progress Study (—> Grundlegende Erkenntnisse über moderne Assessment Center)
  • 1960 Kirkpatrick: grundlegendes System zur Klassifikation von Evaluationskriterien
  • 1959 Holland: Theorie beruflicher Interessen (—> Zuordnung beruflicher Umfelder zu individuellen Persönlichkeitstypen
  • Vygotski & Leontjew: Entwicklung tätigkeitsorientierter Konzepte
  • Dresdner Schule: von Kybernetik beeinflussten Theorien der Handlungsregulation Gemeinsamer Nenner: Erweiterung des Handlungsspielraums der Arbeiter & Arbeitsgruppen

23. Taylor: Wissenschaftliche Betriebsführung

  • Pionierzeit

 

  • Grundlage: systematische Bewegungsstudien bei Arbeitern (—> Vorläufer moderner Arbeitsanalyseverfahren)

 

  • Ziel: langfristig angemessenes Arbeitspensum, dass sich ohne Beeinträchtigung der Gesundheit der Arbeitnehmer erzielen lässt.

 

  • „One Best Way“
    • Prinzip der Trennung von Hand- und Kopfarbeit
    • Prinzip des Pensumlohns
    • Prinzip der Versöhnung zwischen Arbeitern & Management
    • Prinzip der Auslese & Anpassung
  • naiv-mechanistische Betrachtung von Arbeitsvorgängen & extreme Partialisierung der Arbeit

24. Münsterberg: Berufseignungsdiagnostik

  • Pionierzeit

 

  • Verständnis von Psychotechnik als teleologische (zielgerichtete) Psychologie

 

  • Hauptbereiche: Werbepsychologie, Arbeitspsychologie, Berufseignungsdiagnostik

 

  • Konstruktion von Auswahlverfahren für Telefonistinnen & Straßenbahnfahrern
    • Aufgabe der Teilnehmer: Stelle des kritischen Gleisübertritts möglichst schnell & fehlerfrei herausfinden.
    • Frühes Beispiel für empirisch-validiertes simaltionsorientiertes Auswahlverfahren

25. Mayo: Hawthorne-Studie

  • Expansionsphase

 

  • Einfluss der Beleuchtungsstärke im Gruppenakkord bezahlter Arbeitsgruppen

 

  • besonders intensiv wurde eine Gruppe Arbeiterinnen untersucht, die unter ständiger Beobachtung Relais zusammensetzte.
    • Leistungssteigerung stellt sich fast unabhängig von der experimentellen Variation ein —> Beleg für den überragenden Einfluss sozialer Faktoren
    • einseitige Interpretation & bewusste Manipulation
    • Hawthorne-Effekt: Teilnehmerinnen war bewusst dass sie unter besonderer Beobachtung standen

26. Jahoda: Marienthal

  • Expansionsphase

 

  • Arbeitslosenrate von 80%

 

  • Untersuchung der sozialen, psychologischen & medizinischen Langzeitwirkungen von Arbeitslosigkeit

 

  • Methodenvielfalt: Dokumentenanalysen, non-reaktive Verfahren, teilnehmende Beobachtung, Art feldexperimenteller Untersuchung der Wirkung eigener Intervention

 

  • Langzeitarbeitslosigkeit führt zu Verlust der Zeitstruktur, psychosomatischen Beschwerden & Abnahme sozialer Kontakte
    • ca. 1/4 „Ungebrochen“
    • Großteil „Resignierten“
    • kleiner Teil „Verzeifelte“ & „Apathische“

27. Tavistock Insititute

  • Professionalisierung & Stabilisierung

 

  • fühlt sich der Lewinschen Aktionsforschung verpflichtet

 

  • besonders bedeutsam: Studien von Trist et al. im englischen Kohlebergbau
    • nach Umstellung auf teilmechanisiertes System kam es zu Leistungsrückgängen/ Fehlzeiten/ Unfall- & Fluktuationsraten
    • soziale Selbstregulation der Gruppen im alten System führte zu wechselseitigem Vertrauen & individuellem Gefühl der Verantwortlichkeit
  • frühen Studien bilden Grundlage für Soziotechnischen Systemansatz der Arbeitspsychologie (—> Verzahnung zwischen Technologie & individuellen/sozialen Bedürfnissen der Mitarbeiter

28. Trends im 21. Jahrhundert

Globalisierung

  • verstärkte Internationalisierung der Beziehungen innerhalb/ zwischen Organisationen
  • steigende Bedeutung nach Fragen unterkultureller Übertragbarkeit der Forschungsergebnisse
  • Messung & Passung von Organisationskulturen
  • Entwicklung organisationaler Identifikation
  • Gestaltung ‚gerechter‘ organisationaler Prozesse
  • Überwindung von Widerständen gegen Veränderung

Technologie

  • allgemeine Verschiebung der beruflichen Anforderungen
  • Betonung von Wissen & Bildung als wichtigste betriebliche & gesellschaftliche Ressource
  • enorme Beschleunigung der Vermehrung & Verlagerung des Wissensbestands & Qualifikationen

Arbeitsorganisation

  • Outsourcing & Just-in-Time
  • Optimierung von Fertigungsprozessen im Lean-Management bei möglichst gleichzeitiger Konzentration auf Kundenbedürfnisse & Qualitätsmanagement
  • Business Process Reengeneering: radikales Managementkonzept
  • Effizienzsteigerung meist verbunden mit Höherqualifizierung & Aufgabenerweiterung der Mitarbeiter & Abbau der Hierarchiestufen

Demografische Entwicklung

  • Auflösung der traditionelle Rollenverteilung
  • Work-Life-Balance
  • Veränderung der Altersstruktur

29. Arbeit

  • zielgerichtete, aufgabenbezogene menschliche Tätigkeit
  • Hacker: Einbezug von ehrenamtlichen Tätigkeiten & Eigenarbeit
  • Nerdinger: Planmäßigkeit; Einsatz geistiger/ körperlicher/ technischer Ressourcen

30. Arbeitsprozess (Hacker)

  • Arbeitender
  • Arbeitstätigkeit
  • Antizipierten Ziele/ Arbeitsergebnisse
  • Arbeitsmittel
  • äußere Arbeitsbedingungen
  • vom Menschen unabhängige, automatisierte Prozesse

31. Tätigkeitstheoretische Makrostruktur

  • psychologische Aspekte der Arbeitsbedingungen
  • Gestaltung der Arbeitsmittel
  • psychische Regulation von Tätigkeiten

32. Tätigkeiten

  • hierarchisch strukturiert
  • oberste & abstrakteste Einheit des Verhaltens
  • Anregung & Regulierung durch nicht unbedingt bewusste Motive

33. Hierarchische Tätigkeitsstruktur (Leontjew)

  • Tätigkeit <----------------------------------> Motiv
    • Handlung <----------------------> Ziel
      • Operation <------------> Bedingung
        • Bewegungen

Auftrag

  • subjektiv übernommener Arbeitsauftrag als Aufgabe

Task

  • einer Handlung (einschließlich deren Ziel) vergleichbare, abgeschlossene Verhaltenssequenz

Task Elements

  • Gliederung der Verhaltenssequenzen in (den Operationen analoge) Aufgabenelemente

Positions

  • Zusammenfassung verschiedener Tasks auf einer höheren Ebene und Zuweisung einer Person —> Entstehung einer Stelle

Jobs

  • Gruppen von Stellen

Berufskategorien

  • gruppieren von jobs nach gradueller Ähnlichkeit

34. Handlungsregulationstheorie (Hacker)

Basis

  • Versuch einfache behavioristische Reiz-Reaktionsmodelle zu überwinden
  • Rückgriff auf TOTE (test-operate-test-exit) - Modell: Soll-Ist-Vergleich des Verhaltens & Beschreibung der wahrgenommenen Diskrepanzen regulierter Prozesse

Ausgangspunkt

  • VVR-Einheiten (Vergleich- oder Vorwegnahme-Veränderungs-Rückkopllungs-Einheiten)
  • zyklisch aufgebaute Sequenzen werden fortgesetzt wenn Fortschritt mit Zielen übereinstimmt. Sonst Wiederholung
  • Handlungen sind sowohl hierarchisch, als auch sequentiell strukturiert
    • hierarchische Struktur ähnelt der Makrostruktur bei Leontjew
    • Sequentielle Struktur fügt horizontale Aufgliederung zu: einzelne Teilaufgaben werden nacheinander abgearbeitet
      • korrespondiert mit allgemeinem prozessualen Charakter von Handlungen: Phasen der Vorbereitung, Ausführung, Kontrolle, Feedback-verarbeitungen, Zielerreichung des Handlungsziels

Vollständige Handlungen

  • Handlungen die alle Elemente des allgemeinen prozessualen Charakters mit einschließen
  • gewähren nötigen Handlungsspielraum für Persönlichkeitsentwicklung

Regulationsebenen

  • intellektuell: komplexe Probleme erfordern bewusstseinspflichtige Lösungsstrategien
  • perzeptiv-begrifflich: Routineaufgaben mittlerer Komplexität. Prinzipiell bewusstseinsfähig
  • sensumotorisch: einfache, automatisierte Bewegungen. Nichtbewusstseinsfähig

Operatives Abbildungssystem

  • Wissenskomponente des Handelns. Relativ stabile kognitive Repräsentation aller relevanten Ziele, Handlungselemente & Randbedingungen

Was fehlt?

  • ein inhaltlich motivaitonales & soziales Element

35. Arbeitsanalyse

Arbeitsanalyse

  • grundlegende Funktion/ Fundament für weitere darauf aufbauende Aktivitäten
  • beschäftigt sich mit konkreten, beobachtbaren, zumindest objektivierbaren Verhaltensweisen im Sinne von Handlungen/ Arbeitsaufgaben
  • beschäftigt sich ferner mit physischen/ sozialen/ technologischen Arbeitsbedingungen einschließlich der Arbeitsmittel & Auswirkungen der Aufgaben/ Bedingung auf den Mensch

Anforderungsanalyse

  • beschäftigt sich mit individuellen Verhaltens-/ Leistungsvoraussetzungen erlernbarer Fertigkeiten & dispositiver Fähigkeiten

work-oriented job analysis

  • bezieht sich auf arbeitsplatzspezifische Aufgabenelemente. Verhaltensnahspezifisch. Fließender Übergang zwischen beiden Analysearten.

worker-oriented job analysis

  • Bezieht sich auf Verhaltensweisen mit einem höheren Abstraktionsgrad. abstrakt-anfroderungsnahe Methoden. Fließender Übergang zwischen beiden Analysearten.

bedingungsbezogen

  • von objektiv-beobachtbaren Merkmalen von Inhalt auf Kontext der Tätigkeit auf deren Regulationserfordernisse schließend

personenbezogen

  • auf subjektiven Wahrnehmungen & Bewertungen basierend. Methodischer Zugang mittels Beurteilung durch die arbeitende Person

36. Funktionen der Arbeitsanalyse

Arbeitsbewertung

  • materiell vs. immateriell

Arbeitsbeschreibung

  • Leistungsmessung
  • Aufgabengestaltung
  • Arbeitsmittelgestaltung (Ergonomie)
  • Arbeits-/ Gesundheitsschutz
  • Trainings
  • Baustein der Organisationsdiagnose

Anforderungsanalyse

  • Rekrutierung
  • Platzierung/ Laufbahnplanung
  • Personalentwicklung
  • Berufsklassifikation & -Beratung

37. Arbeitsanalyse - Methodische Rahmenkonzepte

hypothetico-deduktives Vorgehen (Hacker): vorgehen nach OTKA-Schema

  • —> kausal-konditional vom allgemeinen zu spezifischen
  • Aufträge werden als abhängig von organisatorischen und technologischen Rahmenbedingungen, sowie Merkmalen der Kooperation betrachtet

Mensch-Technik-Organisation (Ulich): Betonung der wechselseitigen Abhängigkeit der Subsysteme. Vorschlag eines mulit-modal gestützten Vorgehens, bei dem 7 Schritte durchlaufen werden müssen

38. Theoretische Fundierung divierser AA

Tätigkeits-/Handlungstheoretisch

  • TBS
  • TAI
  • RHIA/ VERA

Aufgabenbezogen

  • Functional Job Analysis (eher Rahmenkonzept)

Anforderungsbezogen

  • Position Analysis Quesitionaire (im Kern ein Beobachtungsinterview)
  • Job Descriptive Survey (subjektives Fragebogenverfahren)

Competency Models

  • Trend, das Problem zu geringer Flexibilität klassicher Arbeitsanalysen durch generalisierende competency Models zu lösen. —> gravierende Probleme mit Validität

39. O*Net

  • Occupational Information Network

 

  • umfassendster Versuch einer arbeitsplatzübergreifenden Analyse beruflicher Tätigkeiten & Anforderungen
  • wurde vom US Department of Labor als elektronischer Nachfolger des Berufsklassifikationssystems Dictionary of Occupational Titles in Auftrag gegeben
  • Verbindung diverser Taxonomien von Tätigkeiten/ Fähigkeiten/ Fertigkeiten & Berufsinteressen/ Persönlichkeitsmerkmalen mit Analyse der Arbeitsbedingungen & Arbeitsmarktdaten zu umfassender Datenbank
  • Beschreibung der Dimensionen durch grundlegendes Inhaltsmodell

40. Materielle Arbeitsbewertung

Job evaluation: Bewertung von Arbeitsplätzen in Geldeinheiten als Grundlage von Entgeltsystemen

  • direkte Ableitung aus PAQ (Position Analysis Questionnaire)
  • Punktmethode:
    • 1. Identifikation von compensable factors der Berufstätigkeit.
    • 2. Bewertung der compensable factors durch Experten nach einem einheitlichen Punktsystem

Lernen