Rechtsmedizin
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Lernkarten
Natürlicher Tod
Tod aus krankhafter Ursache, völlig unabhängig von rechtlich bedeutsamen äußeren Faktoren
Nicht-natürlicher Tod
Todesfall, der auf ein von außen verursachtes, ausgelöstes oder beeinflusstes Geschehen zurückzuführen ist
Todesart: Nicht natürlich
- Gewalteinwirkung
- Vergiftung
- Suizid
- Behandlungsfehler
- tödlich verlaufende Folgezustände von 1-4
Befunde bei Nicht-Natürlichem Tod
- Verletzungen
- Stauungsblutungen
- Farbe der Totenflecken
- Geruch der Lungenluft
- Tablettenreste
Altersschwäche, Herzkreislaufversagen
keine Todesursachen!
Gaduierung morphologischer Befunde (Richter 1905)
- Gruppe: Befunde, die aufgrund ihres Schweregrades und ihrer Lokalisation für sich alleine den Tod erklären
- Gruppe: Organveränderungen, die den Tod aber nicht die Plötzlichkeit erklären
- Gruppe: Keine Todesursache auffindbar trotz Untersuchung: <2%
Gerichtsmedizinische Obduktion
immer 2 Ärzte, davon mind. 1 Rechtsmediziner
klinische Obduktion
bei natürlichem Tod
gerichtsmedizinische Obdukation
bei nicht-natürlichem/ungeklärten Tod
Aufgaben der Leichenschau
- Feststellung des Todes
- Feststellung von Todesursache, Todesart, Todeszeit
- Übertragbare Erkrankungen nach Infektionsschutzgesetz
- Meldepflicht
- nicht-natürlichem/nicht geklärter Ursache: Polizei
- ungeklärte Identität: Polizeii
- Infektionsschutzgesetz (HIV, Heptatitis, Tbc, Botulismus, ..): Gesundheitsamt
Hauptsächliche Todesursache
unter 40y: Gewalt
über 40y: Herz-Kreislauf-Erkrankung, Tumore
Leichenschau obligatorisch bei
- Leichnam
- Lebendgeburt
- Totgeburt
Leichenschau nicht obligatorisch bei
- Fehlgeburt: <500g
- Skelettteile
Intermediärer Leben
Zeit zwischen Individualtod und biologischem Tod
Biologischer Tod
Absterben der letzten Körperzelle
Agonie
Phase zwischen Einsetzen des Sterbevorganges und Eintritt des Individualtodes
- Vita reducta
- Vita minima
Schwimmprobe
ob Totgeburt schon gelebt hat?
- Lungenschwimmprobe
- falsch positiv: Beatmung, Reanimation, Fäulnis
- faslsch negativ: Aspiration, Ersticken durch Burking
- Magen-Darm-Schwimmprobe: Zeitraum
- Magen, Duodenum: wenige Minuten
- gesamter Dünndarm: bis 6h
- gesamter Dickdarm: bis 12h
supravitalre Reatkionen
- Definition
- Typen
entstehen während intermediärem Leben
- 1,5.2,5h Zsako-Muskelphänomen
- >13h: Idiomuskuläre Wulst
- >17h: Pupillenreaktion bei Mydriatika/Miotikagabe
- 6-22h: Elektrische Reizung zu Kontraktion
- >80h: bewegliche Spermien nachweisbar
Vita reducta, Vita minima bei:( nach Bahrmann)
AEIOU
- Alkohol, Anämie, Anoxämie
- Elektrizität, Epilepsie
- Injury
- Opiate
- Urämie, Unterkühlung
Vitalitätszeichen
- Definition
- Nicht dazu gehören
- geben Hinweis, das Person während Schädigung gelebt hat
- Erbrochenes in Trachea
- Nachweis von Kieselalgen in der Lunge
Vitalitätszeichen: Kreislauf
- Verblutungszeichen
- Einflussstauung
- Embolien: Fett, Luft, Gewebs
Vitalitätszeichen:: Stoffwechsel
- Giftmetabolismus
- humorale Veränderung: zb Katecholamin-Anstieg
- Entzündungsreaktion
Vitalitätszeichen: Atmung
- Aspiration: Ruß, Blut, Wasser, Mageninhalt
- giftige Gase in Lunge
- Hautemphysem bei Thoraxverletzungen
- kollabierte Lunge bei Pneumothorax
Vitalitätszeichen:: ZNS
- Krähenfüße:(Verbrennung)
- Hinweise auf funktionieren des veget. Nervensystems: Verschlucken/Aushusten von Blut
Lebensproben
- Atemtest
- Siegellackprobe: reaktive Hyperämie
- Arteriolen einschneiden
Sterbetypen: Kaskadentyp
- linear: Grunderkrankung --> Todesursache
- divergierend: eine Grunderkrankung: viele Organe betroffen (zb Krebs)
- konvergierend: viele Grundleiden, gemeinsame Endstrecke (zb KHK, Magenulcus --> Koronainsuff-->Tod)
- komplex: viele Erkrankungen, die zum Tode führen
Todesbescheinigung
- Teile
- wer bekommt
- Ablauf
- offener, nicht vertraulicher Teil --> Standesamt
- Personalangaben
- Ort, Zeitpunkt des Todes
- Todesart (natürlicch/nicht-nat/ungekl)
- zuletzt behandelnder Arzt
- übertragbare Krankheit?
- vertraulicher Teil --> Gesundheitsamt oder Stat. Landesämter
- Todesursache (ICD10)
- Grundleiden
- evtl Sektionsbefund
Todesbescheinidung: Inhalt
- Personalien
- Todeszeitpunkt
- Sterbe/Auffindeort
- Todesart
- Warnhinweise
- sichere Todeszeichen
- zuletzt behandelnder Arzt
- Todesursachen-Kaskade
- Epikrise
Sichere Todeszeichen
- Totenflecken
- Totenstarre
- mit dem Leben nicht vereinbare Verletzungen
- Leichenfäulnis (anaerob)
- Verwesung (aerob)
- Autolyse (enzymatisch)
- Leichenfraß = Entomologie
- Mumifizierung
- Fettwachsbildung = Adipocrire: feuchtes Milieu, Luftabschluss: Moor/Wasserleichen
Unsichere Todeszeichen
ABRAHAM
- Abkühlung
- Blässe
- Reflexlosigkeit
- Atemstillstand
- Herz-Kreislauf-Stillstand
- Atonie der Pupillen
- Muskelatonie
Leichenflecken:
- Allgemeines
- Auftreten
- vollständige Ausprägung
- wegdrückbar
- nicht mehr wegdrückbar
- erstes sicheres Todeszeichen (außer Decapitation)
- 20.30 min
- 3-16h
- bis 20h
- bis 30h
Farbe der Totdenflecken
- blau-violett
- hellrot
- blassrosa
- braun-rot
- grün-rot
- normal
- CO-Vergiftung, Cyanid
- Verblutungstod, Anämie
- Methämoglobinbildner-Vergiftung (Nitrit, Anilin)
- Fäulnis
Vibices
hydrostatisch bedingte Berstung der Blutgefäße mit reiskornartigen Blutungen im Bereich der Totenflecken
Rigor Mortis
- Eintritt
- Wiederbildung nach Brechung
- Lösung
- 2-4 h
- bis 8h
- 48-72h = 2-3 Tage
Nysten'sche Regel
zeitliche Reihenfolge der Totenstarre: je weniger ATP-Reserve dest schneller
- Kiefer
- Nacken
- OE
- UE
Rigor mortis: Temperaturabhängigkeit
Wärme beschleunigt, Kälte verzögert
Kataleptische Totenstarre
letzte Bewegung wird fixiert
Totenlaut
seufzendes Geräusch beim Lagern
kann nur vor oder nach Totenstarre auftreten
Ptomaine
Leichengifte
basische, stickstoffhaltige organische Verbindung, die bei Eiweißfäulnis entstehen, und wegen fehlender Leberfunktion akkumulieren
Skelettierung: Zeit
15 - 20 Jahre