Rechtsmedizin

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I. S.
Diese Karteikarten decken forensische Medizin auf Universitätsniveau ab. Sie behandeln Themen wie Todesursachen, Vergiftungen, und rechtliche Aspekte im medizinischen Kontext. Besonders relevant sind die Analyse von Substanzen wie Amphetaminen, Heroin, und Cannabis, sowie die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Sterbehilfe. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Rechtsmediziner, die sich auf Prüfungen oder praktische Anwendungen vorbereiten.
Karten
224
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
06.07.2019 / 04.12.2019

Lernkarten

Natürlicher Tod

Tod aus krankhafter Ursache, völlig unabhängig von rechtlich bedeutsamen äußeren Faktoren

Nicht-natürlicher Tod

Todesfall, der auf ein von außen verursachtes, ausgelöstes oder beeinflusstes Geschehen zurückzuführen ist

Todesart: Nicht natürlich

  1. Gewalteinwirkung
  2. Vergiftung
  3. Suizid
  4. Behandlungsfehler
  5. tödlich verlaufende Folgezustände von 1-4

Befunde bei Nicht-Natürlichem Tod

  • Verletzungen
  • Stauungsblutungen
  • Farbe der Totenflecken
  • Geruch der Lungenluft
  • Tablettenreste

Altersschwäche, Herzkreislaufversagen

keine Todesursachen!

Gaduierung morphologischer Befunde (Richter 1905)

  1. Gruppe: Befunde, die aufgrund ihres Schweregrades und ihrer Lokalisation für sich alleine den Tod erklären
  2. Gruppe: Organveränderungen, die den Tod aber nicht die Plötzlichkeit erklären
  3. Gruppe: Keine Todesursache auffindbar trotz Untersuchung: <2%

Gerichtsmedizinische Obduktion

immer 2 Ärzte, davon mind. 1 Rechtsmediziner

klinische Obduktion

bei natürlichem Tod

gerichtsmedizinische Obdukation

bei nicht-natürlichem/ungeklärten Tod

Aufgaben der Leichenschau

  • Feststellung des Todes
  • Feststellung von Todesursache, Todesart, Todeszeit
  • Übertragbare Erkrankungen nach Infektionsschutzgesetz
  • Meldepflicht
    • nicht-natürlichem/nicht geklärter Ursache: Polizei
    • ungeklärte Identität: Polizeii
    • Infektionsschutzgesetz (HIV, Heptatitis, Tbc, Botulismus, ..): Gesundheitsamt

Hauptsächliche Todesursache

unter 40y: Gewalt

über 40y: Herz-Kreislauf-Erkrankung, Tumore

Leichenschau obligatorisch bei

  • Leichnam
  • Lebendgeburt
  • Totgeburt

Leichenschau nicht obligatorisch bei

  • Fehlgeburt: <500g
  • Skelettteile

Intermediärer Leben

Zeit zwischen Individualtod und biologischem Tod

Biologischer Tod

Absterben der letzten Körperzelle

Agonie

Phase zwischen Einsetzen des Sterbevorganges und Eintritt des Individualtodes

  • Vita reducta
  • Vita minima

Schwimmprobe

ob Totgeburt schon gelebt hat?

  • Lungenschwimmprobe
    • falsch positiv: Beatmung, Reanimation, Fäulnis
    • faslsch negativ: Aspiration, Ersticken durch Burking
  • Magen-Darm-Schwimmprobe: Zeitraum
    • Magen, Duodenum: wenige Minuten
    • gesamter Dünndarm: bis 6h
    • gesamter Dickdarm: bis 12h

supravitalre Reatkionen

  • Definition
  • Typen

entstehen während intermediärem Leben

  • 1,5.2,5h Zsako-Muskelphänomen
  • >13h: Idiomuskuläre Wulst
  • >17h: Pupillenreaktion bei Mydriatika/Miotikagabe
  • 6-22h: Elektrische Reizung zu Kontraktion
  • >80h: bewegliche Spermien nachweisbar

Vita reducta, Vita minima bei:( nach Bahrmann)

AEIOU

  • Alkohol, Anämie, Anoxämie
  • Elektrizität, Epilepsie
  • Injury
  • Opiate
  • Urämie, Unterkühlung

Vitalitätszeichen

  • Definition
  • Nicht dazu gehören

  • geben Hinweis, das Person während Schädigung gelebt hat
  • Erbrochenes in Trachea
  • Nachweis von Kieselalgen in der Lunge

Vitalitätszeichen: Kreislauf

  • Verblutungszeichen
  • Einflussstauung
  • Embolien: Fett, Luft, Gewebs

Vitalitätszeichen:: Stoffwechsel

  • Giftmetabolismus
  • humorale Veränderung: zb Katecholamin-Anstieg
  • Entzündungsreaktion

Vitalitätszeichen: Atmung

  • Aspiration: Ruß, Blut, Wasser, Mageninhalt
  • giftige Gase in Lunge
  • Hautemphysem bei Thoraxverletzungen
  • kollabierte Lunge bei Pneumothorax

Vitalitätszeichen:: ZNS

  • Krähenfüße:(Verbrennung)
  • Hinweise auf funktionieren des veget. Nervensystems: Verschlucken/Aushusten von Blut

Lebensproben

  • Atemtest
  • Siegellackprobe: reaktive Hyperämie
  • Arteriolen einschneiden

Sterbetypen: Kaskadentyp

  • linear: Grunderkrankung --> Todesursache
  • divergierend: eine Grunderkrankung: viele Organe betroffen (zb Krebs)
  • konvergierend: viele Grundleiden, gemeinsame Endstrecke (zb KHK, Magenulcus --> Koronainsuff-->Tod)
  • komplex: viele Erkrankungen, die zum Tode führen

Todesbescheinigung

  • Teile
  • wer bekommt
  • Ablauf

  • offener, nicht vertraulicher Teil --> Standesamt
    • Personalangaben
    • Ort, Zeitpunkt des Todes
    • Todesart (natürlicch/nicht-nat/ungekl)
    • zuletzt behandelnder Arzt
    • übertragbare Krankheit?
  • vertraulicher Teil --> Gesundheitsamt oder Stat. Landesämter
    • Todesursache (ICD10)
    • Grundleiden
    • evtl Sektionsbefund

Todesbescheinidung: Inhalt

  • Personalien
  • Todeszeitpunkt
  • Sterbe/Auffindeort
  • Todesart
  • Warnhinweise
  • sichere Todeszeichen
  • zuletzt behandelnder Arzt
  • Todesursachen-Kaskade
  • Epikrise

Sichere Todeszeichen

  • Totenflecken
  • Totenstarre
  • mit dem Leben nicht vereinbare Verletzungen

 

  • Leichenfäulnis (anaerob)
  • Verwesung (aerob)
  • Autolyse (enzymatisch)
  • Leichenfraß = Entomologie
  • Mumifizierung
  • Fettwachsbildung = Adipocrire: feuchtes Milieu, Luftabschluss: Moor/Wasserleichen

Unsichere Todeszeichen

ABRAHAM

  • Abkühlung
  • Blässe
  • Reflexlosigkeit
  • Atemstillstand
  • Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Atonie der Pupillen
  • Muskelatonie

Leichenflecken:

  • Allgemeines
  • Auftreten
  • vollständige Ausprägung
  • wegdrückbar
  • nicht mehr wegdrückbar

  • erstes sicheres Todeszeichen (außer Decapitation)
  • 20.30 min
  • 3-16h
  • bis 20h
  • bis 30h

Farbe der Totdenflecken

  • blau-violett
  • hellrot
  • blassrosa
  • braun-rot
  • grün-rot

  • normal
  • CO-Vergiftung, Cyanid
  • Verblutungstod, Anämie
  • Methämoglobinbildner-Vergiftung (Nitrit, Anilin)
  • Fäulnis

Vibices

hydrostatisch bedingte Berstung der Blutgefäße mit reiskornartigen Blutungen im Bereich der Totenflecken

Rigor Mortis

  • Eintritt
  • Wiederbildung nach Brechung
  • Lösung

  • 2-4 h
  • bis 8h
  • 48-72h = 2-3 Tage

Nysten'sche Regel

zeitliche Reihenfolge der Totenstarre: je weniger ATP-Reserve dest schneller

  1. Kiefer
  2. Nacken
  3. OE
  4. UE

Rigor mortis: Temperaturabhängigkeit

Wärme beschleunigt, Kälte verzögert

Kataleptische Totenstarre

letzte Bewegung wird fixiert

Totenlaut

seufzendes Geräusch beim Lagern

kann nur vor oder nach Totenstarre auftreten

Ptomaine

Leichengifte

basische, stickstoffhaltige organische Verbindung, die bei Eiweißfäulnis entstehen, und wegen fehlender Leberfunktion akkumulieren

Skelettierung: Zeit

15 - 20 Jahre

Lernen