WF1 - Forschungsmethoden

FFHS Betriebsökonomie Bsc

FFHS Betriebsökonomie Bsc


N. E.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über Forschungsmethoden im universitären Kontext, mit Fokus auf Experimente, Hypothesen und Inhaltsanalysen. Sie behandeln die Operationalisierung von Begriffen, die Auswertung von Daten und die Anwendung qualitativer sowie quantitativer Methoden. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Forscher, die sich mit der systematischen Datenerhebung und -analyse befassen, um Zusammenhänge zu untersuchen und Hypothesen zu überprüfen.
Karten
114
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.06.2019 / 30.08.2022

Lernkarten

Was ist die Grundstruktur der Operationalisierung?

  • Hypothese
    • Vordersatz 
      • Mind. 6 Items
    • Hintersatz
      • Mind. 6 Items

Was ist das Grundproblem jeder Fragebogenentwicklung?

abstrakte Begriffe lassen sich nicht direkt beobachten oder messen

 

Was sind Items?

• Die einzelnen Fragen in einem Fragebogen

• Können sowohl Variablen als auch Indikatoren sein

was sind Indikatoren?

Mehrere Variablen

Benötigt, wenn ein Merkmal nicht direkt messbar ist

Beispiel: mathematische Grundbildung

Indikatoren: Testergebnisse in Mathe

Wie soll ein Fragebogen aufgebaut sein (Umfang?

Fragen für den Hintersatz in 6 Items aufteilen 

Fragen für den Vordersatz in 6 Items aufteilen

Fragen für die Drittvariablen 

Was sind die Anforderungen an Fragebogenfragen?

  • Objektivität:
    • Angabe, in welchem Ausmass die Testergebnisse vom Testanwender (Auswertung) unabhängig sind, also intersubjektiv gültig sind.
  • Reliabilität (Zuverlässigkeit):
    • Grad der Stabilität und Genauigkeit der Messungen sowie die Konstanz der Messbedingungen. Also: Genauigkeit, mit dem das geprüfte Merkmal gemessen wird.
  • Validität (Gültigkeit):
    • Das Ausmass, in dem das gemessen wird, was gemessen werden sollte.

Wie gross sollte das Cronbach‘s Alpha sein um als relibel zu gelten?

grösser als .65 

Ws sind Faustregeln für Fragen in Fragebögen?

  • Fragen sollen einfache Wörter enthalten
  • Fragen sollen kurz formuliert sein
  • Fragen sollen konkret sein
  • Keine Suggestivfragen (Fragen sollen keine bestimmte Beantwortung provozieren)
  • Fragen sollen neutral formuliert sein
  • Fragen sollen nicht hypothetisch formuliert sein (Ausnahme: situative Fragen, z.B. Wahlumfragen oder Bewerbungsgespräch)
  • Fragen sollen sich nur auf einen Sachverhalt beziehen (keine Mehrdimensionalität)
  • Keine doppelte Negation
  • Fragen sollten den Befragten nicht überfordern 

Welche Fragearten gibt es?

  1. Fragen nach Überzeugungen/Einschätzungen (beliefs)
    1. was subjektiv für wahr/falsch gehalten wird
  2. Fragen nach Einstellungen/Meinungen (attitudes)
    1.  was wünschenswert ist (oder auch nicht). 
  3. Fragen nach Verhalten von Befragten (behaviour)
    1. tatsächliches Verhalten oder auf Verhaltensabsichten in „hypothetischen“ Situationen 
  4. Fragen nach Eigenschaften von Befragten (attributes)
    1. Merkmalsfragen beziehen sich auf die Eigenschaften der Untersuchungspersonen (bzw. Merkmalsobjekte), wie deren Alter, Familienstand, Einkommen
  5. Faktfragen (facts) 
    1.  nachprüfbare Tatsachen erfasst.
  6. Wissensfragen (knowledge)
    1. as genaue Wissen einer Person über 
  7. Bewertungsfragen (rating)
    1. ein Werturteil abzugeben. Insbesondere wird sie damit gebeten, ihren affektuellen Bezug

Was ist eine Programmfrage?

orschungsfragen, die man mit Hilfe einer Befragung beantworten will.

was sind Testfragen?

 Fragen, die den Befragten gestellt werden

Was sind die Urteilstendenzen von Ratingskalen?

  • Tendenz zur Mitte: Extreme Antworten werden vermieden, Mitte wird gewählt
  • Gedankenlose Reproduktion: Bei ähnlich scheinenden Items (z.B. aufgrund der Skalenform) werden gleiche Optionen gewählt
  • Primacy-Effekt: Antworten werden von Antworten auf vorangehende Fragen beeinflusst, wenn Thematik als ähnlich oder gleich wahrgenommen wird
  • Halo-Effekt: Beurteilung verschiedener Merkmale wird durch Beurteilung eines zentralen Merkmals beeinflusst (zentrales Merkmal „strahlt“ auf andere Merkmale)

Was sind Arten der Erfassung der Antworten in Fragebögen?

  • Die Viererskala (präferenz(
  • Listenfrage
  • Ja / Nein – Antwortenvorgabe
  • Polaritätenprofil

Wie soll ein Fragebogen aufgebaut sein?

  • Einleitung
    • z.B. Um was geht es?; Hinweis, dass die Daten vertraulich behandelt werden; ...
  • Hinweise zum Ausfüllen des Fragebogens
  • Eröffnungsfragen
    • z.B. Fragen, um auf das Thema hinzuführen
    • demographische Fragen
  • Hauptfragen
  • Abschlussfragen
    • Demographische Fragen (falls sie nicht weiter oben gestellt wurden) und/oder bspw. Kontrollfragen
  • Letzte Seite / Ausklang
    • Bitte an die Befragten, Anmerkungen zum Fragebogen oder zum Thema zu machen

Was ist ein Chi-Quadrat-Test?

  • gibt an, ob die Nullhypothese (es gibt keinen Zusammenhang / Unterschied) verworfen werden kann oder nicht. 
    • Signifikanzniveau hier p ≤ .05

Wie wird die Interpretation der Stärke der Korrelationskoeffizienten bewertet?

0,00 bis 0,15 Sehr geringe Korrelation

Bis 0,25 Geringe Korrelation

Bis 0,40 Mittlere Korrelation

Bis 0,60 Hohe Korrelation

Über 0,60 Auf Redundanz überprüfen!

Was sind die Voraussetzungen für eine kausale Ursachen-Wirkungs-Hypothese?

  1. Es besteht ein Zusammenhang zwischen X und Y 
  2. X ist verantwortlich für den Effekt in Y
  3. X und Y sind Momente eines Prozesses / Mechanismus
  4. Weitere Faktoren, die Y verursachen, sind ausgeschlossen oder können «kontrolliert» werden. 

Wie ist der Der statistische Auswertungsbericht aufgebaut?

  1. Problemstellung
  2. Theorie, Forschungsfragen und Hypothesen
  3. Methodenwahl
    1. Methode der Datenerhebung
    2. Methode der Datenauswertung
  4. Ergebnisse
    1. Beschreibende Statistik (univariat)
    2. Analyse der Hypothesen
    3. Elaboration der Hypothesen und neue entdecken
  5. Diskussion der Hypothesen und Empfehlungen
  6. Zusammenfassung bezüglich des Forschungsproblems

Wofür dient das Experiment

Hypothesen über Kausalbeziehungen zwischen Variablen zu entwickeln. 

Wie und was ermöglicht das Experiment?

Das Experiment ermöglicht es, durch aktives Manipulation der Versuchsbedingungen (=Treatmentbedingungen) durch den Experimentator, zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden

Was ist der wichtigster Unterschied zwischen Experimentelle vs. nicht-experimentelle Forschung

  • experimentell: gezielte Manipulation von UV („Forscher verändert Ausprägungen der UV selbst“)
  • nicht-experimentell: keine Manipulation der UV („Forscher verändert die Ausprägungen der UV nicht selbst, sondern erfasst ihre zufällige Ausprägung.“) 

Wie können Erkenntnisse in Experimenten zustande kommen?

Erkenntnisse können nur durch Vergleiche zustande kommen, nur dadurch können Unterschiede und Differenzen wahrgenommen werden.

Wie wird ein Experiment charakterisiert?

  • Der Experimentator („Forscher“) variiert systematisch mindestens eine Variable und registriert, welchen Effekt diese aktive Veränderung auf die AV bewirkt.
  • Die Wirkung von anderen Variablen auf die AV wird kontrolliert, um sie auszuschalten. Es interessiert nur der Effekt der speziell untersuchten UV. (Randomisierung

Wie wird Kausalität untersucht?

Nur mittels Experiment ist es möglich, Kausalität (= klare gerichtete Wirkungszusammenhänge) zu untersuchen. 

Was ist der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität?

 Korrelation ist ein Zusammenhang; eine Beziehung zwischen zwei Variablen. Das bedeutet: zwei Datensätze verhalten sich ähnlich. Das eine steht in Beziehung zum anderen, bedingt es aber nicht zwingend. Im Wissenschaftsbetrieb wird Korrelation vorrangig statistisch verwendet. Zwei oder mehrere Dinge werden empirisch aufeinander bezogen, was einen bestimmten Messwert ergibt. Beispielsweise korrelieren Übergewicht und Lebenserwartung. Das heißt aber nicht, dass Übergewicht die Lebenserwartung kausal bedingt, dass also übergewichtige Menschen zwingend früher sterben als andere.

Kausalität ist die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung oder ‘Aktion’ und ‘Reaktion’, betrifft also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse und Zustände” (Wikipedia). Das eine verursacht das andere. Diese Form des Beweises ist deutlich schwerer zu erbringen, weil ausgeschlossen werden muss, dass auch (oder noch) andere Dinge zur Wirkung geführt haben. Wenn beispielsweise ein Kind mit nassen Haaren bei 4 Grad ohne Mütze draußen herumgelaufen ist und am nächsten Tag krank wird, spricht man landläufig davon, dass das eine die Ursache des anderen sei. Das kann stimmen, muss es aber nicht, weil wir nicht wissen, ob das Kind auch krank geworden wäre, wenn es eine Mütze auf dem Kopf gehabt hätte. Die Ursache-Wirkungs-Relation ist vielleicht plausibel, zwingend ist sie nicht.

Was gibt es für Gruppen in Experimenten?

  • Experimentalgruppe(n),
  • Kontrollgruppe(n)

Wie ist das Vorgehen bei einem Versuchsplan?

  1. Problemstellung und Forschungsfragen
  2. Forschungshypothesen, meist Unterschiedshypothesen
  3. Operationalisierung für Intervention, Beobachtungsschema und Fragebogen
  4. Versuchsplan, welcher der Hypothese angemessen ist
  5. Bestimmung der zu kontrollierenden Störvariablen (Mutmassungen!)
  6. Stichprobe, meist Form der Randomisierung nach der Auswahl
  7. Durchführung
  8. Datenauswertung, Prüfung der Nullhypothese
  9. Schlussfolgerungen

Wann sind Variablen kausal verbunden?

Zwei oder mehr Variablen sind kausal verbunden, wenn sie in einem empirisch nicht umkehrbaren, asymmetrischen Zusammenhang stehen. Ursache X (unabhängige Variable) erzeugt Wirkung Y (abhängige Variable), aber nicht umgekehrt. 

Was sind die Voraussetzungen für eine kausale Ursachen-Wirkungs-Hypothese?

  1. Es besteht ein Zusammenhang zwischen X und Y
  2. X ist verantwortlich für den Effekt in Y
  3. X und Y sind Momente eines Prozesses / Mechanismus
  4. Weitere Faktoren, die Y verursachen, sind ausgeschlossen oder können «kontrolliert» werden.

Was sind wesentliche Merkmale des Experiments?

  • die Planbarkeit (Kontrolle)
  • die Wiederholbarkeit (Replikation) und
  • die Variierbarkeit (Manipulation) – 

Was sind einfaktorielle Experimente?

eine UV wird untersucht

Was sind mehrfaktorielle Experimente?

mehrere UV werden untersucht

Was sind univariate Experimente?

eine AV wird untersucht

Was sind multivariate Experimente?

mehrere AV werden untersucht

Was sind die Formen von Experimenten ?

  • Laborexperimente
    • in der Regel im Hinblick auf die untersuchte Situation ein hohes Maß an interner Gültigkeit beanspruchen können. (Milgram-Experiment)
  • Feldexperimente
    • in natürlichen Situationen den Vorteil höherer externer Gültigkeit, da deren Ergebnisse eher verallgemeinernde Aussagen hinsichtlich realer sozialer Verhältnisse und Zusammenhänge zulassen. (Räuberhöhlen-Studie von Sherif et al., zu Kooperation und Konkurrenz)
  • Online Feldexperiment
    • Synthese zwischen Laborexperiment und Feldexperiment. Zukunftspotential. Kann komplexere Zusammenhänge erfassen. (Ausweitung zur internetbasierten Analyse von „Big Data durch Parigi, Santana und Cook) 
  • Quasi-Experiment
    • Ohne Versuchsleiter und Versuchsplan. Die Gesellschaft ist sich selber Experiment. (gekoppelt mit Befragungsstudien, Reaktionen der Bevölkerung auf Umweltnoxen wie z.B. Flug- und Strassenlärm)
  • Simulation
    • Andererseits ist neuerdings gegen diese klassischen experimentellen Verfahrensweisen eingewandt worden, dass sich die meisten konkreten sozialen Phänomene weniger als UrsacheWirkung-Folge, sondern eher als systemische Vernetzung erfassen lassen, - ein anspruchsvolles neues experimentelles Forschungsprogramm, das bislang allerdings erst auf der Modellebene über Computersimulationen realisiert werden konnte. (Wettrüsten, Richardson) 

Was ist Parallelisierung ?

Zusammenstellung von möglichst vergleichbaren Untersuchungsgruppen in Stichproben, die für annähernd gleliche Verteilung bzw. Kennwerte sorgt

  • Gruppenebene
  • erhöht interne Validität
  • stellt (schlechteren) Ersatz für Randomisierung dar

Was sind Drittvariablen («Störvariablen») im Experiment ?

Es sind all jene Faktoren, welche sowohl die abhängige Variable als auch die unabhängige Variable beeinflussen können und nicht manipuliert werden. Dies können Merkmale von Versuchspersonen oder äußere Faktoren sein. Das Ziel ist es, diese Störvariablen zu neutralisieren oder aktiv einzsetzen. (z.b. beim quasi exoeriment)

Was ist Konfundierung?

 Der unerwünschte Effekt einer Drittvariablen.  Zu Störvariablen werden andere Einflussgrössen erst dann, wenn sie systematisch mit den Stufen einer UV variieren und auf die AV einwirken. Diesen Sachverhalt nennt man Konfundierung. Zu verhindern ist also die systematische Variation einer potenziellen Einflussgrösse mit den Stufen einer oder mehrerer UV.

Wie wird Kontrolle von Störvariablen der Untersuchungssituation gemacht?

  • Elimination
    • Störvariable ausschalten
    • z.B. Lärm durch Schalldämmung eliminieren; Versuchsleiter (als Störvariable) durch Computer ersetzen
  • Konstanthalten
    • Störvariable wird konstant gehalten, d.h. alle Vpn sind ihr gleich ausgesetzt
    • z.B. immer gleiche Raumbeleuchtung, Raumtemperatur, usw.
  • Zufallsvariation
    • verschiedene Stufen der Störvariable werden variiert
    • diese Variation darf aber nicht mit der Variation der UV einhergehen 
  • Doppelblindstudie
    • Vpn wissen nicht, welcher Stufe der UV sie zugeordnet werden
    • Versuchsleiter weiss dies ebf. nicht! (manchmal aber nicht möglich ausserhalb medizin. Experimente)
  • Einfachblindstudie (Standard)
    • Nur Vpn wissen nicht, welcher Stufe der UV sie zugeordnet werden

Was muss bei Instruktion der Versuchspersonen beachtet werden?

  • Instruktion so kurz wie möglich, so lang wie nötig
  • einfache Sprache, keine Fremdwörter und Fachausdrücke
  • kurze Sätze, wenn möglich ohne Nebensätze
  • bei den Vpn möglichst kein Vorwissen bzw. vertieftes Textverständnis voraussetzen
  • Zeitwörter besser in aktiver (nicht passiver) Form verwenden
    • Es wird Ihnen jetzt eine .... vorgelegt.
    • Besser: Ich lege Ihnen jetzt eine ... vor.
  • gleiche Wörter mehrmals verwenden (nicht Synonyme)
  • keine Mittelwortkonstruktionen
    • Wenn ..., dann drücken Sie auf die auf der rechten Seite des Tisches befindlichen Taste.
    • Besser: An der rechten Seite des Tisches ist eine Taste angebracht. Wenn ..., dann drücken Sie diese Taste.

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