WF1 - Forschungsmethoden

FFHS Betriebsökonomie Bsc

FFHS Betriebsökonomie Bsc


N. E.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über Forschungsmethoden im universitären Kontext, mit Fokus auf Experimente, Hypothesen und Inhaltsanalysen. Sie behandeln die Operationalisierung von Begriffen, die Auswertung von Daten und die Anwendung qualitativer sowie quantitativer Methoden. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Forscher, die sich mit der systematischen Datenerhebung und -analyse befassen, um Zusammenhänge zu untersuchen und Hypothesen zu überprüfen.
Karten
114
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.06.2019 / 30.08.2022

Lernkarten

Was sind die Voraussetzungen für eine kausale Ursachen-Wirkungs-Hypothese?

  1. Es besteht ein Zusammenhang zwischen X und Y 
  2. X ist verantwortlich für den Effekt in Y
  3. X und Y sind Momente eines Prozesses / Mechanismus
  4. Weitere Faktoren, die Y verursachen, sind ausgeschlossen oder können «kontrolliert» werden. 

Wie ist der Der statistische Auswertungsbericht aufgebaut?

  1. Problemstellung
  2. Theorie, Forschungsfragen und Hypothesen
  3. Methodenwahl
    1. Methode der Datenerhebung
    2. Methode der Datenauswertung
  4. Ergebnisse
    1. Beschreibende Statistik (univariat)
    2. Analyse der Hypothesen
    3. Elaboration der Hypothesen und neue entdecken
  5. Diskussion der Hypothesen und Empfehlungen
  6. Zusammenfassung bezüglich des Forschungsproblems

Wofür dient das Experiment

Hypothesen über Kausalbeziehungen zwischen Variablen zu entwickeln. 

Wie und was ermöglicht das Experiment?

Das Experiment ermöglicht es, durch aktives Manipulation der Versuchsbedingungen (=Treatmentbedingungen) durch den Experimentator, zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden

Was ist der wichtigster Unterschied zwischen Experimentelle vs. nicht-experimentelle Forschung

  • experimentell: gezielte Manipulation von UV („Forscher verändert Ausprägungen der UV selbst“)
  • nicht-experimentell: keine Manipulation der UV („Forscher verändert die Ausprägungen der UV nicht selbst, sondern erfasst ihre zufällige Ausprägung.“) 

Wie können Erkenntnisse in Experimenten zustande kommen?

Erkenntnisse können nur durch Vergleiche zustande kommen, nur dadurch können Unterschiede und Differenzen wahrgenommen werden.

Wie wird ein Experiment charakterisiert?

  • Der Experimentator („Forscher“) variiert systematisch mindestens eine Variable und registriert, welchen Effekt diese aktive Veränderung auf die AV bewirkt.
  • Die Wirkung von anderen Variablen auf die AV wird kontrolliert, um sie auszuschalten. Es interessiert nur der Effekt der speziell untersuchten UV. (Randomisierung

Wie wird Kausalität untersucht?

Nur mittels Experiment ist es möglich, Kausalität (= klare gerichtete Wirkungszusammenhänge) zu untersuchen. 

Was ist der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität?

 Korrelation ist ein Zusammenhang; eine Beziehung zwischen zwei Variablen. Das bedeutet: zwei Datensätze verhalten sich ähnlich. Das eine steht in Beziehung zum anderen, bedingt es aber nicht zwingend. Im Wissenschaftsbetrieb wird Korrelation vorrangig statistisch verwendet. Zwei oder mehrere Dinge werden empirisch aufeinander bezogen, was einen bestimmten Messwert ergibt. Beispielsweise korrelieren Übergewicht und Lebenserwartung. Das heißt aber nicht, dass Übergewicht die Lebenserwartung kausal bedingt, dass also übergewichtige Menschen zwingend früher sterben als andere.

Kausalität ist die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung oder ‘Aktion’ und ‘Reaktion’, betrifft also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse und Zustände” (Wikipedia). Das eine verursacht das andere. Diese Form des Beweises ist deutlich schwerer zu erbringen, weil ausgeschlossen werden muss, dass auch (oder noch) andere Dinge zur Wirkung geführt haben. Wenn beispielsweise ein Kind mit nassen Haaren bei 4 Grad ohne Mütze draußen herumgelaufen ist und am nächsten Tag krank wird, spricht man landläufig davon, dass das eine die Ursache des anderen sei. Das kann stimmen, muss es aber nicht, weil wir nicht wissen, ob das Kind auch krank geworden wäre, wenn es eine Mütze auf dem Kopf gehabt hätte. Die Ursache-Wirkungs-Relation ist vielleicht plausibel, zwingend ist sie nicht.

Was gibt es für Gruppen in Experimenten?

  • Experimentalgruppe(n),
  • Kontrollgruppe(n)

Wie ist das Vorgehen bei einem Versuchsplan?

  1. Problemstellung und Forschungsfragen
  2. Forschungshypothesen, meist Unterschiedshypothesen
  3. Operationalisierung für Intervention, Beobachtungsschema und Fragebogen
  4. Versuchsplan, welcher der Hypothese angemessen ist
  5. Bestimmung der zu kontrollierenden Störvariablen (Mutmassungen!)
  6. Stichprobe, meist Form der Randomisierung nach der Auswahl
  7. Durchführung
  8. Datenauswertung, Prüfung der Nullhypothese
  9. Schlussfolgerungen

Wann sind Variablen kausal verbunden?

Zwei oder mehr Variablen sind kausal verbunden, wenn sie in einem empirisch nicht umkehrbaren, asymmetrischen Zusammenhang stehen. Ursache X (unabhängige Variable) erzeugt Wirkung Y (abhängige Variable), aber nicht umgekehrt. 

Was sind die Voraussetzungen für eine kausale Ursachen-Wirkungs-Hypothese?

  1. Es besteht ein Zusammenhang zwischen X und Y
  2. X ist verantwortlich für den Effekt in Y
  3. X und Y sind Momente eines Prozesses / Mechanismus
  4. Weitere Faktoren, die Y verursachen, sind ausgeschlossen oder können «kontrolliert» werden.

Was sind wesentliche Merkmale des Experiments?

  • die Planbarkeit (Kontrolle)
  • die Wiederholbarkeit (Replikation) und
  • die Variierbarkeit (Manipulation) – 

Was sind einfaktorielle Experimente?

eine UV wird untersucht

Was sind mehrfaktorielle Experimente?

mehrere UV werden untersucht

Was sind univariate Experimente?

eine AV wird untersucht

Was sind multivariate Experimente?

mehrere AV werden untersucht

Was sind die Formen von Experimenten ?

  • Laborexperimente
    • in der Regel im Hinblick auf die untersuchte Situation ein hohes Maß an interner Gültigkeit beanspruchen können. (Milgram-Experiment)
  • Feldexperimente
    • in natürlichen Situationen den Vorteil höherer externer Gültigkeit, da deren Ergebnisse eher verallgemeinernde Aussagen hinsichtlich realer sozialer Verhältnisse und Zusammenhänge zulassen. (Räuberhöhlen-Studie von Sherif et al., zu Kooperation und Konkurrenz)
  • Online Feldexperiment
    • Synthese zwischen Laborexperiment und Feldexperiment. Zukunftspotential. Kann komplexere Zusammenhänge erfassen. (Ausweitung zur internetbasierten Analyse von „Big Data durch Parigi, Santana und Cook) 
  • Quasi-Experiment
    • Ohne Versuchsleiter und Versuchsplan. Die Gesellschaft ist sich selber Experiment. (gekoppelt mit Befragungsstudien, Reaktionen der Bevölkerung auf Umweltnoxen wie z.B. Flug- und Strassenlärm)
  • Simulation
    • Andererseits ist neuerdings gegen diese klassischen experimentellen Verfahrensweisen eingewandt worden, dass sich die meisten konkreten sozialen Phänomene weniger als UrsacheWirkung-Folge, sondern eher als systemische Vernetzung erfassen lassen, - ein anspruchsvolles neues experimentelles Forschungsprogramm, das bislang allerdings erst auf der Modellebene über Computersimulationen realisiert werden konnte. (Wettrüsten, Richardson) 

Was ist Parallelisierung ?

Zusammenstellung von möglichst vergleichbaren Untersuchungsgruppen in Stichproben, die für annähernd gleliche Verteilung bzw. Kennwerte sorgt

  • Gruppenebene
  • erhöht interne Validität
  • stellt (schlechteren) Ersatz für Randomisierung dar

Was sind Drittvariablen («Störvariablen») im Experiment ?

Es sind all jene Faktoren, welche sowohl die abhängige Variable als auch die unabhängige Variable beeinflussen können und nicht manipuliert werden. Dies können Merkmale von Versuchspersonen oder äußere Faktoren sein. Das Ziel ist es, diese Störvariablen zu neutralisieren oder aktiv einzsetzen. (z.b. beim quasi exoeriment)

Was ist Konfundierung?

 Der unerwünschte Effekt einer Drittvariablen.  Zu Störvariablen werden andere Einflussgrössen erst dann, wenn sie systematisch mit den Stufen einer UV variieren und auf die AV einwirken. Diesen Sachverhalt nennt man Konfundierung. Zu verhindern ist also die systematische Variation einer potenziellen Einflussgrösse mit den Stufen einer oder mehrerer UV.

Wie wird Kontrolle von Störvariablen der Untersuchungssituation gemacht?

  • Elimination
    • Störvariable ausschalten
    • z.B. Lärm durch Schalldämmung eliminieren; Versuchsleiter (als Störvariable) durch Computer ersetzen
  • Konstanthalten
    • Störvariable wird konstant gehalten, d.h. alle Vpn sind ihr gleich ausgesetzt
    • z.B. immer gleiche Raumbeleuchtung, Raumtemperatur, usw.
  • Zufallsvariation
    • verschiedene Stufen der Störvariable werden variiert
    • diese Variation darf aber nicht mit der Variation der UV einhergehen 
  • Doppelblindstudie
    • Vpn wissen nicht, welcher Stufe der UV sie zugeordnet werden
    • Versuchsleiter weiss dies ebf. nicht! (manchmal aber nicht möglich ausserhalb medizin. Experimente)
  • Einfachblindstudie (Standard)
    • Nur Vpn wissen nicht, welcher Stufe der UV sie zugeordnet werden

Was muss bei Instruktion der Versuchspersonen beachtet werden?

  • Instruktion so kurz wie möglich, so lang wie nötig
  • einfache Sprache, keine Fremdwörter und Fachausdrücke
  • kurze Sätze, wenn möglich ohne Nebensätze
  • bei den Vpn möglichst kein Vorwissen bzw. vertieftes Textverständnis voraussetzen
  • Zeitwörter besser in aktiver (nicht passiver) Form verwenden
    • Es wird Ihnen jetzt eine .... vorgelegt.
    • Besser: Ich lege Ihnen jetzt eine ... vor.
  • gleiche Wörter mehrmals verwenden (nicht Synonyme)
  • keine Mittelwortkonstruktionen
    • Wenn ..., dann drücken Sie auf die auf der rechten Seite des Tisches befindlichen Taste.
    • Besser: An der rechten Seite des Tisches ist eine Taste angebracht. Wenn ..., dann drücken Sie diese Taste.

Was ist der typische Aufbau eines wissenschaftlichen Artikels?

  1. Titel
  2. Abstract
  3. Einleitung, Thematik, Problemstellung
  4. Überblick Theorie
  5. Theoretisches Orientierungsmodell, Konzeptmodell
  6. Hypothesen 
  7. Forschungsmethoden
  8. Forschungsmethoden Operationalisierungen
  9. Forschungsmethoden Drittvariablen
  10. Forschungsergebnisse
    1. deskriptive Statistik
    2. Dokumentation der Analyse
    3. Diskussion der Ergebnisse
  11. Diskussion und Schlussfolgerungen

Was ist eine Störvariable?

Die!Störvariable!ist!eine!Variable,!die!auch!einen!(zumindest!vermuteten)!Einfluss!auf!die! abhängige!Variable!hat. Will!man!beispielsweise!herausfinden,!inwiefern!die!Unterrichtsmethode!einen!Einfluss!auf! den!Prüfungserfolg!von!Studierenden!hat,!so!wäre!der!IQ!eine!Störvariable!(weil!der!IQ! sicherlich!auch!einen!Einfluss!auf!den!Prüfungserfolg!hat).

Was ist die Qualitative Forschung?

 Empirische Forschung, die mit besonderen Datenerhebungsverfahren in erster Linie qualitative Daten erzeugt und interpretativ verarbeitet, um dadurch neue Effekte zu entdecken (Exploration) und (seltener) auch Hypothesen zu prüfen (Explanation). 

Was ist das Ziel eines qualitativen Interviews?

„genauere Informationen vom Befragten mit besonderer Berücksichtigung seiner Perspektive, Sprache und Bedürfnisse zu erlangen.Hierzu gehören vor allem:

  • Die Erweiterung des Antwortspielraums durch den Befragten,
  • eine den spezifischen Problemen und Bedürfnissen des Befragten angemessene Befragung.“ 

Was bedeuted „genauere Informationen“ bezüglich einer Antwort?

  • Die Bedeutung einer Antwort weiter klären.
  • Den ausschlaggebenden Aspekt der Meinung der befragten Person vertiefen.
  • Ursachen für die Meinungsbildung herausfinden.
  • Komplexe Einstellungsmuster entdecken.
  • Zugrundeliegende Motive für Einstellungen ergründen.
  • Interpretation und Verfeinerungen für statistische Beziehungen finden.

Was ist das Ziel der Quantitative Forschung?

  • Neue Effekte zu entdecken (Exploration)
  • Populationen zu beschreiben (Deskription), und
  • Hypothesen zu prüfen (Explanation)

Was ist eine Unterschiedshypothese?

Hypothesen als Antworten auf die Forschungsfrage.

Formulierung: «Kinder, die beobachten, dass ihr Vorbild in der Situation S mit Streit reagiert, ahmen ihr Vorbild mit grösserer Wahrscheinlichkeit nach, als Kinder, die ein solches Ereignis nicht beobachten.»

Was ist die Likert Skala?

Zahl - Wert - Antwort

z.B

1 - stimme stark zu - Kästchen

Was ist die Thurstone-Skala?

0 - 10

Wie kann in Fragebogen gefragt werden?

  • Urteil zu Häufigkeit des Auftretens eines Phänomens
    • z.B. sehr häufig / eher häufig / weniger häufig / gar nicht
  • Urteil zu Intensität des Auftretens eines Phänomens
    • z.B. sehr viele / eher viele / eher wenige / keine
  • Urteil zu Rangfolge
    • z.B. sehr wichtig / eher wichtig / weniger wichtig / unwichtig

Was ist das Leitfadeninterview?

  • Beispiel der qualitativen Datenerhebung
  • Das Intensivinterview wird mit dem Instrument des Leitfadens geführt, daher auch der Begriff „Leitfadeninterview“.
  • Voraussetzung für das Erstellen eines Leitfadens ist ebenso die Operationalisierungsliste vom Problem bis zu den Hypothesen.
  • Vor jedem Intensivinterview sollten Kenntnisse über die zu befragende Person aufgearbeitet werden. (Dokumente, Interviews, Berichte Dritter etc.)

Wie im Leitfadeninterview Muster entdecken?

  • Vorwissen
    • Vom Problem zu den Fragen, Hypothesen
  • Strukturierung des VorLeitfadens
    • Auswahl von Aspekten / Konzepten
  • Leitfaden
    • • Dramaturgie

Was ist die heoretische Stichprobe“ ?

In der qualitativen Forschung wird die „theoretische Stichprobe“ häufig verwendet. In der „abduktiven“ Forschungsstrategie wird für die theoretische Stichprobe nach Rahmenbedingungen gesucht, unter denen bestimmte Ereignisse, die von einer allgemeinen Gesetzesaussage postuliert werden, eintreten können oder nicht eintreten werden. (siehe H-O-Schema). Das Ziel der Stichprobe besteht darin, eine Anzahl von Fällen (‚cases‘) zu erwerben, die während der Datenauswertung verglichen werden können.

Was sind die zentralen Fragen bei der qualitative Studie?

  • Wie sind die Informationen erhoben worden, Art der theoretischen Stichprobe?
  • Merkmale (Variablen) der Stichprobe?
  • Häufigkeitsverteilung zur Stichprobe?
  • Kommentar: Welche Eigenschaften hat die Stichprobe in Worten gefasst?
  • Übereinstimmung mit einer Referenzstichprobe?
  • Abhängige Variablen definiert und in Worten eingeführt und erläutert?

Was ist eine Inhaltsanalyse?

Inhaltsanalyse ist eine extensive Analyse von Texten ganz verschiedener Art: gedruckte oder geschriebene Texte, Bilder, social Media, Plakate, Tagebücher, Tonaufnahmen, Kulturgegenstände, Filme, Musik, Zeitungen, etc. 

Wo werden Inhaltsanalysen angewendet?

nhaltsanalyse können sowohl mit quantitativen als auch qualitativen Methoden vorgenommen werden. Diese Methode wird verwendet, wo mit anderen Methoden eine systematische Datenerhebung schwierig ist, z.B. Geschlechterunterschiede im Film, Strategien von Wirtschaftsorganisationen etc.

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