Klinische Psychologie II - Frau Stenzel
PHB Modul 5
PHB Modul 5
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Was ist eine Figur- oder Spiegelexposition und wie wird diese durchgeführt? (VL6)
= zeitlich ausgedehnte Konfrontation mit Figur/ äußerer Erscheinung
→ Durchführung zu verschiedenen Mahlzeiten, Stimmungslagen und versch. Kleidung
→ Erscheinung beschreiben, Gedanken & Gefühle verbalisieren
→ Therapeut achtet darauf, dass Pat. sich nicht ablenkt
→ Übung erst beenden, wenn negative Gefühle deutlich zurückgegangen sind
Was ist ein wichtiges Differentialdiagnostisches Kriterium, um eine PTBS von einer akuten Belastungsreaktion zu unterscheiden? (VL 5)
Zeitkriterium
Akute Belastungsreaktion: Symptome treten innerhalb weniger Minuten auf und können bei einem psychisch nicht gestörten Menschen innerhalb von Stunden oder Tagen abklingen
Die Diagnose akute Belastungsstörung wird vergeben, wenn über mindestens 2 Tage, aber höchstens über 4 Wochen Symptome berichtet werden.
Was ist eine CUE-Exposure bei Essstörungen und wie wird diese durchgeführt? (VL6)
= spezielle Form der Konfrontations-Therapie
→ Liste bevorzugter Lebensmittel erstellen (Hierarchie)
→ Auswahl von Lebensmitteln, die mittleren bis starken Drang zum Essanfall verursachen
→ Betrachten (fühlen, riechen, lecken), in kleinen Teilen essen und dabei Gefühle, Assoziationen und Drang, es jetzt zu essen einschätzen
ZIEL: Bewältigungsstrategien lernen (Impuls nicht nachgeben/ unterbrechen)
→ Gefühl, Verlangen aushalten zu können
→ emotionale Bewältigung
Welche Angststörung tritt am häufigsten auf? (VL 3)
Angststörungen: Genetisch bedingte Varianz ist störungsspezifisch. (VL 3)
Um wie viele Punkte soll die zuvor bestimmte Grundspannung bei der Exposition von Zwangsstörungen mindestens reduziert werden? (VL 4)
Welches Ziel verfolgt die Exposition über die Habituation der Angst hinaus? (VL 4)
Neue Informationen (z.B. Bewältigungsmöglichkeiten) über befürchetete Konsequenzen erlernen (für den Umgang mit negativen Emotionen).
Handlungsspielraum erweitern.
Bei welchen der folgenden Störungen ist die höchste Wirksamkeit von SSRI nachgewiesen?
Was trifft auf die S1 Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen und medizinischen Fachgesellschaften zu?
KVT als Goldstandard bei Zwangsstörungen (VL 4).
Wie lange sollte die Psychopharmakotherapie bei Zwangsstörungen dauern (VL 4)?
Für den schädlichen Gebrauch von Substanzen und Abhängigkeitsstörungen gilt, dass sie ein Risiko für eine Traumatisierung darstellen, ohne gleichzeitig eine Vulnerabilität für die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung zu bilden. (VL 5)
Sicherheitsverhalten (kognitiv & behavioral) ... Traumagedächtnis. (VL 5)
Welche Dysfunktionalen Bewertungen bei Zwangsstörungen kennst du? (VL4)
Welche körperlichen Veränderungen/biologischen Merkmale weisen Patienten mit somatoformer Störung auf? (VL7)
Welche spezifischen Einstellungen und kognitiven Bewertungsprozesse sind charakteristisch bei Somatisierungspatienten? (VL7)
Welche Komponenten gehören zur somatosensorischen Verstärkung nach Barsky, 1990? (VL7)
Was gilt für die Pharmakotherapie bei somatoformen Störungen? (VL7)
Welche Probleme der Klassifikation traten im DSM IV bezüglich somatoformer Störungen auf? (VL 7)
Für das diagnostische SKID Interview gilt... (DP)
Welche Formen affektiver Störungen gibt es? (VL2)
ICD-10:
Manie (F30)
Affektive bipolare Störung (F31)
Depressive Episode (F32)
Rezidivierende depressive Störung (F33)
Anhaltende affektive Störungen (F34)
-F34.0 Zyklothymia (langanhaltende, abgeschwächte bipolare affektive Störung)
-F34.1 Dysthymia (leichtere, chronifizierte Form der Depression)
Wie lauten die ICD-10 Kriterien depressiver Episoden? (VL2)
1. Kernsymptome (mind.2)
- gedrückte/traurige Stimmung, ggf. vermehrte Reizbarkeit
- Interessenverlust oder Freudlosigkeit
- verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit
2. Zusatzsymptome (2 = leicht, 3-4 = mittel, 3 Kerns. & 4 Zusatzs. = schwer)
- Verlust des Selbstvertrauens/Selbstwertgefühls
- Selbstvorwürfe oder unangemessene Schuldgefühle
- vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen
- psyschomotorische Unruhe oder Hemmung
- Schlafstörungen
- Verminderter Appetit mit Gewichtsänderung (selten auch gesteigert)
- Suizidgedanken oder Suizidhandlungen
Was ist ein Rückfall und was bedeutet rezidiv? (VL2)
Rückfall: Die Symptome treten innerhalb von 4-6 Monaten nach dem Ansprechen wieder auf.
Rezidiv: Nach einer Remission von 4-6 Monaten tritt eine neue Episode auf.
Welche Risikofaktoren für eine Depression gibt es? (VL2)
- weibliches Geschlecht
- unerheiratet, geschieden oder verwitwet
- sozial isoliert
- arbeitslos
- niedriger sozioökonomischer Status, niedriges Einkommen, Armut
- niedrige Bildung
- in ländlichen Gebieten wohnen (Dorf)
- kranke oder behinderte Personen
Was besagt das kognitive Modell nach Beck? (VL2)
Dysfunktionale Grundannahmen, rigide kognitive Schemata und ungünstige kognitive Stile können die Wahrnehmung und Interpretation der Realität negativ verzerren.
Solche Grundannahmen könnten z.B. sein "Ich bin wertlos.".
Durch bestimmte Ereignisse (interne oder externe Auslöser, wie z.B. traurige Stimmung) können automatische Gedanken (blitzartig, unfreiwillig, absolutistisch) aktiviert werden.
Kognitive Triade: negative Sicht von sich selbst, der Umwelt und der Zukunft.
Dies führt zur Depression.
Womit beschäftigen sich die Weiterentwicklungen der psychologischen Modelle? ("3.Welle Verfahren") (VL2)
- Beziehungserfahrungen, Erfüllung von Grundbedürfnissen, Persönlichkeitsstile
- Emotionsregulation (unmittelbar, nicht bewusst aktivierte Emotionen)
- Gedächtniszugang (stimmungsabhängig)
- Erfahrungsverarbeitung (stimmungsabhängiges Lernen)
Welche prognostischen Merkmale (Verlaufsmerkmale) einer Major Depression Episode kennst du? (VL2)
Verlaufsmerkmale einer MDE
- Wahrscheinlichkeit erneuter Episoden:
- 50-60% nach 1.MDE eine 2.MDE
- 70% nach 2.MDE eine 3.MDE
- 90% nach 3.MDE eine 4.MDE
- manische Episode bei 5-10% nach 1.MDE innerhalb von 6-10 Jahren
- stationär: 50% volle Remission der 1.MDE innerhalb eines Jahres
- Rückfall nach Entlassung: 25% innerhalb von 6 Monaten, 30-40% innerhalb von 2 Jahren, 50-75% innerhalb von 5 Jahren
Welche Medikamente verwendet man bei affektiven Störungen? (VL2)
1) Tri-/tetrazyklische Antidepressiva -> sedierend in unterschiedlicher Intensität & schlafanstoßend
z.T. anticholinerge Nebenwirkungen!
2) SSRI (Selective Serotonin Re-uptake Inhibitor) -> keine Sedierung
3) MAO-Hemmer -> keine Sedierung
4) Atypische Antidepressiva -> meist sedierend & schlafanstoßend
→ MERKE: nur bei schweren Depressionen ist die Wirkung von ADs der von Placebos überlegen
Welche Module der KVT bei Depressionen kennst du? (Nach Hautzinger) (VL2)
1) Therapeutisches Basisverhalten, therapeutische Beziehung, Vermittlung des therapeutischen Rationals
2) Verhaltensaktivierung, Tagesstrukturierung, Aufbau positiver Aktivitäten, Abbau von Belastungen, Reduktion aversiver Bedingungen
3) Veränderung von Kognitionen, kognitive Umstrukturierung, Werte und Lebensziele des Patienten, Achtsamkeit/Akzeptanz, metakognitive Strategien
4) Steigerung von Fertigkeiten, Ressourcen, (soziale) Kompetenzen, Achtsamkeit, Problemlösen
5) Rückfallprophylaxe, Notfallplan, Generalisierung, Selbstmanagement, langfristige Selbstfürsorge
-> Reihenfolge nicht festgelegt!
Welche Behandlungsempfehlungen für Depressionen gibt die Nationale Versorgungsleitlinie? (VL2)
1) Leichte Depression: 2 Wochen abwarten, wenn keine Besserung dann Psychotherapie oder Antidepressivum
2) Mittlere Depression: Psychotherapie oder Antidepressivum
3) Schwere Depression: Psychotherapie und Antidepressivum
Wie wirksam sind kognitiv-behaviorale Therapieansätze? (VL2)
Prä-Post-Vergleich: d = 1.5 - 2.3
Kontrollbedingung (Placebo, Warten): d = .82
Antidepressiva: d = .16-.38
-> sehr wirksam! :)
Erkläre das Vorgehen beim Aktivitätsaufbau. (Ü2)
1. Rational vermitteln, Depressionsspirale
2. Dokumentation des Ausgangsniveaus von Aktivitäten (Wochenplan)
3. Zusammenhang von Aktivitäten und Stimmungsveränderungen gemeinsam mit Patient erarbeiten (Selbstwahrnehmung steigern)
4. Aufbau positiver Erlebnisse/ Aktivitäten, Reduktion von Belastungen (Liste angenehmer Aktivitäten)
5. Möglichkeit zur Identifikation von automatischen Gedanken, Überprüfung von Vorhersagen
Was ist die Liste positiver Aktivitäten? (Ü2)
-dient der Baseline Erhebung und Ideengenerierung
-besteht aus 280 Items
-z.B.: Wie häufig hat ein Ereignis während der letzten 30 Tage stattgefunden? Wie angenehm ist oder wäre das Ereignis?
-Basis für Individuellen Katalog angenehmer Aktivitäten & Grundlage für die Sammlung individueller Verstärker
Auf welche Weise wid bei kognitiven Interventionen gearbeitet (Umgang und Bearbeitung eines automatischen Gedanken)? (Ü2)
1. Identifikation eines automatischen Gedankens, zunächst durch Therapeut später im Selbstmanagement -> Auf Stimmungsveränderungen/-einbrüche achten, Gefühle zu den Gedanken erfassen
2. Bearbeitung des automatischen Gedankens:
> sokratischer Dialog: Patienten helfen eine andere (faire) Perspektive in Bezug auf eigenen Gedanken und Konzepte zu finden
> kognitive Umstrukturierung
Auswahl von Techniken der KVT
- Prüfung des Realitätsgehalts, Reattribuieren, alternative Erklärung suchen
- Rollentausch, Perspektive wechseln
- "Sollte"-Tyrannei (Bewertungskriterien prüfen)
- Entkatastrophisieren (was wäre wenn), Zuende denken
Erläutere den Unterschied zwischen automatischen Gedanken und Grundüberzeugungen / Schemata. (Ü2)
Automatische Gedanken: schnell ablaufende, reflexhafte, subjektiv plausibel erscheinende Kognitionen
- bei psychischen Störungen oft verzerrt und negativ, sind kurz evt auch visuell. Gefühl ist deutlicher als Gedanke selbst
Grundüberzeugungen / Schemata: abstraktere Regeln, Prinzipien, Einstellungen, Werthaltungen, Ziele, Ansprüche usw.
- sind dem Bewusstsein nicht so leicht zugänglich und werden oft erst über die Analyse und Bearbeitung automatischer Gedanken in unterschiedlichen Situationen erkennbar
Welche Probleme treten beim Aktivitätsaufbau in der Praxis häufig auf? (Ü2)
-"Ich schaffe das nicht" -> Therapeut sollte Teilziele verstärken und selbstkritisch sein, immerwieder an Patient anpassen
-"Ja, klar hab ich das gemacht"/Flunkern -> Explorieren, selbstkritisch sein als Therapeut
-Patient schafft etwas, aber keine Veränderung in der Stimmung -> Verstärken, Validieren, andere Dinge ausprobieren, Kognitive Interventionen
Wozu benötigt man einen Wochenplan? (Ü2)
- Welche Aktivitäten sind überrepräsentiert? -> indiviuelle, angemessene Balance finden
- Zusammenhang zwischen Stimmung und Aktivitäten erfassen, Veränderungen?
- gibt es Stimmungsverschlechternde Aktivitäten?
- Gibt es eigentlich angenehme Aktivitäten, die durch negative automatische Gedanken beeinflusst werden? -> Kognitive Interventionen
→ Selbstwahrnehmung des Patienten erhöhen & differenziertes Bild von Problematik des Patienten gewinnen!
ICD-10 – International Classification of Diseases (WHO)
DSM-5 – Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (APA)
→ Basis der Klassifikation bei wissenschaftlichen Studien
→ genaue Operationalisierung der Kriterien für jede psychische Störung
→ außerdem u.a. Informationen zu Epidemiologie und Komorbiditäten
Wie ist das ICD aufgebaut? (VL1)
- beschreibt, klassifiziert Krankheiten aller Organsysteme
→ psychische und Verhaltensstörungen in Kapitel V (F)
→ jede Störung hat eine Nummer (F42.1 = Zwangsstörung, vorwiegend Zwangshandlungen)
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Cartes-fiches
Welche Probleme der Klassifikation traten im DSM IV bezüglich somatoformer Störungen auf? (VL 7)
Für das diagnostische SKID Interview gilt... (DP)