Erweiterte Biologie

2. Semester HLS Muttenz

2. Semester HLS Muttenz


M. B.
Diese Lernkarten decken fortgeschrittene biologische Themen auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf Zellen, Hormone, Immunsystem, Erreger und deren Lebenszyklen, sowie auf die Regulation von Stoffwechselprozessen. Besonders relevant sind die Funktionen von Hormonen, die Rolle von T-Zellen und die Mechanismen der Immunantwort. Studierende der Biologie profitieren von diesem umfassenden Überblick, um komplexe biologische Zusammenhänge zu verstehen und ihre Kenntnisse in der Biologie zu vertiefen.
Karten
183
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
24.05.2019 / 27.05.2019

Flashcards

1. Nennen Sie 3 Merkmale von Viren

  • Sind wirtsspezifisch, leben nur in einer Wirtszelle
  • 20-200nm gross
  • Befallen Zellen
  • Vermehren sich
  • Kein eigener Stoffwechsel
  • Proteinhülle mit Genen

2. Wie wurden Viren erstmals entdeckt?

Durch die Tabakmosaikkrankheit

  • Pflanzen zeigen Verkrümmungen und Flecken
  • Extrakte (keine Bakterien) von befallenen Blättern auf gesunde Blätter
  • Krankheitsübertragung
  • Vermutung: vermehrungsfähiges Teilchen welches kleiner als Bakterium ist -> Virus

3. Nach welchen zwei Kriterien kann man Viren einteilen?

DNA und RNA Viren

Form: Kugeln oder Stäbchen

4. Was versteht man unter Bakteriophagen?

Komplex gebaute Capside (Viren)

  • Befallen Bakterien
  • Nummerierung nach Entdeckung T1-T7
  • Kopf + Proteinschwanz
  • DNA im Kopf
  • Injektion der viralen DNA im Bakterium

5. In welchen Schritten  erfolgt die Virusvermehrung?

Anheften an Wirtszelle -> Injektion von Virus-Genom in Wirtszelle -> Replikation des Genoms, Proteinproduktion, Zusammenbau -> Verlassen der Wirtszelle

6. Was versteht man unter dem lytischen Zyklus und dem lysogenen Zyklus?

Lytisch: Bakterium wird abgetötet

Lysogen: Einbau Virusgenom in Bakteriengenom -> wird bei Bakterienteilung weitergegeben -> kann in lytischen Zyklus übergehen

7. Beschreiben sie den Reproduktionszyklus des HI Virus.

Anheften -> RNA wird in Zelle freigesetzt -> RNA-DNA Molekül ans Zwischenstufe -> DNA-DNA Molekül -> in Zellkern -> Von DNA kann RNA gebildet werden -> Synthese von Proteinen -> Zusammenbau Proteine und RNA -> Freisetzung des RNA

8. Nennen sie zwei Viren, welche die Leber befallen und treffen sie eine Aussage über eine mögliche Impfung.

Hepatitis C und Hepatitis B, hohe Mutationsrate da kein Korrekturmodus bei Hepatitis C -> Untertypen, Impfung schwer zu entwickeln

9. Nennen sie drei «neue» Viren

Schweinegrippe, Vogelgrippe, West-Nil Virus, Ebola

10. Wie kann man das Auftreten neuer Viren erkennen?

Mutation vorhandener Viren -> können Art-Grenzen übertreten

Aus isolierten Populationen -> Globalisierung, Reisen etc.

11. Was versteht man unter H1N1?

H und N: Oberflächenproteine, z.B. wichtig für Anheftung, verschiedene Varianten

12. Nennen sie zwei Übertragungswege bei Pflanzenviren

Horizontale (von Aussen) und vertikale (Weitergabe an Nachkommen) Transmision

13. Was versteht man unter Prionen? Wie wirken sie? Nennen sie eine durch sie ausgelöste Krankheit.

Prione: falsche gefaltete Proteine, im Gehirn: induzieren Konformationsänderungen, BSE, Creutzfeld Jakob

14. Was versteht man unter

  • Monotrich
  • Monopolar polytrich
  • Bipolar Polytrich
  • Peritrich

15. Was sind die grundlegen Bausteine einer Bakterienzelle?

  • Flagellum zur Fortbewegung
  • Pili.: Anheften
  • Sexpili:Parasexualität
  • Mososom: Anheftungsstelle der DNA bei Replikation
  • Plasmamembran Innenseite: Atmungsenzyme, DNA-Polymerase

16. Wie ist die Zellwand einer Bakterienzelle aufgebaut?

  • Zellwand: hält Form, Zelle platzt in hypotonischer Umg. Nicht
  • Hypertonische Umgebung: Zellen verlieren Wasser und schrumpfen -> Zellmembran löst sich von Zellwand
  • Zellwand aus Peptidoglycan: Polymer aus Zucker- Molekülen, durch kurze Peptide vernetzt
  • Bildet Molekülgeflecht: Verankerung von anderen Oberflächenmolekülen

17. Was ist. Unterschied zwischen gram+ und gram- Bakterien?

Zellwand unterscheidet sich, siehe Grafik:

18. Wie funktioniert die Gram-Färbung?

Gram positive:

  • Dicke Zellwand
  • Kristallviolett dringt in die Zelle ein
  • Komplexbildung mit Jod der Färbelösung
  • Komplex kann auf Grund der Grösse Zellwand nicht durchdringen
  • Keine Auswaschung durch Alkohol
  • Dunkelviolette Färbung

Gram negative:

  • Dünne Zellwand zwischen Plasmamembran und Aussenmembran
  • Kristallviolett – Jod Komplex kann Zellwand passieren
  • Wird durch Alkohol ausgewaschen
  • Farbstoff Safranin färbt Zelle rosa

19. Was versteht man unter MRSA Infektionen?

Methicilin-resistenter Staphlococcus aureus (MRSA)

Krankenhauskeim

Resistent gegen viele Antibiotika

20. Aus welchen 3 Komponenten ist ein bakterielles Flagellum aufgebaut?

Motor – Haken – Filament

Basalapparat als Motor -> Ringsystem

Aufbau Protonengradient

Rückfluss -> treibt Motor an, Flagellum dreht sich

21. Welche Methoden der Sterilisation gibt es?

Physikalische Mittel

  • Autoklavieren: feuchte Hitze
  • Sterilisieren: trockene Hitze
  • Pasteurisieren: z.B. Milch
  • Filtrieren: Membranfilter
  • Bestrahlen: z.B. UV-Strahlen

Chemische Mittel

  • Detergentien: lösen Zellmembran auf
  • Phenole: zerstören Membran
  • Alkohole
  • Oxidationsmittel
  • Schwermetall Ionen z.B Silber, Kupfer oder Quecksilber

22. Welche Wirkmechanismen gibt es bei Antibiotika?

Hemmer der Translation:

  • Tetracyclin: bindet an Ribosome
  • Puromycin: Kenttenabbruch: lagert sich a AS Strang statt r-RNA

Antimetaboliten

  • Sulfonamide: hemmen Folsäure Synthese

Membran und Zellwand aktive Antibiotika

  • Penicilin: verhindert Zuckersynthese

DNA-Stoffwechsel Inhibitoren

  • Nalidinsäure: verhindert DNA Symthese

Hemmer der RNA Synthese

  • Rifampicin: bindet an prokaryotische RNA Polymerase

23. Welche Wirkmechanismen gibt es bei Bakterientoxinen?

Exotoxine: hoch wirksame Gifte, die krankheitsspezifisch sind

  • Bsb. Diptherie, Butolinum Toxin, Gasbrand Toxin

Endotoxine: sind nicht krankheitsspezifisch

  • Verantwortlich für allg. Symptome wie Fieber, Schwäche, Schmerzen, Schock

24. Was verstht man unter Transformation, Transduktion, Konjugation?

Transformation: Aufnahme nackter DNA aus Umgebung

Transduktion: Infektion mit Phagen: Übertragung DNA

Konjugation: DNA von einer Bakterienzelle zur anderen Bakterienzelle (Sex-Pilli)

25. Was versteht man unter einem Biofilm

  • Kolonie verschiedener Prokaryoten-Arten
  • Zellen scheiden Signalmoleküle um andere Zellen anzulocken
  • Zellen scheiden Kohlenhydratpolymere aus: zum Anheften an Untergrund und an Nachbarzellen
  • Kanäle durch Biofilm: Versorgung der tiefer liegenden Zellen
  • Schädigen in Industrie und medizin technische Geräte, verunreinigen Produkte, fördern Karies und andere Krankheiten
  • Schäden/Jahr: Milliardenhöhe

26. Wie werden Bakterien klassifiziert und welche Schwierigkeiten ergeben sich daraus?

Analyse 16 srRNA:

Anfangs: nur möglich wenn Prokaryot vorher im Labor kultiviert werden konnte

Heute möglich PCR mit Boden- oder Wasserproben um Prokaryoten zu identifizieren

Einzel-Zell Genomik: Genom von einer einzelnen Zelle sequenzieren

Metagenomik: Analyse des gesamten Erbmaterials einer Umwelt- oder Darmprobe

27. Was versteht man unter Chemotaxis

Taxis: gerichete Bewegung hin oder weg vom Reiz

Positive Chemotaxis: Bewegung auf Lockstoff zu

Negative Chemotaxis: Bewegung vom Schreckstoff/Repellent weg

28. Was versteht man unter dem Begriff “Enterotoxine”?

Gifte, welche den Darm angreifen

Oft Verursacher von Nahrungsmittelvergiftungen

Bsp. Cholera

29. Welche Bakterien können für die sogenannte Lebensmittel-vergiftung verantwortlich sein?

  • Salmonellen
  • Camphylobacter
  • Cholera

30. Nennen sie 3 Arten von Krankheiten, die durch E.coli verursacht werden.

  • Blinddarmentzündung
  • Gallenwegsinfekte
  • Bauchfellinfekte
  • Abszesse
  • Urininfekte
  • Meningigits

31. Welches Krankheits-symptom ist typisch für eine Cholera Infektionen?

  • Dünnflüssige Durchfälle bis 20L/Tag -> Austrocknung
  • Erbrechen

32. Was ist die am häufigsten tödliche Infektionskrankheit weltweit?

Tuberkulose

33. Wie ist der Verlauf einer Tuberkulose-infektion?

Direkte aerogene Infektion über Tröpfchen

Bei 90% wird Krankheit nach Primärtuberkulose latent

Bei 10% entwickelt sich akute Sekundärtuberkulose -> höchst ansteckend

Passiert bei schlechtem Allgemeinzustand/Immunschwäche

34. Wie verläuft eine Tuberkulose Therapie?

Kombinationstherapie

Gesamtdauer 6 Monate

Erste 2 Monate: 4 Antibiotika (Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol)

Monate 3-6: 2 Antibiotika (Isoniazid und Rifampicin)

Nach 2 Monaten ist Keimzahl reduziert, sodass Patient nicht mehr isoliert werden muss

35. Was versteht man unter MDR bei Tuberkulose?

Multidrug-resistant Tuberculosis -> MTH ist resitetnt gegen viele Antibiotika -> daher Kombinationstherapie

Behandlung von 20 Monaten

Induktionsphase: 4 Monate plus Pyrayinamid für 6-8 Mt.

Mehr Medikamente korrelieren mit höherer Heilungsrate

Höhere Toxizität gegenüber Standardmedikamenten

36. Wie kann man Tuberkulose diagnostizieren? Nennen sie 3 Beispiele.

Molekularbiologische Diagnostik

  • Hohe Sensitivität
  • Mutationen können detektiert werden

Immundiagnostik: Mendel-Mantoux est

  • Tuberkulin wird unter Haut gesprizt
  • 2-3 Tage später wird die Entzündung gemessen, wenn grösser als 6mm positiv

Mikroskopische Diagnostik

  • Probenmaterial (Sputum) wird auf selektiven Nährboden ausgebracht
  • 2 Wochen Inkubationszeit -> Kolonien
  • Man kann auf Antibiotika Resistenz testen

Radiologische Diagnostik

  • Nachweis von Lungenschäden durch Röntgen
  • Schnell, aber: Schäden können auch andere Ursachen haben

37. Nennen sie 3 Klassen von Antibiotika.

  • Makrolide
  • Chinolone
  • Contrimoxazol
  • Betalaktam

38. Welche wichtigen Angriffspunkte für Antibiotika bei Bakterienzellen gibt es? Nennen sie 4.

  • DNA Gyrase
  • DNA-abhängige Polymerase
  • Folsäurestoffwechsel
  • Zellwandsynthese
  • Proteinbiosynthese

39. Was versteht man unter „Bakteriostatisch“ und „Bakterizid“?

Bakteriostatisch:

  • Bakterien werden an Vermehrung gehindert
  • Zur Eliminierung wird Immunsystem benötigt
  • Z.B. Maktrolide, Tetracycline

Bakterizid:

  • Bakterien werden getötet
  • Klinisch wichtig bei schweren Infekten wie Sepsis, Meningitis, Endokarditis
  • Z.B. Betalaktame, Chinolone

40. Wie sieht ein Resistenzmecha-nismus gegen β-Laktam Antibiotika aus?

Spaltung des Betalaktamrings durch Betalaktamase -> Zerstörung des Antibiotikums -> Resistenz gegen Betalaktam-Antibiotikum

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