Arzneimittel bei Kindern

ZHAW, BsC Pflege, 2. Semester

ZHAW, BsC Pflege, 2. Semester


M. V.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Besonderheiten der Arzneimittelverabreichung bei Kindern, einschließlich Applikationsmethoden, Absorption und Metabolismus. Sie behandeln Themen wie die Wahl der richtigen Hilfsmittel, die Verabreichung von oralen Flüssigkeiten und die spezifischen physiologischen Unterschiede bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen. Besonders nützlich sind sie für Fachkräfte in der Pädiatrie, die sich mit der sicheren und effektiven Anwendung von Medikamenten bei Kindern befassen.
Karten
28
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin/Pharmazie
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
20.05.2019 / 14.01.2020

Lernkarten

Kinder 

Heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Bedürfnissen an die AZNM

Wachstum & Entwicklung sind nicht lineare Prozesse 

  • Körperzusammensetzung 
  • Metabolismus 
  • Organfunktion
  • Fähigkeiten 

Altersgruppen 

Die gastrointestinale Absorption beeinflussende Faktoren

  • Alter
    • pH (gastrisch & duodenal)
    • GTI Motilität --> Passagezeit 
    • Füllungszustand des Magens/ Magenentleerung 
    • Gallensekretion 
    • Reife der intestinalen Mukosa 
    • Grad der Kolonisation durch intestinale Flora 
    • aktive Transporter 
    • Enzymaktivität 

 

  • Physikochemische Eigenschaften der Substanz 
    • pKa- Wert (Ionisationsgrad)
    • Molekulargewicht
    • Fettlöslichkeit 
    • Galenik 

Rektale Absorption 

  • Mehr und kräftigere rektale Kontraktion --> Gefahr einer Ausstossung erhöht 
  • Umgehung des First Pass Effektes --> Bioverfügbarkeit erhöht (z.B Propranolol, Morphin)
  • Absorption teilweise sehr effizient bei Neugeborenen 
    • bei Aplikationen einer Lösung oder Suspension von Diazepam, Theophyllin, Valproinsäure nach wenigen Minuten Plasmakonzentrationen erreicht

Einflussfaktoren der rektalen Absorption 

  • Applikaiton hat eine grose Variabilität durch:
    • unreife Intestinalmukose 
    • verminderte Leberfunktion 
    • mikrobielle Kolonisation sehr unterschiedliche 
    • praktische Probleme (häufiger Stuhlgang, Ausstossungen) 

 

  • --> Nur Arzneimittel mit grosser therapeutischer Breite 

i.m Applikation bei Frühgeborenen & Neonatalen 

- Muskelmasse, Durchblutung des Muskels & die Muskelkontraktionskraft vermindert 

- dadurch eine langsame Absoption, der Plasmaspiegel ist zu tief, die Wirkung unsicher und die Applikation schmerzhaft 

- Fazit: Nur in Notfallsituationen

Perkutane Absoption bei Kindern 

- Stratum Corneum ist lockerer & weniger dick --> dadurch ist die Perkutane Absorption erhöht & schneller 

- die Dermis hat einen hohen Wassergehalt, die Durchblutung ist erhöht 

Körperzusammensetzung & Einfluss auf die Dosis 

Plasmaprotein Konzentration 

- die Konzentration bindender Proteine bei Neugeborenen & Kindern tiefer als bei Erwachsenen 

- Dadurch haben sie eine geringer Bindungskapazität der Protiene (vorallem für schwache Säure) 

-  fu und VD erhöht 

Distribution durch Körperwasser und Extrazellulärraum 

Kleines Vd

• Vd < 0.4 L/kg

• Verteilung im extrazellulären Wasser

• Extrazelluläres Wasser korreliert mit Körperoberfläche beim Kind

Grosses Vd

• Vd > 0.6 L/kg (einige hydrophile und alle lipophilen Arzneistoffe)

• Verteilung in einem oder mehreren Geweben

• Gewebebindungskapazität: Kind Erwachsener

Distripution durch Plasmaproteine 

Distribution durch Blut Hirn Schranke 

Metabolismus der Kinder 

- unreife Leber, reift erst im 1. Lebensjahr 

- die Aktivität des CYPs ist während des ersten Lebensjahres generell tiefer als bei Erwachsenen 

- die Aktivität des CYP1A2 bleibt lange tief

- die Aktivität des CYPs zwischen dem 1. und 3. Jahren ist teilweise gesteigert 

- Die Aktivität der UGT ist in den ersten Montaen tief, nach einem Jahr aber normal oder höher als beim Erwachsenen 

Metabolismus der Neugeborenen 

Metabolismus bei Kindern 

Elimination bei Kindern 

- Glomeruläre Filtrationsrate bei Kindern: erniedrigt, ab dem 10. Lebensjahr wie Erwachsene 

- Nieren Sekretion ab 6 Monaten voll entwickelt 

- Passive reabsorption ab Geburt voll entwickelt 

Renale Elimination 

Unterschiede der Pädiatrischen Dosierung zu Erwachsendosierung 

Ziel & Anforderung der Kindergerechten Formulierung 

Möglichkeiten zur Kindergerechten Medizin 

Rezepturherstellungen aus Handelspräparaten oder aus Rohstoffen

-  Kapseln in patientenspezifischer Dosierung

-  Suspensionen

Tabletten und Kapseln

– Teilen, Zermörsern od. Suspendieren bzw. Öffnen

– Verabreichung in welcher Flüssigkeit, mit welcher Nahrung? -->  Kompatibilitäten?

 Parenteralia: orale oder nasale Verabreichung (z.B. Dormicum®)

Import von registrierten Präparaten aus dem Ausland

 

Orale Flüssigkeiten/ Suspensionen für Kinder 

Aroma und Geschmack

- wichtig für Compliance 

- Süss, abhängig von Kultur

- Kein "zu guter Geschmack"

hilfsstoffe: Art Und Menge 

Osmolarität Perorale Verabreichtung von Parenteralie

Keine Mischen bei Schoppen/ Brei 

- Dosisunsgenauigkeit und Inkompatibilitäten 

Wahl des Hilfsmittels zur Applikation von oral flüssigen Arzneiformen 

  • Dosierbecher: grösstes Risiko für Fehler 
    • überdosierungen
  • Dosierspritze: weniger Fehler --> bevorzugt 

Medcoat® Schluckhilfe (Import D)

Umhüllung von Tabletten/Kapseln für ein leichteres Schlucken sowie einen besseren Geschmack (Zitrone)

- Geeignet für Kinder ab 4 Jahren

- seit August 2018 im Kispi auf den onkologischen Stationen im Einsatz

- Erfahrungen sehr positiv, Tabletten werden von den Kindern besser eingenommen.

• ambulanter Einsatz: Kostengutsprache der Krankenkasse

• Publikumspreis: CHF 13.35 / 30 Stk.

56

Applikation von rektalen Arzneiformen

Suppositorien

– Supp mit Crème oder wasserlöslichem Gel befeuchten

– Kind soll sich möglichst entspannen

– Evtl. stumpfes Ende voraus

– Supp langsam hinter den Sphinkter schieben und Pobacken leicht zusammenhalten

– Gefahr des Herausdrückens…

Weitere rektale Arzneiformen

– Rektal Tube (z.B. Diazepam)

– Klistiere (z.B. Microklist®: Tubenansatz bei Kindern <3 J nur zur Hälfte einführen)

– Tubenansatz vor Anwendung mit der Hand anwärmen und mit Crème/Gel befeuchten

Medikationsfehler in der Pädiatrie 

Strategien zur Vermeidung von Medikationsfehlern 

UAWs in der Pädiatrie 

3 Mal häufigere UAW als in der Erwachsenenmedizin 

UAWs im off label oder unlicensed use 

  • Off label 12%
  • Unlicensed 15%
  • zugelassen 6% 

2% der Kinder werden aufgrund von UAW hospitalisiert, 40% wegen lebensgefährlichen Rekationen 

10% der hospitalisierten Kindern erleiden eine UAW, 12% davon schwerwiegend 

GTI Absorption bei Kindern im vergleich zu Erwachsenen 

Lernen