Arzneimittel des GTI

BsC Pflege, 2. ZHAW Semester

BsC Pflege, 2. ZHAW Semester


M. V.
Diese Lernkarten behandeln Arzneimittel und deren Wirkungen auf den Darm, insbesondere Laxantien und deren Einfluss auf Wasserresorption und Sekretion. Sie decken Themen wie Interaktionen, Applikation und spezifische Medikamente wie Protonenpumpenhemmer ab. Ideal für Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich mit der Pharmakologie und Anwendung von Arzneimitteln im Gastrointestinaltrakt vertraut machen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
22.04.2019 / 22.04.2019

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Osmotisch wirkende Zucker 

  • Glycerin, Mannit, Sorbit, Lactulose, Lactose, Lactitol
  • Wirkungseintritt:
    • ca. nach 2 –3 Tagen
  • Spezialitäten
    • Duphalac Sirup
    • Importal Pulver und Lösung
    • Practomil Klistier
      • Wirkungseintritt: 15 –30 Minuten
      • komplette Entleerung: 1 –2 Klisitere
      • Behandlung Verstopfung: 1 Klisiter 

 

Polyethylenglycol (PEG)

  • praktisch keine Resorption, keine Metabolisierung
  • keine Gasbildung
  • erhöht Stuhlvolumen --> löst über neuromuskuläre Wege peristaltische Reflexe aus
  • Langzeitanwendung (da keine Toleranzentwicklung) möglich…
  • Movicol®  Pulver und Lösung 

UAWs der osmotisch wirkenden Laxantien 

  • langfristiger Einsatz: oft Elektrolytstörungen
    • Wadenkrämpfen, Müdigkeit und Apathie 
  • Kaliumverluste
    • Herzrhythmusstörungen und Ödeme
  • Kaliummangel
    • Darmperistaltik nimmt ab --> Teufelskreis
  • Dehydratation
    • (bei zu geringer Trinkmenge --> Wasser aus Gewebe in‘s Darmvolumen) 

Wirkungsweise der Laxantien –die Wasserresorption und –sekretion beeinflussend

  • Reizwirkung auf die Darmschleimhaut
  • Hemmung der Natrium-und Wasserresorption aus dem Darminneren ins Gewebe.
  • Zugleich fördern diese Arzneimittel den Elektrolyt-und Wassereinstrom aus dem Gewebe in den Darm.
  • vermehrte Darmfüllung --> Peristaltik ↑↑↑ 

 Laxantien die Wasserresoption und Sekretion beeinflussen 

  • Ricinusöl
    • dünndarmirritierendes Laxans 
    • eigentlicher Wirkstoff: Ricinolsäure 
    • Wirkungseintritt 1/2 - 3h
  • Anthrachinone 
    • dickdarmirritierendes Laxans 
    • häufig in pflanzlichen Abführmittel
    • Wirkungseintritte 8 -10h

UAW der Wasserresprotion und Sekretion beeinflussenden Laxantien 

  • bei chronischer Einnahme --> Abführcolon
    • Darmwand ist bräunlich bis schwärzlich gefärbt, ungeführlich 
  • Nierenschädigung 
  • Braunfärbung des Urins durch Abbauprodukt 

Spezialitäten der Laxantien die Wasserresorption und Sekretion beeinflussen 

  • Bisacodyl
    • Dulcolax, Dragée, Supp.
  • Natriumpicosulfat (Laxoberon)
    • Tropfen
    • werden erst durch die Einwirkung der Darmbakterien in ihre aktive Form umgewandelt;
    • Wirkungseintritt:
      • oral 5 –10 Stunden
      • rectal 5 –60 Min.
  • Cave
    • Bisacodyl:
      • nicht zusammen mit Milch, Antazida oder Ulcusmitteln; Grund: pH-Anstieg im Magen
      • --> Zerstörung der magen-und dünndarmresistente Mantelschicht von Bisacodyl --> lokale Unverträglichkeit 

Wirkungsweise der Gleitmittel der Laxantien 

  • Verringerung des mechanischen Widerstandes bei der Peristaltik 
  • p.o schwer resorbierbare Öle

Spezialitäten der Gleitmittel als Laxantien 

  • Paraffinöle 
    • Wirkungseintritt 8 -48h 
    • UAW
      • Hypovitaminosen der fettlöslichen Vitamine 
        • Vitamin K Mangel wird Marcoumar Wirkung versträkt 
      • Verdauungsstörungen
      • Fremdkörperreaktionen im Bauchraum durch resorbierte Fetttröpfchen 
  • Glycerin Suppositorien 
    • Bulboid für Erwachsene und Säuglinge/ Kinder 
    • Wirkungseintritt nach wenigen Minuten 
  • Bulboid Glycerin Rektalgel mit KAmille und Malve 
    • nur für Erwachsene 

Laxantien Neue Medikamente 

  • Prucaloprid(Resolor®) 
    • motilitätsförderndes Mittel,
    • Serotonin (5-HT4)-Rezeptor-Agonist 
  • Lubiproston(Amitiza®)
    • Laxans, selektiver Chloridkanal-Aktivator 
    • vermehrte Sezernierung von Chlorid-und Natrium-Ionen ins Darmlumen
  • Linaclotid(Constella®)
    • Motilitätsförderndes Mittel, Guanylatcyclase-C-Rezeptor-Agonist
    • Stimulation des Guanylatcyclase-C-Rezeptors in den Darmepithelzellen --> vermehrte Sezernierung von Chlorid, Bikarbonat und Wasser ins Darmlumen

Antidiarrhoika

 

Ursachen der Diarrhoe 

  • ungenügende Resorption osmotisch wirkender Stoffe aus dem Darm ins Gewebe (osmotische Diarrhö)
  • verstärkte Sekretion von Elektrolyten und Wasser aus dem Gewebe in den Darm (sekretorische Diarrhö)
  • erhöhte Darmmotilität 

Wichtigste Massnahme bei Diarrhoe 

  • Flüssigkeits und Elektrolytersatz 
    • Va bei Säuglingen und Kleinkindern 
  • Präparate zur oralen Rehydrierung 
    • Normolytoral, Elotrans 
    • orale Glucose Elektrolytlösungen 

WHO Lösung 

  • 13.5 g Glucose,
  • 2.6 g NaCl,
  • 2.9 g Natriumcitrat,
  • 1.5 g KCl
  • in 1 Liter Wasser

Antidiarrhoika

  • adsorbierende Mittel:
    • Kohle
  • Quellstoffe:
    • Pektin (geriebene Äpfel; Kohlenhydrate, welche mit Wasser quellen --> Verfestigung des Darminhalts)
  • Gerbstoffe:
    • Tanninalbuminat (z.B. in Schwarztee)
  • Hefepilze:
    • Perenterol® Kapseln und Pulver
  • Bakterien:
    • Bioflorin® Kapseln
  • Motilitätshemmer:
    • Imodium® Kapseln, Lingualtabletten, Sirup
    • Imodium® duo Tabletten: mit Simeticon
  • Antibiotika
    • (nur bei infektionsbedingtem Durchfall!) 

Ursachen des Erbrechen 

  • Magenerkrankungen
  • Erkrankungen der Gallenblase
  • chronische Bauchspeicheldrüsenerkrankung
  • Urämie
  • Hirndrucksteigerung
  • bei Bewegungs-und Reisekrankheit (Kinetose)
  • Schwangerschaft
  • Erbrechen unter Chemo-oder Strahlentherapie
    • Serotoninfreisetzung --> Erregung des Brechzentrums

Antiemetika

  • Antihistaminika:
    • Trawell® (Kaugummi)
  • Kombinationen:
    • Itinerol®B6 Kaps. + Supp. (mit Coffein gegen sedierende Wirkung)
  • 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten:
    • Kytril®, Aloxi®, Zofran®
  • motilitätsfördernde Mittel:
    • Motilium®, Paspertin®, Primperan®
  • Calcium-Antagonisten der Gruppe IV:
    • Cinnageron®/Stugeron®, Sibelium®
  • andere:
    • Betaserc® (Antivertiginosum) Emend® (Neurokinin 1 (NK1)-Rezeptor-Antagonist) 

Sondenverabreichung

  • Vor der Applikation eines neu verschriebenen Arzneimittels über eine Sonde 
    • Ort der Arzneistoffresorption
    • Lage der Sondenenden
  • Arzneimittelanzahl --> notwendiges Minimum
  • geeignetste galenische Form 
    • möglichst flüssige Darreichungsformen wie Tropfen, Suspensionen, Säfte oder Sirupe 
    • andere Verabreichungswege z.B. rektal oder transdermal
    • In Ausnahmefällen und nach Absprache mit der (Spital)Apotheke --> parenterale Arzneiformen 
  • Wegen erhöhter Druckentwicklung bei der Applikation und einer dadurch möglichen Sondenruptur sind möglichst Spritzen mit grösseren Volumina (> 20 mL) zu verwenden.

  • Spülflüssigkeit --> frisches Leitungswasser 

Wann ist die Interaktion Relevant 

  • rascher Wirkungseintritt
    • Analgetika
    • Antihistaminika
    • Antidiabetika
    • Hypnotika
  • Verminderung der Bioverfügbarkeit
    • einige Antibiotika
    • einige Virustatika
    • Antiparkinsonmittel
    • Arzneimittel mit hoher präsystemischer Elimination (z.B. Bisphosphonate)

Physiologische Effekte der Interaktionen 

  • Einfluss der Nahrung auf Wirkungseintritt und Wirkung 

Direkte Effekte der Interaktionen 

  • Verminderung der Bioverfügbarkeit infolge Bindung an Nahrungsbestandteile 
    • Metallionen (Calcium und Magnesium)
      • Milch 
      • Gemüse 
      • Mineralwasser, Nahrungsergänzungsmittel
    • Säuren
    • Gerbstoffe 
    • Faserstoffe 
    • Peptide 

Indirekte Effekte der Interaktionen 

  • Steigerung der Bioverfügbarkeit durch die Reduktion der Metabolisierung durch Nahrung 
  • Hemmung von CYP3A4 durch Grapefruit
  • Va Arzneimittel mit hohem First Pass Effekt 
  • Effekt hät Stunden bis Tage 

Étudier