Arzneimittel des GTI

BsC Pflege, 2. ZHAW Semester

BsC Pflege, 2. ZHAW Semester


M. V.
Diese Lernkarten behandeln Arzneimittel und deren Wirkungen auf den Darm, insbesondere Laxantien und deren Einfluss auf Wasserresorption und Sekretion. Sie decken Themen wie Interaktionen, Applikation und spezifische Medikamente wie Protonenpumpenhemmer ab. Ideal für Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich mit der Pharmakologie und Anwendung von Arzneimitteln im Gastrointestinaltrakt vertraut machen möchten.
Karten
61
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
22.04.2019 / 22.04.2019

Lernkarten

Die wichtigsten Magen darm Erkrankungen 

 

  • Magenbrennen (Antazida)
  • Magenulkus (Ulkusmittel, Zytoprotektiva)
  • Blähungen, Krämpfe (Spasmolytika, Antiflatulantien)
  • Obstipation (Laxantien)
  • Durchfall (Antidiarrhoika)
  • •Übelkeit/Erbrechen (Antiemetika) 

Antazida 

Arzneistoffe, die überschüssige Magensäure neutralisieren oder binden

Ursachen eine übermässigen Säureproduktion (Hyperazidität)

  • psychosomatisch
  • Medikamentös (NSAR, ASS)
  • Rauchen, Kaffeegenuss, Alkohol, unregelmässiges Essen 

Folgen der Heyerazidität

  • Gastrits 
  • Ulkus
  • Reflux Ösophagitis 

Antazida Indikationen 

  • überhöhte Säureproduktion,
    • Gastritis, Ulzera, Reflux Ösophagitis 
  • Einsatz nur bei milden Formen
  • häufig Anwendung in der Selbstmedikation 

Antazida Substanzen 

 

•Magnesiumoxid und –hydroxid 

•Calciumcarbonat

•Aluminiumhydroxid 

•Magnesium-Aluminium-Silikate 

Antazida –Unerwünschte Wirkungen

  • Magnesiumoxid und –hydroxid
    • neutralisieren Magensäure langsam;
    • Resorption von Magnesium (ca. 10%); zuviel --> laxative Wirkung
  • Calciumcarbonat
    • Reaktion mit Magensäure --> CO2; Resorption von Calcium (ca. 10%); zuviel --> stopfend
  • Aluminiumhydroxid
    • Neutralisation und Adsorption von Magensäure; zuviel --> stopfend
  • Magnesium-Aluminium-Silikate
    • Langzeittherapie --> silikathaltige Nierensteine 

Antazida –Spezialitäten

  • Alucol
    • Gel, Kautabletten
  • Riopan
    • Gel, Gel fort, Tabletten
  • Rennie
    • Lutschtabletten
    • Wirkdauer relativ kurz 
  • Rennie Gel Hydrotalcit
    • Suspension
    • Wirkauder bis ca 1,5h

Antazida Anwendungsrichtlinien

  • nie vor oder zu den Mahlzeiten wegen Verdauungsstörungen, Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen
  • mind 30 - 60 Minuten nach den Mahlzeitein sowie vor dem Schlafengehen
  • Verabreichung häufig und nierdig dosiert ---> bessere Resultate 
  • Cave: Interaktionen mit anderen Arzneimittel, Resorption verringert 
    • Antibiotika: Chinolone, Tetracycline 
    • Eisenpräparate 

Ulkusmittel 

 

•Protonenpumpenhemmer (1. Wahl)

•H2-Antihistaminika

•Zytoprotektiva (Schleimhautschutz 

Protonenpumpenhemmer als Ulkusmittel

  • bewirken die stärkste Unterdrückung der Säureproduktion 
  • schnell Abheilung der Ulzera 
  • längere Anwendung --> bakterielle Besiedelung des Magnes 

Protonenpumpenhemmer -Spezialitäten

  • Nesium MUPS
    • Esomeprazol 
  • Antramups 
    • Omeprazol
  • Agopton
    • Lansoprazol
  • Pantozol
    • Pantoprozol
  • Pariet 
    • Rabeprazol 

MUPS-Galenik

  • MUPS: Multiple Unit Pellet System
  • Teamarbeit zwischen Wirkstoff und Galenik
  • Mikropellets mit säurefestem Schutzüberzug
  • wegen geringer Pelletgrösse gute Vermischung mit dem Speisebrei
  • sofort weiter in den Darm (pH „neutral“ bis „basisch“) --> Auflösung der Pellets --> Freisetzung von Esomeprazol
  • Resorption durch Darmwand --> über Blutbahn an Belegzellen des Magens

Protonenpumpenhemmer -UAWs

 

•gastrointestinale Störungen

•Schwindel

•Müdigkeit

•Kopfschmerzen 

Ulkusmittel: H2-Antihistaminika

 

•Blockade der H2-Rezeptoren des Histamins an den Belegzellen

•Hemmung der Histamin-stimulierten Säuresekretion

•Hemmung der Säurefreisetzung

UAWs der H2-Antihistaminika

 

 

–Durchfall

–Muskelschmerzen

–Schwindel

–Hautausschläge 

H2-Antihistaminika -Spezialitäten

  • Zantic 
    • Ranitidin
  • Ranitidin Mepha
  • Ranimed
    • Ranitidin 

Helicobacter pylori

  • Übertragung von Mensch zu Mensch
  • Prävalenz in Deutschland (Südeuropa: ca. 50%):
    • 5% bei Kindern
    • 24% bei Erwachsenen (bei Immigranten: 36 –86%)
  • Prävalenz: abhängig von
    • sozioökonomischem Status (Beruf, Einkommen)
    • und von Wohnsituation (Anzahl Familienmitglieder und Wohnungsgrösse)
  • Männer generell mit höherer Infektionsrate
  • kann im Magensaft überleben
  • bohrt sich in Schleimschicht der Magenwand
    • Vermehrung und Freisetzung von giftigen Substanzen
    • Entzündung der Schleimhautzellen --> Gastritis (bis zu Magenkarzinom) 

Therapieschemen des Magengeschwür mit Helicobacter pylorie 

  • Problem steigende Resistenzen gegen Clarithromycin und Metronidazol
    • Therapie mit PPI, Clarirhromycin und Amoxicillin oder Mentronaîdazol

 

Ulkusmittel: Zytoprotektiva

Substanzen, die durch Verminderung der aggressiven und Förderung der schützenden Faktoren wirken.

Zytoprotektiva -Spezialitäten

  • Cytotec 
    • Misoprostol
  • Wirkung 
    • Magensäureproduktion - 
    • Magenschleimproduktion + 
    • Magendurchblutung + 
  • UAWs
    • Diarrhö
  • KI
    • SS, können Wehen auslösen 

Spasmolytika 

  • Buscopan
    • Scopolamin
  • Wirkung 
    • krampflösend auf die glatte Muskulatur des GTI, der Gallengänge und Urogenitaltrakts 
  • Indikationen 
    • Krämpfe und Motilitätsstörungen des GTI
    • Spastische Obstipation 

Antiflatulanzien

  • Flatulex
    • Simethicon
  • Wirkung 
    • physiologisch inaktiv, rein physiklaische Wirkung 
    • Elimination von Darmgasen durch oberflächenaktive und entschäumende Eigenschaften
  • Indikation
    • Behandlung übermässiger Gasansammlungen (Meteorismus, Flatulenz)

Obstipation -Ursachen

verzögerte Darmpassage durch

  • ballaststoffarme Diät
  • Dickdarmveränderungen (Tumor, chron. Entzündungen)
  • endokrine Störungen (Schilddrüsenunterfunktion)
  • funktionelle oder organische Störungen des Nervensystems (Stress)
  • Arzneistoffe (Hemmung der Motilität)

gestörter Entleerungsreflex bei

  • Hämorrhoiden
  • Analfissuren
  • Schwäche der Bauchpresse

Betroffene

  • Senioren,
  • bettlägerige Personen,
  • Personen mit Kauproblemen,
  • Schwangere

 Obstipation -Risikofaktoren

 

•Mangel an Ballaststoffen und Mineralstoffen

•mangelnde Flüssigkeitszufuhr

•mangelnder Speichelfluss

•mangelnde körperliche Bewegung

•zunehmendes Alter (Nachlassen der Darmmotorik)

•Schwangerschaft

•gestörte Darmflora

•Klimawechsel/Reisen

•Medikamente

•Psyche 

Arzneimittel mit Obstipationspotenzial

  • Opioide (Morphin, Codein)
  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Anti-Parkinsonmittel
  • Schlafmittel
  • Antiepileptika
  • Calciumantagonisten (Adalat)
  • Benzodiazepine
  • Spasmolytika (Anticholinergika)
  • Eisen-Präparate 

Laxantien

 

  • Förderung und Erleichterung der Stuhlentleerung
  • lokale Wirkung im Darm --> Anregung der Peristaltik und/oder Erweichung des Darminhalts
  • Einnahme i.R. abends --> Wirkungseintritt über Nacht 

Probleme bei Laxantien 

  • zu häufige Anwendungen --> Abhängigkeit --> Teufelskreis 
  • Werbung 
  • Bequemlichkeit der Menschen 
     

Teufelskreis der Obstipation 

Indikationen der Laxantien 

  • Röntgenuntersuchungen oder operative Eingriffe
  • Vermeidung der Bauchpresse (z.B. nach Operationen)
  • schmerzhafte Stuhlentleerung (Analfissuren)
  • medikamentös bedingte Obstipation

Kontraindikationen der Laxantien 

  • Darmverschluss
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • zum Abnehmen 

Gruppen der Laxantien 

  • Quell und Ballaststoffen 
  • osmotische Laxantien 
  • Wasserresorption und - sekretion beeinflussende Laxantien 
  • Gleitmittel 

Therapiestufenschema bei Obstip

1. Stufe: ballaststoffreiche Diät, Flüssigkeit, Bewegung

2. Stufe: Quell-und Füllmittel, ausreichende Flüssigkeitszufuhr

3. Stufe: Laxantien 

 

Laxantien –Quell-und Ballaststoffe

  • milde Abführmittel
  • unlösliche Stoffe
  • im Darm keine Verdauung und keine Resorption 
  • Quellung unter Aufnahme von Flüssigkeit
  • Volumen Darminhalt ↑
  • Dehnung der Darmwand ↑
  • Motilität ↑
  • Verweildauer im Darm ↓
  • Wasserrückresorption aus Darmlumen ↓ 

Wirkungsweise von Ballaststoffen 

Quell und Ballaststoffe Indikationen 

  • zur Stuhlregulierung 

UAWS der Quell und Ballaststoffe 

  • Verkleisterung des Darminhaltes --> Ileus 
    • Flüssigkeitszufuhr mind 1,5 bis 2L
  • Blähungen durch Bildugn von CO2 Gasen 

Spezialitäten der Quell und Ballaststoffen 

  • Mucilar®, Mucilar® Avena
    • (mit Haferkleie)
  • Metamucil® Mite und Regular
    • Mite: ohne Zucker
  • Agiolax® / Agiolax® mite
    • Agiolax mite: ohne SennesfrüchteSennesfrüchte: Wirkung ausschliesslich im Dickdarm
  • Weizenkleie 

osmotisch wirkende Laxantien 

  • nicht-/schwer resorbierbare Salze und Zucker
  • osmotische Wirkung --> Zurückhalten von Wasser im Darm
  • Je mehr Wasser dazu getrunken wird, desto rascher setzt die Wirkung ein. 

Osmotisch wirkende Salze 

  • Glaubersalz(Na2SO4):
    • 5 –15 g auf 1 Glas Wasser (1 EL = 15 g), morgens nüchtern
  • Bittersalz(MgSO4):
    • 10 –20 g auf 1 Glas Wasser, morgens nüchtern
  • Cololyt Granulat
    • Wirkungseintritt Granulat: je nach Menge 2 –12 h
    • Indikation: Darmentleerung vor Eingriffen
  • KI:
    • Glaubersalz bei Hypertonie, Herzinsuffizienz, Ödemen;
    • Bittersalz bei Niereninsuffizienz (Gefahr der Mg-Vergiftung) 

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