Arzneimittel des GTI
BsC Pflege, 2. ZHAW Semester
BsC Pflege, 2. ZHAW Semester
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Flashcards
Die wichtigsten Magen darm Erkrankungen
- Magenbrennen (Antazida)
- Magenulkus (Ulkusmittel, Zytoprotektiva)
- Blähungen, Krämpfe (Spasmolytika, Antiflatulantien)
- Obstipation (Laxantien)
- Durchfall (Antidiarrhoika)
- •Übelkeit/Erbrechen (Antiemetika)
Antazida
Arzneistoffe, die überschüssige Magensäure neutralisieren oder binden
Ursachen eine übermässigen Säureproduktion (Hyperazidität)
- psychosomatisch
- Medikamentös (NSAR, ASS)
- Rauchen, Kaffeegenuss, Alkohol, unregelmässiges Essen
Folgen der Heyerazidität
- Gastrits
- Ulkus
- Reflux Ösophagitis
Antazida Indikationen
- überhöhte Säureproduktion,
- Gastritis, Ulzera, Reflux Ösophagitis
- Einsatz nur bei milden Formen
- häufig Anwendung in der Selbstmedikation
Antazida Substanzen
•Magnesiumoxid und –hydroxid
•Calciumcarbonat
•Aluminiumhydroxid
•Magnesium-Aluminium-Silikate
Antazida –Unerwünschte Wirkungen
- Magnesiumoxid und –hydroxid
- neutralisieren Magensäure langsam;
- Resorption von Magnesium (ca. 10%); zuviel --> laxative Wirkung
- Calciumcarbonat
- Reaktion mit Magensäure --> CO2; Resorption von Calcium (ca. 10%); zuviel --> stopfend
- Aluminiumhydroxid
- Neutralisation und Adsorption von Magensäure; zuviel --> stopfend
- Magnesium-Aluminium-Silikate
- Langzeittherapie --> silikathaltige Nierensteine
Antazida –Spezialitäten
- Alucol
- Gel, Kautabletten
- Riopan
- Gel, Gel fort, Tabletten
- Rennie
- Lutschtabletten
- Wirkdauer relativ kurz
- Rennie Gel Hydrotalcit
- Suspension
- Wirkauder bis ca 1,5h
Antazida Anwendungsrichtlinien
- nie vor oder zu den Mahlzeiten wegen Verdauungsstörungen, Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen
- mind 30 - 60 Minuten nach den Mahlzeitein sowie vor dem Schlafengehen
- Verabreichung häufig und nierdig dosiert ---> bessere Resultate
- Cave: Interaktionen mit anderen Arzneimittel, Resorption verringert
- Antibiotika: Chinolone, Tetracycline
- Eisenpräparate
Ulkusmittel
•Protonenpumpenhemmer (1. Wahl)
•H2-Antihistaminika
•Zytoprotektiva (Schleimhautschutz
Protonenpumpenhemmer als Ulkusmittel
- bewirken die stärkste Unterdrückung der Säureproduktion
- schnell Abheilung der Ulzera
- längere Anwendung --> bakterielle Besiedelung des Magnes
Protonenpumpenhemmer -Spezialitäten
- Nesium MUPS
- Esomeprazol
- Antramups
- Omeprazol
- Agopton
- Lansoprazol
- Pantozol
- Pantoprozol
- Pariet
- Rabeprazol
MUPS-Galenik
- MUPS: Multiple Unit Pellet System
- Teamarbeit zwischen Wirkstoff und Galenik
- Mikropellets mit säurefestem Schutzüberzug
- wegen geringer Pelletgrösse gute Vermischung mit dem Speisebrei
- sofort weiter in den Darm (pH „neutral“ bis „basisch“) --> Auflösung der Pellets --> Freisetzung von Esomeprazol
- Resorption durch Darmwand --> über Blutbahn an Belegzellen des Magens
Protonenpumpenhemmer -UAWs
•gastrointestinale Störungen
•Schwindel
•Müdigkeit
•Kopfschmerzen
Ulkusmittel: H2-Antihistaminika
•Blockade der H2-Rezeptoren des Histamins an den Belegzellen
•Hemmung der Histamin-stimulierten Säuresekretion
•Hemmung der Säurefreisetzung
UAWs der H2-Antihistaminika
–Durchfall
–Muskelschmerzen
–Schwindel
–Hautausschläge
H2-Antihistaminika -Spezialitäten
- Zantic
- Ranitidin
- Ranitidin Mepha
- Ranimed
- Ranitidin
Helicobacter pylori
- Übertragung von Mensch zu Mensch
- Prävalenz in Deutschland (Südeuropa: ca. 50%):
- 5% bei Kindern
- 24% bei Erwachsenen (bei Immigranten: 36 –86%)
- Prävalenz: abhängig von
- sozioökonomischem Status (Beruf, Einkommen)
- und von Wohnsituation (Anzahl Familienmitglieder und Wohnungsgrösse)
- Männer generell mit höherer Infektionsrate
- kann im Magensaft überleben
- bohrt sich in Schleimschicht der Magenwand
- Vermehrung und Freisetzung von giftigen Substanzen
- Entzündung der Schleimhautzellen --> Gastritis (bis zu Magenkarzinom)
Ulkusmittel: Zytoprotektiva
Substanzen, die durch Verminderung der aggressiven und Förderung der schützenden Faktoren wirken.
Zytoprotektiva -Spezialitäten
- Cytotec
- Misoprostol
- Wirkung
- Magensäureproduktion -
- Magenschleimproduktion +
- Magendurchblutung +
- UAWs
- Diarrhö
- KI
- SS, können Wehen auslösen
Spasmolytika
- Buscopan
- Scopolamin
- Wirkung
- krampflösend auf die glatte Muskulatur des GTI, der Gallengänge und Urogenitaltrakts
- Indikationen
- Krämpfe und Motilitätsstörungen des GTI
- Spastische Obstipation
Antiflatulanzien
- Flatulex
- Simethicon
- Wirkung
- physiologisch inaktiv, rein physiklaische Wirkung
- Elimination von Darmgasen durch oberflächenaktive und entschäumende Eigenschaften
- Indikation
- Behandlung übermässiger Gasansammlungen (Meteorismus, Flatulenz)
Obstipation -Ursachen
verzögerte Darmpassage durch
- ballaststoffarme Diät
- Dickdarmveränderungen (Tumor, chron. Entzündungen)
- endokrine Störungen (Schilddrüsenunterfunktion)
- funktionelle oder organische Störungen des Nervensystems (Stress)
- Arzneistoffe (Hemmung der Motilität)
gestörter Entleerungsreflex bei
- Hämorrhoiden
- Analfissuren
- Schwäche der Bauchpresse
Betroffene
- Senioren,
- bettlägerige Personen,
- Personen mit Kauproblemen,
- Schwangere
Obstipation -Risikofaktoren
•Mangel an Ballaststoffen und Mineralstoffen
•mangelnde Flüssigkeitszufuhr
•mangelnder Speichelfluss
•mangelnde körperliche Bewegung
•zunehmendes Alter (Nachlassen der Darmmotorik)
•Schwangerschaft
•gestörte Darmflora
•Klimawechsel/Reisen
•Medikamente
•Psyche
Arzneimittel mit Obstipationspotenzial
- Opioide (Morphin, Codein)
- Antidepressiva
- Neuroleptika
- Anti-Parkinsonmittel
- Schlafmittel
- Antiepileptika
- Calciumantagonisten (Adalat)
- Benzodiazepine
- Spasmolytika (Anticholinergika)
- Eisen-Präparate
Laxantien
- Förderung und Erleichterung der Stuhlentleerung
- lokale Wirkung im Darm --> Anregung der Peristaltik und/oder Erweichung des Darminhalts
- Einnahme i.R. abends --> Wirkungseintritt über Nacht
Probleme bei Laxantien
- zu häufige Anwendungen --> Abhängigkeit --> Teufelskreis
- Werbung
- Bequemlichkeit der Menschen
Indikationen der Laxantien
- Röntgenuntersuchungen oder operative Eingriffe
- Vermeidung der Bauchpresse (z.B. nach Operationen)
- schmerzhafte Stuhlentleerung (Analfissuren)
- medikamentös bedingte Obstipation
Kontraindikationen der Laxantien
- Darmverschluss
- chronisch entzündliche Darmerkrankungen
- zum Abnehmen
Gruppen der Laxantien
- Quell und Ballaststoffen
- osmotische Laxantien
- Wasserresorption und - sekretion beeinflussende Laxantien
- Gleitmittel
Therapiestufenschema bei Obstip
1. Stufe: ballaststoffreiche Diät, Flüssigkeit, Bewegung
2. Stufe: Quell-und Füllmittel, ausreichende Flüssigkeitszufuhr
3. Stufe: Laxantien
Laxantien –Quell-und Ballaststoffe
- milde Abführmittel
- unlösliche Stoffe
- im Darm keine Verdauung und keine Resorption
- Quellung unter Aufnahme von Flüssigkeit
- Volumen Darminhalt ↑
- Dehnung der Darmwand ↑
- Motilität ↑
- Verweildauer im Darm ↓
- Wasserrückresorption aus Darmlumen ↓
Quell und Ballaststoffe Indikationen
- zur Stuhlregulierung
UAWS der Quell und Ballaststoffe
- Verkleisterung des Darminhaltes --> Ileus
- Flüssigkeitszufuhr mind 1,5 bis 2L
- Blähungen durch Bildugn von CO2 Gasen
Spezialitäten der Quell und Ballaststoffen
- Mucilar®, Mucilar® Avena
- (mit Haferkleie)
- Metamucil® Mite und Regular
- Mite: ohne Zucker
- Agiolax® / Agiolax® mite
- Agiolax mite: ohne SennesfrüchteSennesfrüchte: Wirkung ausschliesslich im Dickdarm
- Weizenkleie
osmotisch wirkende Laxantien
- nicht-/schwer resorbierbare Salze und Zucker
- osmotische Wirkung --> Zurückhalten von Wasser im Darm
- Je mehr Wasser dazu getrunken wird, desto rascher setzt die Wirkung ein.
Osmotisch wirkende Salze
- Glaubersalz(Na2SO4):
- 5 –15 g auf 1 Glas Wasser (1 EL = 15 g), morgens nüchtern
- Bittersalz(MgSO4):
- 10 –20 g auf 1 Glas Wasser, morgens nüchtern
- Cololyt Granulat
- Wirkungseintritt Granulat: je nach Menge 2 –12 h
- Indikation: Darmentleerung vor Eingriffen
- KI:
- Glaubersalz bei Hypertonie, Herzinsuffizienz, Ödemen;
- Bittersalz bei Niereninsuffizienz (Gefahr der Mg-Vergiftung)