Pharmakologie Nervensystem
BsC Pflege, ZHAW, 2. Semester
BsC Pflege, ZHAW, 2. Semester
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Cartes-fiches
Häufigkeit psychiatrische Erkrankungen
- Depression
- Angst und Panikstörung
- Psychosomatische Störungen
- Schlafstörungen
- Alkoholabhängigkeit
- Bipolare Störungen
- Schizophrenie, Psychosen
- Demenz
Säulen der psychiatrischen Therapien
- Psychopharmaka
- Psychotherapie
- Soziotherapie
Ursachen und Folgen der Psychiatrische Störungen und Wirkung der Medis
- Ursache: Neurotransmitterstörung (zu viel oder zu wenig)
- Folgen: Veränderung der Rezeptorverteilung und Rezeptordichte
- Wirkung der Medis
- veränderung der Konzentration des Neurotransmitters
- Blockieren oder imitieren die Wirkung der Transmitter am Rezeptor
Definition Psychopharmaka
- Substanzen, die gestörte Stoffwechselprozesse im Gehirn beeinflussund unf Fehlregulationen normalisieren
- Greifen in die Steuerungsfunkten des ZNS ein und verändern seelische Abläufe.
Adaptive Mechanismen der Nervenzellen
- Akuter Effekt;
- Anstoss zur adaptiven Veränderung, kein eigentlicher Wirkungsmechanismus
- Eigentlicher Wirkungsmechanismus:
- kompensatorische Mechanismen von Nervenzellen
- Initale Konzentrationserhöhung im Synaptischen Spalt
- Anstoss zur adaptiven Veränderung auf der postsynaptischen Seite
- Veränderung der Dichte und Funktionalität der postsynaptische Rezeptoren
Depression: Krankheitsbild und Ursache
- depressive Störung mit Behandlungsnotwendigkeit --> wenn die Symptome 2 Wochen bestehen
- Ursache
- oft unbekannt, genetische Dispostion wahrscheinlich
- Auslöser:
- belastende Lebenssituation,
- Hormonelle Umstellung,
- Körperliche Erkankung,
- Saisonal: Winterdepression
- Therapieziel: vollständige Remission und Rückfallprophylaxe
Wirkung der Antidepressiva
- Akute Wirkung
- sedierende Effekte
- vegetative Effekte von Therapiebeginn an bei Gesunden und Kranken
- Antidepressive Wirkung
- nur bei Dauertherapie
- Wirkungsbeginn nach Wochen
- nur bei psychisch kranken Personen
Trizyklische Antidepressive (TZA)
- Substanzengruppen: nicht selektive Monamin Wiederaufnahmehemmer
- Präparate: Amitriptylin
- Wirkmechanismus:
- Gemeinsamkeit: wiederaufnahmehemmung von Noradrenalin und Serotnin. Rezeptorblockade anderer Neurotransmittersysteme (UAW)
- Einmalige Gabe: Wiederaufnahmehemmung von Noradrenalin, Serotonin und Dopamin
- Langfristige Gabe: Veränderung zentralvenöser Rezeptor
UAW der Trizyklischen Antidepressive (TZA)
- Muskarinische Acetylcholinrezeptor: Anticholinerge NW:
- Mundtrockenheit
- Obstipation
- Urinretention
- a adrenerge Rezeptoren:
- potenzierung von antihypertensiven Effekten von Prazosin und Terazosin
- Benommenheit
- Dopaminerge Rezeptore
- Extrapyramidale Bewegungsstörungen --> Achtung bei Kombination mit Parkinsonmittel
- Histaminerge Rezeptoren
- Sedierung --> Achtung bei Kombination mit sedierenden Medis (Benzos)
- Gewichtszunahme
- Überdosierung von TZA
- hohe Toxizität
- Vorsicht bei der Verordnung bei suizidgefährdeten Personen
Selektive Serotonin Reuptake Hemmer (SSRI)
- Präparate: Citalopram
- Wirkungsmechanismus
- Serotonin Wiederaufnahme Hemmung
- Wirkung
- gleichwertig antidepressiver Effekt wie TZA, aber weniger NW
- nicht sedierend
- Antriebssteigerung kommt von Stimmungsaufhellung
- bei agitierten depresiven Patienten ober bei Schlafstörung Kombination mit Benzodiazepin/Hypnotikum/sedierendes Antipsychotikum empfohlen
Selektive Serotonin-Reuptake-Hemmer (SSRI): Nebenwirkungen
- am häufigsten GI-NW: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe
- Agitation, Schlafstörungen
- Sexuelle Funktionsstörungen
- Nicht anticholinerg, nicht kardiotoxisch, keine orthostatische Hypotonie --> ¨bei Überdosierung weniger gefährlich als TZA
Selektive Serotonin-Reuptake-Hemmer (SSRI): Kontraindikationen
- Akute Manie
- Kombination mit MAO-Hemmern
- Vorsicht bei:
- Diabetikern (Cave: BZ-Schwankungen)
- oralen Antikoagulantien (Cave: erhöhte Blutungsneigung)
- Epilepsie (Cave: erniedrigte Krampfschwelle)
Duale Wiederaufnahmehemmer / Rezeptorantagonisten: Überblick
- Gemeinsamkeit: Wirken nicht Sedieren
- Wirkstoff : Wirkmechanismus
- Venlafaxin : Noradrenalin- u. Serotonin- Wiederaufnahmehemmer
- Wirkstoff: Präparat
- Mitrazapin: Remeron
Serotonin Syndrom
- Trias
- Fieber, neuromuskuläre und psychische Symptome
- Auftreten innerhalb weniger Stunden nach Einnahme, Dosiserhöhung, Kombination oder Überdosierung
- Symptome
- mentale Ebene: Ängstlichkeit, Agitiertheit bis Delir, Ruhelosigkeit, Verwirrung, Desorientierung
- autonome Störung: Schwitzen, Tachykardie, Hyperthermie, Hypertonie, Erbechen, Durchfall
- neuromuskuläre Hyperaktivität: Tremor, Muskelrigidität, Myoklonus, Hyperreflexie
Behandlung Serotonin-Syndrom:
- Absetzten aller serotonergen Arzneimittel (in 90% ausreichend)
- Massnahmen zur Normalisierung der Vitalfunktionen (z.B. Volumensubstitution, Kühlung)
- Benzodiazepine zur Sedierung --> Besserung innerhalb 24h bei leichtem Syndrom
- Antipyretika (z.B. Paracetamol): nicht indiziert (Cave: Hyperthermie nicht durch Temperatur-Regelung im Hypothalamus beding
Typische serotonerge Substanzen:
- Antidepressiva: SSRI, SSNaRI, Trizyklika, Lithium
- Schmerzmittel: Fentanyl, Methadon, Triptane
- Hustenmittel: Dextromethorphan
- Antiemetika: Ondansetron
- Drogen: Cocain, Ecstasy, LSD
Johanniskraut
- Pflanzliches Präparat:
- Extrakt aus Hypericum perforatum (=Johanniskraut) Vielstoffgemisch (Hauptstoffe: Hypericin, Hyperforin)
- Wirkungsmechanismus:
- Wiederaufnahmehemmung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin
- Verstärkung der GABAergen und glutamatergen Neurotransmission
- Beeinflussung von Schlaf und Stresshormonachse
- Wirkung:
- Bei leichter bis mittelschwerer Depression
- Abhängig von Zusammensetzung, Gehalt und Stabilität des Extraktes
- Interaktionen:
- Induktion von Cyp 3A4
- Verstärkte serotonerge Effekte
Lithium
- Wirkungsmechanismus:nicht genau bekannt
- Indikation:
- Therapie manischer Phasen und Prophylaxe bipolarar Störungen
- Sehr enge therapeutische Breite: --> Spiegelbestimmungen
- Nebenwirkungen:
- Tremor, Muskelzuckungen bis Krampfanfälle, Polyurie, Durst, Nausea
Gründe für Therapieumstellungen der Psychopharmaka
- unzureichende Wirkung/Therapieresistenz
- störende Nebenwirkungen
- neu aufgetretene Kontraindikationen
- Interaktionen mit anderen Arzneimitteln
- unzureichende Compliance des Patienten
Absetzen der Psychopharmaka
- Psychopharmaka grundsätzlich nicht abrupt absetzen
- Umstellungen/Absetzen nur nach Rücksprache mit Arzt
- Ausnahme: Unverträglichkeitsreaktionen (stationäre Behandlung)
- Antidepressiva absetzten:
- Absetzerscheinungen innerhalb von 24-72 h
- Dauer 1-2 Wochen
- Symptome: allgemeines körperliches Unbehagen, Schwindel, Übelkeit, Schwitzen, Zittern, Gleichgewichtsprobleme
Auswahl der Antidepressive aufgrund
- dominierender Symptomatik
- NW-Profil
- Komorbiditäten
- Interaktionen
- früherer Erfahrung
Neuroleptika
- Substanzen zur Behandlung von Psychosen und Gemüts- und Geisteskrankheiten.
- Dazu gehören
- bipolare Störungen (manisch-depressiv)
- Schizophrenie
- Phobien
- Zwangsstörungen
Einteilung in Minus- und Plussymptome
- Negativsymptome sind Störungen
- des Denkens: Gedankenabbruch, Zerfahrenheit, Veränderung der Gedankenkette
- der Sprache: Rededrang oder –hemmung, Wortneubildung, ständige Wiederholungen
- des Empfindens: Gleichgültigkeit, Überempfindlichkeit, Reizbarkeit, Kontaktverlust, soziale Rückzugstendenz
- des Ich-Erlebens: Identitätsverlust, Autismus
- Positivsymptome
- Halluzinationen: akustische, optische, sensorische
- Wahn: Verfolgungs-, Vergiftungs-, sexuelle Wahnvorstellungen
- Störungen der Motorik (sog. Katatone Symptome): Bewegungslosigkeit bis zur völligen Erstarrung, Antriebshemmung, motorische Unruhe und Bewegungsstereotypen
Affektive Störung
Psychotische Angst
Unruhe
Erregtheit
Aggressivität
Bipolare Störung
Wechsel von depressiven mit manischen Phasen
Manische Phase
- Übersteigerte Stimmung
- Ideenflucht
- Krankhaft gesteigerter Antrieb
- Patienten überschätzen sich
- pausenlos tätig
- handeln verantwortungslos (z.B. finanziell oder sexuell)
Neurotische Erkrankungen: Neurosen
- Phobische Störungen (Phobien)
- Besondere Art der Angst, welche durch objektiv ungefährliche Situationen hervorgerufen wird.
- z.B. Agoraphobie (Platzangst), Klaustrophobie, soziale Phobien
- Zwangsstörungen
- Wiederholte nicht sinnvolle Handlungen z.B. Waschzwang, Zählzwang, Ordnungszwang
- Anorexia nervosa, Bulimie
Antipsychotika: Wirkungsmechanismus
- Dopaminhyptohese
- Blockieren die Wirkung des Dopamins an den Dopamin Rezeptoren --> Hemmung der Dopamin Übertragung im Gehirn
- gewisse Antipsychotika blockeren auch die Serotonin Rezeptoren
Antipsychotika: Therapeutische Wirkung durch Rezeptorblockade
- Minderung der Positiv-Symptome: verzögert, nach 5-30d
- mässige Besserung der Minus-Symptome: verzögert, nach 5-30d
- Verhinderung und Abschwächung von Rezidiven
- sofortige Dämpfung
- sofortige Entspannung
- sofortige Sedierung
Antipsychotika: Nebenwirkungen
Extrapyramidale Nebenwirkung (EPS) der Antipsychotika
Frühdyskinesien
- Krampfartiges Herausstrecken der Zunge
- Blickkrämpfe, Genickstarre
- Unwillkürliches Verzerren des Gesichtes
- Zuckungen im Hals- Schulterbereich
- Krampf der Kaumuskulatur
- Kiefersperre
- --> zu Behandlungsbeginn, auch abhängig von der Dosissteigerungsgeschwindigkeit
Parkinson-Syndrom arzneimittelbedingt
- Tremor, Rigor
- Kleinschrittiger Gang
- Verlust mimischer Bewegung
- Übermässige Schweiss- und Talgsekretion
- Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
- --> Begleittherapie mit Parkinsonmitteln ist möglich
Akathisie
- Subjektiv als quälend empfundene Unruhe: Drang zu ständiger Bewegung
- Reizbarkeit, Angst --> Kann missgedeutet werden und zu einer Dosissteigerung führen --> Behandlung durch Dosisreduktion, Linderung durch Benzodiazepine und Betablocker
Spätdyskinesie: irreversibel
- Unwillkürliche stereotype Bewegungen der Zungen- , Mund- oder Gesichtsmuskulatur (Kau- und Schmatzbewegungen)
- Ruckartige Bewegungen der Arme und Beine
Depot Präparate von Antipsychotika
- i.m. Depotapplikationen für die Langzeitmedikation mit Intervallen von 1-4 Wochen
- kontrollierte Applikation mit stabilen Wirkstoffspiegeln; langsames Anfluten, reduziert EPS
- regelmässige ärztliche Kontaktaufnahme, bessere Adhärenz (Compliance) oder invasive Zwangsmassnahme?
- geringere Steuerbarkeit bei UAW, nicht für Akutbehandlung
- Umstellung auf Depot Präparat überlappend mit oraler Medikation
- 1. Generation Haldol® Decanoas (Haloperidol), Fluanxol ® Depot (Flupentixol), Clopixol ® Depot (Zuclopenthixol)
- 2. Generation Risperdal ® consta (Risperidon), Xeplion® Inj Susp (Paliperidonpalmitat), Abilify® maintena (Aripiprazol)