Geriatrie
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Cartes-fiches
Alterstheorien - verschiedene Ansätze
- Lebenslaufmodelle
- Traditionelle Ansätze
- Moderne Ansätze
- Meta-Modell von Entwicklung
Konzept der Entwicklungsaufgabe (Havighurst)
- Aufgaben einer Lebensperiode
- Erfolgreich bewältigt = Führt zum Gelingen späterer Aufgaben
- Misslingen = Schwierigkeiten bei späteren Aufgaben
Stufenmodell nach Havighurst
- Säuglingsalter/Kleinkind: Gehen und essen lernen, Sprachentwicklung
- Kindheit: Geschlechterrolle, Mitwirken in der Gemeinschaft, Regeln lernen (Werte und Normen)
- Pubertät/Adoleszenz: Körperlicher Reifung, Erwerb der Geschlechterrolle und Identität, Verhalten in Peergroup und in Beziehungen
- Frühes Erwachsenenalter (20-30): Partnerwahl, Familiengründung, Kinder, Berufskarriere
- Mittleres Erwachsenenalter: Erziehung, Entwicklung der Berufskarriere
- Spätes Erwachsenenalter: Übernahme sozialer unf öffentlicher Verantwortung
- Pensionierung: Umgang mit Verlust und Endlichkeit (Körperkräfte oder Lebenspartner)
So-Modell nach Baltes
- Selektion: Auswahl eines Bereiches, sich auf etwas beschränken
- Optimierung: Optimierung der Leistung durch Auseinandersetzung mit dem Thema
- Kompensation: Fertigkeiten und Strategien einsetzen umd Defizite auszugleichen. Prozess kann bewusst oder unbewusst stattfinden.
Akute Verwirrtheit
Delirium, Durchgangssyndrom
- Ist reversibel
- Dauer: meist nur Stunden oder Tage
Ursachen
Medizinisch: Fieber, Herzinsuffizien, Ateminsuffizienz, TGA, TIA, Hormonstörung, Vitaminmangel, Elektrolytverschiebung, Dehydratation, Hypotonie, Infekt -> Sepsis
Iatrogen (ärztlich): Polypharmazie -> evtl. Nebenwirkungen, lange Narkosen
Vergiftungen: Sepsis, Alkohol, Medikamente, Gase, Drogen
Soziale Ursachen: Ortswechsel, Verlust einer engen Bezugsperson
Symptome:
- Desorientierung
Chronische Form
Entsteht langsam, nimmt über Monate oder Jahre zu
Demenzielle Erkrankung
Irreversibel
Verwirrt bei Depressionen
Ähnliche Symptome. Das Verhalten der Betroffenen ist meist unangepasst oder seltsam - meist von kurzer Dauer. Betroffene könne Dinge nicht richtig sehen oder hören.
Demenz
erworbener Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit mit zunehmenden Verlust der kognitiven Fhähigkeiten
Demenzformen
Primäre Demenz
Ursache liegt direkt im Gehirn
- Alzheimer Demenz (60-70%)
- Vaskuläre Demenu oder Multiinfarktdemenz (20%)
Sekundäre Demenz
Folgen einer anderen Grunderkrankung
- Hirntumuore, Infektionen
- langjährige Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit
Histopathologie Alzheimer Demenz
Abbau von Membranprotein -> Wasserlösliche Eiweissbruchstücke -> neuritische Plaque (senile Plaque) -> Neurofibrillen (Tangles)
Pathologie Demenz
Verlust der Neuronen und synaptischen Verbindungen
schwere Demenz: bis zu 40% Verlust der Neuronen
globale Atrophie (schrumpfen des Hirns) innen und äussere Masse
Vaskuläre Demenz - Ursachen
Ursachen:
- Stroke / TIA
- Multiinfarkte
- Small-Vessel-Disease (Morbus Binswanger)
Demenz - Diagnose
MCI (Mild cognitive Impairment)
- MMSE (Minimentalssystemtest)
- Uhrentest
- DenTect
Biomarker aus Serum oder Liquor (Amyloid-beta 42 Peptids, erhöhtes Tau-Protein und sTrem2)
MRI
Demenz - Primärsymptome
6A
- Amnesie
- Aphasie (Wortfindungsstörung)
- Apraxie (Unfähigkeit erlernte Bewegungen auszufüren)
- Agnosie (Erkennungsstörungen von Gesichtern und Gegenständen)
- Abstraktionsfähigkeitsverlust (Fähigkeitverlust des logischen Denkens, Zusammenhängen erkennen)
- Assessmentstörung (Urteilsfähigkeitsverlust)
Demenz - Sekundärsymptome
Psychische Veränderungen
- Ängste und Phobien
- Abwehrverhalten und Aggressionen
- Wahnsymptome
Verhaltensstörungen
- Apathie und sozialer Rückzug
- Wiederholungen
- Gestörter Tag-Nacht-Rhythmus
Beginnende Aggressivität - Zeichen
- Zusammengepresst Lippen
- Verengte Augen
- Zusammenbeissen der Zähne
- Geballte Fäuste
- Angespannte Körperhaltung
Vaskuläre Demenz - Symptome
plötzliche auftretende Symptome aufgrund eines Infarkts, Symptome können sich bessern oder verstärken (zB. Bei Multiinfarktsyndrom)
- Sprach-, Aufmerksamkeits und Denkschwierigkeiten
- Gedächtnisschwierigkeiten stehen nicht im Vordergrund
- Stimmungsschwankungen und Depressionen
- körperliche Schwäche und Lähmungen
- epileptische Anfälle
Demenz - Frühstadium
Symptome
- Merkfähigkeitsstörung
- Wortfindungsstörungen
- Verhaltensänderung
- Schwierigkeiten bei komplexen Verrichtungen
- Sozialer Rückzug
Demenz - Mittleres Stadium
Symptome
- Zunehmender Verlust des Auffasssungs- und Urteilsvermögens
- Störung der Orientierung
- Aphasie, Apraxie
- Angst und Depression
Demenz - spätes Stadium
Symptome
- Massive Verhaltensstörungen
- Unruhe, umgekehrter Tag-Nach-Rhythmus
- Schreien
- Antriebslosigkeit, Apathie
- Verlust der Persönlichkeit, unverständliche Verhalten
Demenz - Behandlung
- Nichtmedikamentös
- Medikamentös
- Beratung
- Internistische Basistherapie
Demenz - medikamentöse Therapie
Antidementive (Neurotropika)
Cholinesterasehemmer
- Acricept
- Reminyl
versuchen über eine Hemmung der Acetylcholin abbauenden Cholinesterase den Acetylcholinmangel im Gehirn zu bessern
Vorsorgeauftrag
Eine handlungsfähige Person kann einen Vorsorgeauftrag, für den Fall einer eigenen Handlungsunfähigkeit, machen.
Formvorschrift: von Hand geschrieben oder von einem Notar beglaubigt, datiert und unterzeichnet
Patientenverfügung
Teil des Vorsorgeauftrag, kommt bei einer Urteilunsfähigkeit zum Einsatz, Vertrauensperson bestimmt
Entscheidungen:
- medizinische Anordnungen
- Betreuung / Begleitung
- Nach dem Tod
Freiheitsbeschränkende Massnahmen (fbM)
Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit liegt vor, wenn eine Person den Willen zur Fortbewegung hat aber durch die Massnahmen daran gehindert wird.
Liegen nicht vor, wenn der konkrete Wille zur Fortbewegung fehlt
Indikationen für eine freiheitsbeschränkende Massnahmen (fbM)
- Schutz vor Unfällen oder Verletzungen
- Schutz vor Selbstgefährdung
- Schutz vor therapeutischen Massnahmen (VW, Katheter)
- Schutz vor Drittpersonen vor Belästigung
Massnahmen müssen schriftlich durch einen Arzt für einen bestimmten Zeitraum angeordnet werden.
Was gilt als Freiheitsbeschränkende Massnahmen (fbM)
- Unterbringung in einer geschlossenen Umgebung
- Bettgitter, Gurten, Spezialdecken,
- Blockieren am mit dem Tisch
- Medikamenten- Abe mit dem Ziel, den Bewegungsdranz zu unterdrücken (Neuroleptika, Benzodiazepine)
Nicht als fbM gelten Psychopharmaka zur Behandlung von Wahn, halluzinationen, Angst oder Schlaflosigkeit (muss jedoch indiziert sein)
Demenzielle/verwirrte Person - Integrative Validation nach Richard
Krise -> Unruhe, Aufregung Sorge, Angst
Vorgehen:und
- Gefühle wahrnehmen und erspüren
- Validieren der Gefühle und Antrieb
- Annehmen, akzeptieren und wertschätzen
- Allgemein Validieren mit Sprichwörter, Lieder, Gebete
Snoezelen - Wirkung
- Verbesserung der Lebensqualität
- Zugang und Kommunikationsmöglichkeiten finden
- Individuelle Bedürfnisse erkennen und befriedigen
(Licht, Wärme, Klänge, Duft, Tasten etc.)