Hypnotika

(Anästhesie) Propofol, Etomidate, Ketanest S / Ketalar, Dormicum, Pentothal

(Anästhesie) Propofol, Etomidate, Ketanest S / Ketalar, Dormicum, Pentothal


E. M.
Diese Lernkarten behandeln die Wirkungen und Eigenschaften von Hypnotika auf verschiedenen Organsystemen, wobei der Fokus auf Substanzen wie Ketalar, Disoprivan, Ketanest, Pentothal und Propofol liegt. Sie beleuchten Indikationen, Dosierungen und Nebenwirkungen, insbesondere im Zusammenhang mit cerebralen Effekten und Lebermetabolismus. Die Karteikarten richten sich an Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich mit der Anwendung und den spezifischen Eigenschaften dieser Hypnotika vertraut machen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
08.03.2019 / 06.11.2025

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Esketamin (Ketanest) - Wirkung auf Organsysteme

ZNS

  • CBF▲ (cerebral blood flow), ICP▲ (intracranial pressure), CMRO2▲ (cerebral metabolic rate of oxygen)
  • Halluzinationen, Dysphorie (=Affektstörung: missmutig, schlecht gelaunt, gereizt, mürrisch), Träume (Albträume)

 

Respirationstrakt

  • AF▲ (Atemfrequenz), VT▲ (Volume tidal), AMV▲ (Atemminutenvolumen), Atemrhythmus unregelmässig
  • Bronchodilatation
  • Bronchialsekretion ▲, Salivation ▼(=Speichelfluss)

 

Herz-Kreislauf-System

  • Sympathikusaktivierung: BD ▲, HF▲, VO2 ▲, Koronardurchblutung ▲

 

Nieren

  • Ausscheidung der Metaboliten

 

Leber

  • Metabolisation

 

Andere

  • Augen: Innendruck ▲
  • Drüse: Hypersalivation Speicheldrüse
  • Larynx (=Kehlkopf), Pharynx (=Rachen): Schutzreflexe erhalten oder gesteigert, kein Aspirationsschutz!
  • Muskulatur: Tonus Skelettmuskulatur ▲, unwillkürliche Bewegungen
  • Uterus: Uteruskontraktionen möglich

 

Empfehlungen

  • Dormicum oder Disoprivan zur Dämpfung der psychischen NW obligat
  • Atropin oder Robinul hemmt Hypersalivation
  • keine Manupilationen an den Atemwegen in oberflächlichen Esketamin-Narkosen

Etomidate - chemische Eigenschaften

karboxyliertes Imidazol

Etomidat ist eine 0,2% klare, ölige, nicht H2O-lösliche Lösung, pH 6,0, Proteinbildung 77%

Etomidate - Wirkung

  • Etomidat ist ein reines Hypnotikum, wirkt stärker hypnotisch als Pentothal
  • hat keine analgetische Wikrung
  • äusserst selten anaphylaktische Reaktionen

Etomidate - Wirkungsort

Cortex (=Hirnrinde), funktionelle Hemmung der Formatio reticularis (=weisse und graue Substanz) im Hirnstamm und Cortex

Etomidate - Wirkungseintritt

nach ca. 60 Sek. maximale Wirkung im Cerebrum (=Grosshirn)

Etomidate - Wirkungsdauer

t- ½ α Umverteilung    : 3 – 5 Minuten, je nach Dosis

t- ½ β Elimination   :     2 – 5 h

Die Umverteilung gilt als wesentlicher Faktor für das Aufwachen

Etomidate - Indikationen

  • Narkoseeinleitung bei Polyallergiker, High-Risk-Patienten, Hypovolämie, KHK, Herzinsuffizienz

Etomidate - Kontraindikationen

  • absolut: Allergie auf Etomidat oder dessen Lösungsmittel, Porphyrie
  • relativ: Schwangerschaft

Etomidate - Dosierungen

Induktionsdosis     :       nach Wirkung 0,2 – 0,3 mg/kg KG

                                       fraktionierte Nachinjektionen möglich

Etomidate - Elimination

in der Leber unspezifische Plasmaesterase in unwirksame Metaboliten 

Etomidate - Wirkung auf Organsysteme

ZNS

  • CBF▼ (cerebral blood flow), ICP▼ (intracranial pressure), CMRO2▼ (cerebral metabolic rate of oxygen), VO2▼ (Sauerstoffaufnahme), CPP▲▼ (cerebral perfusion pressure)
  • Exzitatorische Phänomene (erregend, stimulierend) werden beobachtet

 

Respirationstrakt

  • geringe Atemdepression, VT▼ (volume tidal), AMV▼ (Atemminutenvolumen), VA ▼ (vesikuläres Atemgeräusch)

 

Herz-Kreislauf-System

  • Inotropie ◄► (=Kontraktionskraft des Herzens) à keine Myokarddepression
  • Afterload wenig▼ (=Nachlast), BD wenig ▼
  • Koronardurchblutung ▲

 

Nieren

  • überwiegend Ausscheidung unwirksamer Metaboliten ca. 80%

 

Leber

  • Metabolisation durch unspezifische Leber- und Plasmaesterase
  • Ausscheidung der Metaboliten ca. 13% über die Galle

 

Andere

  • Plazenta: Plazentagängig
  • Augen: Innendruck sinkt minim
  • NNR: Hemmung der Kortisolbiosynthese : Kortisonspiegel ▼
  • Myoklonie (=unwillkürliche Zuckung einzelner Muskeln oder Muskelgruppen) werden beobachtet, durch Gabe von Benzodiazepinen werden diese vermindert oder verhindert
  • Schmerz: Injektionsschmerz, es darf kein Lokalanästhetika beigemischt werden
  • Venen: Thrombophlebitis tritt in 30 – 80% auf
  • NW: Nausea, Vomitus, Husten, Singultus könne auftreten

Thiopenthal (Pentothal) - chemische Eigenschaften

gehört in die Gruppe der Barbiturate (+Schwefelatom = Thiopental)

Thiopental ist eine 2,5%, gelbliche und H2O-lösliche Substanz von bitterem Geschmack und schwefelartigem Geruch, pH 11, Proteinbindung 85%

Thiopenthal (Pentothal) - Wirkung

  • wirkt gut hypnotisch und antikonvulsiv
  • Analgesie umstritten, keine Muskelrelaxation

Thiopenthal (Pentothal) - Wirkungsort

Funktionelle Hemmung der Formatio reticularis (=weisse und graue Substanz) im Hirnstamm

Thiopenthal (Pentothal) - Wirkungseintritt

nach ca. 30 – 60 Sek. maximale Wirkung im Cerebrum (=Grosshirn)

Thiopenthal (Pentothal) - Wirkungsdauer

t- ½ α Umverteilung  :    5 – 10 Minuten, je nach Dosis

t- ½ β Elimination   :     5 – 10 h

Die Umverteilung gilt als wesentlicher Faktor für das Wachwerden

Thiopenthal (Pentothal) - Indikationen

  • Narkoseeinleitung
  • Behebung von cerebralen Krämpfen

Thiopenthal (Pentothal) - Dosierungen

Induktionsdosis     :       nach Wirkung 3 – 5 mg/kg KG

                                       abhängig vom AZ des Pat. und dessen Begleiterkrankungen

Dosisreduktion: Alter, Hypovolämie, Herzinsuffizienz, Schock, Hypoproteinämie, Hypothyreose, Anämie, respiratorische Insuffizienz

Thiopenthal (Pentothal) - Elimination

es werden ca. 16 – 24% /h in der Leber zu H2O-löslichen Derivate metabolisiert.

Andere Organe wie Hirn und Nieren werden diskutiert

Thiopenthal (Pentothal) - Wirkungen auf Organsysteme

ZNS

  • CBF▼ (cerebral blood flow), ICP▼ (intracranial pressure), CMRO2 (cerebral metabolic rate of oxygen), VO2▼ (Sauerstoffaufnahme)

 

Respirationstrakt

  • Dämpfung des Atemzentrums = Hypoventilation bis Apnoe
  • CO2 -Antwort und Hypoxiestimulus sind vermindert
  • Hyperreaktive Atemwege (Husten, Laryngo- & Bronchospasmusgefahr)

 

Herz-Kreislauf-System

  • Inotropie ▼ (=Kontraktionskraft des Herzens) à Myokarddepression
  • Preoload ▼ (=Vorlast) à Sympathikusdämpfung
  • Afterload ▼ (=Nachlast) à cardiac Output ▼ ca. 25%
  • BD▼, HF▲ durch Baroreflex
  • Koronardurchblutung ▼ und VO2 nimmt bis zu 50% zu

 

Nieren

  • Nierendurchblutung vorübergehend ▼ à Niereninsuffiziente brauchen «weniger» (Veränderung der Blut-Hirn-Schranke und des cerebralen Metabolismus werden diskutiert)

 

Leber

  • praktisch alles metabolisiert (99%) Bei Leberinsuffizienz kann nach hohen Dosen Wirkung verlängert sein

 

Andere

  • MDT: Magen-Darmmotilität nimmt erst in hohen Dosen ab
  • VNS: Dämpfung des Sympathikus = Vasodilatation und venöses Pooling
  • Histamin: kann Histamin ausschütten, Achtung bei Polyallergiker
  • Augen: Augeninnendruck ▼
  • Plazenta: Plazentagängig

 

Wichtiges/Verschiedenes

  • CAVE: paravenöse oder intraarterielle Injektion kann zu Gewebenekrosen führen
  • paravenöser Injektion: mit NaCl verdünnen, lokale Alkohol-Glycerin-Wickel
  • intraarterieller Injektion: mit NaCl verdünnen, Plexus Axillaris zur Vasodilatation und gegen SZ

Flumacenil (Anexate) - chemische Eigenschaften

Benzodiazepin Antagonist, Preis pro Ampulle ca. 50 Sfr.! Wirkt als kompetitiver Antagonist für alle Benzodiazepine

Flumacenil (Anexate) - Indikationen

  • Benzodiazepin- Überdosierung oder -Versager
  • Atemdepression durch Benzodiazepine

Flumacenil (Anexate) - Dosierungen

  • 0,1 mg-weise langsam eintitrieren bis gewünschte Wirkung
  • Da Anexate relativ kurz wirkt (¾ - 1,5h) kann es sinnvoll sein, bei langwirkenden Benzodiazepinen eine i.m. Depodosis oder Infusionsdosis zu verabreichen. Ca. ½ der i.v. Dosis

Flumacenil (Anexate) - Nebenwirkungen

  • Nausea und Vomitus
  • bei rascher Injektion: Angstgefühle und Tachykardien
  • Entzugserscheinungen (bei Benzodiazepinabhängigen)

Étudier