Hypnotika
(Anästhesie) Propofol, Etomidate, Ketanest S / Ketalar, Dormicum, Pentothal
(Anästhesie) Propofol, Etomidate, Ketanest S / Ketalar, Dormicum, Pentothal
-
- 1 / 64
-
Cartes-fiches
Esketamin (Ketanest) - Wirkung auf Organsysteme
ZNS
- CBF▲ (cerebral blood flow), ICP▲ (intracranial pressure), CMRO2▲ (cerebral metabolic rate of oxygen)
- Halluzinationen, Dysphorie (=Affektstörung: missmutig, schlecht gelaunt, gereizt, mürrisch), Träume (Albträume)
Respirationstrakt
- AF▲ (Atemfrequenz), VT▲ (Volume tidal), AMV▲ (Atemminutenvolumen), Atemrhythmus unregelmässig
- Bronchodilatation
- Bronchialsekretion ▲, Salivation ▼(=Speichelfluss)
Herz-Kreislauf-System
- Sympathikusaktivierung: BD ▲, HF▲, VO2 ▲, Koronardurchblutung ▲
Nieren
- Ausscheidung der Metaboliten
Leber
- Metabolisation
Andere
- Augen: Innendruck ▲
- Drüse: Hypersalivation Speicheldrüse
- Larynx (=Kehlkopf), Pharynx (=Rachen): Schutzreflexe erhalten oder gesteigert, kein Aspirationsschutz!
- Muskulatur: Tonus Skelettmuskulatur ▲, unwillkürliche Bewegungen
- Uterus: Uteruskontraktionen möglich
Empfehlungen
- Dormicum oder Disoprivan zur Dämpfung der psychischen NW obligat
- Atropin oder Robinul hemmt Hypersalivation
- keine Manupilationen an den Atemwegen in oberflächlichen Esketamin-Narkosen
Etomidate - chemische Eigenschaften
karboxyliertes Imidazol
Etomidat ist eine 0,2% klare, ölige, nicht H2O-lösliche Lösung, pH 6,0, Proteinbildung 77%
Etomidate - Wirkung
- Etomidat ist ein reines Hypnotikum, wirkt stärker hypnotisch als Pentothal
- hat keine analgetische Wikrung
- äusserst selten anaphylaktische Reaktionen
Etomidate - Wirkungsort
Cortex (=Hirnrinde), funktionelle Hemmung der Formatio reticularis (=weisse und graue Substanz) im Hirnstamm und Cortex
Etomidate - Wirkungseintritt
nach ca. 60 Sek. maximale Wirkung im Cerebrum (=Grosshirn)
Etomidate - Wirkungsdauer
t- ½ α Umverteilung : 3 – 5 Minuten, je nach Dosis
t- ½ β Elimination : 2 – 5 h
Die Umverteilung gilt als wesentlicher Faktor für das Aufwachen
Etomidate - Indikationen
- Narkoseeinleitung bei Polyallergiker, High-Risk-Patienten, Hypovolämie, KHK, Herzinsuffizienz
Etomidate - Kontraindikationen
- absolut: Allergie auf Etomidat oder dessen Lösungsmittel, Porphyrie
- relativ: Schwangerschaft
Etomidate - Dosierungen
Induktionsdosis : nach Wirkung 0,2 – 0,3 mg/kg KG
fraktionierte Nachinjektionen möglich
Etomidate - Elimination
in der Leber unspezifische Plasmaesterase in unwirksame Metaboliten
Etomidate - Wirkung auf Organsysteme
ZNS
- CBF▼ (cerebral blood flow), ICP▼ (intracranial pressure), CMRO2▼ (cerebral metabolic rate of oxygen), VO2▼ (Sauerstoffaufnahme), CPP▲▼ (cerebral perfusion pressure)
- Exzitatorische Phänomene (erregend, stimulierend) werden beobachtet
Respirationstrakt
- geringe Atemdepression, VT▼ (volume tidal), AMV▼ (Atemminutenvolumen), VA ▼ (vesikuläres Atemgeräusch)
Herz-Kreislauf-System
- Inotropie ◄► (=Kontraktionskraft des Herzens) à keine Myokarddepression
- Afterload wenig▼ (=Nachlast), BD wenig ▼
- Koronardurchblutung ▲
Nieren
- überwiegend Ausscheidung unwirksamer Metaboliten ca. 80%
Leber
- Metabolisation durch unspezifische Leber- und Plasmaesterase
- Ausscheidung der Metaboliten ca. 13% über die Galle
Andere
- Plazenta: Plazentagängig
- Augen: Innendruck sinkt minim
- NNR: Hemmung der Kortisolbiosynthese : Kortisonspiegel ▼
- Myoklonie (=unwillkürliche Zuckung einzelner Muskeln oder Muskelgruppen) werden beobachtet, durch Gabe von Benzodiazepinen werden diese vermindert oder verhindert
- Schmerz: Injektionsschmerz, es darf kein Lokalanästhetika beigemischt werden
- Venen: Thrombophlebitis tritt in 30 – 80% auf
- NW: Nausea, Vomitus, Husten, Singultus könne auftreten
Thiopenthal (Pentothal) - chemische Eigenschaften
gehört in die Gruppe der Barbiturate (+Schwefelatom = Thiopental)
Thiopental ist eine 2,5%, gelbliche und H2O-lösliche Substanz von bitterem Geschmack und schwefelartigem Geruch, pH 11, Proteinbindung 85%
Thiopenthal (Pentothal) - Wirkung
- wirkt gut hypnotisch und antikonvulsiv
- Analgesie umstritten, keine Muskelrelaxation
Thiopenthal (Pentothal) - Wirkungsort
Funktionelle Hemmung der Formatio reticularis (=weisse und graue Substanz) im Hirnstamm
Thiopenthal (Pentothal) - Wirkungseintritt
nach ca. 30 – 60 Sek. maximale Wirkung im Cerebrum (=Grosshirn)
Thiopenthal (Pentothal) - Wirkungsdauer
t- ½ α Umverteilung : 5 – 10 Minuten, je nach Dosis
t- ½ β Elimination : 5 – 10 h
Die Umverteilung gilt als wesentlicher Faktor für das Wachwerden
Thiopenthal (Pentothal) - Indikationen
- Narkoseeinleitung
- Behebung von cerebralen Krämpfen
Thiopenthal (Pentothal) - Dosierungen
Induktionsdosis : nach Wirkung 3 – 5 mg/kg KG
abhängig vom AZ des Pat. und dessen Begleiterkrankungen
Dosisreduktion: Alter, Hypovolämie, Herzinsuffizienz, Schock, Hypoproteinämie, Hypothyreose, Anämie, respiratorische Insuffizienz
Thiopenthal (Pentothal) - Elimination
es werden ca. 16 – 24% /h in der Leber zu H2O-löslichen Derivate metabolisiert.
Andere Organe wie Hirn und Nieren werden diskutiert
Thiopenthal (Pentothal) - Wirkungen auf Organsysteme
ZNS
- CBF▼ (cerebral blood flow), ICP▼ (intracranial pressure), CMRO2 (cerebral metabolic rate of oxygen), VO2▼ (Sauerstoffaufnahme)
Respirationstrakt
- Dämpfung des Atemzentrums = Hypoventilation bis Apnoe
- CO2 -Antwort und Hypoxiestimulus sind vermindert
- Hyperreaktive Atemwege (Husten, Laryngo- & Bronchospasmusgefahr)
Herz-Kreislauf-System
- Inotropie ▼ (=Kontraktionskraft des Herzens) à Myokarddepression
- Preoload ▼ (=Vorlast) à Sympathikusdämpfung
- Afterload ▼ (=Nachlast) à cardiac Output ▼ ca. 25%
- BD▼, HF▲ durch Baroreflex
- Koronardurchblutung ▼ und VO2 nimmt bis zu 50% zu
Nieren
- Nierendurchblutung vorübergehend ▼ à Niereninsuffiziente brauchen «weniger» (Veränderung der Blut-Hirn-Schranke und des cerebralen Metabolismus werden diskutiert)
Leber
- praktisch alles metabolisiert (99%) Bei Leberinsuffizienz kann nach hohen Dosen Wirkung verlängert sein
Andere
- MDT: Magen-Darmmotilität nimmt erst in hohen Dosen ab
- VNS: Dämpfung des Sympathikus = Vasodilatation und venöses Pooling
- Histamin: kann Histamin ausschütten, Achtung bei Polyallergiker
- Augen: Augeninnendruck ▼
- Plazenta: Plazentagängig
Wichtiges/Verschiedenes
- CAVE: paravenöse oder intraarterielle Injektion kann zu Gewebenekrosen führen
- paravenöser Injektion: mit NaCl verdünnen, lokale Alkohol-Glycerin-Wickel
- intraarterieller Injektion: mit NaCl verdünnen, Plexus Axillaris zur Vasodilatation und gegen SZ
Flumacenil (Anexate) - chemische Eigenschaften
Benzodiazepin Antagonist, Preis pro Ampulle ca. 50 Sfr.! Wirkt als kompetitiver Antagonist für alle Benzodiazepine
Flumacenil (Anexate) - Indikationen
- Benzodiazepin- Überdosierung oder -Versager
- Atemdepression durch Benzodiazepine
Flumacenil (Anexate) - Dosierungen
- 0,1 mg-weise langsam eintitrieren bis gewünschte Wirkung
- Da Anexate relativ kurz wirkt (¾ - 1,5h) kann es sinnvoll sein, bei langwirkenden Benzodiazepinen eine i.m. Depodosis oder Infusionsdosis zu verabreichen. Ca. ½ der i.v. Dosis
Flumacenil (Anexate) - Nebenwirkungen
- Nausea und Vomitus
- bei rascher Injektion: Angstgefühle und Tachykardien
- Entzugserscheinungen (bei Benzodiazepinabhängigen)